Sicherheit vs. Unsicherheit

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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November17
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Re: Sicherheit vs. Unsicherheit

Beitrag von November17 » 09:07:2019 10:21

Liebe Sternschnuppe,

meine Schwestern sind etwas anders gestrickt.

Sie sind älter als ich und haben viel gemeinsam unternommen. Sprich lösgelöster gewesen als ich.
Ich war als Küken immer und sehr lange mit den Eltern unterwegs, gleiche Kreise etc.

Meine Schwestern haben auch mehr ihr Ding durchgezogen. Ich erinnere mich und weiß, dass meine Eltern nicht begeistert waren und habe die Kommentare und Gespräche immer mitbekommen.

Ich bin auch die einzige Akademikerin daheim, weil es auch irgendwo immer Papas größter Wunsch war und er oft abwertend reagiert hat, dass meine Geschwister eine Ausbildung gemacht haben.

Meine Schwestern setzten durchaus schon einmal Grenzen bzw. sie können sich distanzieren m.E.
Und ich strebte immer nach Harmonie!

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Re: Sicherheit vs. Unsicherheit

Beitrag von sternschnuppe_ » 09:07:2019 12:09

Ich habe irgendwie oft den Eindruck, dass es bei euch nicht so liebevoll zugeht. Kann mich natürlich auch täuschen.

Aber sag mir jetzt bitte nicht, dass du nur wegen deinem Vater studiert hast :?

Dann kannst du von deinen großen Schwestern doch Einiges lernen :wink:

November17
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Re: Sicherheit vs. Unsicherheit

Beitrag von November17 » 09:07:2019 12:24

Hm was heißt liebevoll?!

Es läuft NORMAL(?) ab. Also große Gefühle gibt es bei uns in der Familie nicht wirklich.
Es hat uns materiell gesehen an nichts gefehlt, mein Vater hat auch versucht jeden Wunsch zu erfüllen. Aber das Selbstbewusstsein oder die Selbstständigkeit wurden weniger gefördert. Oftmals auch ein Auferlegen der Meinung, Abnahme jeglicher Tätigkeiten. Also kaum Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Ja und mit meinen Geschwistern...also mit der älteren ok mit der mittleren habe ich mich nur gekloppt. Sie wollte nur spielen unter Bedingungen. Sie hat mich oft in die Pfanne gehauen, obwohl es nicht stimmte oder ich nichts getan habe etc. Oft Anschiss für nichts eigentlich.

Ich bin auch umso verwunderter, dass die Großeltern jetzt mit den Kids kuscheln etc. Ich habe es damals nicht so empfunden und je älter wir / ich wurde umso weniger Nähe gab es. Also dass wir uns als Familienmitglieder mal umarmen, ist kaum der Fall. Eher distanziert.

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Re: Sicherheit vs. Unsicherheit

Beitrag von sternschnuppe_ » 12:07:2019 8:52

Eigentlich auch ein bisschen schade.
Ich schätze, die Gefühle gibt's schon aber werden dann bestimmt eher unterdrückt.

Wie auch immer: Man kann ja täglich Neues dazu lernen, z.B. Gefühle auszudrücken.

Ich gehe oft auch unangenehmen Gesprächen aus dem Weg. Meistens ärgere ich mich dann im stillen Kämmerlein. Meine Therapeutin hat mir gesagt, dass es immer eine Möglichkeit gibt, den Betroffenen zu sagen, was einen stört. Eigentlich kann ja auch nicht viel passieren, außer das er einen vielleicht auch nicht versteht und es eben anders sieht.
Ich denke, man kann das auch Stück für Stück lernen. Beim Partner traut man sich das ja auch zu :lol:
Auch wenn man die Harmonie gern immer hätte, es kann eben auch nicht immer alles harmonisch sein.

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Re: Sicherheit vs. Unsicherheit

Beitrag von sternschnuppe_ » 29:07:2019 19:23

Hallo ihr Lieben,

ich mal wieder :-)

Und zwar es gibt ja oft auch ZG einen Menschen auf die Gleise zu schubsen. Heute gab es einen Fall, wo ein Mann tatsächlich eine Mutter und ihr Kind auf die Gleise vor einem ICE geschubbst hat. Das Kind war tot, die Mutter konnte sich retten.

Ich frage mich, was geht in solchen Menschen vor? Ich meine, warum setzen sie das um?
Was haben sie für eine psychische Störung?

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Marika
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Re: Sicherheit vs. Unsicherheit

Beitrag von Marika » 30:07:2019 6:58

Das zu beantworten ist mega schwer, da spielt bzw. kann viel eine große Rolle spielen. Drogen, Persönlichkeitsstörungen mit Halluzinationen, Purer Haß der mit div. gesellschaftlichen Fehlentwicklungen zusammenhängt... Das kann so viel sein...

Auch ich habe das ganze natürlich mitbekommen und bin geschockt. Trotzdem: Mit uns hier hat das NICHTS zu tun. Es ist oft auch nicht so gut, wenn man sich damit zu viel beschäftigt, wenn man selber aktuell noch nicht stabil ist - das kann einen natürlich runter ziehen. Versuch hier eine ganz klare Trennlinie zwischen diesen Taten und dir selber zu ziehen. Was hier passiert ist, ist schrecklich und unfassbar... Aber mit den ZG so was zu tun, hat das Null und Nichts zu tun.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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Re: Sicherheit vs. Unsicherheit

Beitrag von sternschnuppe_ » 01:08:2019 18:36

Da hast du recht Marika, ich habe meistens gar keine Nachrichten geschaut oder gelesen. Nur an dem Fall kam man irgendwie nicht vorbei und man fragt sich dann, was die Leute umtreibt, die sowas tatsächlich in die Tat umsetzen. Ich schätze Zwängler wären weniger ängstlich, wenn es nicht diese Menschen gäbe, die es tun.

Nun hab ich aber gelesen, dass der Mann wohl unter Paranoia litt und Stimmen gehört haben soll. Er hatte sich sogar schon in psychiatrische Behandlung begeben. Umso krasser, dass da scheinbar nicht ausreichend geholfen wurde...
Aber wie du schon gesagt hast, ZG hatte er sicher keine.

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