Wie geht ihr mit sachen um, die nicht zu ändern sind?

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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00julchen

Wie geht ihr mit sachen um, die nicht zu ändern sind?

Beitrag von 00julchen »

hi,

meine depression ist schon lange vorbei, aber ich nehme immernoch trevilor. eigentlich hatte ich vor in den nächsten wochen zu reduzieren, aber immer machen mir die äußeren umstände einen strich durch die rechnung. im moment habe ich 2 sachen, an denen ich sehr zu knabbern habe und die mich immer wieder runterziehen.

ich habe 2 freundinnen,bei denen eine der freundschaften beendet wurde (kannte sie 6 jahre lang) und ich bis heute die gründe nicht recht nachvollziehen kann und die andere war/ ist meine beste freundin zu der der der kontakt (ca 20 jahre kannte ich sie) auch am boden ist. es sah nach vor kurzem noch nach einem neuanfang aus, aber sie will nicht mit mir reden und macht mir immer vorwürfe.

habe vor kurzem eine therapie angefangen und die therapeutin meinte, daß manche freundschaften nicht mehr passen, wenn man sich durch depression und therapie ändert. ich habe dann gesagt, daß ich sehr unter dem verlust leide und sie meinte, daß sich schon neue freundschaften ergeben werden und ich schauen soll, was ich für mich tun kann.

leider gibt es nix, was ich tun kann, um mich abzulenken. mir versetzt es jedes mal einen stich, wen ich daran denke, daß ich beide freundschaften innerhalb kürzester zeit verloren habe. und da ich mit beiden über alles reden konnte, fehlt mir halt jetzt jemand, mit dem ich über mein problem reden kann.

wie geht ihr mit sowas um?
Zuletzt geändert von 00julchen am 03:08:2010 20:15, insgesamt 1-mal geändert.
Lotesse

Beitrag von Lotesse »

Hallo Julchen,

bei mir ist auch eine langjährige Freundschaft in die Brüche gegangen. Zwar schon vor ca. 2 Jahren, aber ich habe immer noch daran zu knabbern, weil die Person, die ich für meine beste Freundin gehalten habe, mich sehr, sehr tief verletzt hat. Wir kennen uns seit der Schule, seit knapp 20 Jahren jetzt.

Weil wir vor 2 Jahren hierher gezogen sind, habe ich hier auch keine Freundschaften, die so tief gehen, dass ich mit denen darüber reden kann. Freunde zu verlieren schmerzt. Und dann nicht über den Schmerz reden zu können, macht den Schmerz doppelt so schlimm.

Tja, wie gehe ich damit um? Ich schreibe. Weil ich hier auch keine richtigen Ansprechpartner habe außer meinem Mann und meine beste Freundin meist nicht erreichbar ist (wir können nur telefonieren, weil sie knapp 600 km weit weg wohnt), schreibe ich mir meinen Kummer von der Seele. Mit der Hand und jeden Abend ein bisschen. Das hilft zumindest ein wenig.

Vielleicht findest Du einen Weg, Deine Verletzung auszudrücken. Wenn Du nicht schreiben magst, kannst Du es ja mal mit malen versuchen. Du musst Deinen Kummer ausdrücken und rauslassen, dann wird es ein bisschen leichter, damit umzugehen.

Fühl Dich mal doll gedrückt,

Lotesse
Aussie

Freunde, die einem gut tun

Beitrag von Aussie »

Hallo Julchen
ich mußte schmunzeln, als ich Deine Zeilen gelesen habe...Ich habe vor einigen Jahren auch Freunde verloren, die mir einfach nicht mehr gut getan haben. Ich habe den Kontakt dann aber auch bewußt nicht mehr forciert. Heute weiß ich, daß es gut für mich war und die wahren und wichtigen Freunde sind trotz Krankheit geblieben, auch wenn ich manche nicht sehr oft sehe wegen der räumlichen Trennung.
und seit wir eine Familie sind, haben wir auch neue gute Freunde dazugewonnen, die uns gut tun.
Wichtig ist jedenfalls zu spüren, wer einem gut tut und wer nicht.
Einen schönen Abend noch
Andrea
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