Liebe Zaubernuss!
Ich habe nochmal deine Beiträge ein bisschen gelesen und ich bin mir einfach nicht sicher, dass das Sertralin seine Wirkung verloren haben soll. Du warst lange bei 75 mg, eine kleine Dosis. Dann auf 100 mg gesteigert und 2 Wochen genommen, dann 3 Tage 150 mg... als dann keine Besserung da war wurde gewechselt. Aus der Erfahrung hier im Verein und auch meine eigene mit AD Erhöhungen, ist das eine kurze Zeitspanne. Und die Höchstdosis von 200 mg wurde nicht versucht. Das traue ich mich klar zu sagen.
Meine Erhöhungen haben nie gleich angeschlagen, das hat immer zwischen 2 bis 4 Wochen gedauert, dann wurde es meist langsam leichter und besser. Trotzd AD hatte dazwischen oft heftige Tiefs, die dann eben eine Erhöhung nötig gemacht haben. Mein Arzt hat aber immer gesagt, wenn es bei einer Dosis gute Phasen gibt, wird er trotz Tiefs keinen AD Wechsel machen, sondern bis zur Höchstdosis gehen, bei mir ja sogar darüber damals. Wichtig war ihm immer, dass man der Dosis Erhöhung genug Zeit gibt. Das heißt mehrere Wochen. Das war bei deinem Sertralin nicht der Fall.
Ich habe auch das Gefühl, dass du mit 75 mg Sertralin nie richtig stabil warst, so jedenfalls habe ich es nachgelesen und trotzdem sogar mal auf 50 reduzieren wolltest. Möglicherweise warst du lange zu niedrig dosiert und dann wurde mit dem Erhöhen zu schnell eine Besserung erwartet. Zusätzlich kann beim Erhöhen zuerst eine Erstverschlimmerung eintreten, die aber eben nicht bleibt und leider oft als "das Medikament passt oder wirkt nicht" eingestuft wird. Daher sollte man einer Erhöhung eben mehr Zeit geben und kann zusätzlich ein Notfsllmedikament einsetzen um diese Wochen zu überbrücken (z.b. Sertralin und Promethazin nach ärztlicher Absprache).
Du bekommst jetzt nochmal Sertralin, oder? Nimmst du es schon, wieviel davon? An den Medikamenten brauchst du nicht zweifeln, aber das Präparat, Änderung, Dosierung usw. darf und muss jederzeit bewertet und ggf. angepasst werden. Die Medikamente sind ein Segen, es kommt nur darauf an, das Richtige in der passenden Dosis zu finden. Die Medikamente können nichts dafür, oft ist es ein zu schnelles Absetzen oder Wechseln, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt. Dem Zugrunde liegt dann wieder um oft eine falsche Erwartungshaltung.
Ich hatte sehr lange und schlimme Tiefs. Sehr oft habe ich kein Licht mehr gesehen und dachte, diese Qualen werde ich nicht überleben. Mein erstes Jahr verlief so mit diesen Auf und Abs. Dann kam ich in die Höchstdosis und sogar darüber und ab da habe ich richtig gemerkt, jetzt geht da was vorwärts, das braucht mein System um stabil zu werden. Und ich wurde stabil nach einem weiteren Jahr. Nach 2,5 Jahren konnte ich die Therapie beenden und laaaaaaaangsam runter dosieren. Von 30 mg Escitalopram auf 10 mg. Ganz Absetzen ging nicht, da hatte ich einen Rückfall. Aber mit 10 mg bin ich heute stabil und gesund.
Liebe Zaubernuss, wie sieht denn jetzt die Medikation aus?
