Liebes Forum,
ich muss mir einfach mal meinen Kummer von der Seele schreiben.
Ich dachte immer, wenn ich in meinem Alter (33) schwanger sein sollte, dann würde ich das Kind behalten, obwohl ich dahingehend irgendwie immer ambivalent war und mich nie dafür bereit gefühlt habe, diese Entscheidung für ein Kind wirklich aktiv zu treffen.
Mittlerweile bin ich in der 10. Woche schwanger und mir geht es eigentlich von Beginn an schlecht. Ich hatte/habe mit sehr starker Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen und heute war mal ein brechfreier Tag. Diese körperlichen Themen haben meine psychische Verfassung auch nicht gerade verbessert. Ich hatte an einem Freitag von der SS erfahren und hatte montags direkt ein Schwangerschaftskonfliktgespräch. Ein medikamentöser Abbruch war für freitags geplant. Irgendwie fühlte ich mich mit dem Abbruch auch nicht wohl, weshalb ich ihn absagte. Ich dachte dann an einen operativen Abbruch, aber irgendwie hatte ich keine ausreichende Motivation um mich darum zu kümmern. Als ich das Herz sehen und schlagen hörte, dachte ich, dass ich es durchziehen werde und wir erzählten es unseren Familien. Aber seither komme ich irgendwie nicht aus den Grübelgedanken heraus, ob das die richtige Entscheidung war. Ich habe unheimlich Angst, dass die Symptome der Depression jetzt dauerhaft anhalten und es irgendwann auch zu spät für den Abbruch ist und ich mich nicht mit der Situation arrangieren kann. Ich hatte vor 2 Jahren eine Depression und in dieser Escitalopram eingenommen. Zusammen mit meiner Psychiaterin beschloss ich das Medikament wieder einzudosieren. Nun setze ich irgendwie alle Hoffnungen darauf, dass ich mich wieder stabilisiere. Gleichzeitig habe ich aber auch, wie schon gesagt, Angst, dass das nicht passiert und ich das die restlichen 6 Monate irgendwie durchstehen muss. Ich habe auch Angst, das Falsche zu tun, wenn ich jetzt aus ‚Zeitdruck‘ und dem Ungewissen abbreche. Es ist eine unglaubliche Last von Tag zu Tag…
Schwangerschaftsdepression
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