Positiv-Tagebuch

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Kikke
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von Kikke » 01:07:2019 6:27

Meins lag auf dem Nachttisch. Kurz vorm Schlafen habe ich es eingetragen.
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

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Marika
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von Marika » 01:07:2019 6:30

Schreib es rein, wann immer du willt. Wenn du unterwegs bist, dann mach dir eine Notiz.... :wink: :wink: :wink: Nicht das ganze verkomplizieren, sondern einfach easy... Und wenn nicht alles drinn steht, was schön war an einem Tag, ist es doch auch egal... Hauptsache jeden Tag kommt was rein ... und sei es nur der Duft von frischen Erdbeeren, der dich für ein paar Sekunden verzaubert hat...
Liebe Grüße von
Marika

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Astrid
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von Astrid » 01:07:2019 14:20

Hallo Du, auch ich führe ein Glückstagebuch. Ich schreibe nicht jeden Tag hinein, auch nicht jeden Monat. Aber immer wieder. Ich schreibe nicht nur auf, was mich glücklich macht, sondern auch, wofür ich dankbar bin. Das ist vielleicht einfacher. Mich machen mitlerweile viele kleine Dinge glücklich, oder dankbar. Der Geruch von frischem Brot oder Kaffee. Frisch gewaschene Wäsche, kalte Kinderfüße an meinem Oberschenkel. Flimmernde Hitze über reifen Getreidefeldern, eine wunderschöne Blüte im Garten, ein gutes Gespräch mit einer Freundin, mein Lieblingsessen, ein Lächeln von einem fremden Menschen, Wind und Sonne, Helligkeit, ein fettes Kinderlachen, .... . Der Trick ist es, sein Gehirn mit positiven Dingen zu beschäftigen, dann hat es nicht mehr so viele Kapazitäten sich mit der Dunkelheit in uns zu befassen. :-) . Mam kann sich zum Teil selber programmieren. Ich habe früher Tagebuch geführt, und dort meist Dinge festgehalten, die mir Angst gemacht, bzw. mich traurig gemacht haben. Aber will man diese Dinge wirklich festhalten??? Es geht mir mit dem Glückstagebuch viel besser. Und wenn es mir richtig mies geht, ist darin zu lesen, wie in einen Raum mit Licht und Wärme zu schauen, und zu wissen, es gibt Hoffnung und nicht alles ist schlecht und schrecklich. Man erkennt die eigenen Fortschritte.

Ganz liebe Grüße von Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis
beginnende Wechseljahresbeschwerden

November17
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von November17 » 01:07:2019 22:03

Danke euch für die Antworten und Anregungen!

Positives ist selbstverständlich geworden, also fokussiert man sich i.d.R. auf das, was nicht läuft. Das Glückstsgebuch ist somit eine gute Idee.

Es gibt eine Aussage in deinem Beitrag Astrid, die mich immer wieder stutzig macht. Ich bin schon öfters über den Begriff "Umprogrammieren" gestolpert.
Naaaa könnt ihr euch denken, was in meinem Kopf dann wieder vorgeht? Ist es auch ins Negative möglich, dass man doch solche Taten ausübt, wenn das Hirn in jede Richtung programmiert werden kann?

Vielleicht habt ihr gute Erklärungen für das Umprogrammieren :?: :idea:

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Marika
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von Marika » 02:07:2019 8:15

Ohhh November.... :lol: :lol: :lol: :lol:

Mit Umprogrammieren ist einfach nur gemeinst, sich den Zwang ab zu trainieren. Und nein, es ist NICHT möglich, dass man dann ZG ausführt ... weil man dann keine mehr hat! :wink: :wink: :wink:

Du kannst das Umprogarmmieren auch "Umtrainieren" nennen. Das Gehirn ist plastisch veränderbar, ähnlich anderen Muskeln im Körper. Die verschiedenen Gehirnareale können durch Übungen eben in der Arbeit angeregt werden, oder auch eine Überkativität verringert werden.

Du wirst also nicht zu einem Cyborg .... :lol: :lol: :lol:
Liebe Grüße von
Marika

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sternschnuppe_
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von sternschnuppe_ » 02:07:2019 15:08

Ich musste gerad so lachen :lol: :lol:

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Marika
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von Marika » 02:07:2019 16:33

:lol: :lol: :lol: ... Ein bissl Spaß schadet nicht...
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von sternschnuppe_ » 03:07:2019 6:45

Hast du schon ein paar Dinge rein geschrieben, November? :-)

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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von November17 » 03:07:2019 7:22

Zum Cyborg will ich nun nicht werden, nicht dass du mir eine neue Basis für die ZG gegeben hast. :lol:

Es ist nur so schwer zu begreifen, dass man das Hirn trainieren und umprogrammieren kann.

Man denkt direkt es ist manipulierbar in andere Richtungen. Und welche Persönlichkeit ist die wahre?

Gestern beispielweise:

Schönen Arbeitstag gehabt mit den Kollegen.

Beim Vorsingen sagte mein Sohn zu mir am Ende "Bravo", wie wir Erwachsenen ihm zusprechen. Da musste ich doch grinsen.

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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von sternschnuppe_ » 03:07:2019 8:25

Manipulierbar :lol: :lol: Das klingt wie Gehirnwäsche :lol: :lol:
Man will doch nur die positiven Vernetzungen stärken. Außerdem ist es doch sehr sehr unwahrscheinlich, wenn nicht sogar unmöglich bei einem absolut überaktiven Gehirn, genau in das Gegenteil zu rutschen :lol:

Hier liegt auch wieder der Selbstwert begraben. Du bist dir deiner Selbst nicht sicher, daher denkst du dein Charakter könnte manipulierbar sein :lol: Das ist so typisch für uns Zwängler. Deswegen ist auch Selbstvertrauen sooo wichtig. Ich fand es immer gut zu lesen, dass diese Gedanken nichts mit dem Charakter zu tun haben. Ich habe da aber auch noch viel zu lernen.

Na siehst du, das ist doch ein schöner Anfang :D

November17
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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von November17 » 03:07:2019 23:12

Sehr viel lernen!

Den Selbstwert muss ich entdecken.
Der Inhalt der ZG machen einen zur zwifelnden Person. Und vergeht die Angst ist es sogar schlimmer, es fehlen Gedenken. Die Sicherheit fehlt etc

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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von sternschnuppe_ » 04:07:2019 6:56

Du siehst den Kreislauf :D

Kontrolle, Sicherheit... fehlende Sicherheit, Angst... usw.

Und interessanterweise würden die meisten Menschen bei den Gedankeninhalten nicht an sich zweifeln, sondern weiter machen.
Zwängler haben ein sehr "zartes Gewissen".

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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von November17 » 04:07:2019 7:01

Aber es ist wirklich sehr schwer, wenn es sich in ein belächeln entwickelt.

Dieses Gefühl des Gefallens ist arg verunsichernd.

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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von sternschnuppe_ » 04:07:2019 21:01

Die Gefühle entspringen aus dem Zwang.

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Re: Positiv-Tagebuch

Beitrag von November17 » 06:07:2019 21:58

Vor allem bei positiven Gefühlen bremst einen der Zwang.

Er kommt bei Stress und Anspannung. Und wenn es gut läuft und wie Gefühle hochkommen, bremst der Zwang alles mit seinen Gedanken.

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