Abtreibung

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Engel79

Abtreibung

Beitrag von Engel79 »

Hallo ihr Lieben.

Ich habe sehr lange überlegt ob ich mein Problem hier reinschreiben sollte, nachdem ich gelesen habe, daß sehr viele von euch einen Kinderwunsch haben. Ich hoffe, daß ich hier nicht "zerfleischt" und mit irgendwelchen Anti-Abtreibungsseiten beschossen werde.

Ich habe Ende Oktober erfahren, daß ich schwanger bin und mich - nach anfänglicher Skepsis - auf das Kind gefreut. Ich wollte es bekommen, auch wenn meine private Situation alles andere als toll ist. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Zweifel und eigentlich ohne einen Grund sagte mein Kopf irgendwann einfach "Nein". Auch mein Herz schaltete sich aus und so entschloss ich mich zu einem SS-Abbruch. Eigentlich stehe ich zu dieser Entscheidung, aber mittlerweile frage ich mich sehr nach den Hintergründen (vorallem weil ich das Gefühl habe, den AB etwas zu bereuen) und ich habe das Gefühl, daß die Probleme mit meiner Tochter bzw. die Depression unbewußt eine sehr große Rolle gespielt haben. Ich habe die letzte SS in irgendeiner Form mit meiner Tochter verbunden (in welchem Zusammenhang kann ich nicht rauskriegen) und ab und an, wenn ich mich bei jedwelchen Trauer-Gefühlen für das Ungeborene "entdecke" merke ich, daß ich an sie denke. Es ist so seltsam, für mich selbst nicht richtig zu verstehen. Meine Gefühle diesbezüglich kann ich einfach nicht sortieren und deuten. Ich bekomme sie nicht beisammen. In meinem Kopf herrscht Chaos und ich kriege meine Gedanken nicht zu logischen Erklärungen ... Mir fällt es schwer, diesen Beitrag zu schreiben. Weil mir einfach die Worte fehlen und ich nicht beschreiben kann was ich denke. Weil ich selbst nicht weiß, was ich denke.

Naja ... Ich hoffe, ihr zerreißt mich nicht in der Luft. Mir fällt alles schwer genug ...

Ina
Red-headed-woman

Beitrag von Red-headed-woman »

Ina....lass dich virtuell in den Arm nehmen!!!! *drück*

Du hast für dich entschieden. Jeder darf das, jeder muss das für sich tun.

Es kommt immer auf die eigene, die persönliche Situation an. Du hast dich für einen SS-Abruch entschieden und ICH verurteile dich nicht.

Zwar kenne ich deine Geschichte nicht, aber aus den paar Zeilen höre ich, dass ein weiteres Zwergerl gerade nicht gepaßt hätte.

Die Trauer und die Fragen, die du mom. empfindest sind normal und gehören zu diesem Prozess, den Frau durchmacht, wenn sie solch Gefühle empfunden, wie du sie empfunden hast!!!!

Ich kann dir nachfühlen, in deiner Trauer....

Es war eine gute Entscheidung und die Gefühle, die du derzeit empfindest gehören zum "Heilungsprozess" hinzu.

Ein ganz herzlicher Drücker zum Abschluß...
Suse07

Beitrag von Suse07 »

Hallo Ina,

so ein Quatsch - hier zerfleischt dich doch Niemand!!!

Ist doch DEIN Leben und DEINE Entscheidung!!!

Bist du denn in Therapie, dass du mal professionell über diese traurigen Gedanken und die Übertragung auf deine Tochter sprechen kannst?
Das Ganze ist ja nun auch noch nicht sooo lange her.
Kann mir nur vorstellen, dass es auch seine Zeit braucht, um verarbeitet zu werden?!

LG,
Suse
beka25

Beitrag von beka25 »

Hi Du!!!!

Ich drück Dich ganz fest! Ich kann Dich sehr gut verstehen. Wenn ich wieder schwanger würde, würd ich auch an einen Abbruch denken.
Lass Dir Zeit! Es ist doch ganz klar, daß Du trauerst, auch wenn Du Dich selber dagegen entschieden hast. Es heißt ja nicht, daß man nicht trauern darf wenn man etwas tut, wovon man denkt es sei für einen selber das beste...
Fühl Dich umarmt...
LG
Ava

Beitrag von Ava »

Hallo Ina,

wie alt ist Deine Tochter? Vielleicht wolltest Du ihr kein Geschwister zumuten, vielleicht fandest Du es zu früh? Egal, warum Du Dich für den Abbruch entschieden hast - ich weiß von Freundinnen, die auch Abbrüche hatten, dass das eine Entscheidung ist, die man nicht einfach so wegsteckt - es dauert, es zu verkraften. Ich glaube nicht, dass Dich hier irgendjemand verurteilen wird dafür - und Du selbst solltest Dich auch nicht dafür verurteilen - Du hast so entschieden, weil Dein Kopf und Dein Herz es Dir gesagt haben - und Du kannst doch auch später vielleicht noch ein zweites Kind bekommen. Sicher hast Du Deine Gründe zu schreiben, dass Deine Situation alles andere als toll ist. Wahrscheinlich wolltest Du dem Baby das nicht zumuten. Schöpf´erst einmal Kraft und mach´Dir keine Vorwürfe. Das hast Du nicht verdient, ganz egal, warum Du Dich gegen das Kind entschieden hast.

Alles Gute

Ava
Ava

Beitrag von Ava »

Hallo Ina,

wie alt ist Deine Tochter? Vielleicht wolltest Du ihr kein Geschwister zumuten, vielleicht fandest Du es zu früh? Egal, warum Du Dich für den Abbruch entschieden hast - ich weiß von Freundinnen, die auch Abbrüche hatten, dass das eine Entscheidung ist, die man nicht einfach so wegsteckt - es dauert, es zu verkraften. Ich glaube nicht, dass Dich hier irgendjemand verurteilen wird dafür - und Du selbst solltest Dich auch nicht dafür verurteilen - Du hast so entschieden, weil Dein Kopf und Dein Herz es Dir gesagt haben - und Du kannst doch auch später vielleicht noch ein zweites Kind bekommen. Sicher hast Du Deine Gründe zu schreiben, dass Deine Situation alles andere als toll ist. Wahrscheinlich wolltest Du dem Baby das nicht zumuten. Schöpf´erst einmal Kraft und mach´Dir keine Vorwürfe. Das hast Du nicht verdient, ganz egal, warum Du Dich gegen das Kind entschieden hast.

Alles Gute

Ava
shilamaus

Beitrag von shilamaus »

Ich denke hier wird dich niemand zerfleischen.

So eine Entscheidung muss man für sich selber machen und da sollte einem eh niemand reinreden. Denke nach einer Abtreibung geht es keiner Frau gut, denn irgendwie hat man doch Gefühle für das Ungeborene oft unbewusst.

Fühl dich gedrückt
Patricia

Beitrag von Patricia »

Hallo,

acuh ich würde niemaden dafür verurteilen, es ist Dein Leben und Deine Entscheidung, die Du getroffen hast.

Sicher war das eine der schersten Entscheidungen in Deinem Leben und ich denke Beschimpfungen sind das letze, was Du nun gebreuchen kannst.

Trotzdem denke ich, dass Du hier nicht ganz richtig bist. Zumindest nicht, was das Thema Abtreiung angeht.

Bei meinem Baby bestand der Verdacht auf eine schwere Krankheit und daher weiß ich nur zu gut, wie manche aus der Umwelt reagieren wenn man nur den Gedanken an Abtreibung hat.

Es gibt aber ein Forum, in dem geht es allen Frauen wie Dir. Die haben sich entweder mit dem Gedankena auseinander gesetzt oder haben bereits abgetrieben. Einige ganz frisch, eineige schon vor langer Zeit.

Ich schick Dir einfach mal den Link per PN.

LG

Patricia
Engel79

Beitrag von Engel79 »

Hallo,

danke für eure lieben Antworten.

@Patricia: Danke für den Link, ich bin bereits in diesem Forum angemeldet. Es ist sehr hilfreich, wenn man sich noch mitten im Konflikt befindet und eine Entscheidung sucht. Es ist auch sehr hilfreich, wenn man einen AB hat vornehmen lassen und es hinterher bereut und man leidet. Es ist aber nicht sehr hilfreich, wenn man seine Entscheidung nicht bereut aber dennoch irgendwo schreiben möchte. Mein Problem ist nicht der Abbruch selbst, vllt. kam das in meinem Beitrag nicht so gut rüber. Mein Problem liegt eher darin, daß ich denke mich aufgrund der Sorgen mit meiner Tochter damals (der Depression etc.) letztendlich für den Abbruch entschieden zu haben und daß ich darauf eben für mich keine Antworten bekomme.

@Ava: Meine Tochter ist 3,5. Sie ist mein 2.Kind .... ihr Bruder ist gerade 5 geworden.

LG Ina
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