Hilfe - ich darf langsam absetzen

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Dian
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Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Dian » 13:02:2019 23:17

Ihr Lieben,
Seit April 2018 nehme ich Mirtazapin (30mg abends). Da es mir nun schon lange gut geht darf ich lt. Ärztin anfangen zu reduzieren. Meine Ärztin sagt von 30mg auf 22,5mg auf 15mg auf 7,5mg und 0....immer in 6 Wochen Abständen und sobald es mir schlechter geht wieder eindosieren.

Ich muss zugeben, ich hab echt Respekt vor dem Absetzen und mich noch nicht ran getraut obwohl meine Ärztin vor 1 Woche ihr okay gab.

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Ist der Absetzplan eurer Meinung nach okay?

Ich würde auch wegen der Gewichtszunahme (20kg) gerne bald absetzen.

LG
06/2014 Geburt der 1. Tochter - keine PPD
11/2017 Geburt der 2. Tochter
04/2018 Diagnose Belastungsstörung und PPD

aktuell 30 mg Mirtazapin und Gesprächstherapie

Anke
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Anke » 14:02:2019 9:51

Hallo Dian,

das klingt nach einem guten Absetz-Plan.

Erstens sind die Dosierungsschritte und Intervalle gut durchdacht und zweitens geht es ins Frühjahr hin.
Meiner Meinung nach perfekt zum Reduzieren.

Und falls Du Dir doch unsicher sein solltest, verlängere die Intervalle auf z. B. 8 Wochen oder kontaktiere Deine Ärztin.
Vertraue auf ihre Erfahrung und Einschätzung.

Ich wünsche Dir alles Gute dabei!
Viele Grüße von Anke

"Die Zeit heilt alle Wunden..."

Graureiherin
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Graureiherin » 14:02:2019 22:00

Hallo Du,

ich will Dir Mut machen. Bei mir ging das Absetzen von Mirtazapin völlig problemlos. Ich habe ebenfalls ganz langsam reduziert und am Schluss sogar einige Zeit ein kleines Bröckelchen genommen (meine Ärztin meinte lächelnd, dass das gar nicht nötig wäre). Das war aber einfach für meine Psyche gut.

Du bekommst auch immer mehr Vertrauen, wenn Du merkst "Ah es geht ja". Zudem bist Du nicht mehr in der akuten Phase, Deine Psyche hatte schon Zeit sich zu stabilisieren, Du hast schon an Dir gearbeitet, das sind Voraussetzungen. Natürlich habe ich zu Beginn der Reduktion bei den kleinsten Symptömchen gedacht, dass es am Reduzieren liegt. Aber diese Angst gehört zum Absetzen einfach dazu. Man sollte diesen Gedanken zu viel Gewicht geben. Ich weiß, leicht gesagt, bisweilen schwer umzusetzen, aber machbar!

Alles Gute Dir!

Die Graureiherin
postpartale Zwangserkrankung 10/2012
Cipralex bis 2014
Rückschlag 2015, wieder Escitalopram bis 15mg
langsame Reduzierung auf 5 mg Escitalopram seit Juli 2017
Verhaltenstherapie beendet seit September 2017

Graureiherin
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Graureiherin » 14:02:2019 22:02

nanu, ich habe mich zweimal verschrieben :D ...

ich meinte das sind GUTE Voraussetzungen

und man darf den Gedanken NICHT zu viel Gewicht geben.
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engelchen2012
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von engelchen2012 » 17:02:2019 10:54

auch ich möchte dir mut machen!

ich konnte das mirtazapin auch ohne probleme ausschleichen. allerdings habe ich sowieso noch das sertralin parallel genommen. aber ich habe überhaupt keinen unterschied gemerkt, ob ich jetzt 30mg oder weniger vom mirta genommen habe. und solltest du dir unsicher sein, kannst du einfach wieder hochgehen bzw. "nur" reduzieren, aber vielleicht nicht ganz absetzen.

die sonne scheint, wir bekommen wieder mehr vitamin d, es könnte klappen!!

lg
seit 25.12.2013 kein mirtazapin mehr
seit 16.02.2014 nur noch 100mg sertralin
seit Mitte April 2014 nur noch 50mg sertralin
Seit 12.06. ohne AD!
aktuell wieder schwanger, ET 03.04.2015
Beginn 50mg sertralin am 14.08.2014, aktuell 100mg
Geburt 2. tochter am 13.03.15, weiterhin 100mg sertralin
Seit 11.03.2016 75mg sertralin
Seit 15.07.2016 50mg sertralin
Seit 08.10.2017 25mg sertralin
Seit 05/2018 12,5mg sertralin
Ab 13.06.2018 ohne AD; Beginn Sertralin 28.12.18 50mg, 31.12.18 75mg, 14.01.19 100mg

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Marika
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Marika » 18:02:2019 9:00

Hallo,

ich hatte auch null Probleme beim Absetzen von Mirtazapin, hatte aber daneben noch mein Haupt-AD Cipralex. Gehs einfach an, mach langsam und denk nicht zuviel in die Zukunft. Es kann dir nichts passieren, auch wenn du evlt. mal einen Schritt wieder hoch musst. Das ist ja nicht schlimm, dann machst du einfach noch langsamer.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Dian
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Dian » 20:02:2019 23:43

Vielen lieben Dank euch allen. Ich werde Ende des Monats beginnen und euch auf dem Laufenden halten.
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Dian
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Dian » 10:03:2019 18:55

Ihr Lieben Mitbetroffenen,

Am Mittwoch habe ich mich überwunden und bin erstmalig abends von 30mg auf 22,5mg Mirtazapin gegangen....natürlich hat es prompt bis nach Mitternacht gedauert, bis ich schlief.

Donnerstag war mir etwas schwindlig und übel, Freitag sogar sehr schwindlig und sehr übel.
Am Samstag war alles wie weggeblasen. Ich habe mich wunderbar gefühlt.
Abends um 22 Uhr gab es also zum 4. Mal in Folge nur 22,5 mg.
Daraufhin lag ich bis fast 5 Uhr wach.

Anfangs schlug nur mein Herz fester, später kamen dann Angst, übermäßiges schwitzen und diese ziehenden Schmerzen im Brust- und Oberarmbereich dazu, die ich von der PTBS kenne....

Ich konnte dann irgendwie und mit Pausen doch noch knapp 2,5 Stunden schlafen und bin verschwitzt, mit Angst und Angstschmerzen aufgewacht. Durchfall kam dann auch noch dazu.

Im Laufe des aufstehens hat sich dann alles normalisiert und ich habe den Tag eigentlich ganz gut bis jetzt bewältigen können. Nun bin ich trotzdem sehr unsicher, wie ich mich für die kommende Nacht verhalte. Durchhalten und nochmal nur 22,5mg nehmen oder wieder aufdosieren?

Kennt jemand meine Probleme/Situation? Was ratet ihr mir? Wie lange halten diese Absetzsymptome erfahrungsgemäß?
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Dian
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Ein Abschlussbericht

Beitrag von Dian » 08:09:2019 23:57

Da Viele einfach nichts mehr von sich hören lassen, wenn es ihnen besser geht, und man so fast nur von den "schwierigen" Fällen liest, ist es mir wichtig, einen Abschlussbericht zu geben.

Ich habe, wie von der Ärztin geraten, im 6 Wochen Rhythmus reduziert. Von 30 mg auf 22,5 mg auf 15 mg auf 7,5 mg auf 3,75 mg (nur einige Tage) und dann auf 0.
Insgesamt lief das sehr gut.
Ab und an habe ich mal eine Nacht schlecht oder wenig geschlafen, meine Kopfhaut hat häufig gekribbelt und Arme oder Beine schlafen bis heute sehr schnell und oft ein.

"Clean" bin ich nun seit knapp 4 Wochen. Die großen Absetzschwierigkeiten und -symptome blieben glücklicherweise auch auf NULL bisher aus.

Positiv ist zu bemerken, dass ich in 3 Wochen (ohne etwas dafür zu tun) schon 4kg abgenommen habe.
Da ich aber insgesamt 20kg in einem knappen Jahr zugenommen habe, habe ich noch einiges vor mir.

Ich hoffe es geht mir weiterhin so gut.
Allen Mamas, die noch mittendrin stecken und vielleicht denken, es wird nie mehr hell, sei gesagt "Holt euch Hilfe! Es ist zu schaffen und dann wird es auch wieder hell!"

Herzliche Grüße
Dian
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Kikke
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Re: Hilfe - ich darf langsam absetzen

Beitrag von Kikke » 09:09:2019 6:17

Das freut mich zu hören. Ich finde es genau richtig, dass du nochmal schreibst, dass es dir besser geht. Danke! Das gibt Hoffnung
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