Schwangerschaftsdepression

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Michelle1993
Beiträge: 1
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Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Michelle1993 »

Liebes Forum,

ich muss mir einfach mal meinen Kummer von der Seele schreiben.
Ich dachte immer, wenn ich in meinem Alter (33) schwanger sein sollte, dann würde ich das Kind behalten, obwohl ich dahingehend irgendwie immer ambivalent war und mich nie dafür bereit gefühlt habe, diese Entscheidung für ein Kind wirklich aktiv zu treffen.
Mittlerweile bin ich in der 10. Woche schwanger und mir geht es eigentlich von Beginn an schlecht. Ich hatte/habe mit sehr starker Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen und heute war mal ein brechfreier Tag. Diese körperlichen Themen haben meine psychische Verfassung auch nicht gerade verbessert. Ich hatte an einem Freitag von der SS erfahren und hatte montags direkt ein Schwangerschaftskonfliktgespräch. Ein medikamentöser Abbruch war für freitags geplant. Irgendwie fühlte ich mich mit dem Abbruch auch nicht wohl, weshalb ich ihn absagte. Ich dachte dann an einen operativen Abbruch, aber irgendwie hatte ich keine ausreichende Motivation um mich darum zu kümmern. Als ich das Herz sehen und schlagen hörte, dachte ich, dass ich es durchziehen werde und wir erzählten es unseren Familien. Aber seither komme ich irgendwie nicht aus den Grübelgedanken heraus, ob das die richtige Entscheidung war. Ich habe unheimlich Angst, dass die Symptome der Depression jetzt dauerhaft anhalten und es irgendwann auch zu spät für den Abbruch ist und ich mich nicht mit der Situation arrangieren kann. Ich hatte vor 2 Jahren eine Depression und in dieser Escitalopram eingenommen. Zusammen mit meiner Psychiaterin beschloss ich das Medikament wieder einzudosieren. Nun setze ich irgendwie alle Hoffnungen darauf, dass ich mich wieder stabilisiere. Gleichzeitig habe ich aber auch, wie schon gesagt, Angst, dass das nicht passiert und ich das die restlichen 6 Monate irgendwie durchstehen muss. Ich habe auch Angst, das Falsche zu tun, wenn ich jetzt aus ‚Zeitdruck‘ und dem Ungewissen abbreche. Es ist eine unglaubliche Last von Tag zu Tag…
Mammsie
Beiträge: 84
Registriert: 26:05:2023 11:05

Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von Mammsie »

Hallo, gut, dass du dich hier meldest.
Ich kenne diese Situation. Es ist eine Qual.
Was ich dir sagen an: am Anfang ist die hormonelle Umstellung schon heftig. Dadurch sind die depressiven Symptome manchmal stärker. Das pendelt sich meist wieder ein.
Escitalopram kann man in der Schwangerschaft nehmen. Du kannst dich auch auf embryotox beraten lassen. Nimm gerne engmaschig Gespräche mit einem Psychiater/Psychiaterin wahr.
Die Übelkeit kann sich bald schon bessern. Auch hierfür kann es gute Medis geben, die dir helfen. Hast du da schon was bekommen?
Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Symptome sich einpendeln.
Hole dir Hilfe. Du bist nicht allein!
Alles Gute!!
alibo79
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Re: Schwangerschaftsdepression

Beitrag von alibo79 »

Auch ein herzliches Willkommen von mir.
Ich kann mir sehr vorstellen, was für einen gedankenstrudel du aktuell steckst. Ich könnte mir aber wirklich vorstellen, dass sehr viel aktuell durch die Hormone mit beeinflusst wird und auch eventuell ein akutes krankheitsgeschehen mit der Depression. Du bekommst ja jetzt Medikamente. Und mit Sicherheit wird sich da einiges klären. Sobald die Medikamente anfangen zu wirken und du dich besser fühlst. Aktuell habe ich eine Kollegin, die auch mit dem ersten Kind schwanger ist und es ging ihr doch in gewisser Weise ähnlich wie dir. Die Schwangerschaft war nicht geplant und kam sehr überraschend. Anfänglich hatte sie sehr viel Übelkeit und kreislaufprobleme und auch psychische auffälligkeiten entwickelt. Ich hatte ihr da zu geraten Auch unbedingt ihren frauenarzt ins Vertrauen zu ziehen. Und der hat ihre mentale Gesundheit, sehr ernst genommen. Nachdem quasi interveniert wurde und sie sich langsam stabilisieren konnte, kam immer mehr die Freude über die Schwangerschaft und auf das Baby.
Gibt es von deiner letzten Episode eventuell einen Therapeuten, an den du dich wenden könntest? Oder vielleicht auch schon eine Hebamme, Die kontaktiert wurde mit der du über deine sorgen sprechen kannst?
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
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