Mich interessiert, wie viel Unterstützung ihr im Alltag von euren Eltern, Geschwistern oder anderen Familienangehörigen bekommt. Sowohl in ganz normalen, stabilen Lebensphasen als auch dann, wenn es euch vielleicht einmal nicht so gut geht oder ihr besonders viel um die Ohren habt.
Kommt eure Mutter beispielsweise auch mal vorbei und macht eine Ladung Wäsche, saugt durch, räumt etwas auf oder bringt Essen mit? Oder besteht die Unterstützung eher darin, dass sie die Kinder mal nimmt, damit ihr Zeit für euch habt oder Dinge erledigen könnt? Vielleicht ist es bei euch auch ganz anders.
Ich frage mich auch, wie das bei euch ist, wenn ihr psychisch oder körperlich gerade nicht so belastbar seid. Könnt ihr dann selbstverständlich mehr Hilfe in Anspruch nehmen, oder versucht ihr trotzdem, Haushalt und Kinderbetreuung weitgehend allein zu stemmen?
Ich bin selbst Mutter von zwei kleinen Kindern und alleinerziehend. Aktuell geht es mir aufgrund der postpartalen Depression psychisch nicht so gut, weshalb ich momentan deutlich mehr Unterstützung bekomme als sonst. Meine Mutter hilft mir häufiger, und ich habe eine Haushaltshilfe, die mir viel im Haushalt abnimmt.
Einerseits bin ich unglaublich dankbar für diese Entlastung. Andererseits merke ich, dass ich mich immer wieder frage, ob es normal ist, so viel Hilfe zu brauchen, und ob ich irgendwann wieder alles allein schaffen werde.
Ich reflektiere momentan sehr viel, vielleicht manchmal sogar zu viel, und merke dabei, dass ich vermutlich schon früh gelernt habe, Hilfe zu brauchen oder anzunehmen mit Schwäche und Versagen zu verbinden. Vielleicht habe ich irgendwann verinnerlicht, dass man etwas nicht richtig auf die Reihe bekommt, wenn man es nicht allein schafft.
Das Interessante ist, dass ich diesen Maßstab überhaupt nicht an andere Menschen anlege. Wenn eine andere Mutter erzählt, dass ihre Familie sie unterstützt oder dass sie eine Haushaltshilfe hat, würde ich niemals denken, dass sie deshalb versagt hat. Im Gegenteil, ich würde mich für sie freuen, dass sie Entlastung bekommt.
Nur bei mir selbst fällt mir das unfassbar schwer. Ich kann rational verstehen, dass Unterstützung etwas Normales ist und dass man nicht alles allein schaffen muss. Emotional fühlt es sich für mich aber oft so an, als würde ich damit beweisen, dass ich es nicht hinbekomme. Ich fühle mich, als hätte ich versagt und hab starke Schuldgefühle und Ängste, es NIEMALS WIEDER ZU SCHAFFEN.... dann stellt sich mir auf die Frage kriegen manche vielleicht sogar auch Unterstützung auch wenn sie stabil sind, ist das nur mein Gedanke mein Glaubenssatz?
Deshalb würde ich gerne einmal von euren Erfahrungen hören, um meinen eigenen Blick darauf vielleicht ein bisschen zu erweitern.
- Wie viel Unterstützung bekommt ihr im Alltag, wenn es euch gut geht und ihr psychisch stabil seid?
- Wie verändert sich das, wenn ihr krank seid, erschöpft seid oder eine schwierige Phase durchmacht?
- Ist es für euch selbstverständlich, dass eure Eltern auch mal im Haushalt mithelfen, Wäsche machen oder Essen vorbeibringen? Oder besteht die Unterstützung eher in der Kinderbetreuung?
- Wie ist es bei euch, wenn ihr alleinerziehend seid oder keinen Partner habt, mit dem ihr euch die alltäglichen Aufgaben teilen könnt?
- Und wie fühlt es sich für euch an, Hilfe anzunehmen? Könnt ihr das selbstverständlich tun, oder müsst ihr euch manchmal auch erst überwinden?
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, zu bewerten, welches Familienmodell besser ist oder wie viel Hilfe jemand bekommen sollte. Ich weiß auch, dass jede Familie anders ist und unterschiedliche Möglichkeiten hat.
Ich würde einfach gerne verstehen, was in anderen Familien gelebt wird, und mir selbst erlauben lernen, Unterstützung nicht automatisch als persönliches Versagen zu betrachten.
Ich freue mich über ehrliche Erfahrungen, ganz egal, wie es bei euch aussieht.