Emotionen hin und her

Erfahrungen mit Medikamenten, Fragen, Infos, Tipps, ...

Moderator: Moderatoren

Antworten
SOfS
Beiträge: 40
Registriert: 24:05:2019 23:57

Emotionen hin und her

Beitrag von SOfS » 15:12:2019 16:32

Hallo ihr lieben,
ich wollte mich auch mal wieder melden,ich hoffe es geht allen gut oder wenigstens auf dem Weg der Besserung.
Diese scheiß Krankheit.

Ich bin Anfang des Jahres auch ganz schwer erkrankt und seit Anfang Juli wieder zu Hause.
Ich hoffe ich muss nie wieder in die Klinik.
Eigentlich würde ich sagen,es geht mir einigermaßen gut.
Natürlich hab ich noch kurze Momente und auch mal Tage wo es mir schlecht geht.
Wie z.B. Heute :(
Ich versuche alles mit zu machen (hypnose,Akupunktur,Therapie medikamentös und Verhaltenstherapie)
um mich gut zu fühlen und nie wieder soooo schlimm zu erkranken ,wie Anfang des Jahres.
Tja. Heute hab ich mich ziemlich mit meinem Mann gestritten,ich mache grundsätzlich alles verkehrt für ihn und werde nur angemault.
Ich hab dann meine Laufsachen geschnappt und war heulend joggen.Danach habe ich meditiert und langsam geht es wieder.
Bin am Bhf lang und hab wieder gesehen, wie ich vor den Zug knalle. Hat mich nicht groß beängstigt,aber es macht mich wieder traurig.
Die kleine hat auch mit bekommen ,wie wütend ich auf ihren Papa war.
Ich schleppe mich durch den Tag und gebe wirklich mein bestes,der Alltag klappt und ich kümmer mich um unser Baby und bin wirklich froh,dass es mir in manchen Momenten wieder richtig gut geht.
Dann darf ich mir anhören von meinem Mann ,wie dankbar ich doch sein kann, das er meinen Urlaub bezahlt.
Ich hab gesagt,er soll ihn stornieren und alleine fahren!
Momentan bin ich in Elternzeit ,wollte eigentlich auch zwei Jahre bleiben aber diese Dummen Sprüche ,das er ja fast alles zahlt kotzen mich an.
Naja,uns gehts finanziell ziemlich gut,aber ich kann mir ständig blöde Sprüche anhören ,nur weil ich gerade mal nicht die fette Kohle mitbringe.
Und ich nicht einsehe alles von meinem Ersparten zu nehmen. Irgendwie versteht er nicht, das es auch seine Tochter ist ,weshalb ich kein volles Gehalt mehr verdiene.
Najaaaaa, aber ich kann ja sooo glücklich sein. Ich weiß auch gar nicht was ich mir von der Mail erhoffe,aber das musste gerade mal raus.
Meine Therapeutin möchte mich von Paroxetin auf Escitalopram umstellen,da es wohl noch besser gehen zwangsgedanken hilft und nicht so dick macht.
Und sie versteht nicht, warum ich Paroxetin bekommen habe in der Klinik.
Meine Medikation nehme ich abends seroquel 25mg und tagsüber 40mg Paroxetin.
Hat jemand schon mal eine Umstellung gemacht?
Lande ich da wieder in einem dicken schwarzen Loch?
Die Gewichtszunahme macht mir auch echt zu schaffen :(
März 2019 Schwere PPD mit ZG und Panikattacken
2 Monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie - Momentan mit 40mg Paroxetin stabil.
Januar 2020 100mg Quatiapin abgesetzt.

Celeste
power user
Beiträge: 239
Registriert: 11:10:2019 10:14

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Celeste » 15:12:2019 20:11

Hallo du liebe,

diese ,auf’ und ,abs’ sind anstrengend, das ist bei mir ganz genauso! Ich fühle also mit dir.
Diese ,schlechten Tage‘ haben aber alle Menschen nur wir reagieren da noch empfindlicher drauf und fallen dann gleich in diese Gedankenschleife, dass alles evtl. wieder von vorne beginnt. Mir fällt es auch noch sehr schwer, schlechte Tage anzunehmen und zu akzeptieren. Mir kommen dann gleich die Gedanken wie: Ich werde nie wieder richtig gesund.

Was deinen Mann betrifft: Das finde ich überhaupt nicht nett von ihm, dass er dir vorwirft, er würde dir ja den Urlaub bezahlen bzw. mehr Kohle mit nach Hause bringen. Es ist immer wieder furchtbar zu erfahren, wie wenig unser ,Job‘ als Mutter anerkannt wird. Darum fand ich ganz gut, dass mein Mann 2 Monate Elternzeit hatte. Da hat er gemerkt, wie anstrengend das ist. Also, ich würde da ganz klare Grenzen ziehen und ihm zu verstehen geben, dass er diese überschritten hat. Schon allein dass du das trotz Krankheit alles meisterst, ist ein riesen Verdienst und du kannst sehr stolz auf dich sein!

Fühl dich gedrückt
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

Celeste
power user
Beiträge: 239
Registriert: 11:10:2019 10:14

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Celeste » 15:12:2019 20:14

Und zu den Medikamenten kann ich nichts sagen. Nehme Citalopram und habe aber auch schon 5kg zugenommen 🙁
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

SOfS
Beiträge: 40
Registriert: 24:05:2019 23:57

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von SOfS » 15:12:2019 21:45

Ja, da hast du recht. Ich glaube er ist ziemlich überfordert mit allem.
Er studiert auch noch nebenbei.Ich war zwei Monate in der Klinik und mein Mann und seine Mutter haben sich in der Zeit um die kleine gekümmert. Wahrscheinlich hat er schon vergessen,wie anstrengend das sein kann oder ist. Oder die Mama hat alles gemeistert ,das weiß ich leider nicht.

Wie lange kämpfst du schon mit der Krankheit?
Darf ich fragen,wie viel mg du nimmst?

Selbst meine gesunden Freundinnen haben öfter mal keine Luft auf alles. Aber diese fiesen selbstmordgedanken ,kommen ab und an wieder hoch.
Ich habe angefangen zu reduzieren, da ich momentan zwei Medikamente nehme. Ob das Tief heute da her kam?
Diese blöden selbstmordgedanken, ich hatte echt gehofft das ich damit durch bin :((
März 2019 Schwere PPD mit ZG und Panikattacken
2 Monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie - Momentan mit 40mg Paroxetin stabil.
Januar 2020 100mg Quatiapin abgesetzt.

Celeste
power user
Beiträge: 239
Registriert: 11:10:2019 10:14

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Celeste » 15:12:2019 22:14

Sind das ernsthafte Selbstmordgedanken oder eher Zwangsgedanken die in manchen Situationen aufkommen aber die du nicht ausführen würdest?

Ich nehme 40mg. Ich kämpfe erst seit 4 Monaten damit. Stehe also quasi noch am Anfang

Reduzierst du, weil die Ärztin dich umstellt?
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

SOfS
Beiträge: 40
Registriert: 24:05:2019 23:57

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von SOfS » 15:12:2019 23:15

Eigentlich eher zwangsgedanken.
Ich hatte heute echt einen beschissenen Tag.
Bin dann am Bhf lang und dann kam der Gedanke ,schmeiß dich davor dann hast du endlich deine Ruhe.
Ich sehe es dann auch bildlich vor mir. Ich hab angefangen zu reduzieren,da es mir relativ gut ging und ich unter der Gewichtszunahme doch sehr leide.
Deshalb wollte sie mich umstellen,aber damit warten wir noch bis Ende Januar bis ich mich dafür entscheiden sollte, da wir noch in den Urlaub wollten und ich vorher die Tabletten nicht anfassen wollte... hast du auch sooo schreckliche Gedanken?
März 2019 Schwere PPD mit ZG und Panikattacken
2 Monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie - Momentan mit 40mg Paroxetin stabil.
Januar 2020 100mg Quatiapin abgesetzt.

Celeste
power user
Beiträge: 239
Registriert: 11:10:2019 10:14

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Celeste » 16:12:2019 7:18

Selbstmordgedanken nicht. Meine Gedanken kreisen an schlechten Tagen um die ,Psychose‘.
Ich habe dann tierische Angst davor psychotisch zu werden.

Versuche deinen Gedanken keine Macht zu geben. Lass den Gedanken einfach kommen und gehen. So versuche ich das auch. Ich sag mir dann immer:,, Ach, du schon wieder. Schön, dass du mich auch mal wieder besuchst, habe nur leider gerade nicht wirklich Zeit für dich.“
Ist vielleicht anfangs komisch, aber mir hilft das sehr.

Wieviel hast du denn zugenommen? Liegt dass daran, dass du mehr Hunger hast? Oder spielt dein Stoffwechsel verrückt? Bei mir ist es ja leider so, dass ich viel mehr esse als sonst. Bin von 63 Kg auf 68 Kg. Es nervt mich tierisch.

Hoffe, du hast heute einen besseren Tag und denke dran: Lass die Gedanken kommen und gehen.

Fühl dich gedrückt
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

Mel
power user
Beiträge: 347
Registriert: 25:11:2018 13:07

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Mel » 16:12:2019 12:40

Liebe SofS,
ich kenne diese Gedanken auch. Ich würde fast sagen, sie hängen auch mit der Reduzierung zusammen. Ich kann dir hier keine Empfehlung aussprechen, aber meiner Meinung nach ist die Reduzierung zu früh. Erst wenn man stabil ist, und es einem anschließend ein Jahr lang gut geht, kann man über eine Reduzierung nachdenken. Schau mal, ich hab den Mist seit zwei Jahren, und mir hat das in den ersten anderthalb Jahren keine Fachfrau/ kein Fachmann so klar gesagt. Meine Therapeutin hat mich sogar ermuntert, es auszuprobieren, sowie meine damalige Heilpraktikerin. Deswegen ist es bei mir schief gelaufen und ich habe reduziert obwohl ich nicht richtig stabil war. Danach kam dann nochmal ein richtiger Absturz. Das heißt jetzt nicht, dass es bei dir so lange dauern muss und so schwierig verläuft, ich wäre einfach nur vorsichtig mit dem Reduzieren. Erzähl doch mal deiner Psychiaterin, wie es dir momentan geht und welche Gedanken du hast.
Ich drücke dir die Daumen!
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

SOfS
Beiträge: 40
Registriert: 24:05:2019 23:57

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von SOfS » 16:12:2019 16:05

Hallo liebe Mel,
vielleicht hast du recht und es ist noch zu früh. Ich werde auf jeden Fall , noch mal mit der Therapeutin sprechen.
Sie meinte aber , das schlechte Tage auch so noch kommen und ich evtl. Wieder auf seroquel 50mg hoch gehen soll, wenn ich meine ich komme mit der niedrigen Dosierung nicht zurecht.
Es macht aber so dick :(
Wann haben dir die Therapeutin zur Reduzierung geraten? Ich hab es leider nicht ganz verstanden.
Das Paroxetin soll ich wenn über Monate ausschleichen, bin im Moment in zwei Behandlungen von Psychiater. Jede rät mir was anderes.
Die eine möchte mich umstellen und dann irgendwann ganz langsam reduzieren, wegen der Gewichtszunahme.
Die andere möchte es so lassen und irgendwann versuchen weiter zu reduzieren.
Das seroquel soll ich eigentlich im Januar versuchen abzusetzen. Das ich dann nur noch Paroxetin oder escitalopram nehme,je nachdem ob ich mich für eine Umstellung entscheide.
Heute gehts mir wieder relativ gut.ich will einfach mein Leben wieder :(
März 2019 Schwere PPD mit ZG und Panikattacken
2 Monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie - Momentan mit 40mg Paroxetin stabil.
Januar 2020 100mg Quatiapin abgesetzt.

SOfS
Beiträge: 40
Registriert: 24:05:2019 23:57

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von SOfS » 16:12:2019 16:09

Liebe celeste,

die Gedanken versuche ich auch ziehen zu lassen. Aber es klappt nicht immer... gestern waren sie wieder leicht mit Panik und Unruhe zu tun. Und das Gefühl ,das keiner helfen kann.

Vor der Schwangerschaft war ich bei 62 kg ,kurz vor der Geburt knapp 82kg ,nach der Geburt wieder bei 68 und im Moment bei 77😭. Also fast 10 kg durch die Medikamente.
Ich hab einfach ganz schlimme heißhungerattacken ab und zu und kein sättigungsgefühl mehr :(
März 2019 Schwere PPD mit ZG und Panikattacken
2 Monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie - Momentan mit 40mg Paroxetin stabil.
Januar 2020 100mg Quatiapin abgesetzt.

Celeste
power user
Beiträge: 239
Registriert: 11:10:2019 10:14

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Celeste » 16:12:2019 18:50

Das geht mir ganz genauso. :( :( Belastet mich auch sehr.
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

Mel
power user
Beiträge: 347
Registriert: 25:11:2018 13:07

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Mel » 16:12:2019 19:00

Schon nach einem halben Jahr durfte ich versuchen zu reduzieren. Hab es auch durchgezogen bis 0 aber mir ging es die ganze Zeit immer wieder sehr schlecht. Das war die völlig falsche Herangehensweise!
Also ich drück dir fest die Daumen dass alles gut geht! Eines deiner Medis ist ja ein Neuroleptikum... ich denke das hilft vor allem, das Gedankenkreisen zu durchbrechen. Also ist dieses Medi eigentlich wichtig für dich... Viel Glück mit deinen Psychiatern!
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

SOfS
Beiträge: 40
Registriert: 24:05:2019 23:57

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von SOfS » 16:12:2019 20:54

Hattest du auch ein neuroleptikum?
Meinst du ,du wirst je ein Leben ohne Medikamente führen?
Beide meinten das mich das Paroxetin auffangen wird und die sich wegen dem seroquel nicht solche Gedanken mache .
Ich habe meiner einen Psychiaterin eine Nachricht wegen gestern geschrieben.
Ich hoffe sie antwortet mir.
März 2019 Schwere PPD mit ZG und Panikattacken
2 Monatiger Aufenthalt in der Psychiatrie - Momentan mit 40mg Paroxetin stabil.
Januar 2020 100mg Quatiapin abgesetzt.

Mel
power user
Beiträge: 347
Registriert: 25:11:2018 13:07

Re: Emotionen hin und her

Beitrag von Mel » 16:12:2019 23:28

Nein bis jetzt nicht, habe nur eines ausprobiert und es nur zwei, drei Tage durchgehalten, weil ich so starkes Herzrasen und Schlaflosigkeit hatte. Ist halt schwieriger, sowas einzudosieren, wenn man zu Hause ist. In der Psy. bekommt man ja bei neuen Medis meist etwas zur Beruhigung dazu. Es war Sulpirid (Ist auch ein atypisches Neuroleptikum). Ich habe später mal nachgelesen, dass dieses Medikament nicht so empfehlenswert ist (Stiftung Warentest). Meine damalige Ärztin war auch nicht so hundertprozentig fit und sicher mit den Medikamenten. Danach wollte sie nichts mehr ausprobieren und ist bei Mirtazapin und Opipramol geblieben, beides ADs, die aber nicht besonders stark antidepressiv wirken. Wenn mir meine Ärztin jetzt ein NL empfehlen würde, würde ich es ausprobieren und mit einer Mini- Dosis einzuschleichen. Einfach um es leichter zu haben mit der Grübelschleife.
Also zum jetzigen Zeitpunkt denke ich, ich werde nicht ohne Medis leben. Das ist mir aber egal, wenn ich wieder glücklich werde.
Alles Liebe
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

Antworten