Ich schließe mich Alibo an und finde, dieser Vorfall sollte auf jeden Fall Anlass sein, sich therapeutisch Hilfe zu suchen. Ob du alleine oder ihr beide (was ideal wäre) hängt natürlich erstmal von deinem Mann ab. Wenn er nicht will, mach alleine was. Lass diesen Vorfall nicht ohne Konsequenzen stehen, sondern nimm ihn zum Anlass dir/euch therapeutisch helfen zu lassen.
Ich drück dich ganz fest!
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Liebe Margarita
Ich fühle mich sehr gewertschätzt dass du mich anfragst, aber du weißt von mir gibt es da eher die harte Linie. Ich habe mich mal ne Zeit mit Femiziden und auch Narzissmus beschäftigt und da ist wichtig dass Frauen nicht nur Opfer sind sondern selbst Verantwortung übernehmen für ihre Sicherheit. Ich bin ja nur virtuell hier, aber was du (immer mal wieder schreibst) lese ich KLAR als Warnzeichen. Klare Grenzüberschreitung. Ich glaube dir täte Therapie per Se gut aber die aggressiven Affekte deines Mannes kannst nicht du heilen. Du kannst aber für deine Sicherheit sorgen. Und was dafür tun dass das nicht im normalen Alltag aufgeht. In dem du ihm Konsequenz aufzeigst, wenn er nicht bereit ist zb für Familienberatung oder anti agressionstraining oder was weiß ich. Oder bist du innerlich schon auf dem Absprung? Dann lieber für dich und Diesen Schritt Unterstützung suchen, zb pro Familia.
Wenn du jetzt nicht reagierst macht er das zur nächsten Gelegenheit wieder. Wie sicher fühlst du dich?
Es gibt ein Hiletelefon Gewalt gegen Frauen, da kannst du dich rund um die Uhr beraten lassen. Und dokumentiere was passiert ist. Also einfach aufschreiben. Das kann wichtig sein.
Hallo, danke für eure Nachrichten. Ich bin gestern mit Valentin in der Kinderklinik gelandet aufgrund einer allergischen Reaktion bez Beikost. Oh man, musste eine Nacht da bleiben...
Naja, bezüglich der Hand sind 2 Finger gebrochen und ich habe jetzt anstelle von 2 Kindern drei, da er jetzt nichts mehr machen kann. Mein Mitleid hält sich dezent in Grenzen und ich bin einfach nur sauer über soviel Blödheit. Ob ich mich sicher fühle? Ich weiß es nicht, geschlagen hat er mich bis jetzt nicht, aber beim Ausraster war ich dann doch nicht mehr so sicher. Habe am DO wieder Psychiater Termin und werd mal die Therapie Angelegenheit ansprechen. Danke immer für euer offenes Ohr.
Es geht mir wirklich auch nicht drum dir Angst zu machen. Aber ich würde wirklich das Gespräch mal mit deinem Psychiater suchen und auch nichts beschönigen. Soviel Gewalt weil du nicht „performative“ und dich an sein Frauenbild hältst, diese Schimpfwörter… Ich könnte nie wieder jemandem vertrauen, der mich mit solchen Wörtern bezeichnet…
Es tut mir übrigens auch sehr leid für dich, dass du das gerade erleiden musst. Aber ich bin da wirklich aufgrund meiner Erfahrungen ganz klar: man muss sich da wirklich auch selbst mehr wert sein, nur dann kann sich was ändern. Daher nochmal meine Frage: wie sicher fühlst du dich? Hast du das Gefühl jenseits von wertlosen Schuldbekenntnissen dass da noch ein Partner ist, mit dem du sprechen kannst und auch sagen, dass es so auf keine Fall geht?
Hallo liebe Margarita,
jetzt muss ich mich einfach mal bei dir melden! Bisher war ich nur stille Mitleserin..
Auch ich bin im Juli an einer PPD erkrankt. Kurz nach der Geburt meines 3. Kindes ging es los. Ich hatte vorher nie irgendetwas mit psychischen Erkrankungen zu tun, in meiner Familie kam so etwas auch noch nie vor.
Leider habe ich mir erst im Dezember Hilfe geholt. Seitdem nehme ich ebenfalls Sertralin.
Ich hatte zu Beginn auch ganz krass diese ganzen körperlichen Empfindungen und war dir und deinem Thread soooo sehr dankbar, weil ich wusste, dir geht es ähnlich. Nur die Schlafprobleme hatte ich zum Glück nicht so schlimm wie du, dafür ganz extreme Appetitlosigkeit.
Ich wollte dir einfach mal Danke sagen, dass du so viel geschrieben hast. Ich kann deine Posts langsam auswendig, habe sie in jedem Tief immer wieder gelesen. Bisher hatte ich nicht die Kraft, mich hier anzumelden, ganz langsam geht es jetzt aber bergauf bei mir.
Fühl dich unbekannterweise ganz lieb gedrückt und nochmals 1000 Dank für deine ehrlichen Posts!!
Mensch, danke. Das geht mir jetzt ins Herz! Ganz tief! Ja übel schlimm, ich glaube, ich hatte alles an diversen Symptomen, was man sich nur vorstellen kann. Wenn man sowas noch nie hatte und nicht weiß, was das zum Teufel ist, ist das sehr beängstigend! Ich bin diesem Forum hier einfach so dankbar! Ich freue mich, dass es dir besser geht! Diese Krankheit ist einfach der allerletzte....! Ich bin auch noch nicht ganz gesund, aber es geht definitiv schon viel mehr wie noch vor ein paar Monaten. Ich musste echt lange akzeptieren und auch mien Umfeld, Mist, ich bin krank! Aber wir schaffen das! Ich drücke dich auch ganz ganz arg! Schreib mir jederzeit, wenn du was über diverse ekelhafte Körperempfindungen wissen magst :) drück dich!
Mayte hat geschrieben: ↑22:04:2026 13:12
Es geht mir wirklich auch nicht drum dir Angst zu machen. Aber ich würde wirklich das Gespräch mal mit deinem Psychiater suchen und auch nichts beschönigen. Soviel Gewalt weil du nicht „performative“ und dich an sein Frauenbild hältst, diese Schimpfwörter… Ich könnte nie wieder jemandem vertrauen, der mich mit solchen Wörtern bezeichnet…
Es tut mir übrigens auch sehr leid für dich, dass du das gerade erleiden musst. Aber ich bin da wirklich aufgrund meiner Erfahrungen ganz klar: man muss sich da wirklich auch selbst mehr wert sein, nur dann kann sich was ändern. Daher nochmal meine Frage: wie sicher fühlst du dich? Hast du das Gefühl jenseits von wertlosen Schuldbekenntnissen dass da noch ein Partner ist, mit dem du sprechen kannst und auch sagen, dass es so auf keine Fall geht?
Hallo liebe Mayte, jetzt hab ich Zeit zu antworten. Tja, er hat sich natürlich wieder entschuldigt und ist jetzt wieder der Liebste und kümmert sich und hilft. Habe ihm von dir erzählt und den Vorschlägen bez Therapie. Er meinte nur, er sei kein aggressiver Mensch, hätte mir ja nie was getan. Eine Paartherapie muss aber unbedingt erfolgen, so werd ich das alles nicht stehen lassen. Ich merke nur, ich habe dazu noch nicht die Kraft. Meine Große leidet sehr, wenn wir uns streiten. Ich möchte ihr sogern eine unbeschwerte Kindheit bieten. Tja, ob ich das alles verzeihen kann? Ich weiß es nicht. Es ist eh hart, wenn man so krass an so ner leidvollen Krankheit erkrankt und dann nicht mal in seinem familiären Umfeld in Ruhe genesen kann, sondern immer mit irgendwelchen Austrastern oder Streitereien konfrontiert ist. Naja mit meinem Bruder verstehe ich mich mittlerweile wieder ganz gut, er hat sich mehrfach entschuldigt bei mir und bietet mir immer wieder Hilfe an. Meine Mutter hat es mittlerweile auch geblickt und unterstützt mich gut. Nur leider, dass ich soviel mit allen kämpfen und erklären musste in meiner Akutzeit. Ich merke zB heute, dass ich echt noch viel mehr Unterstützung bräuchte. Keine Ahnung, heute war wieder iwie schwer. Mein Psychiater sagte auch, diese Krankheit müsste viel mehr in die Öffentlichkeit gebracht werden. Oh man, hftl verkraftet meine Seele das alles und es wird iwann wieder alles gut... ich habe mich jetzt für einen Kurs angemeldet zur Persönlichkeitsentwicklung,, Grenzen setzen,,. Denn das muss ich noch viel mehr lernen.
Liebe Margarita,
Wir halten nur mal kurz fest: er hat sich zwei Finger gebrochen weil er sich aufgeregt hat? Wenn es da nicht um Aggression geht weiß ich auch nicht. Außerdem hat er dich beleidigt und das vor deiner Tochter. So. Damit belasse ich es, du weißt es ja für dich, dein Körper, dein Nervensystem, das geht ja nicht einfach so an dir vorbei…
Und deine Kinder lernen ja auch mit, bei jedem Streit, den sie mitbekommen. Streit ist nicht schlecht, im Gegenteil finde ich, aber konstruktiver Streit und nicht einer wo die eine aufhört zu sprechen weil sie Angst hat sonst eine geballert zu bekommen.
Ich verstehe dass du gerade denkst: wo soll das alles enden? Was soll ich noch alles machen?
Du hast schon so viel geschafft! Bist so weit gekommen, kümmerst dich um dich und hast bei vielen dieser übergriffigen Erfahrungen für dich eingestanden. Ich glaube du kannst dir zutrauen, dass du wissen wirst und zu lernen, Grenzen zu setzen tut uns allen gut. Ich kann es manchmal nicht lassen, weil ich einmal zu oft mitbekommen habe, dass Frauen sich von dem Mensch der sie angeblich liebt haben verletzen lassen- aber lass dich nicht von mir unter Druck setzen, sei dein eigener Kompass! Und ich finde Therapie hilft, Coaching, professionelle Menschen, die dich stärken und dir dabei helfen. Ich drück dich!
Liebe magaritha,
für uns außenstehende ist es manchmal schwierig die Situation Objektiv beurteilen zu können. Deswegen finde ich es schon sinnvoll Hilfe zu suchen in einer Form, die zu euch passt. ich bin immer noch der Meinung, so wie ich das aus deinen Nachrichten heraus höre, dass das hier ein Fall von häuslicher Gewalt ist. Tut mir leid wenn ich das so direkt sage, aber dieses entschuldigen danach wieder nett sein, zu sagen dein Mann eigentlich nicht so ist, bzw. Dass er selbst sagt, er wäre nicht aggressiv. Das hört sich für mich schon so an, als würde hier etwas beschönigt werden.
Ich vergleiche das ein bisschen mit der Situation zu Hause, in der ich aufgewachsen bin, mit einem Vater der Alkoholiker gewesen ist und da war es auch so, dass es immer wieder zurück rückfällen gekommen ist. Es wurde immer wieder beteuert nicht mehr zu trinken oder es sind immer andere Schuld, warum dann getrunken wurde.
Ich finde, es ist kein sicheres Umfeld, in dem du lebst und du musst ja auch immer denken, was du deinen Kindern damit auf den Weg gibst. Wie möchtest du, dass deine Kinder aufwachsen? Möchtest du ihnen eine sichere Umgebung schenken. Wie viel Wert siehst du in eurer Ehe? Wie wichtig ist deinem Mann Eure Ehe und eure Familie?
Es muss ja vielleicht nicht direkt die paartherapie sein, aber es gibt doch bestimmt bei euch auch Angebote seitens der Behörden oder Ämter oder pro familia, wo man ein gemeinsames Gespräch mal machen könnte.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Danke euch, ja normal sind diese Ausraster nicht und ja, 2 Finger gebrochen. Ich habe gestern auch nochmal mit ihm gesprochen, dass ich es so traurig finde, dass ich in meinem Umfeld nicht in Ruhe genesen kann. Ich habs an manchen Tagen echt immer noch schwer! Er meinte daraufhin, dass er ja schon soviel für mich getan hat, ja er hat mir tatsächlich den Psychiater Termin besorgt und mich nicht verlassen, weil seine Frau psychisch krank ist. Und ich würde ja nur die schlechten Sachen erwähnen, aber nie die Guten, dass er für mich ins Allgäu gezogen ist, weg von seiner Familie usw usw. Und ja, er hat mich tatsächlich früher echt auf Händen getragen. Aber Mayte, du hast recht. Geborgen und sicher fühle ich mich mittlerweile nicht mehr. Auch seine Eltern haben ja so ein Theater veranstaltet zu Beginn meiner Erkrankung, dass sich alle verstritten haben. Meine Mutter spricht momentan nicht mehr mit ihnen, weil mein Schwiegervater ja noch die Frechheit besaß, bei ihr anzurufen, wie unverschämt ich sei, nur weil ich angefangen habe, für mich einzustehen! Sie hat mich gesehen und sagt heute, sie hatte echt Angst mich zu verlieren und am Anfang dachte ich echt, ich geh vor die Hunde und das wars für mich. Aber hier stehe ich... Und ich werde daraus lernen und stärker rausgehen! Ich gebe die Hoffnung nicht auf! Und irgendwie kann ich auch nicht von diesem Forum lassen, es ist für mich echt wie ein kleines Stück Therapie, von wunderbaren Frauen, die wissen, wie es sich anfühlt. Ich drücke euch
Ich glaube eine Erkrankung gleich welcher Art ist eine riesige Belastung für Familiensysteme und Beziehungen (allein dafür lohnt es sich Hilfe zu holen). Und wir reagieren sehr unterschiedlich auf diesen Stress. Klar liegt darin auch die naheliegende Gefahr den Partner oder die Partnerin für das eigene Leiden verantwortlich zu machen.
Aber ich hab manchmal wenn ich dich so lese das Gefühl von einem ziemlich antiquierten Frauenbild, dass da auf dir liegt- mit klaren Verantwortlichkeiten für die Ordnung und das Gefälligsein und man wird gut behandelt wenn man performt und wenn nicht, dann sind alle anderen berechtigt dich zu traktieren. Und alles was du jetzt schon wieder schreibst mit deinem Schwiegervater oder auch mit ihr toll dass dein Mann dich nicht verlassen hat weil du psychisch erkrankt bist rollt mir wieder mal die Fußnägel hoch. Das ist doch kein Punkt auf der positive Seite?!?
Für Veränderungen braucht man Kraft und wenn man gerade krank ist hat man die nicht oder nur im geringen Maß. Aber solche Umstände rauben natürlich auch sehr viel Kraft…