Tavor

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Julia
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Tavor

Beitrag von Julia » 18:12:2019 12:15

Hallo zusammen,

ich habe gerade wieder eine sehr schlechte Phase mit schlechten Gedanken die mir echt Angst machen. Jetzt hat mir meine Psychologin geraten ich soll mir für die Feiertage Tavor nach Hause holen um im Notfall darauf zurück zu greifen. Meine Hausärztin hat mir nun 4 Tabletten mitgegeben, sie sagte mir aber das ich damit wie ein Zombie rumlaufen würde.
Ich hoffe sehr das ich es nicht brauche da ich auch einen ziemlichen Respekt davor habe es zu nehmen.

Jetzt würde mich von euch interessieren wie es bei euch gewirkt hat? Klar äußert es sich vermutlich bei jedem anders aber vielleicht nehmen mir eure Erfahrungen etwas die Angst sollte es wirklich zu einem „Notfall“ kommen über die Feiertage :cry:

Viele Grüße
Julia
1. Kind 2015: Geburtstrauma nach sekundärer eiliger sectio
2. Kind 2018: VBAC
Diagnose PPD 07/2018

aktuell 120mg Duloxetin und 100mg Opipramol

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Kikke
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Re: Tavor

Beitrag von Kikke » 18:12:2019 12:36

Hey,
Ich habe auch Tabor genommen. Mir hat es das Leben gerettet.
Ich habe in der Psychiatrie cymbalta bekommen (erst 30, dann 60mg). Um mich runter zu fahren und die NW abzuschwächen, habe ich von Beginn tavor bekommen. Maximaldosis waren 4 mg. Also sehr viel. Ich habe es 10 Tage durchgehend genommen und dann langsam abgesetzt. Ich habe für die Wochenenden zu Hause trotz Absetzen immer Notfalltabellen bekommen.

Man sollte es nicht auf Dauer nehmen, da es abhängig macht. Mich hat es noch abhängig gemacht und das Absetzen hat auch funktioniert. Seit fast zwei Jahren habe ich es nicht mehr genommen. Es erfordert Willenskraft, wie alles in der Krankheitsbekämpfung.

Wirkung: es hat mich erst therapiefähig gemacht. Die Gefühle werden gedeckelt. Meine Mutter sagte später, am Anfang wirkte ich wie angetrunken. Mir ist das nicht so aufgefallen.

Ich hoffe, das hilft dir. Sonst frag mich gerne. Wir haben viel in der Klinik über dieses Medikament gesprochen, weil es fast alle bekommen haben.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

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Kikke
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Re: Tavor

Beitrag von Kikke » 18:12:2019 12:37

Nicht abhängig. Blöde Autokorrektur
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Julia
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Re: Tavor

Beitrag von Julia » 18:12:2019 14:01

Danke dir Kikke für deine schnelle Antwort!
Ich hoffe eben es nicht zu brauchen aber jetzt bin ich doch irgendwie auch froh was im petto zu haben.

Eigentlich warte ich darauf, dass die höhere Dosis Escitalopram und das wieder neu dazu genommene Opipramol ihre Wirkung zeigen, aber da muss ich mich wohl noch ein bisschen gedulden da ich erst letzten Donnerstag wieder erhöht bzw. wieder angefangen habe...
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Kikke
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Re: Tavor

Beitrag von Kikke » 18:12:2019 14:15

Genau. Und zur Not hast du was in der Hinterhand. Bei mir hat es sehr schnell innerhalb einer Stunde gewirkt. Die Möglichkeit fand ich immer beruhigend.
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Re: Tavor

Beitrag von MiHe1417 » 19:12:2019 1:31

Hey,

ich habe vor 2 Jahren, als ich mit Sertralin angefangen habe, auch Tavor verschrieben bekommen. Es sollte bei mir auch die Nebenwirkungen und die schlimmen Angstanfälle "abfangen" bzw. "dämpfen".

Ich habe 3 x eine halbe Tavor genommen, als es mir wirklich elend ging. Es hat mir schon geholfen, den Tag durchzustehen, aber ich mochte dieses Gefühl nicht. Es hat sich angefühlt, als ob ich gegen eine Wand denken würde. War ganz seltsam, aber es hat mir geholfen. Allein schon das Wissen, dass ich Tavor da hatte und es jederzeit nutzen kann, falls nötig, gab mir in dieser Zeit eine Art Sicherheit.

Es ist gut, wenn du über die Feiertage was daheim hast. Weihnachten ist leider immer Stress pur.

Ich wünsche dir, dass du die schlechte Phase bald überstanden hast!
Viele liebe Grüße
Sandra

1. Kind 11/14 Zwangsgedanken
2. Kind 6/17 Angststörung mit Panikattacken, PTBS, Zwangsgedanken

75 mg L-Thyroxin
100 mg Sertralin


seit 10/2017 Verhaltenstherapie

"Man muss das Leben tanzen." (Nietzsche)

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Marika
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Re: Tavor

Beitrag von Marika » 19:12:2019 14:28

Hallo,

auch ich habe Erfahrung mit diesem Medikament. Ich bekam es ebenfalls als Notfallmedikament und zur Überbrückung von anfänglichen NW des AD´s.

Ein Zombi war ich nicht... :wink: Allerdings ist es wirklich so, als würdest du gegen eine Wand denken... ich finde das einen guten Vergleich. Da ist nichts negatives mehr - oder fast nichts, dafür aber auch keine anderen großartigen Emotionen. Ich war ruhig, mein Mann fand mich "gefühlskalt", was es sicher getroffen hat. Ich habe aber mit Tavor so manchen schweren Tag überstanden und dafür hat dieses Medikament seine absolute Berechtigung.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Julia
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Re: Tavor

Beitrag von Julia » 19:12:2019 21:46

Vielen lieben Dank für eure Antworten!
Das nimmt mir die Angst etwas, es im Falle eines Falles doch zu nehmen...
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