ich schreibe hier, weil ich mich gerade sehr allein fühle mit dem, was ich erlebt habe, und hoffe, dass sich vielleicht jemand darin wiedererkennt.
Bei mir war es so, dass die ersten 11 Wochen nach der Geburt wunderschön waren. Ich war unglaublich glücklich, habe mein Baby über alles geliebt, Hautkontakt, Stillen, Kuscheln – alles war für mich das Natürlichste der Welt. Ich war trotz Müdigkeit und Schmerzen einfach nur am Strahlen und habe diese Zeit sehr genossen. Ich war viel unterwegs, habe meinen Alltag gut gemeistert und war eigentlich sehr selbstbewusst in meiner Rolle als Mama.
Und dann – wirklich von heute auf morgen – hat sich alles verändert.
Plötzlich hatte ich Zwangsgedanken, die ich überhaupt nicht einordnen konnte. Es hat mich komplett überrollt und mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Seitdem frage ich mich immer wieder: Wie kann das sein? Warum nach so vielen Wochen, in denen alles gut war? Warum nicht direkt nach der Geburt, sondern erst, als ich eigentlich dachte, ich bin angekommen?
Ich trauere sehr um diese Anfangszeit und um dieses Gefühl von Unbeschwertheit. Es fühlt sich an, als gäbe es ein „Davor“ und ein „Danach“. Und ich habe große Angst, dass ich nie wieder zu diesem Gefühl zurückfinde.
Deshalb wollte ich fragen:
Ging es hier jemandem ähnlich? Also dass die Gedanken nicht direkt nach der Geburt kamen, sondern erst nach Wochen, in denen alles normal und schön war?
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen.
Danke fürs Lesen