Schafft man es auch ohne Medis?

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Kristine

Schafft man es auch ohne Medis?

Beitrag von Kristine »

Schafft man es auch ohne Medis?
00julchen

Beitrag von 00julchen »

Gute Frage.. hm, ich denke es kommt darauf an, wie schwer die PPD ist und welche Sympthome man hat. Es gibt ja Frauen, denen ne Gesprächstherapie oder sogar nur die Gespräche mit ihrem Psychiater helfen(habe selbst mal mit so einer auf der Kontaktliste telefoniert). Aber in den meisten Fällen ist es wohl doch nötig ne zeitlang ein AD zu nehmen.
sol

Beitrag von sol »

Ich denke, man kann es versuchen, es ohne Medis zu schaffen. Es gibt viele alternative Moeglichkeiten wie z.B. synergetische Therapie etc. aber es ist verdammt schwer. Ich habe mich auch lange gegen Medis gesperrt. Die Folge war aus einer PPD ist dann die totale ERschoepfungsdepression geworden und mein Koerper hat mir einfach mit Schmerzen gezeigt, dass ich eine Auszeit brauche. Ich war dann freiwillig fuer 2 1/2 Wochen in der Klinik, habe 3 Wochen ein AD genommen, dass mich nur noch Schlaflos gemacht hat... HAbe dann alles abgesetzt und habe es geschafft in der Kur mein Gleichgewicht wieder zu finden. Nun versuche ich nur noch naturheilkundlich zu arbeiten... Dies geht nur mit der tollen Unterstuetzung von meinem Mann und Aerzten die dies unterstuetzen. Ein AD zu nehmen bedeutet einfach eine Kruecke zu benutzen.
Wenn du willst, kannst du, Kristine, mir eine PN schicken. Uberlegst du gerade, ob du ein Medi nehmen willst? Man muss immer schauen, wo man steht. Es gibt verschiedene Wege gesund zu werden und die Krise zu meistern.
Gruss Sol
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Marika
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Beitrag von Marika »

Hallo Kristine!

Ich schließe mich Julchen an. Es kommt ganz sicher darauf an, wie schwer die PPD ausgeprägt ist, welche Symptome da sind und wohl auch wie schwer der persönliche Leidensdruck ist.

Es gibt sicher eine Grenze bei der PPD und Depressionen allgemein, bei denen es ohne Medis nicht mehr geht. Die Betroffenen sind dann so tief drinnen, dass sie gar nicht mehr fähig sind, sich auf eine Therapie einzulassen. Dann sind Medikamente erstmal nötig, um der Erkrankten wieder ein bissl Boden unter den Füssen zu verschaffen. Dann ist auch eine Verhaltens/Psycho/Gesprächstherapie sehr, sehr erfolgreich - ich sage sogar, eine Therapie ist dann der Hauptfaktor zur Genesung. Die Medikamente sind eigentlich "nur" eine Art Krücke, um am Anfang besser durch den Alltag zu kommen und nicht mehr so arg in Depri Löcher zu fallen.

Ich persönlich hatte keine Chance ohne Medis auszukommen. Der Leidensdruck wurde nach nur 2 Wochen so enorm, dass ich alles genommen hätte, nur damit dieser Zustand aufhört. Mit einem AD, einer Verhaltens/Psychotherapie und der alternativen Medizin (Bachblüten, TCM, Kinesiologie) bin ich heute nach 2,5 Jahren wieder "heil". Ich bin im Moment sogar am Reduzieren meines AD dran und es sieht gut aus, dass ich in absehbarer Zeit ohne AD mein Leben meistern kann! :D

Alles Gute für dich!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
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