Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

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Zaubernuss
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Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo ihr lieben

Ich habe sertralin, duloxetin und sulpirid versucht jedoch hat mir keins wirklich dauerhafte Besserung gebracht. Ich stecke in einem schlimmen tief, habe hier noch andere beiträge. Ich habe keine suizidgedanken, ich funktioniere im Alltag irgendwie noch, abends tritt meist eine leichte Erleichterung ein. Trotz dessen bin ich tief traurig, habe appetitlosigkeit, massive innere unruhe, frühes erwachen und vor allem leide ich an dieser hoffnungslosigkeit. Das quält mich am meisten, die hoffnungslosigkeit auf verbesserung. Ich habe so angst dass diese hoffnungslosigkeit mich verrückt macht. Ich will einfach wieder wach werden, wenn das grausame vorbei ist. Ich habe keine PPD, sondern eine rezidivierende depression ausgelöst durch eine Panikattacke. Meine tochter ist knapp 2,5 jahre alt. Ich liebe sie über alles und ich bin tief traurig dass ich es mit ihr seit 2 Wochen garnicht mehr genießen kann, weil ich so sehr mit meinen Gefühlen beschäftigt bin. Es ist unerträglich tagsüber. Ich weiss nicht wohin mit mir.. meine ärztin meinte wenn nichts hilft dann kommen quetiapin oder lithium in betracht. Quetiapin möchte ich ungern, da ich nicht sediert sein möchte. Und vor lithium habe ich respekt wegen der nebenwirkungen, obwohl ich weiss, dass regelmäßig blutspiegelkontrollen gemacht werdn. Ich weiss auch nicht, ob ich dafür nicht „krank“ genug bin aus den oben genannten gründen.


Wer hat erfahrung mit lithium oder quetiapin gemacht und hatte ähnliche Symptome wie ich? Ich freue mich sehr über den erfahrungsaustausch und hoffnungsvollen nachrichten
Zuletzt geändert von Zaubernuss am 09:03:2026 21:46, insgesamt 3-mal geändert.
alibo79
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Re: Lithium?

Beitrag von alibo79 »

Hallo zaubernuss!
Es wird sich bestimmt jemand wegen Lithium melden. Es gibt hier und da Frauen, denen es sehr geholfen hat.
Ich möchte dir die Angst vor quetiapin nehmen. Ich habe es auch bekommen, nachdem ich ca. 6 Monate mein antidepressiven und in höchster Dosis genommen habe und ich weiterhin unter massiver Unruhe und Ängsten gelitten habe. Es stand im Raum, das Antidepressivum zu wechseln . Wovor ich wirklich viel Schiss hatte. Oder eben Lithium wie bei dir.Ein bekannter von mir hat aber mit der Kombination Mirtazapin und quetiapin einen sehr guten Erfolg erzielt in der Genesung. Ich habe das meinem Psychiater vorgeschlagen, ob wir das nicht probieren können und erst wollte er nicht so ganz gerne es dauerhaft ansetzen, sondern nur als Bedarf. Aber ich habe etwas Druck gemacht, da ich endlich wenigstens ein ganz bisschen Linderung haben wollte. Das quetiapin hat mich überhaupt nicht sediert, sondern mich wieder auf einen halbwegs normalen Ruhe level gebracht. Vorher hatte ich eine massive Erschöpfung kombiniert mit massiver Unruhe. Mit dem quetiapin hatte ich das Gefühl , es kehrte langsam Ruhe in meinen Körper ein. Ich habe, wenn ich mich recht erinnere im Juli 21 damit gestartet und nach ca. 4 Wochen war ich bereit endlich den nächsten Schritt vorwärts zu machen und mal bei der Arbeit vorbei zu schauen. Dass dies möglich war, hat mir einen massiven Schub gegeben und danach bin ich immer mal wieder bei meinen Kollegen vorbeigeschaut und habe so meinen Alltag wieder anfangen können und das hat mir sehr viel in der Genesung geholfen.
Ich konnte das quetiapin in eigener Regie als Bedarf noch zusätzlich erhöhen.
Beim quetiapin ist es so, dass du eine sehr große breite hast an der Dosierung. Das heißt manchen hilft 25 mg schon sehr gut. Andere brauchen höhere Dosierungen, die aber sehr gut einzustellen sind. Mein Psychiater nimmt es tatsächlich sehr gerne, aufgrund der hohen therapeutischen breite.
Aktuell nehme ich weiterhin quetiapin zum Mirtazapin dazu und wir überlegen immer mal, ob wir etwas reduzieren, aber da es mir aktuell damit gut geht und meine Blutwerte gut sind, haben wir nicht unbedingt die Notwendigkeit gesehen etwas zu ändern.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Zaubernuss
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo liebe alibo
Danke das nimmt mir etwas die angst vor quetiapin, denn ich möchte ungern sediert sein. Gleichzeitig habe ich auch angst vor der Enttäuschung, dass dies oder auch das lithium nicht wirken könnte. Durch diesen einbruch nach einer 1 monatigen verbesserung, bin ich sehr ängstlich erneut enttäuscht zu werden..

Mirtazapin kenne ich eher als schlafmittel, interessant, dass es dir bei deiner depression geholfen hat. Ich wünschte, medikamente würden bei jedem gleich gut wirken und man müsste sich da nicht durchprobieren…
Auf jedenfall danke ich dir herzlichst, dass du dir immer so viel zeit nimmst zum antworten ❤️
Nat86
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Nat86 »

Liebe Zaubermaus,

ich bin eine derjenigen, die sehr von Lithium profitiert hat. Ich hatte ein Jahr lang eine schwere PPD, in den letzten Monaten mit starken Suizidgedanken. Diese waren nach der 1. Lithiumtablette verschwunden. Ich hatte auch stark mit Hoffnungslosigkeit und auch Sinnlosigkeit zu kämpfen. Alles in meinem Leben erschien mir durch die Krankheit sinnlos und furchtbar. Mein Leben bestand zuletzt nur noch aus Weinen und Suizidgedanken. Meine Beiträge von damals findest Du hier auch noch.

Ich muss sagen, dass mich das Lithium gerettet hat. Ohne dieses Medikament wäre ich vermutlich nicht mehr am Leben.
Meine Psychiaterin meinte, dass ich sehr gut und sehr schnell auf das Lithium reagiert habe. Das ist nicht bei jedem so und wie auch bei anderen Medikamenten kann es sein, dass man davon keine Besserung merkt.

Vor der Gabe von Lithium wurde ich gründlich untersucht. Es gibt ein paar Medikamente, die man unter Lithium nicht nehmen soll wie z.B. Ibuprofen. Lithium belastet die Nieren und kann die Schilddrüse angreifen, was bei mir der Fall war. Dennoch würde ich das Medikament jederzeit wieder nehmen, wenn ich wieder depressiv werden sollte. Ich habe das Lithium übrigens problemlos nach einem Jahr Einnahme abgesetzt. Falls du Fragen zu Lithium hast, kannst du dich gerne melden.
Viele Grüße von Nat
Mayte
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Mayte »

Mir hat das Quetiapin auch sehr gut geholfen. Ich hatte es in Kombination mit Sertralin 50mg und zwar nur abends 25-75mg. Anfangs hatte ich restless legs und overhang morgens, aber nach ein paar Wochen regelmäßiger Einnahme war das weg. Und dann war ich auch stabil. Mir hat es sehr geholfen dass ich bedarfsgerecht dosieren durfte (bei mir immer ehr mehr) und dass die Unruhe wegging und der Schlaf wiederkam. Von da aus fiel dann alles andere in place. Aber deine Sorge verstehe ich auch. Sediert habe ich mich nicht gefühlt, aber es hat schon vom gefühlsspektrum die Spitzen weggenommen. Das hab ich aber vor allem beim absetzen gemerkt. Ich finde das Mittel aber recht „flexibel“. Nachdem die Stabilität da war und ich ein Jahr gewartet hab ha ich’s dann als erstes abgesetzt. Ging sehr gut.
Zaubernuss
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo mayte
Meine ärztin meinte, dass durch die kombi von sertralin und quetiapin das risiko eines serotonin syndroms steigt. Bin dedwegen verunsichert
Mayte
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Mayte »

Aha. Hab ich noch nie gehört. Kam mir immer wie eine klassische Kombi vor, die viele hier im Forum auch hatten. Aber ich kann das natürlich medizinisch nicht beurteilen. Dass dich das verunsichert verstehe ich…
Mayte
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Mayte »

Die KI sagt:
Die Kombination Sertralin + Quetiapin erhöht das Risiko eines Serotoninsyndroms nur gering und gilt klinisch als üblich, solange sie korrekt dosiert und überwacht wird.

Das schreib ich natürlich weiterhin nicht als Ärztin und vielleicht mal vor allem mit Blick auf diejenigen die das so nehmen und jetzt Angst bekommen. Bei mir ging es damals auch um stillverträglichkeit.
Mayte
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Mayte »

Aber nochmal andersrum gefragt: was is deine Situation gerade konkret in der Behandlung? Wann siehst du deine Ärztin? Wartet sie gerade eine Entscheidung von dir ab oder warum hängst du da gerade so in der Luft?
Mirabel
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Mirabel »

Liebe Zaubernuss,

ich habe Erfahrungen mit beiden Medikamenten. Meine erste Episode hatte ich vor 12 Jahren in der ersten Schwangerschaft. Damals wurde ich auf Sertralin in Kombi mit Quetiapin eingestellt. Ich habe das 11 Jahre lang genommen ungut vertragen. Ich hatte keinerlei Gefühl sediert zu sein. Es hat mich eher angenehm geerdet. Nach 11 Jahren haben sich aber meine Leberwerte verschlechtert, so dass der Quetiapin raus musste.Deswegen nehme ich stattdessen das Lithium. Ich muss sagen, ich hatte anfangs großen Respekt davor. Jetzt nach drei Wichen habe ich die Routine. Ich achte darauf, 2L Wasser täglich zu trinken. Und einmal wöchentlich wird der Blutspiegel kontrolliert. Das war’s.
Ich würde-egal welches- Medikament nehmen, wenn es mir hilft, aus der Krise rauszukommen. Erfahrungsgemäß wird zuerst versucht mit dem Quetiapin zu augmentieren. Und wenn das nicht geht, wird als Nächstes das Lithium ausprobiert.
Liebe Grüße!
Zaubernuss
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Re: Lithium oder Quetiapin? Erfahrungsberichte gesucht

Beitrag von Zaubernuss »

Hallo ihr lieben
Meine ärztin hat mir sertralin und sulpirid als augmentation verordnet.
Ich hätte gerne das quetiapin statt sulpirid gehabt, aber sie hat bedenken wegen eines möglichen serotonin sYndroms.
Mal sehen .. ich stecke nicht mehr so viel hoffnung in Medikamente rein, da ich seit september 25 enttäuscht werde und die letzte Enttäuschung riesengroß war. Dadurch hat sich meine tiefe Hoffnungslosigkeit entwickelt. Jedes mal wenn ich denke, jetzt gehts bergauf knallt mir das leben die bittere Realität ins gesicht
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