Erstverschlimmerung nach Therapiebeginn?

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Regenbogen
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Erstverschlimmerung nach Therapiebeginn?

Beitrag von Regenbogen » 17:01:2018 11:47

Hallo liebe Leute,

seit August war ich auf Therapieplatzsuche und habe nun endlich seit Anfang des Jahres einen Platz. Ich habe bereits 4 Sitzungen hinter mir. Seit Therapiebeginn geht es mir schlechter. Meine Therapeutin meinte, dass dies vorkommen kann, weil man ganz bewusst „drauf schaut“. Habt ihr das auch erlebt? Wurde es besser? Ich hoffe, dass es bald besser wird.
Im Moment zwängle ich wieder sehr. Mein Kopf lässt sich ständig neue gemeine Gedanken einfallen. Jetzt habe ich den Gedanken, dass ich vllt. doch was von meinem Zg´s gemacht haben könnte, ohne es zu wissen (vergessen, verdrängt?). Gehe dann gedanklich ständig eine bestimmte Situation Schritt für Schritt durch und durch und überlege, ob ich da was gemacht haben könnte. Der Zwang redet mir ständig ein: „Bist du dir sicher, dass du es nicht gemacht hast?“ Ganz sicher? Denk nochmal drüber nach, nur um ganz sicher zu gehen!" Dann habe ich natürlich den angstmachenden Gedanken oder Bild im Kopf und frage mich, ob das jetzt vllt. doch eine Erinnerung sein könnte oder doch nur der ZG? Schwierig zu erklären. Kennt das jemand? :cry:
März 14: Geburt Kind 2
Mai 14: PPD mit Angst- und Zwangsstörung
Jan 15 - März 16: Therapie (keine VT leider)
Okt 15 - Feb 16 : Opipramol 100
Nov 15 - April 17 : Escitalopram 10 (Jan 16 - Aug 17 beschwerdefrei)

August 17 : Rückfall
Januar 18: Beginn Verhaltenstherapie
April 19: Geburt Kind 2

Nessi90
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Re: Erstverschlimmerung nach Therapiebeginn?

Beitrag von Nessi90 » 17:01:2018 21:08

Hallo Regenbogen!
Tut mir leid dass es dir wieder schlechter geht seit dem Therapiebeginn. Ich habe auch wieder eine neue Therapie angefangen. Nach der 7. Sitzung konnte ich endlich wieder einmal behaupten, dass es mir gut geht. Das hat jetzt eine Woche angehalten und jetzt merk ich dass die zweifel langsam wieder größer werden.
Gibt dir deine Thera denn genug Übungen die du machen kannst? Meine jetztige ist nämlich echt super. Hätte ich sie schon in Sommer gefunden hätte ich mir glaube ich einige Tiefs erspart weil meine letzte Therapeutin mir leider nicht wirklich übungen gegeben hat.
Das grübeln über dinge die man vl doch getan hat kenne ich leider sehr gut und heute kann ich leider auch etwas schlechter damit umgehen als die letzte woche.
Ich hoffe dass es dir bald wieder besser geht.
Lg Nessi

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Marika
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Re: Erstverschlimmerung nach Therapiebeginn?

Beitrag von Marika » 17:01:2018 21:39

Hallo,

was du beschreibst ist ganz typisch Zwang - das kennen ganz viele, die damit zu tun haben. Auch die Verschlechterung mit Therapiebeginn kommt ganz oft vor - fast immer - würde ich mich beinahe trauen zu sagen. Deine Therapeutin hat völlig recht.

Ich kann dir aber von mir sagen: Es wird besser!!! Aber es dauert noch ein wenig. Halte durch!!!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Graureiherin
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Re: Erstverschlimmerung nach Therapiebeginn?

Beitrag von Graureiherin » 18:01:2018 14:27

Hallo Regenbogenfrau,

genauso war es bei mir auch zu Therapiebeginn. Durch das, dass man sich dem Zwang stellt, kommt er vermehrt. Ich hatte damals das Gefühl, ich triggerte ihn schon beinahe bewusst hervor. Im Sinne von "ich habe eine Zwangsstörung... jetzt muss wieder etwas kommen... etc. ".

Das lässt nach und wird besser. Diese Gedanken verlieren immer mehr an Bedeutung und an Wichtigkeit.

Übe einfach fleißig weiter.

Mit lieben Grüßen die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

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