Das tut mir sehr leid, lass dich mal fest drücken! Wahrscheinlich ist es alles zusammen: zuviel Stress und dann fehlt die AD Stütze. Ich kenne das. Vor Jahren habe ich auch mal ganz abgesetzt und war sogar 9 Monate ohne AD. Aber schleichend kamen die Symptome wieder, ich habe lange gewartet, obwohl ich nach 3 Monaten schon leichte erste Anzeichen hatte.
Sehr gut, dass du deinen Arzt kontaktierst. Solltest du wieder mit Sertralin beginnen, ist die Einschleichphase oft milder, vorallem weil es noch gar nicht lange her ist, dein Körper kennt den Wirkstoff noch. Ich habe damals beim Wiederbeginn nur etwas Müdigkeit, leichte Kopfschmerzen und etwas weniger Appetit gehabt. Allerdings hatte ich Escitalopram. Dein Arzt könnte dir auch ein Begleitmedikament dazu verschreiben, dass könnte dir Sicherheit geben. Viele haben ja Promethazin, das hilft schnell und macht nicht abhängig.
Liebes, das wird wieder, du wirst das Richtige und Nötige tun. Lass mal hören, was der Arzt gesagt hat.
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Hallo Sternschnuppe
Ich freue mich von dir zu hören. Auch wenn es dir aktuell nicht so gut geht, ist es schön, dass du dich hier meldest.
Ich würde jetzt nicht direkt in Panik verfallen und eigentlich hast du es ja auch schon ganz richtig entschieden, dass du deinen Arzt kontaktierst. Vielleicht ist es nur ein tief, was ich jetzt meldet, aufgrund dieser ganzen stressigen Momente in den letzten Wochen. Wir haben halt eine Waage, die sehr schnell ins negative ausschlagen kann. Wenn Dinge nicht zu laufen, wie sie sollen oder zu viel Stress ist. Wo andere Menschen das viel besser ausbalancieren können, schlägt bei uns das zünglein schnell ins negative. Gerade, wenn das Antidepressivum nicht mehr zusätzlichen Schutz oder gegenGewicht bietet, Gerät die Waage aus dem Gleichgewicht.
Du kennst das ja aus den vorherigen Tiefs, was dir hilft um wieder in die Balance zu kommen. Das hast du damals auch sehr gut geübt und kannst es sicher anwenden.
Ich glaube in deinem Kopf ist gerade sehr viel Panik und Schiss und auch schon diese große Blase mit den Gedanken, Was ist, wenn dies oder jenes eintritt. Aber soweit bist du noch gar nicht. Versuche erstmal Schritt für Schritt die einzelnen Punkte abzuarbeiten. Wie arztgespräch , selbstfürsorge und bei Bedarf die Medikamente wieder einnehmen. Und genau wie Marika schreibt, nimm einen bedarfsmedikament .dafür sind sie da! Und dann wirst du auch schnell wieder ins Lot kommen.
Übrigens, als ich meine Medikamente wieder eingeschlichen habe, habe ich davon auch nichts gemerkt , minimal Müdigkeit, aber alles nichts was dramatisch ist!!
Gib uns bitte Bescheid was der Arzt gesagt hat und wie es dir in den nächsten Tagen geht
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Ich danke euch so sehr für eure mutmachenden Worte, Marika und Albio .
Seit meinem ersten Tag hier im Forum habt ihr mir immer wieder Hoffnung geschenkt.
Ich habe heute Mittag mit meinem Arzt gesprochen. Er meinte, wenn der Stress bei mir zu groß wird, reagiert mein System mit diesen Symptomen und wenn einwas zu viel dazu kommt, auch mit diesen Befürchtungen.
Er meinte, dass ich ja noch das Mirtazapin nehme, dass ja auch Antidepressiv wirke. Und dass ich alle Anforderungen, außer meinen Sohn, erstmal zurückfahren solle. Und schauen soll, wie es mir dann geht und vorallem auch erstmal den Infekt abwarten soll. Er würde jetzt erstmal nicht wieder mit Sertralin einsteigen. Wir haben einen Termin für den 18.06. ausgemacht, wo wir dann nochmal schauen wollen.
Ich war jetzt zwei Tage krankgeschrieben und dann habe ich nach morgen auch bis zum 15.06. Urlaub und habe als Anforderung "nur" die Beteuerung meines Sohns. Ich hoffe dann finde ich wieder etwas in die Ruhe. Aber ja, es ist eher die Panik, dass es wieder in dieses nicht schlafen können gehen könnte oder diese dauernde Unruhe. Heute war es etwas besser, als gestern.
Habt ihr manchmal auch noch Tiefs? Bzw. Alibo, du Angst vor dem nicht schlafen oder der Unruhe?
Das kann ich total verstehen. Könntest du denn Hilfe organisieren? Was ist das Schlimmste für dich? Das nicht schlafen können? Hier hilft dir das Mirtazapin, wieviel mg nimmst du davon? Mir hat es immer sehr geholfen, ganz offen über meine Ängste zu reden und mir ein Netz an Personen aufzubauen die für mich da sind, falls es kippt. Kannst du da was organisieren?
Tiefs wie in der Krankheit habe ich tatsächlich keine mehr, aber ich nehme ja meine Erhaltungsdosis Escitalopram.
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Ich kenne genau diese Ängste sehr gut. Neulich war ich mit meiner Tochter fünf Tage bei einer Freundin mit ihrem Sohn in Berlin und wie aus heiterem Himmel hab ich in der ersten Nacht kaum geschlafen. Trotz Bedarfsmedi. Und dann hatte ich sofort mega Verzweiflung- muss ich sofort zurück weil sonst… ? Diese Erfahrung (furchtbar natürlich) hat mich mir nochmal sehr viel näher gebracht, was da mit mir passiert. Und ich habe später verstanden: Ich hätte es antizipieren können (der Übergang zu dieser Verantwortung alleine ist es bei mir, der triggert, tiefe frühe Erfahrungen) und meiner Freundin Bescheid geben: wenn ich ne scheiss Nacht habe, kannst du am nächsten Morgen die Kinder nehmen und ich schlafe noch ein bisschen… selbst jetzt noch wenn ich das schreibe kommt wieder ein Schnaufer, also mein Körper entspannt sich. Und das absurde ist: mir kam dieser Gedanke von alleine absolut nicht in den Sinn. Mir wurde das nachträglich so vorgeschlagen. Für mich war das Gefühl: es gibt keinen Ausweg, ich bin alleine, ich muss das hier halten. Und dann ist das Nervensystem halt oben und ich schlafe nicht. Und weil aber ein anderer Part sagt, du musst funktionieren also musst du jetzt schlafen kommt Panik. Aber um Hilfe zu fragen kam mir nicht in den Sinn… naja, das ist was ganz altes in mir, ich möchte mich nicht geißeln, aber vielleicht hilft dir das zu hören. Denn bei deiner Geschichte klang mir manches ähnlich zu mir. Ich wünsche dir dass du gut mit dir sein kannst!
Guten Morgen Sternschnuppe,
Wie war deine Nacht? Konntest du Ruhe finden und hat sich die erste Aufregung gelegt, Weil du ein paar Tage alleine zu Hause bist? Es sind natürlich die alten Ängste, die dich rumtreiben einmal die Angst vor dem nicht schlafen können und die Angst vor einem großen tief. Diese Angst kennt jeder hier und das ist auch im gewissen Sinne normal. Das geht ja anderen Menschen auch so die mal schwer erkrankt waren. Unter Stress erinnert sich jetzt dein Gehirn an. All die alten Dinge und produziert die Gefühle, mit denen es Erfahrungen von damals verknüpft.
Und es darf dir Sicherheit geben, dass dein Arzt die Situation auch nicht dramatisch einschätzt. Er hat recht, du nimmst das Mirtazapin. Das unterstützt sich beim Schlafen und hat auch eine antidepressive Wirkung. Und in meinen Augen ist das durchaus vertretbar. Erstmal abzuwarten den Stress aus dem Alltag rauszunehmen und dann zu sehen, ob du dich stabilisierst. Wenn ich an meine letzte große Episode zurückdenke, hatte ich auch nach über drei Jahren ein tief, was mich doch erschrocken hat. Da kamen auch für eine gewisse Zeit die alten Symptome hoch, wie nicht schlafen können. Angst vorm schlafen innere Unruhe. Alles was du jetzt auch merkst und kennst. Im Nachhinein habe ich genau erkennen können, warum dieses tief gekommen ist und nachdem dieser Trigger vorbei war, ging das tief auch sehr schnell wieder weg.
Ein richtiges schweres tief, wie aus den Anfängen der Erkrankung habe ich schon lange nicht mehr gespürt. Aber es ist bei mir definitiv, so dass ich immer sehr auf meine Balance achten muss und sobald ich das nicht tue bzw. Mir über längere Zeit zu viel zumute merke ich das. Dann kommen leichte Schwankungen wieder hoch und ich merke das an verstärkter nachdenklichkeit leichte Unruhe Erschöpfung oder das Gefühl, dass mir manche Dinge zu viel sind. Ich weiß aber auch, dass das wieder vorbeigeht und ich versuche dann den Alltag danach auszurichten. Weißt du die letzten Monate mir selber aufgefallen ist, dass mich dann solche Sachen aber nicht mehr wirklich stark beängstigen, sondern dass ich sie neutraler bewerten kann und auch weiß wie ich da gedanklich gegensteuere.
Ich muss aber dazu sagen, dass ich an meiner Medikation bisher gar nichts geändert habe und ich da auch nicht wirklich viel ändern will. Ich glaube, wenn ich da zu viel reduzieren würde, würde ich viel schneller ins schleudern kommen.
Ich bin mir sicher, du schaffst diese paar Tage ohne deinen Mann. Du kannst dir Hilfe im familienkreis suchen oder die Tage mit einer guten Struktur Durchtakten, das hilft ja dann auch die Zeit zu überbrücken. Und im Zweifelsfall hast du vielleicht ja noch dein bedarfsmedikament zu Hause, was du auch dann einmal nehmen darfst. Denn genau dafür sind diese Medikamente ja gedacht. Und Montag kommt dein Mann ja schon wieder und dann sieht die Welt auch bestimmt wieder ganz anders aus.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Mayte, deine Erfahrung, die du in Berlin gemacht hast, beschreibt genau das, was ich dann manchmal fühle. Wenn ich in solchen Situationen bin. Und was bei mir dann auch genau die gleichen Gefühle auslöst.
Alleine Verantwortung tragen. Alleine für Kinder zuständig zu sein und das vor allem in einem Umfeld was mir nicht vertraut ist. Das sind genau die Dinge, wo bei mir noch mal die Angst hochkommt bzw. Wo mein stresspegel direkt steigt. Ich frage mich manchmal, ob das einfach bei mir in den Genen sitzt, ob das ganz alte Erfahrungen sind, die ich gemacht habe. Mein Psychologe sieht es eindeutig in meiner Kindheit, aber auch tatsächlich in meiner Genetik bzw. In dieser epigenetik wo Traumata über Generationen weitergegeben werden.
Wie du schreibst. Einfach um Hilfe zu bitten, wäre ja überhaupt gar kein Problem oder auch ehrlich oder offen zu sein. Das fühlt sich in meinem Kopf viel größer an, als es in Wirklichkeit ist. Inzwischen mache ich das schon mal in meinem engeren Umfeld, dass ich dann sage. Ich traue mir eine weite Strecke mit dem Auto alleine zu fahren. Nicht zu bzw. Es macht mir Angst. Können wir vielleicht ein Kompromiss machen, dass jemand anders fährt oder dass wir die Strecke aufteilen. Ich ärgere mich dann manchmal weil ich das dann nicht selber schaffe oder es mir nicht zutraue und ich eigentlich denke ich könnte das doch machen. In den Osterferien bin ich mit den Kindern alleine weggefahren, nicht so weit weg, sondern eine Strecke, die ich mir zutraue und auch da war ich anfangs total angespannt und ich merkte wie diese negativen Gedanken hochgekommen sind. Letztendlich war es aber dann doch ein schöner kurzurlaub gewesen und ich glaube ich persönlich darf mir da immer mal wieder was zutrauen, damit ich lerne, dass ich solche Dinge machen kann und eigentlich gar nichts schlimmes passiert.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Liebe Alibo,
Mein Weg hat mich zu dem Verständnis gebracht, dass es Trauma ist, entwicklungstrauma bei mir, das im Körper sitzt und zwar im Nervensystem. Aber dieses trangenerationale Thema macht auch Sinn für mich, denn bei mir ist es so, dass ich als Kind (sehr gewünscht, zugewandte Eltern) nicht begleitet wurde in Angst, Unsicherheit, Zögern, Verzweiflung, Einsamkeit. Und das liegt sicher daran, dass meine Eltern zu diesen Teilen von sich auch keinen Zugang hatten. Mein Vater war gerade im Krankenhaus und hatte in einer Nacht so eine Art Panikattacke. Er hat das jedes Mal im Krankenhaus, aber „vergisst“ das jedes Mal wieder und will sowas dann noch nie erlebt haben - und dann erzählt er es mir. Und ich- soll es dann wohl halten, einordnen, verstoffwechseln. Da ist heute noch das, was mir wohl als Kind schon passiert ist. Ich war immer sehr extrovertiert, sozial, super gute Leistung überall und immer vorne dabei wenn es um Verantwortung übernehmen ging. Aber erst selbst als Mutter hat Angst einen Raum in meinem Leben bekommen, durch das, was wir hier im Forum „die Krankheit“ nennen. Und es war einfach nur überfordernd und schrecklich. Heute denke ich: ich hab halt null Komma null gelernt, wie ICH MIT MIR in Angst umgehen kann. Ich kenne nur, das wegmachen oder drübergehen, es „vergessen“. Und ich kenne auch null Komma null zutrauen, dass jemand in solchen Zuständen für mich da sein könnte. Woher auch… der Gedanke, meine Freundin um Hilfe zu bitten da in Berlin… Ich lache immer noch darüber wie naheliegend es gewesen wäre und bin sehr traurig, wie schwer es für mich ist. Weil ich ich nicht am Anfang bekommen habe. Seit Berlin hat sich was verändert. Irgendwie kriege ich mehr Zugang zu dem, was da manchmal in mir kämpft. Es geht nicht mehr nur ums wegmachen und das alles wieder wie vorher ist. Fühlt sich sehr fragil und verletzlich an, was da jetzt begonnen hat. Aber auch sehr richtig… und ich hoffe nicht, dass es alles in den Genen quasi unveränderlich steckt. Ich hoffe, ICH kann Man Nervensystem anders behandeln als meine Eltern früher. Aber zu merken dass ich es lange sehr ähnlich gemacht habe, das muss ich auch erstmal verdauen.
Danke Mayte für die Antwort, ich möchte auch meine Erfahrung teilen. Genau das wegmachen drüber hinweggehen war auch immer mein Weg mit der Angst umzugehen. Jedenfalls ist es in meiner Erinnerungen so , dass ich als Kind immer irgendwelche kompensationen gesucht habe und beschäftigungen um die Angst nicht zu spüren. Laut meinen Psychologen hat mir das Sicherheit gegeben. Und sich dann später bei mir verfestigt durch extrem hohe Ansprüche an Alles mögliche und vor allen Dingen an mich selber und das permanente überbelasten und arbeiten bis zum Umfallen. Ich habe mich quasi betäubt durch Aktivität, um diese Angst nicht spüren zu müssen. Das ist tatsächlich auch die Erinnerung an meine Kindheit. Ich habe, im Haushalt viel geholfen. Habe mir handarbeitbeschäftigung gesucht, damit ich von der Angst abgelenkt war. Vielleicht ist es wie bei dir, dass ich nie einen richtigen Weg gefunden habe damit umzugehen bzw. Vielleicht auch nicht die Unterstützung bekommen habe die ich gebraucht hätte. Das möchte ich aber jetzt ganz ohne Wertung gegenüber meiner Familie sagen, sondern einfach als feststellung. Was sich in meiner Therapie auch noch herauskristallisiert hat, ist das wahrscheinlich mein vegetatives nervensystem sehr schnell anspringt und sehr schnell auf einem hohen stresslevel ist, ohne dass ich das überhaupt merke. Das fing eventuell schon in der Schwangerschaft bei meiner Mutter an. Ich glaube, es war eine Schwangerschaft mit Komplikationen und ich war ein lang ersehntes wunschkind und meine Mutter hatte viel Angst, mich zu verlieren. Ich bin dann mit schweren herzrhythmusstörungen geboren worden, wahrscheinlich schon damals durch einen hohen Stress Pegel in meinem Körper und war lange Zeit alleine im Krankenhaus. Das so etwas für die frühkindliche Entwicklung vielleicht nicht gut ist, ist ja klar. Denn ich glaube nicht, dass es damals üblich gewesen ist, dass Eltern das Neugeborene Kind im Krankenhaus dauerhaft besuchen konnten. So hat sich halt dieses angstthema wahrscheinlich ganz früh festgesetzt.
Und wenn ich die Generationen davor anschaue, ist halt alles von kriegstrauma. Flucht Gefangenschaft besetzt. Und deswegen wahrscheinlich auch tief in die Gene eingebrannt. Soweit ich das weiß, ist sehr schwer Trauma aus den Genen wirklich zu entfernen. Das ist biochemisch einfach sehr schwierig, da es tatsächlich zu Veränderung in der DNA kommt und das wird dann immer wieder repliziert. Um sowas zu verändern, braucht das glaube ich mehr als eine Generation dazwischen und man kann wahrscheinlich nur auf die Dauer selbst versuchen einen guten Weg zu finden, damit umzugehen. Sich immer wieder bewusst zu machen, woher das kommt, dass auch nicht unbedingt immer die Schuld bei irgend welchen Menschen oder Dingen zu suchen ist. Mein Psychologe sagte mir immer, dass wir erstmal nur verstehen wollen, woher etwas kommt und dann schauen wollen, was ich tun kann um damit gut zurechtzukommen. Ich brauche für mich mein sicheres Umfeld zu Hause, Um immer wieder Sicherheit zu tanken, habe ich dann genügend Sicherheit , kann ich dann auch wieder mutig sein. Doch da habe ich auch gemerkt, dass ich mir nicht immer alles mögliche zutrauen möchte und darf, sondern mit kleinen Schritten zufrieden sein kann. Denn gibt es bei mir zu viele Veränderungen oder auch ein Umfeld, was mir nicht vertraut ist , Eine Umgebung, die mir nicht bekannt ist, muss ich das ganz dosiert auf mich wirken lassen, da sonst das nervensystem sehr schnell überreizt.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Ihr Lieben,
Wie lieb, dass ihr fragt. Die schlimmste Aufregung hatte sich gestern Abend etwas gelegt. Nachmittags waren meine Eltern zur Unterstützung da. Die Nacht ging halbwegs. Mein Sohn hat mich nur mehrmals Die Nacht wach gemacht, um zu gucken, ob ich noch da bin. Es hat dann immer etwas gedauert, bis ich wieder eingeschlafen bin, aber es ging. Heute war die Unruhe dann wieder da, weil das Wetter so schlecht war und wir nur drinnen fest gesessen haben. Jetzt sind wir bei meinen Schwiegereltern und es geht wieder etwas. Für die nächsten Tage haben wir auch Programm und ich habe zur Not Unterstützung von meiner Mama. Das ist schonmal gut zu wissen. Aber ich bin wahrscheinlich erst wieder beruhigter, wenn mein Mann da ist. Alleine Verantwortlich zu sein bzw. Micj zu fühlen, triggert mich enorm. Erinnert mich komplett an meine Schwangerschaft. Ich alleine zur Bettruhe verdammt, laufend im Krankenhaus am CTG, etc. Und alles komplett alleine und verantwortlich für das Baby in meinem Bauch. Also so ähnlich wie bei euch auch, wenn man dann alleine verantwortlich ist.
Ich nehme abends 15mg Mirtazapin. In der Regel schlafe ich damit auch gut, aber es gibt natürlich auch Ausnahmen. Ich glaube die Magen Darm Geschichte spielt gerade auch noch mit rein, weil ich ja bis Dienstag nicht viel bei mir behalten hab und auch jetzt noch vorsichtig bin beim essen, weil mein Bauch noch zwickt.
Am meisten Angst habe ich vor der Unruhe und dem nicht schlafen können und was das mit meinem Körper macht. Dass ich dann einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bekomme. Also meine Ängste dahingehend waren schon immer sehr stark.
Wie bei euch, Mayte und Alibo, hab ich auch nie gelernt mit meinem Ängsten umzugehen. Sondern es wurde eher weg gedrückt und abgetan.
Wie geht ihr mit den aufkommenden Ängsten oder der Unruhe um? Mir fällt es nachwievor teilweise noch schwer. Ich denke die Unruhe ist auch eine Form der Angst und ich will sie aber nicht spüren und weg haben. Was es ja aber eher verstärkt.
Liebe Alibo,
Das hat mich sehr berührt, was du schreibst. Ich habe eine Freundin Anfang 50, die war als Säugling 6 Wochen alleine im Krankenhaus. Sie lässt mich sehen was das gemacht hat…
Liebe Sternschnuppe, wie schön dass du so umgeben von Supportmöglichkeiten bist! Zu deiner Frage: ich war mal fünf Wochen wegen Reha mit meiner Tochter alleine zu Hause. Ich hab freundschaftlichen Support, aber nur eine abwesende Schwiegerfamilie und mein Vater und seine Lebensgefährtin sind schon zu alt für wirklich was abnehmen. Also hab ich mich jeden Abend hingesetzt nachdem meine Tochter geschlafen hat und war ganz still, also Raum für die Angst und das Nachspüren vom Tag und so. Manchmal Meditation, manchmal Fakirmatte, manchmal ein Glas Wein, viel Tagebuchgeschrieben, aber ich hab kaum Medienkosum gehabt sondern viel Stille und Raumgeben dafür. Wie auf die Angst zugehen. Und dann überlegen was der Unruhe, wenn sie kommt, gut tun würde. Damit es nicht erst im Bett passiert. Ich bin damit sehr gut gefahren. Aber ich brauche auch Gewöhnung. Wie in Berlin waren die ersten Tage die schwersten. Dann finde ich zu mir.