Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

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Barbara
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Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von Barbara »

Hallo ihr lieben
heute war ich den ersten Tag in der Tagesklinik und die Ärztin meinte ich solle mit Sertralin 25 mg in der früh anfangen.
Derzeit nehme ich zum Schlafen 25 mg Amitriptylin jedoch kann ich mit dem nicht immer gut schlafen.
Meine Ängste sind seid dem Amitriptylin weg. Nun habe ich Angst das sie mit dem Sertralin wieder kommen
kann mir jemand sagen wie ihr das Sertralin vertragen habt und was mich auch interessiert ob es den logisch ist,
in der früh den Antrieb zu steigern und am Abend dagegen zu wirken ???

lg wäre lieb wenn mir jemand weiterhilft
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Aktuell seit 12/2014 Angststörung mit Panikattacken und Depression

Seit 22.12.14 - Amitriptylin 30 mg
Seit 07.02.15 - Sertralin 50 mg
Seit 01.04.15 - Sertralin 75 mg
inga1983

Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von inga1983 »

Hallo Barbara,

ich schreibe dir mal wieder :D

Darf ich mal fragen, warum das Ami bei dir nicht einfach höher dosiert wird? Über deine niedrige Dosis haben wir ja bereits neulich schon gesprochen. Das Ami bekommt von dir doch gar nicht du Chance antidepressiv zu wirken.

Beispiel: Du hast Kopfschmerzen und nimmt eine Schmerztablette. Wenn du nur ein 1 viertel der notigen ganzen Tablette abknabberst, wirst du wohl weiterhin Kopfschmerzen haben...
Ich verstehe da die Ärzte nicht ganz. Statt endlich eine angemessene Dosis vom Ami zu nehmen, sollst du jetzt lieber noch ein 2. AD nehmen? Darunter würde ich an deiner Stelle dann keinesfalls mehr stillen. Die beiden ADs können sich gegenseitig verstärken.

Und zu deiner Sertralin + Ami -Kombi kann ich dir auch noch meine persönliche Erfahrung berichten:

Ich habe ja vor etwa 9 Wochen abgestillt und bin dann trotz Ami in ein Tief abgerutscht. Verstanden habe ich das nicht, aber im nachhinein denke ich, dass es wirklich am Hormonumschwung lag. Ich habe erst versucht, dass Ami auf 150mg zu erhöhen. Aber ich fühlte mich davon irgendwie innerlich aggressiv. Also bin ich wieder auf die 100mg zurück und fragte meine Ärztin, ob sie mir nicht für morgens Sertralin verschreiben könnte. Die wollte erst nicht, weil sie meinte, dass wäre keine günstige Kombi. Aber nach Betteln hat sie es mir dann doch verschrieben. Ich hatte früher schon mal Sertralin, wo es mir lange gut geholfen hat. Daher wollte ich diese Kombi, in der Hoffnung, dass ich mich schnell wieder besser fühle.
Tja, was soll ich sagen...das ganze ging voll nach hinten los. Schon beim Einschleichen der ersten 25 mg fühlte ich mich am 2. Tag noch mehr depri als sonst. Ich habe mir das mit einer manchmal bei SSRI auftretenden Erstverschlimmerung schöngeredet. Aber von Tag zu Tag ging es mir immer schlechter. Am 18.01.15 hatten wir Taufe und an diesem Tag habe ich mich so depressiv gefühlt, wie noch nie in meinem Leben. Da hatte ich das Sertralin bereits seit 17 Tagen genommen (mittlerweile dann morgens 75mg Sertralin und abends 75mg Ami). In einem anderen Forum schilderte ich mein Problem und dort berichtete mir ein Mitglied, dass er mit sertralin in der Kombi mit Ami ähnliches erlebt hat. Er gab mir den Rat, das Sertralin wieder abzusetzen. Ich fühlte mich hin und her gerissen und hatte Angst, dass es nicht das Sertralin war, was mich nach so tief unten beförderte, sondern meine Depression sich von allein so verschlechtert hat. Habe mich dann entschieden, dass Sertralin innerhalb von 4 Tagen wieder auszuschleichen. Und??? Mir ging es von Tag zu Tag wieder besser. Jetzt nehme ich es schon seit 12 Tagen nicht mehr und mein Ami habe ich wieder auf 100mg geschraubt. Ich fühle mich nun wirklich wieder ganz gut. Nicht perfekt, aber 1000mal besser als unter beiden ADs.

Du kannst das natürlich selbst ausprobieren. Medis wirken ja bei jedem anders. Aber erhöh doch um himmelswillen erstmal die Ami-Dosis. Eine Monotherapie ist immer am besten, besonders beim Stillen. 2 ADs oder mehr nimmt man eigentlich nur, wenn das 1. über einen angemessenen Zeitraum und in richtiger Dosierung (!!!) nicht hilft. Besprich das mal mit deiner Ärztin aus der Tagesklinik. Frag sie doch mal, warum in der Packungsbeilage bei Depressionen von einer Standarddosis von 75m-150mg geschrieben wird.

Du eierst jetzt seit Wochen mit deiner Minidosis herum und wunderst dich, dass kein positiver Durchbruch kommt. Ich meine das nicht böse, aber ich kann es irgendwie nicht nachvollziehen.

Liebe Grüße, Inga
inga1983

Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von inga1983 »

Was hast du denn - neben der durch das Ami behobenen Angst - noch für Symptome?

Für besseres Ein- und Durchschlafen kannst du ja (wie schon gesagt) mehr vom Ami nehmen.

Hast du keinen Antrieb? Fühlst du dich traurig?
Bei mir ist es so, dass wenn die Traurigkeit durch das AD verschwindet, dann bekomme ich generell wieder mehr Lust zu Unternehmungen und bin dann aktiver.

Zu deiner Frage: Ja man kann morgens ein antriebssteigerndes AD nehmen und abends ein sedierendes. Mir persönlich ist allerdings nie ein großer Unterschied zwischen Sertralin und Ami hinsichtlich der Antriebssteigerung aufgefallen. Ich habe das Sertralin damals etwa 2 1/2 Jahre in Monotherapie genommen. Mir ging es sehr gut damit und natürlich war ich fit. Aber das war ich mit dem Ami seit der Geburt auch. Bei mir ist es wie gesagt so, dass der Antrieb automatisch kommt, wenn die niedergeschlagene Stimmung und die Ängste behoben sind.
Astrid77

Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von Astrid77 »

ich nehme seit 17 tagen Sertralin und kann eigentlich keine großartige Antriebssteigerung feststellen. Übrigens waren die ersten 10 Tage Horror. ich habe teilweise weder gegessen noch getrunken, mir war einfach soooo Übel von den Tabletten und der Depression halt. Bin rumgerannt wie ein Roboter und hatte x Panikattacken. Trotzdem musste ich voll funktionieren, da wir ausgerechnet übersiedeln mussten. Horror hoch 10! Naja, jetzt geht es langsam, aber die Berichte von manchen Leuten, sie würden morgens nach der Einnahme von Sertralin regelrecht aufblühen, dem kann ich noch nicht so ganz zustimmen.
Sanna
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Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von Sanna »

Ich kann dir zu beiden Media nichts sagen, nehme aber morgens ein AD, das den Antrieb steigert und abends ein sedierendes AD. Mir hilft diese Kombi sehr gut, um morgens gut aus dem Bett zu kommen und abends gut ein- bzw. durchzuschlafen.

Vielleicht konnte dir das eine Hilfe sein.

LG, Sanna
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Barbara
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Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von Barbara »

Danke für eure Antworten. Warum ich nicht höher gehe ... mir wurde von den Ärzten gesagt das ab 50 mg ich nicht mehr stillen kann.
Außerdem hab ich ehrlich gesagt Angst vor den Medikamenten. Ich hatte so schlimme Panik Attacken das ich froh bin das sie nicht mehr da sind. Ich habe Angst das wenn ich diese Medikamente nehme bzw. das Ami erhöhe dieser Zustand wieder kommt.
Daher habe ich auch Angst das Sertralin zu nehmen.
Ich weiß nicht warum ich jetzt das Sertralin nehmen soll und das Ami nicht erhöht wird ???

Was ich jetzt noch habe:
- Grübeln am Abend
- Wegen dem Grübeln nicht schlafen können (mal klappt es mal nicht) also in einer Woche sind es ca. 2 Nächte wo ich nicht so gut schlafe und wenn besondere Ereignisse sind also Probleme oder viel Stress dann klappt es nicht

- Abends bin ich komischer weise immer Fit und nicht müde
- etwas Angst vorm Schlafen
- ab und an ein leere Gefühl


Weg sind:
- Panick Attacken
- Angst
- Zwangsgedanken
- Herzrasen
- Zittern
- Schwindel
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Barbara
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Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von Barbara »

Probleme in Gang zu kommen habe ich übrigens überhaupt nicht. Voraussetzung ist, ich kann schlafen.
Ich bin eher überdreht an manchen Tagen und brauch immer Aktion (eine rund um Beschäftigung am Tag), Staubsauge oder Putze den ganzen Tag die Wohnung um mich ab zu lenken von den Gedanken "kann ich heute schlafen"
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engelchen2012

Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von engelchen2012 »

Hallo!

Frag doch mal bei embryotox nach wie sich das mit dem stillen unter deinem AD verhält. Ich habe mich diese woche dort beraten lassen und mir wurde gesagt, dass ich sowohl während der ss als auch der stillzeit mit meinem AD (allerdings sertralin) so hoch gehen kann wie normalerweise auch.

Lg
inga1983

Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von inga1983 »

Hallo Barbara,

also das mit den 50mg bezüglich des Stillens ist Blödsinn. Da sind zwei ADs viel unsicherer in Kombination. Ich habe 9 Monate unter 100mg Ami gestillt, fast 7 Monate davon voll. Abgesprochen war das mit meinem Gynäkologen, dem Chefarzt der Kinderklinik, meiner Psychiaterin und schlussendlich habe ich mir noch meinen "Segen" von embryotox geben lassen. Alle haben Entwarnung gegeben. Von allen bekam ich die Rückmeldung, dass zum Ami während der SS und Stillzeit viele Erfahrungen vorliegen, da es eines der ältesten und immr noch eines der am häufigsten verschriebenen ADs ist.

Das deine Angst/ Panik unter einer Dosiserhöhung vom Ami wieder zunimmt, ist eher unwahrscheinlich. Eher sollte es dann noch stärker angstlösend sein...

Embryotox will Privatpersonen zum Stillen eigentlich keine Auskunft geben. Lass deine Ärztin in deinem Beisein da anrufen. So habe ich es mit meiner Psychiaterin gemacht. Dann bekommt ihr beide die gleiche Auskunft und sie kann dir dann endlich eine höhere Dosis verordnen :wink: Im übrigen wird ihr dann auch gesagt, dass eine Monotherapie immer am ungefährlichsten und besser überschaubar ist.

Deine Symptome decken sich annähernd mit meinen. Ich hatte bisher lediglich noch keine handfeste Panikattacke...zum Glück!
Wenn das Ami in einer so niedirgen Dosis schon einige deiner Symptome behoben bzw. gelindert hat, dann wäre die Dosiserhöhung erst recht ratsam. Es schein ja bei dir das richtige AD zu sein, dass Wirkung zeigt.

Ich hatte nach der Geburt meines 1. Sohnes ja auch massive Schlafprobleme. Das Ami hat da gut geholfen.
inga1983

Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von inga1983 »

mhm... warum sollst du morgens eigentlich ein antriebssteigerndes AD nehmen, wenn du schon von allein so viel Antrieb hast, dass du an manchen Tagen nicht stillsitzen kannst :shock:

Entweder du und deine Ärztin reden irgendwie aneinander vorbei oder die Dame ist völlig inkompetent!
inga1983

Re: Erster Tag in der Tagesklinik - Sertralin + Amitriptylin

Beitrag von inga1983 »

ich nochmal :D

In den ersten Wochen der Einnahme von SSRI (zu denen ja das Sertralin gehört) kommt es häufig zu einer Angststeigerung und eventuell mehr Panik. Das sollte sich im idealfall nach spätestens 1-3 Wochen wieder bessern. Das deine Ängste also kurzfristig durch das Sertralin wieder "auftauchen" wäre nicht auszuschließen. War bei mir leider auch so als ich die 17 Tage das Sertralin zusätzlich genommen habe.

Mein Sohn war in der Stillzeit übrigens völlig unauffällig. Und das, obwohl ich ja sofort nach der Geburt mit den 100mg begonnen habe.
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