Psychiaterwechsel sinnvoll?

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Domi

Psychiaterwechsel sinnvoll?

Beitrag von Domi »

Hallo ihr Lieben,

Ich bräucht mal eure Meinung.

Meine Frau hatte einen Rückfall von Ihrer PPP.
Sie wurde gestern aus der Klinik entlassen und heute bei der Notfallsprechstunde ihrer Psychiaterin.
Sie war aber schon die ganze Zeit nicht so zufrieden mit deren Arbeit. Sie hört ihr nicht richtig zu, die Aussagen wiedersprechen sich teilweise sehr, die Sitzungen dauern meistens 5 Min. ...
Wie sehen die Sitzungen bei Andere mit PPP aus?
Die Ärztin hat allgemein eine schlechte Bewertung.. aber ihre Frauenärztin und auch die Praxisbesitzerin die mittlerweile in Rente ist sagt auch dass die Ärztin gut ist....
Wir haben leider kein Vergleich, deswegen wollte ich mal Eure Meining hören/ lesen.
Das Problem ist auch dass Termine bei anderen Ärzten schwer zu kriegen sind...

Danke schonmal im Voraus.
Astrid
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Re: Psychiaterwechsel sinnvoll?

Beitrag von Astrid »

Hallo Domi,

ich verstehe eure Verunsicherung. Mir ging es ganz genauso. Ich habe damals erwartet, ich gehe zum Therapeuten, nehme ein AD und es geht mir besser. Das war aber nicht so. Depressionen sind nicht wie Kopfschmerzen. Ich musste viele Ads ausprobieren, bis das richtige gefunden war. Und ich bin in dieser Zeit wirklich verzweifelt, weil ich immer wieder hoffte und ins nächste Loch gestürzt bin. Meine Familie mit mir. Und sie haben dann auch am Arzt gezweifelt. Ist das der richtige? Taugt der was? Das hat mich noch mehr verunsichert, denn ich hatte ein gutes Gefühl bei meiner Ärztin. Sie hat mir sehr viel erklärt, ich brauchte das. Sie hat mir erklärt, dass es eine Blut/Hirn Schranke gibt und man deshalb nicht im Blut messen kann, welcher Botenstoff in meinem Gehirn aus dem Ruder gelaufen ist, und das wir das nur austesten können. Bei mir hat keines der neueren gängigen Ads gewirkt, und ich musste lange leiden. Mein Sohn war 14 Monate, als das richtige AD gefunden war. Bei deiner Frau, die eine PPP hat, stehen noch ganz andere Dinge im Vordergrund. Nämlich die Psychose zu behandeln, die Depressionen sind erst die nächste Baustelle. Es wird sicher ein langer harter Weg. Trotzdem lohnt es sich. Es wird wieder gut. Was soll ich dir nun raten? Hat der Arzt deiner Frau Erfahrung mit Post Partalen Erkrankungen? Fühlt sie sich bei ihm gut aufgehoben? Das würde ich berücksichtigen. Eine weitere Hilfe könnte unsere Expertenliste hier auf der Homepage sein. Und sich Infos über eine betroffene Frau aus eurer Gegend zu holen. Die Betroffenenliste findest du auch hier auf der Homepage. Die Frauen können eventuell Ärzte, Kliniken oder SHG empfehlen, die ihnen selber geholfen haben. Manchmal tut es auch nur gut mit anderen Betroffenen zu sprechen. Bitte gebt nicht auf und setzt auf keinen Fall eigenständig Medikamente ab. Gerade bei Psychsosen sehr gefährlich. Ich finde es toll, dass du deine Frau so unterstützt. Holt euch am besten so viel Hilfe, wie ihr kriegen könnt. Familie, Freunde, Haushaltshilfe... . Es gibt zahlreiche Anlaufstellen, ihr müsst das nicht alleine schaffen. Auch du musst auf dich aufpassen. Nehmt Hilfe an.

Ganz liebe Grüße von Astrid
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