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Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 21:06:2026 11:54
von Marika
Das kommt alles noch, Schritt für Schritt. Du hast eine schwere Erkrankung erlitten, das braucht Zeit. Es braucht auch Zeit bis Medikamente und Therapien wirklich nachhaltig wirken. Ich brauchte auch mehrere Monate Unterstützung, die dann immer je nach Fortschritt reduziert wurde.

Hast du einen Plan für daheim? Kann dich da jemand unterstützen wenn du nach Hause kommst? Deine Sorgen und Ängste jetzt werden weniger werden, weil die Erkrankung dahinter nach und nach verschwindet.

Ich habe mich wirklich damals mit einem strukturierten Tagesplan durchgehangelt. Es war jeden Tag anfangs jemand bei mir. Dann habe ich langsam angefangen jeden Morgen mit Kind raus zu gehen unter Leute. Dann war ich viel bei meinen Eltern, habe dann Anhang bei anderen Mamas gefunden. Denen ist es auch oft schwer gefallen alleine mit dem Kind daheim zu sitzen, obwohl sie keine PPD hatten. Wir haben uns dann mit den Kindern zu Kaffee usw. getroffen. Es wäre für mich unmöglich gewesen, die ersten Monate alleine zu bleiben mit Baby.

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 21:06:2026 12:51
von Dan26
Hallo,

ja also die Unterstützung von der Familie haben wir und es ist auch der Plan das anfangs jeden Tag jemand da ist und das ich auch abends meine Auszeiten bekomme.

Darf ich fragen wie lange das bei dir anfangs gedauert hat bis du die ersten Veränderungen gespürt hast?

Lg

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 21:06:2026 13:01
von Marika
Das ist ein sehr guter Plan!

Erste kleine Lichtblicke hatte ich nach etwa 3 Monaten ab Behandlungsbeginn. Da konnte ich dann schon 1 bis 2 Stunden alleine sein. Nach 4 Monaten dann der erste Flash: zum ersten Mal habe ich da diese unglaubliche Liebe zu meinem Sohn empfunden und das Gefühl dass ich diese Krankheit besiege. Natürlich kamen noch Tiefs die sich mit solchen Lichtblicken abgewechselt haben. Das war dann oft schwer. Aber mit der Zeit wurden die guten Phasen immer mehr und länger.

Was für ein Medikament bekommst du? ❤️

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 21:06:2026 15:09
von Dan26
Hallo,

ich habe mich ja auch wirklich an seinem lächeln freuen können und hab zurück gelacht und das war ja wirklich schön, aber ich weiß nicht auf der anderen seite war ich wieder so antriebslos.

Ich bekomme nicht viel nur 25mg Sertralin und meine Schilddrüsentabletten.

LG

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 21:06:2026 16:24
von alibo79
Das ist noch sehr wenig an. Medikamenten. Ich kann mir gut vorstellen, dass was umgehend erhöht wird.
Ich denke Anfang der Woche ist wieder Visite da. Könntest du sonst fragen wie das mit dem Medikamenten weiterlaufen soll. Verträgst du es bisher ganz gut?

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 21:06:2026 16:30
von Dan26
Ja morgen ist wieder Visite.

Ja vertragen tu ich es gut.

Ja ich muss morgen eh mit dem Arzt reden.

Es ist ja auch so daß ich mich wenn ich an die Zukunft denke, wo mein Kind dann schon ein paar Monate alter ist und so auf die Zeit freue ich mich jetzt schon und Stelle mir vor wie es dann ist wenn wir gemeinsam unterwegs sind und so. Aber für die Gegenwart ist da momentan nichts positives dabei.

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 22:06:2026 10:49
von Marika
Hallo!

Wie war das Gespräch mit dem Arzt?

Ich finde es ein sehr gutes Zeichen, dass du dir bereits eine schöne Zukunft vorstellen kannst. Darauf kannst du hinarbeiten und es kann dich stärken. Die Gegenwart jetzt ist nicht schön, das darfst und sollst du auch genau so benennen. Oft geht es einfach darum an schlechten Tagen kleinste Dinge zu finden, die es ein bisschen leichter machen. Ich bekam damals von meinem Psychiater die Aufgabe ein Glückstagebuch zu führen. Jeden Tag musste mindestens eine Situation reingeschrieben werden, in der ich mich etwas besser gefühlt habe... auch wenn es nur minimal besser war und vielleicht nur wenige Sekunden angedauert hat. Z.b. Kaffeeduft, beim Duschen das warme Wasser, ein bunter Schmetterling... das war am Anfang sehr schwer, weil es so gut wie nichts gab. Aber das hat mich motiviert solche positiven Erfahrungen zu suchen. Ich habe mir also einen Kaffee gemacht und intensiv daran gerochen und geschaut was ich dabei fühle... usw... das ging dann mit der Zeit immer leichter und besser! ❤️

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 22:06:2026 11:59
von Dan26
Hallo,

also von den Medikamenten bleiben wir Mal so weil er gesagt hat das es 10-14 Tage dauert bis zur Wirkung.
Das heißt wir schauen jetzt Mal noch und dann könnten wir immer noch erhöhen.

Er hat auch gesagt das es absolut nicht schlimm ist das ich das Wochenende zu Hause "abgebrochen" habe weil es einfach nur Mal zum schauen war wie es mir geht und so.

Werde weiterhin meine Therapien machen und so.

Das mit dem Glückstagebuch ist gar keine so schlechte Idee, ich glaube das werd ich mir überlegen ob ich das nicht auch machen.

Hast du vielleicht noch einen Tipp zum Gedanken sortieren, mir schwirrt soviel im Kopf herum das ich nicht weiß wo ich anfangen soll und was genau ich mit der Therapeutin besprechen soll?

Danke und LG

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 22:06:2026 12:21
von Marika
Ich würde genau DAS mit der Therapeutin besprechen: dass dir soviel im Kopf herumschwirrt und du nicht weißt wo anfangen. Daraus ergibt sich dann sicher das Gespräch. Du kannst dir vielleicht für den Anfang einfach so Stichworte aufschreiben, was dir gerade durch den Kopf geht.

Es ist ganz normal, dass du im Moment deine Gedanken nicht sortieren kannst. Das Gehirn ist erkrankt und kann das im Moment einfach nicht wie gewohnt leisten. Das kommt nach und nach wieder. ❤️

Re: PPD und Zeit mit Kind verbringen

Verfasst: 22:06:2026 14:37
von alibo79
Ich habe damals in der Klinik auch ein positives Momente Buch führen müssen. Das war eine therapeutische Arbeit neben anderen Therapien. Genau wie bei Marika war es manchmal gar nicht so einfach etwas positives zu finden, weil meine Gefühle den ganzen Tag so düster waren. Aber mit ein bisschen Umdenken und auch mal ein bisschen in sich Hineinfühlen kamen nach und nach immer mehr positive Dinge zum Vorschein. Das ging wirklich darum, das Augenmerk auf die kleinen Dinge zu legen. Wie z.b ein sonniger Tag, die Vögel, die draußen zwitschern, ein nettes Gespräch oder auch eine Kleinigkeit, die man wieder geschafft hat was vielleicht eine Woche zuvor noch nicht möglich gewesen ist. Ich habe das oft am Abend gemacht, um mit guten Gedanken in die Nacht zu gehen. Gerade aufgrund meiner schlafstörung konnte ich dann gute Sachen Revue passieren lassen. Ich war manchmal sehr erstaunt, wenn ich die Punkte durchgezählt habe. Wie viel dann doch an einem Tag zusammenkommen, wenn man mal ganz ehrlich ist und genau hinschaut.