Wunschschwangerschaft trotz PPD

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Anke
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Beitrag von Anke »

Hallo zusammen,

ehrlich gesagt verstehe ich diese Diskussion nicht so ganz.

Es sollte doch eigentlich so sein, dass eine Frau (längere Zeit) gesund sein sollte, bevor sie - nach einer (schweren) PPD - ein weiteres Kind möchte.

Ich kann doch nicht (noch) Medikamente nehmen und mich bewußt für weiteren Nachwuchs entscheiden!?

Auch wenn es gute Vorbeugemaßnahmen gibt, sollte die "Grundvoraussetzung" stimmen. "Bauchgefühl" oder "Altersabstand der Kinder" hin oder her.
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."
fiona

Ich bin soweit

Beitrag von fiona »

hallo Anke,

Du hast recht. Irgendwie wird alles angesprochen. Aber ich denke das jede Frau für sich wissen sollte wann es soweit ist oder nicht.

Ich möchte kein Risiko eingehen und die AD absetzen. Ich fühle mich geheilt und fühle mich dazu bereit.

Die PPD ist bei mir kein Thema mehr und ich müsste die AD eigentlich nur noch bis ende dieses Jahres einnehmen. Trotzdem kann die hormonelle Umstellung die eine SSchaft mit sich bringt einen Rückfall bzw. Depressionen auslösen und das möchte ich auf keinen Fall. Geheilt hin oder her. Wir haben das in uns und es kann ausgelöst werden oder auch nicht.

Dieses Risiko möchte ich aber nicht eingehen. Mein Familienglück möchte ich nicht zerstören.

Das hört sich vielleicht etwas egoistisch an aber wenn es mir nicht gut geht dann leidet meine ganze Familie drunter. Ich muss an erster Linie an mich denken. Nur so kann ich meine Familie mit voller Kraft unterstützen.

Wenn ich es richtig verstanden habe würdest Du es nicht riskieren. Gut, dann hast Deine Entscheidung getroffen.
Zora

Beitrag von Zora »

Hallo, Anke.

Natürlich wäre es gut, wenn eine Frau komplett gesund ist, bevor sie ein weiteres Kind bekommt. Aber ich denke, dass sich niemand anmaßen kann, zu sagen, wie es zu sein hat, denn das kann nur jede Frau individuell für sich entscheiden - ob sie noch Medikamente nehmen will, oder nicht - das ist allein ihre Sache.
Ich zum Beispiel leide schon seit ich Kind bin an Depressionen (bin auch erblich vorbelastet), und mir ging es noch nie so gut wie jetzt, wo ich zum ersten Mal in meinem Leben AD nehme. Deswegen werde ich auch auf jeden Fall während einer nächsten Schwangerschaft ein AD nehmen, auch wenn es (minimale) Risiken mit sich bringt. Das habe ich so für mich entschieden, und ich denke, das muss akzeptiert und auch respektiert werden.
Ava

Beitrag von Ava »

Hallo Fiona,

du willst dein Familienglück nicht zerstören? Wie gut, dass du so denkst!
Wenn Du es damit ernst meinst, dann rate ich dir, Deine PPD, die du hattest, nicht einfach so auf die leichte Schulter zu nehmen. Ein zweites Kind ist ein Risiko, auch wenn du das nicht gerne hören willst. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass Du Dich in irgendeiner Weise gut auf eine zweite Schwangerschaft vorbereiten willst oder auch nur den leisesten Gedanken daran verschwendest, dass es dich tatsächlich wieder treffen kann. Hau-Ruck und durch, und nur aufs Bauchgefühl achten reicht leider nicht, das finde ich total verantwortungslos und (selbst)-zerstörerisch.
Ich bin übrigens nicht wütend, aber ärgerlich. Und sehr sehr ratlos, wenn ich deine Zeilen lese, und ich befürchte, dass es zu spät für eine Einsicht von Deiner Seite ist - du bist schon mittendrin im Loslegen.
Ich wünsche Dir, dass Du innehalten kannst, und dass Du zu Dir selbst kommst, und dass Du zu Deiner PPD stehen kannst und sie wirklich verarbeitest, bevor Du Dich für ein zweites Kind entscheidest.
So wie Du da herangehst, Hau-Ruck und Loslegen, und her mit dem zweiten Kind, dmit zerstörst du, wenn Du Pech hast, Deine Familie tatsächlich - und Dich noch dazu.
Was mich verärgert ist die Tatsache, dass es hier manchmal Frauen gibt wie Du, die sich anscheinend mit unangenehmen Dingen, die nun einmal zu einer PPD-Geschichte dazugehören, nicht befassen wollen. Es geht ihnen wieder gut und sie tun so, als hätten sie nie PPD gehabt. Aber das ist eine Falle und kann sich bitter rächen - leider.
Ich wünsche Dir trotzdem alles Gute.

Ava
Balu

Beitrag von Balu »

Liebe Fiona,

hier ist eine ziemlich kontroverse Diskussion entstanden. Ich kann beide Seiten sehr gut verstehen. Ava kann ich verstehen, weil sie sich sicher an einem anderen Punkt befindet als Du Fiona. Wir sollten ihre Meinung ernst nehmen und ruhig so stehen lassen. Sie geht für sich sehr verantwortungsvoll mit der für uns alle schweren Zeit um. Und in ihren Worten sehe ich auch noch Unsicherheit und Angst. Das ist völlig o.k. und darf auch gesagt werden!

Dich allerdings Fiona kann ich 100 % verstehen. Deine Geschichte könnte irgendwie auch meine sein. Auch mein inneres Kind hat nach den Geburten so sehr leiden und weinen müssen. Die früher emotional nicht erreichbare Mutter hat auch bei mir die Depressionen ausgelöst.

Und ich sage Dir/Euch, man kann es schaffen sich den depressiven Gefühlen zu stellen, sie anzusehen und zu sagen: o.k. ihr seid jetzt da aber ich weiss und ich habe es erlebt, dass ihr auch wieder weggeht und ich versuche nicht so große Ängste zu bekommen. Dann kann man ganz anders durch diese Zeit gehen.

Und bei Dir habe ich das Gefühl, Du hast die Depr. Phase ein Stückchen hinter Dir gelassen und wärest bereit auf eine neue Begegnung. Du bist wirklich ein ganzes Stückchen gewachsen an der Krankheit so wie ich auch. Heute berate ich erkrankte Frauen und versuche, sie zu bestärken und sie positiv mit der absolut nötigen Tiefe zu begleiten.

Du hast fast euphorische Gefühle und auch das ist toll, geniesse sie. Wenn Du sie jetzt schon mal wieder spüren kannst, werden sie auch immer in Deinem Leben wieder kommen. Leider auch die Einbrüche aber man kommt besser damit zurecht.

Ich finde es absolut richtig - ob mit AD oder ohne - dass Du in die Zukunft schaust. Deine Vergangenheit hast Du schon etwas bearbeitet. Daher kannst Du auch nach vorne schauen. Auch dass Du Deine Familie schützen willst ist legitim. Allerdings würde mich noch interessieren, ob Du in der ersten SS psych. Probleme hattest. Wenn Du Dich nämlich sehr gut gefühlt hast, liegt die Vermutung nahe, dass es Dir in einer weiteren SS wieder gut gehen würde. Aber sei ruhig vorsichtig, Du wirst es für Dich entscheiden.

Liebe Steffi, es ist schön, dass meine Worte Dich erreichen. Du kannst mir auch eine PN senden. Dann teile ich Dir meine e-mail Adresse mit. Dann kannst Du auch später Kontakt mit mir aufnehmen. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie das mit der PN funktioniert. Und ausserdem lese ich schon immer noch einiges hier mit. Aber halt nicht überall.

Alles Liebe Euch

Balu
Anke
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Beitrag von Anke »

Hallo Fiona,

für mich gilt eine Frau als gesund bzw. geheilt, wenn sie nach einer PPD vor allem keine Medikamente mehr einnehmen muss. Und das ist der Fall, wenn es ihr eine gewisse Zeit gut geht, sie stabil ist, ihr Leben (mit Kind) wieder leben und genießen kann und wieder "die Alte" ist.

Ich möchte gerne noch ein zweites Kind (mein Sohn wird bald 7 Jahre), auch wenn meine PPD schlichtweg die Hölle war und meine erste Ehe dadurch in die Brüche ging. Aber die Bedingungen für ein zweites Kind sind bei mir völlig anders.

Hallo Zora,

so wie Du Deine Meinung hier schreibst, tue ich es auch. Selbstverständlich muss jede Frau selbst entscheiden, ob bzw. wann sie ein zweites Kind möchte. Wir hier können lediglich unsere Erfahrungswerte Euch mit auf den Weg geben. Die Erfahrungen an sich muss jede selber sammeln.

Zur Medikamenten-Frage nochmals: ich würde jedoch nicht mit einem gebrochenen Bein Bergwandern gehen.
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."
Zora

Beitrag von Zora »

Gebrochenes Bein??? Der Vergleich "hinkt"... ;-) Also, ich hätte dann ein "gebrochenes Bein", wenn ich KEINE Medikamente nehmen würde. Du würdest doch auch keiner Diabetikerin dazu raten, niemals Kinder zu kriegen, es sei denn, sie nimmt kein Insulin mehr?? Oder anders: Dürfte eine Frau mit chronischen Schmerzen in der Schwangerschaft keine Medikamente nehmen, und müsste neun Monate lang Todesqualen leiden??? Demnach dürfen ja Frauen, die Medikamente nehmen, überhaupt nie schwanger werden. Es gibt nun mal Frauen, die ohne Medikamente nicht leben können, und diesen zu verbieten, Kinder zu kriegen, finde ich, ehrlich gesagt, diskriminierend!
Ava

Beitrag von Ava »

Hallo Zora und Fiona,

ich finde, dass Anke es auf den Punkt gebracht hat und stimme ihr zu - ich persönlich glaube, dass ihr einfach nicht bereit seit, das Risiko eines Rückfalls zu sehen und zu bedenken. Ihr seid so beseelt und besessen vom Kinderwunsch, dass Euch alles egal ist und ihr Euer Glück erzwingen wollt wie trotzige Kinder - bis ihr, wenn ihr Pech habt, auf die Schnauze fallt. Das finde ich dermaßen super-verantwortungslos!! Ihr setzt damit nicht nur Eure Gesundheit, sondern auch Euer Familienleben aufs Spiel und die Partnerschaft noch dazu.
Ich habe zwei Kinder und hatte zwei Mal PPD. Meine Partnerschaft ist nach der zweiten PPD zerbrochen. Heute geht es mir nach einer ziemlich katastrophalen Zeit sehr gut, ich lebe inzwischen alleine mit meinen beiden Töchtern, habe mich gut eingerichtet in meinem neuen Leben und fühle mich rundherum wohl, auch wenn alles so ganz anders gekommen ist, als ich es mir gewünscht hätte. Rückschauend war es leichtsinnig von mir, so guten Mutes auf eine zweite Schwangerschaft zuzugehen - ich wünsche Euch, dass es Euch nicht wie mir geht - aber dass ihr mit gebrochenem Bein unbedingt auf die Piste und Schuß den Steilhang runter fahren müßt, das ist Roulette, sonst gar nichts - die Tatsache, dass ihr ein AD nehmt und es Euch damit besser geht, heißt ganz eindeutig, dass ihr nicht gesund seid. Nicht gesund ein zweites Kind zu bekommen ist ein totales Risiko. Diese Sätze werden Euch vermutlich genausowenig erreichen wie das, was ich schon dazu geschrieben habe. Ihr wollt sowieso nur das hören, was ihr selbst glaubt - dass es toll ist, so aus dem Bauch heraus und weil ihr Euch gut fühlt u nd super drauf seid, noch dazu mit AD, ein zweites Kind zu kriegen. Das finde ich echt schlimm, und es nervt mich, so etwas in einem so gutem Forum wie diesem zu lesen, dazu fällt mir absolut nichts mehr ein, ich habe alles dazu gesagt und deshalb ziehe ich mich aus der Diskussion zurück.
Ava
fiona

warum klammert Du so an Deinen Qualen?

Beitrag von fiona »

hallo Ava,

wow Du gehst ja richtig ran! Gönnst Du mir das nicht?

Du gehörst zu vielen Frauen die noch meines erachtens im "dunkeln" sitzen. Du bist einfach noch nicht soweit und kannst meine Freude an meinem Leben nicht verstehen.

Hoffentlich wirst Du irgendwann Dein Ärgen und Deine Wut in eine Kiste packen können.

So und während Du das machst genieße ich mein Leben und freue mich schon auf das nächstes würmchen.

Ich wünsche Dir eine gute Nacht und ärger Dich nicht zu viel das bringt nur Falten!:!:
fiona

Zora hilfe, wir werden attakiert!

Beitrag von fiona »

Hallo Schwester,

oh man wie schwer müssen es diese Frauen gehabt haben.

Wenn ich aber zurückschaue hatte ich es auch nicht einfach. Mein Kind wollte nichts mehr von mir wissen und das mit 1,5 Jahren. Ist das nicht das schlimmste was einer Mutter passieren kann?

Klar ich nehme noch AD aber wie Du geschrieben hast. Soll ich deswegen auf mein Kind verzichten? Andere nehmen Alcohol zu sich oder rauchen oder haben ziemliche Probleme während der Sschwaft.

Alles das kann zu komplikationen führen. Abgesehen davon bin ich eh vom Schicksal getroffen.

In meiner Familie ist das Downsyndrom sehr verbreitet und ich musste mich bereits in der ersten Sschwaft auf öfftere Besuche beim Arzt einstellen und habe ständig mit der Angst gelebt, das Baby könnte krank sein.

Ich kenne mich so gut in diesem Gebiet aus wie die anderen und nehme nichts auf die leichte Schulter.

Wie könnte ich nur mich selbst hintergehen und nur das sehen wollen was rosa rot ist und nicht dunkel wie eine PPD sein kann.

Zu Deiner Frage: die ersten drei Monate war ich sehr Depressiv aber danach ging es eigentlich. Ich glaube, das war ganz normal.

Ich denke wirklich, dass es viel mit meiner Kindheit zu tun hat.

liebe starke grüße
Zora

Beitrag von Zora »

Hallo, Ava!

Ich finde deinen Beitrag ziemlich unverschämt! Auch ich schätze dieses Forum sehr und finde es schade, dass du Fiona und mich - und vor allem auch andere Frauen, denen es ähnlich geht - durch solche voreingenommenen Sätze entmutigst!
Was weißt du denn schon über mich, meine Reflektion gegenüber meiner Krankheit und meinen Gesundungsprozess? - NICHTS!
Dass du zweimal an PPD erkrankt bist und letztendlich deine Beziehung daran zerbrochen ist, tut mir sehr leid, aber bitte projeziere es deshalb nicht auf alle anderen Frauen, die sich noch ein zweites Kind wünschen.

Also erstmal: Mein Kinderwunsch ist nicht "dringend", und ich muss auch nicht sofort schwanger werden! Ich schätze das Risiko eines Rückfalls SEHR realistisch ein, und genau deshalb habe ich beschlossen, nur MIT AD schwanger zu werden.
Ich bin einer von den Menschen, die leider ihr ganzes Leben schon an Depressionen gelitten haben, ebenso mein Vater, Bruder, Onkel, meine Tante, Cousine und Schwester. Alle müssen wir Medikamente nehmen, nur leider - oder vielleicht "zum Glück" wurde mir während der PPD klar, dass ich schon viel früher hätte behandelt werden müssen. Jetzt, wo ich Medikamente nehme, geht es mir so gut wie nie! Ich würde aber jederzeit wieder krank werden, wenn ich kein AD mehr nehmen würde, und das auch, wenn ich noch 10 Jahre warten würde. So gesehen hast du recht, ich bin krank, und werde es immer sein. Aber willst du mir jetzt wirklich sagen, dass ich nun nie wieder schwanger werden darf, nur weil ich leider zu den Frauen gehöre, die Zeit ihres Lebens ein Medikament nehmen müssen (so wie es leider auch bei vielen anderen Erkrankungen ist, s.z.B. Diabetes, Morbus Chron, Asthma etc. ...). Das finde ich absolut diskriminierend, selbstherrlich und ungerecht! Vor allem ist es aber auch ein hinterwäldlerischer Umgang mit der Depression als Erkrankung, die man wie jede andere Krankheit sehr ernst nehmen muss.
Wenn du zu den Frauen gehörst, die ihr AD nach einiger Zeit ohne Probleme absetzen können, dann freue ich mich wirklich für dich! Aber es gibt leider Frauen, die auf diese Medikamente sehr lange oder aber auch für immer angewiesen sind, und damit sehr gut leben können, viel besser, als es ihnen ohne AD jemals möglich wäre! Und ich finde es eine Frechheit, zu behaupten - vor allem, ohne diese Menschen wirklich zu kennen - dass sie gedankenlos und leichtsinnig sind und keine Kinder bekommen sollten, weil sie AD einnehmen!
Ich hoffe, du liest diesen Beitrag noch, bevor du dich aus der Diskussion "zurückziehst", denn ich möchte nicht von dir als naiv und unverantwortlich eingestuft werden, denn das bin ich absolut nicht! Ich mache mir SEHR viele Gedanken über dieses Thema, und ich denke, die Frauen, die sich auch noch ein zweites Kind wünschen, tun das ebenfalls.
Mara

Beitrag von Mara »

Hallo,
hier geht es ja hoch her. Letztendlich muss jede tun, was sie für richtig hält.
Ich bin mir sicher, dass man sich auch mit einem Kind gut einrichten kann, ohne deshalb auch nur traurig zu sein. Ist ne Frage der Einstellung, in meinen Augen.
Ich bin glücklich mit meiner Tochter. Sie ist klasse und ich genieße mein Leben, seit 2 Jahren ohne AD.
Ich habe mich - wie schon geschrieben - gegen ein 2. Kind entschieden. Nicht bei jeder kann die Therapie und Auseinandersetzung mit dem inneren Kind heilen. Denn sie Ursachen der PPD sind vielfältig. Bei manchen ist es z.B. organisch und da sind die Chance, erneut zu erkranken auch vielleicht größer. Ich habe weniger Angst davor, dass eine 2. SS genauso schlimm wäre wie bisher, sondern, dass es schlimmer wäre. Schlimm wäre eine postpatale Psychose. Klinikaufenthalt über Monate, oder wenn kein Medikament mehr helfen will. Etc.
Sicher, ich bin keine Optimistin, aber ich will das Schicksal nicht herausfordern.
Ich kann Ava verstehen. Vielleicht will sie Euch vor einer Erfahrung bewahren, die sie schmerzhaft machen musste?
Mara
Nora

Beitrag von Nora »

Guten Morgen,

ich gehöre auch zu den Frauen, die sich bewußt gegen ein 2. Kind entschieden haben. Ich nehme seit 1 Jahr kein AD mehr und es geht mir soweit gut. Trotzdem ist mir das Risiko einfach zu groß, erneut an einer PPD zu erkranken. Mein Mann und und ich haben auch nicht lange überlegen müssen. Es war eine furchtbare Zeit für ihn und für mich und die Erinnerung daran ist noch sehr present. Auch wenn sicherlich im Laufe der Jahre das Gute überwiegen wird, hat mich das doch so geprägt, dass ich das Risiko nicht eingehen werde - ganz bewußt um meine Familie und mich zu schützen. Ich habe mich gefragt, was sollte wohl der Grund für mich sein, ein 2. Kind zu bekommen? Und ich konnte ganz ehrlich sagen: ich will damit das, was ich bei meinem ersten Kind nicht erleben durfte - eine schöne Entbindung, das Genießen der ersten Babyzeit, etc. Ich will also etwas haben, was ich beim ersten Mal nicht erleben durfte. Und dann dachte ich: o.k. das ist nicht fair und ein schlechter Grund für ein 2. Kind. Also habe ich mich dagegen entscheiden und es geht mir gut damit.
Die Entscheidung liegt bei jedem selbst und jeder hat andere Beweggründe. Ich kann Ava in ihrer Reaktion sehr gut verstehen. Sie hat die Erfahrung bereits gemacht und wollte sicherlich nur davon berichten und anderen aufzeigen, dass es leider auch schlecht laufen kann.

Viele Grüße
Nora
Anke
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Beitrag von Anke »

Hallo Zora,

ich gehe von dem Fall aus, der mit Sicherheit überwiegend zutrifft: eine Frau bekommt nach ihrem (ersten) Kind eine PPD.
In der Schwangerschaft und auch in ihrem bisherigen Leben hatte sie keine depressiven Phasen. Es trifft sie also wie ein "Blitzschlag". Hierzu zähle ich mich auch.
Die Krankheit ist sehr gut heilbar ist und die allermeisten Frauen können auch danach wieder ohne Medikamente leben.

Von den Frauen, die leider schon vor der Schwangerschaft depressiv waren und auf Grund dessen oder auf Grund anderer Krankheiten (!) Medizin nehmen müssen, habe ich nicht gesprochen. Hier sehen die Voraussetzungen bzw. Bedingungen vielleicht anders aus.

Es geht darum, dass die alten Wunden, nämlich die überstandene PPD, erst geheilt sein müssen, bevor evtl. neue Wunden hinzukommen.
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."
Melli79

Beitrag von Melli79 »

Hallo an alle!!!

Ich habe die Diskussion hier in letzter Zeit verfolgt und es ging ja ganz schön hoch her.

Obwohl ich nichts neues zu dem Thema beitragen kann möchte ich gerne folgendes los werden:

Ich wünsche mir sehnlichst ein zweites Kind, an manchen Tagen aber bin ich froh das es noch nicht so weit ist und das sind die Tage, an denen mir meine Ängste sehr zu schaffen machen. :cry:

Mein Bauch sagt Du willst aber was zur Zeit viel wichtiger ist , ist daß mein Verstand sagt ich soll warten bis ich wieder 100 prozent fit bin :!: :!

Ob man mit oder ohne AD schwanger wird sollte jeder selber entscheiden können, doch so lange es auch nur den leisesten Zweifel daran gibt ob man noch eine Baby bekommen möchte oder nicht, finde ich sollte man noch warten und sich die Zeit gönnen um wirklich gesund zu sein.

Auch ich neige teilweise dazu mir etwas schön zu reden, doch weiß ich noch all zu gut wie schlimm ich mich gefühlt habe und das möchte ich so nicht wieder. Ich leide schon insgesamt 11 Jahre an der Krankheit, weil sie nicht behandelt wurde, es gab Höhen und Tiefen, als wir vor zwei Jahren Nachwuchs planten (Gespräche darüber führten), hat es mich total umgehauen und das schlimmer als je zuvor. :(

Ich will keinen abschrecken oder entmutigen, aber ich glaube nur wer wieder ganz gesund ist darf sich die Hoffnung machen das der Kelch beim zweiten Mal an ihm vorüber geht :!:


Liebe Grüße

Melli
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