Ängste aus der Kindheit

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katl0607
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Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 19:05:2016 8:28

Hi an alle!

Da ich ja 2009 bis 2011 schon einmal eine Therapie mit 50 Sitzungen machte, dachte ich lange das müsste reichen.
Und als ich 2015 wieder mit einer Gesprächstherapie begann, War ich zuerst etwas überfordert. Ich wusste gar nicht worüber ich sprechen könnte. Mich uberkam meine PPD sehr überraschend.
Ich wusste lange nicht, warum ich wieder krank wurde.
Heute weiß ich, dass es unter anderem hormonell bedingt ist.
Und natürlich spielt meine Kindheit und Jugend eine tragende Rolle.
in meiner ersten Therapie hatte ich viel über meine Kindheit gesprochen und ich konnte viele Gefühle dazu auflösen.
Doch jetzt, wo ich selber Mutter bin, denke ich wieder oft an meine Kindheit. Immer wieder grüble ich darüber nach, was mich krank gemacht hat. Ich komme dann immer wieder darauf, dass mir meine Eltern wenig Rückhalt gaben. Sie waren wohl beide viele Jahre überfordert mit dem Leben und mit uns beiden Kindern.
Und dadurch bekam ich sehr wenig guten Zuspruch bzw. Vertrauen und Mut zum Leben.

Meine Frage an euch, kann ich jemals wieder ganz gesund leben, wenn ich diese ganzen Unstimmigkeiten meiner Kindheit ausspreche?
Kurzum, ist es die Mühe und Kraft wert, nochmals in meine Kindheit zu schauen um endlich inneren Frieden zu finden?
Wie war das bei euch?
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
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Marika
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von Marika » 19:05:2016 8:39

Hallo,

Eindeutiges "JA" auf deine Frage - es ist die Mühe zu 100 % wert. Alte Wunden können so heilen, du kannst loslassen lernen und die Zusammenhänge erkennen zu deinem heutigen Leben. 50 Sitzungen klingen nach viel - aber etliche von uns hier sind JAHRELANG in einer Therapie. Etwas lange im negativen Sinne angedauert hat (z.B. in der Kindheit) kann nicht in kurzer Zeit heilen.

Daher: Lass dich drauf ein - es ist eine sehr große Chance auf ein Leben mit toller Lebensqualität. Ich bin durch meine Therapie erst erwachsen geworden (vereinfacht ausgedrückt). :idea:
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Graureiherin
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von Graureiherin » 19:05:2016 21:27

Hallo Du,

ich hatte auch schon in früheren Jahren viele Therapiestunden gehabt und wusste von daher viel und konnte gut damit arbeiten und leben. Aber mit einem eigenen Kind bekommt das Ganze eine andere Bedeutung und bringt auch nochmals andere Dinge zum Vorschein oder sie werden anders bewußt. Von demher: klar nutze es als Chance und schau Dir nochmals deine Kindheit an.

Manchmal denke ich bei mir auch, das kann gar nicht mehr heile werden, was früher alles versäumt wurde. Aber dem ist nicht so, es geht immer ein Stückchen weiter und manches verändert sich erst mit den (vielen) Jahren. Mir hilft zur Zeit z. B. die Beschäftigung mit meinem Inneren Kind, das kannte ich vorher gar nicht wirklich (nur aus Erzählungen) und nun ist es eine neue Bereicherung.

mit lieben Grüßen
die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

lotte
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von lotte » 20:05:2016 7:39

Hey Du,

es ist sogar sehr wichtig, an den Kern der Ängste zu gelangen, denn da sitzen ja die Ursachen. Also, warum hat man überhaupt Angst entwickelt, nicht selten kommt die ja erst ans Tageslicht, wenn man selbst Mutter ist und damit dann auch leicht an der Verantwortung für das eigene Kind "scheitert", weil man bemerkt, tief in einem selbst stimmt was nicht.

Meine Eltern waren so ähnlich in ihren Reaktionen wie Deine. Den fehlenden Rückhalt/Urvertrauen kriegt man nie mehr zurück, aber als Erwachsene heute hast Du die Möglichkeit, für Dich selbst zu sorgen und Menschen zu suchen, die Dir gut tun. Und damit wirst Du dann auch wieder glücklich leben, obwohl, so drückt es mein Thera aus, wir immer ein Defizit mit uns herum tragen, Angst vor Einsamkeit ist es bei mir, eine wunde Stelle, die aber gut verheilen kann, wenn wir uns darum kümmern.

Pack es also an ;) Ich bin mir sicher, Du kannst vieles aufdecken und damit dann besser leben, weil die Krankheit damit ihren Überraschungsmoment verliert, will sagen: nichts kommt von ungefähr.

Alles Gute!

LGL
Ängste soll man nicht verdrängen. Man muß mit ihnen gedanklich so lange Schach spielen, bis man sie mattgesetzt hat.

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katl0607
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 31:05:2016 12:51

Hatte letzte Woche wieder einen termin bei meiner Gesprächstherapeutin. Ich fragte sie, wenn ich mich mit meiner Kindheit aussöhnen kann
, ob ich dann psychisch ausgeglichen werden kann. Und somit auch gesund wäre.
Sie sagte mir, dass dies auf jeden Fall so sein kann. Da ich nur noch 4 Therapiestunden über habe, und meine therapeutin eine Verlängerung für nicht notwendig hält, will sie nicht nochmal so tief in meine Kindheit zurück blicken.
auf der einen Seite verstehe ich das sehr wohl, widerum denk ich mir, dass ich doch noch das ein oder andere Problem auflösen könnte.
Kann ich sie denn trotzdem bitten, nochmal 25 Sitzungen zu beantragen?
Bei meiner letzten Therapiestunde, fiel mir nicht viel aktuelles ein...
Das was mir gerade einfiel, bzw. Was mich beschäftigte sprach ich an. Nach einer halben Stunde viel mir nichts mehr ein.
meine therapeutin sass mir gelangweilt gegenüber und sagte auch nicht mehr viel.
Die stille war für mich nur schwer auszuhalten. Ich fragte dann nach mehreren Minuten Stille ob wir heute aufhören? !
Sie sagte: durchaus, es gibt bei ihnen nichts mehr zum auflösen.
Tja, das wars bis jetzt. Wenn ich wieder einen Bedarf habe, soll ich mich wieder bei ihr melden um einen termin.

Und was soll ich nun tun?
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lotte
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von lotte » 31:05:2016 13:52

Hey Du,

merkwürdige Thera. Hattest Du jetzt bei ihr eine Kurz-oder Langzeittherapie?
Da will sie also aus "Zeitgründen" nicht weiter in die Tiefe gehen mit Dir?
Habt Ihr denn deine Kindheit in den Stunden vorher ausreichend beleuchtet?

Ganz ehrlich: da würde ich mir eine neue suchen. Ja, ich weiss, das ist mit viel Arbeit verbunden, aber es lohnt sich doch am Ende.

Ich hatte sogar 2 Therapien (größere Abstände dazwischen) und das war auch nötig, von der Zeit her, um richtig an den Kern meiner Ängste zu kommen. Okay, das muss nicht für jeden gelten.
Letztlich musst Du ein eigenes Gefühl dafür entwickeln, ob dir das jetzt reicht, was Du weisst, ob du es für dich umsetzen kannst.

LGL
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katl0607
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 31:05:2016 19:00

2009 war ich schon bei ihr zur Langzeittherapie. Also 50 Therapiestunden auf ca 3 jahre verteilt.
Damals hatten wir meine Kindheit und Jugend scho ausführlich angeschaut.
Ich konnte viele Dinge aufarbeiten und bekam ein tolles Selbstvertrauen. Mir ging es richtig gut.
Dann kam der Tag an dem wir gemeinsam beschlossen zu heiraten.
Einige Monate vorher setzte ich die Pille ab.
- nichts passierte.
Mein Frauenarzt stellte fest, dass bei mir kein Eisprung stattfindet.
Dafür bekam ich dann Hormonpräparate.
Diese nahm ich strikt nach plan ein.
Ich ging über Monate zum Teil 2-3x die woche zur Kontrolle.
Jedesmal wurde ein Ultraschall gemacht, um zu sehen ob und wann ein Ei Springt.
Diese Zeit war für meinen Mann und mich mit großen Enttäuschungen verbunden. Alle vier Wochen hiess es wieder: SST negativ :cry:
Nachdem dann mein Mann auch noch ein Spermiogram machte kam heraus, dass er durch einen operierten Hodenhochstand als kleiner Junge, in seiner Zeugungsfähigkeit stark eingeschränkt ist. ...
Mein Frauenarzt legte uns dann eine künstliche Befruchtung nahe.
Mein Mann und ich gaben uns einige Wochen Bedenkzeit.
Zu dieser Zeit fuhren wir dann noch in einen seit längerem geplanten Urlaub. Dort fiel dann die Entscheidung dass wir es künstlich versuchen wollen.
Tja, und als wir zwei Tage aus dem Urlaub wieder zurück waren, hielt ich unsren positiven SST in den Händen. ..
Unsre kleine hatte sich genau zu der Zeit eingenistet, als keiner mehr mit einer natürlichen Schwangerschaft rechnete.

Ich denke halt, dass diese Zeit mit der soviel Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit verbunden war, zu meiner Erkrankung führte...

Dies alles habe ich mit meiner Therapeutin bearbeitet.
Sie meinte halt oft zu mir, dass ich im hier und jetzt leben soll und vergangenes ruhen lassen soll.
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lotte
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von lotte » 31:05:2016 19:19

Da hat sie natürlich prinzipiell Recht, Deine Thera, dass man vergangenes dann auch mal loslassen muss.
Andererseits brauchen manche negativen Erfahrungen einfach länger, bis man sie verarbeitet hat.
Hast Du denn jetzt in deinem Alltag noch Gedanken an diese Zeit?

Mir ging es bei der Geburt meiner 2. Tochter so, dass meine Ängste da noch mal voll hochkamen, aufgrund von Sturzgeburt, hohem Blutverlust. Das alles wurde aber "nur" zum Problem, weil mir von Kindheit/Jugend an Selbst- und Urvertrauen gefehlt hat und ich ergo mit der ganzen Situation so überfordert war (meine Ältere war damals 4), dass ich wieder Panik bekam (hatte mit 20 schon mal eine Soziale Phobie).

Lange Rede, es gibt nicht EINEN einzigen Aspekt, wegen dem dann die Krankheit ausgebrochen ist, meiner Meinung nach, sondern mehrere. Bei Frauen mit mehr Selbstbewusstsein hätte zb meine 2. Geburt gar nichts auslösen müssen, sie hätten keine Panik entwickelt.

Und auch bei Dir: sicher ist es zum verzweifeln, wenn man weiss, man kann evtl. nicht auf natürlichem Wege schwanger werden, aber das ganze kann nur dann zu einem größeren Problem werden, da wir (und da beziehe ich mich mit ein, obwohl ich seit Jahren stabil bin) meist mit veralteten Mustern reagieren, wo wir doch längst schon erwachsen sind.

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katl0607
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 31:05:2016 21:03

Da geb ich ihr auch recht...
Ich habe das Gefühl, dass in mir noch etwas schlummert, dass rausgesprochen werden muss, damit ich endlich gesund bin.
Doch wenn ich mein Leben reflektiere, waren bei mir im Vergleich zu anderen, eher milde Erfahrungen und Ereignisse, die mich krank machten.
Als erstes fällt mir dazu immer die Ehekrise meiner Eltern ein, als ich noch ganz klein war. Ich vermute so ungf. Drei bis vier Jahre. Diese Zeit sitzt mir derb im Kopf. Mir tat es in der Seele weh, als meine Mutter zutiefst traurig und weinend vor uns Kindern sass. ... und mein Vater haute immer einfach ab.... schwups, und er knallte die Türe hinter ihm zu und er kam Stundenlang nicht mehr heim. Soweit ich mich erinnern kann, hatte mein Vater eine Affäre.
Doch meine Eltern rauften sich wieder zusammen. Sie sind heute glücklicher und zufriedener miteinander wie nie.
Ich würde sagen, seitdem wir Kinder unsere eigenen Familien haben und wir glücklich damit sind, haben meine Eltern wieder einen guten gemeinsamen Weg eingeschlagen.
Darüber bin ich glücklicher denn je...
Meine ganze Kindheit war geprägt von Unsicherheit und Ängsten seitens meiner Eltern. Nur seltenst wurde ich ermutigt einfach mal was durchzuziehen und meine Zähne zusammen zu beissen. Immer wurde mir eine ängstlich vermeidende Handlungsweise beigebracht. Ja und sobald es irgendwo einen Konflikt gab, wurde mir gelernt, dass man "um des friedens Willen" seinen Mund hält...
Wie oft fühlte ich, dass nichts sagen mich wütend machte. Sogern hätte ich oft einfach meine Meinung vertreten...
Aber den Mund zu halten war ja immer der einfachste Weg. ..
Hätte ich schon in einer frühen Kindheit Rückgrat von meiner Familie bekommen, hätte ich mir über soviele Jahre bestimmt nicht so viel gefallen lassen.
Besonders schlimm waren für mich die abschluss Jahre in der Schule... danach war Megaschlimm meine Chefin, die mich immer nur so hinbiegen wollte, wie sie mich gerade brauchte.
Ja und dann kam zeitgleich meine erste lange Beziehung mit dem ersten Freund dazu.
Wieso ich so blöd war und mich von ihm zu bescheissen zu lassen?
Heute weiss ich, dass er mich über die Jahre mehrmals betrogen hat und mich ständig angelogen hat...
Ich hatte während dieser Beziehung immer wieder dad Gefühl, dass er mir das blaue vom Himmel erzählt.
Weil ich in keinesfalls verlieren wollte, nahm ich alles hin. Ich hatte solchen Schiss, dass ich dann alleine da stehe...
Und dann??
Für mich gab es kein danach. Ich wollte ihn halten- um jeden Preis. Seine Alkoholsucht, sein chronischer Geldmangel und seine Affären nahm ich hin.
Ich sagte mir immer: Hauptsache du bist nicht allein, alles andre kann ich hinnehmen. ..
Nach fünf Jahren Beziehung stellte sich heraus, dass mein damaliger Freund, ein Kind mit einer anderen erwartet und diese bereits im 7. Monat schwanger ist.
Wenige Wochen vor dem großen knall haben wir uns eine gemeinsame Wohnung gesucht. Wir waren dabei die Möbel zu bestellen. Das Wohnzimmer und Schlafzimmer war bereits bestellt, an der Küche war ich gerade am planen. Sämtliche Zahlungen hatte ich bis dato übernommen.
Als ich von dieser schwangeren erfuhr, trennte ich mich noch am selben Tag von ihm...
.... und es tat so weh.... ich hatte geschrien vor schmerz...
Diese Gefühle kannte ich bis dahin nicht.
Es dauerte viele Monate bis ich wieder einigermaßen mein Leben wieder in geordneten Bahnen hatte.
Mein Urvertrauen zu mir und meinen Mitmenschen war weg.
Ich konnte niemandem mehr vertrauen. Nicht mal ganz meiner besten Freundin.
Nach dieser Trennung begann meine "wilde" zeit.
Ich ging viel weg, nahm 10 kilo ab und holte nach, was ich in den Jahren zuvor verpasst hatte.
Leider verliebte ich mich in dieser Zeit wieder unglücklich.
Er brauchte nur eine fürs Bett. Und ich dachte dass er mich mag...
Als er es dann sogar zugab, dass er mich nur fürs bett brauchte, kam ich mir sowas von ausgenutzt vor - wieder mal-
Und dann lernte ich meinen Mann kennen. Zuerst konnte ich ihm viele Wochen gar nicht glauben, dass er es wirklich ernst mit mir meinte.
Er liess nicht locker und lernte mir, ihm zu vertrauen.
Wir liessen es langsam angehen und lernten uns erst kennen.
So nahm das ganze seinen Lauf. ..
Heute sind wir verheiratet und haben unser absolutes Wunschkind.
Das verwunderliche ist, dass ich erstmsls so richtig krank wurde als ich endlich verstanden habe, dass er mich so liebt wie ich bin. Zu diesem Zeitpunkt brach meine erste depressive Episode aus. Und was machte mein Mann? Er unterstützte mich wo er nur konnte. Am hilfreichsten waren unsere Gespräche in dieser Zeit. Ich konnte ihm jeden Tag das selbe vorheulen und er nahm mich ernst.
Das ist jetzt meiner aktuellen depressiven Episode etwas anders.
Er ist nicht mehr so weich in dieser Hinsicht.
Er unterstützt mich sehr. Er lässt mir nicht mehr so viele unbegründete Ängste durchgehen....

Sorry für soviel text...
Aber es tut so gut, mir diesen ganzen Mist von der Seele zu schreiben
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katl0607
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 01:06:2016 7:14

Ich bin am überlegen, ob ich meine Gwsprächstherapeutin um einen baldigen Termin bitten soll, oder diese Schwankung alleine durchstehe...

Ich hatte ja seit der Klinik immer wieder Schwankungen. Die meisten hielt ich ohne therapeutische Hilfe aus.
Jedesmal wenn wieder meine Ängste auftauchen, habe ich die Angst, dass meine Medis nicht mehr wirken könnten und ich wieder die ganze Krankheit von vorne durchmachen muss....
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lotte
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von lotte » 01:06:2016 7:38

Hey Du,

da hast du ja auch schon ganz schön viel mit- und durchgemacht früher und ja, wenn man als Kind nicht die nötige Akzeptanz erfährt, kann das der Nährboden für spätere Ängste sein, besonders wenn man dann selbst Mutter wird.

Wenn Du das Gefühl hast, Du brauchst einen Termin, dann mach das.
Generell gilt aber: auch mit einem Medi kann es durchaus zu Schwankungen kommen, das soll ja nicht alles abdeckeln, was da an Gefühlen hochkommt.

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katl0607
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 01:06:2016 10:52

Mit so manchen schweren Enttäuschungen habe ich durchaus oft Bekanntschaft gemacht. Schon immer, solange ich mich zurück erinnern kann, nahm ich mir alles sehr zu Herzen und machte mir wegen alles und jedem einen Kopf.
Ich grübelte oft Tage- und Nächtelang über einen Satz nach, den jemand zu mir gesagt hat oder ich zu jemandem gesagt hatte...
Egal ob es ein Mitschüler, Freunde oder Verwandte waren.
Immer machte ich mir Vorwürfe, dass ich mit den falschen Worten auf etwas reagiert habe.
Gerne würde ich wieder lockerer mit meinem Leben umgehen. Mein größter Traum ist, mein Leben wieder locker und unbeschwert zu leben.
Warum seh ich immer alles zu beengt und begrenzt?


Achja, meine Therapeutin habe ich angerufen. Sie ist erst ab kommenden Montag wieder zu erreichen. Jetzt heißt es für mich, selbsthilfe und einen guten Umgang mit mir selbst.
Am kommenden Montag habe ich auch einen Termin bei meiner Psychiaterin.zur Kontrolle. Mal schauen wie es mir bis dahin geht. Auf jeden Fall erzähle ich ihr von meinen Schwankungen .
Vielleicht müssen meine Medikamente nochmals angepasst werden. Oder diese bösen Gedanken sind "nur" eine Schwankungen.
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katl0607
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 01:06:2016 12:30

Hatte heute Besuch von einer Freundin und deren 23 Monate alten Tochter. Auch sie hat schon so manche Depression durchgemacht. Als ich sie heute fragte, wie es ihr psychisch geht, sagte sie überzeugend: mir gehts gut, im Moment sogar sehr gut.
Ich möchte auch von mir sagen können, dass es mir gut geht...
Das wäre einer meiner größten Wünsche. ..
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von lotte » 01:06:2016 19:16

Hab Geduld, auch wenn das leichter gesagt als getan ist.
Jeder hat seine eigene Geschichte und auch ein eigenes Tempo.

Warum Du nicht alles locker sehen kannst? Weil Du es in Kindheit/Jugend nicht "gelernt" hast, Deine Eltern Dich eher in Deinen Ängsten "unterstützt" haben als dass Du Dich sorgenfrei entfalten konntest.

Durch die Krankheit hast du jetzt die "Chance", mit den alten Verhaltensmustern aufzuräumen, und Dir selbst gutes zu tun, so wie es eigentlich Deine Eltern hätten tun müssen.

Also, bleib dran ;)

LGL
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Re: Ängste aus der Kindheit

Beitrag von katl0607 » 23:11:2017 19:16

Hallo an Euch!

Da ich im Moment wieder mein leben mehr hinterfrage, könnt ihr mir vielleicht bei der ein oder anderen Antwort helfen.
Ich bin jetzt 33.
In welchem Alter als Kind, entwickelt man die Fähigkeit Ängste reell zuzuordnen.
Sprich, wann haben meine Eltern sozusagen etwas versäumt bei mir.
Wie können Ängste aus der frühen Kindheit mich immer wieder in meinem Alltag einschränken?
Warum kann der Körper oder die Seele dies nicht vergessen?
Damals während meines klinikAufenthaltes sagte ein therapeutin zu mir: warum lassen sie ihre Ängste nicht einfach gehen? Ich weinte damals. ...
Dann sagte sie zu mir: " vielleicht brauchen sie die Ängste für etwas..."
Dieser Satz schwirrt wieder in meinem Kopf rum.
Sind diese Ängste aus der Kindheit wirklich im Erwachsenenalter für etwas gut - ausser das sie Angststörungen oder Depressionen auslösen?

Lg kati
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