Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

Moderator: Moderatoren

alibo79
power user
Beiträge: 1553
Registriert: 16:06:2021 11:15

Re: Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Beitrag von alibo79 »

Das ist sehr verschieden wann man stabil ist. Das hängt von so vielen verschiedenen Faktoren ab und manchmal glaube ich, dass manche Patienten vielleicht das Glück haben, dass es schneller ausheilt und bei anderen ist es eine Geschichte, die viel Geduld braucht. Aber im allgemeinen ist es eine Krankheit, die viel Geduld und Durchhaltevermögen braucht. Und trotzdem ist es so, daß man gesund wird bzw man kommt an einen Punkt wo man sagt, so ist es gut, ich habe lebensqualität und einen guten Weg gefunden mit der Erkrankung zu leben. Damit will ich sagen, dass man im Anschluss der Krankheit unter Umständen vorsichtiger und liebevoller mit sich umgehen muss. Das ist zb bei mir so. Früher habe ich oft 60 h oder auch mehr pro Woche gearbeitet und sowas ist definitiv bei mir nicht mehr möglich. Zudem habe ich früher regelmäßig Bereitschaft Dienste bei der Arbeit gemacht und habe oft 14 Tage am Stück durch gearbeitet. Das darf ich heute definitiv nicht mehr, dann würde ich in kürzester Zeit wieder krank werden. Ich arbeite immer noch verhältnismäßig viel, dafür dass ich Kinder habe und für alles oft alleine zuständig bin. Deswegen ist es bei mir eine Balance Akt und wird zu einer Gratwanderung aufgrund der Belastungen und meiner Krankheit. Ich muss also immer aufpassen, dass ich mir nicht zuviel zumute.
Ich denke, dass du mit Sicherheit in 6-8 Wochen schon eine gewisse Stabilität hast, trotzdem musst du weiterhin mit schlechten Tagen rechnen, dass ist einfach die Krankheit, die da noch deutlich mehr Zeit braucht um richtig auszuheilen
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Benutzeravatar
SKDM33
power user
Beiträge: 108
Registriert: 22:06:2025 19:07

Re: Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Beitrag von SKDM33 »

Ich habe diese Nacht noch nicht eine einzige Minute geschlafen . Ich bin einfach nur fertig mit der Welt :(
Mayte
Beiträge: 81
Registriert: 15:09:2021 14:55

Re: Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Beitrag von Mayte »

Ja, eine Nacht ohne Schlaf ist grauenhaft und die Verzweiflung wird ganz ganz groß.
Es kann wirklich Sinn machen sich in so einer Einschleichphase was vom Arzt dazu geben zu lassen, was den Schlaf stabilisiert. Ich hatte selbst schlimme Probleme und kann das nur empfehlen!
Für heute: Versuch mal zu schauen was für Inseln du am Tag finden kannst in denen du dich ausruhen kannst. Und dann von Inselchen zu Inselchen. Es wird so nicht bleiben!
Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 10673
Registriert: 04:06:2005 16:05

Re: Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Beitrag von Marika »

Guten Morgen!

Das ist nicht gut mit der Schlaflosigkeit. Hast du eine Lorazepam gestern genommen, oder es ganz ohne versucht? Neben Lorazepam gäbe es noch Promethazin, das beruhigt auch, hilft bei beim Einschleichen eines ADs und auch beim Schlafen, macht aber nicht abhängig. Täusche ich mich, oder hast du das nicht auch bekommen? 🤔

Weiters gibt es schlafanstossende ADs, z.b. Mirtazapin, das ebenfalls sofort ab der ersten Gabe greift und sehr gut beim Schlafen hilft. Ich hatte es 5 Wochen lang zusätzlich zu Escitalopram und Xanor. Das solltest du abklären lassen, ob so etwas in Frage kommt. Diese Schlaflosigkeit hört man oft in den ersten Wochen mit AD. Und sehr oft werden Mirtazapin oder Promethazin dazu verschrieben, hast du sicher hier auch schon öfter gelesen.

Zum Stabil werden: die ersten 5 Wochen war ich ja mit Xanor und Mirtazapin zusätzlich zum Escitalopram so hoch eingestellt, dass ich keine Nebenwirkungen spürte. Danach mit Escitalopram alleine, musste ich natürlich wieder kämpfen, an mir arbeiten und auch noch viele Tiefs aushalten. Gernell kann man sagen, dass ich nach 8 Wochen nicht mehr völlig am Boden zerstört war, nach 4 Moanten alleine einen halben Tag mit meinem Sohn verbringen konnte und ich das erste Mal diese unendliche Liebe gespürt habe, nach 1 Jahr dann richtig gemerkt habe da kommt nochmal richtig Fahrt ins Gesund werden und nach 2,5 Jahren hatte ich keine Tiefs mehr. Klingt sehr lange, aber das ist wie Alibo geschrieben hat, total individuell und kann natürlich auch schneller gehen. In dieser Zeit wurde Escitalopram auch 4 x erhöht .

Bei einem SSRI dauert es 8 bis manchmal 12 Wochen, bis der ganze Wirkungsspiegel aufgebaut ist. Bei 3 Wochen Sertralin sind die Nebenwirkungen ganz oft noch sehr präsent. Hat man dich wegen yem Lorazepam zurückgerufen?❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
alibo79
power user
Beiträge: 1553
Registriert: 16:06:2021 11:15

Re: Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Beitrag von alibo79 »

Oh ja, diese Verzweiflung nach so einer Nacht ist sooo schlimm. Man sieht dann einfach gar kein Licht mehr, alles ist düster. Ich kenne es nur zu gut. Wie Mayte sagt, ist es sehr hilfreich sich an solchen Tagen Eckpunkte zu schaffen, an denen man sich durch den Tag bringt. Wie das Frühstück mit einem leckeren Kaffee und vielleicht extra noch eine Kerze anzünden, danach ein kleiner Spaziergang. Mittags ein wenig Pause machen und im Anschluss zum Bäcker gehen und dich mit einem Stück Kuchen verwöhnen. Ich weiß, daß sowas die dunklen Gefühle nicht auflösen kann, aber es hilft durch den Tag zu kommen und sich nicht komplett in diesen Sumpf zu verlieren.
Und ich finde, dass du morgen auf jeden Fall beim Arzt anrufen musst und die Schlafstörungen schilderst. Es gibt so viele Möglichkeiten, du musst das nicht aushalten und extrem leiden. Ich selbst nehme ja das Mirtazapin, ich könnte mir vorstellen, dass es dir viel Erleichterung schaffen kann, vor allem was das morgentief angeht, besprech das doch morgen eben bei der PIA. Selbst wenn dein Arzt Urlaub hat, gibt es dort normalerweise noch andere Ärzte, die das entscheiden können.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Benutzeravatar
Marika
power user
Beiträge: 10673
Registriert: 04:06:2005 16:05

Re: Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Beitrag von Marika »

Ja, ich würde auch gleich morgen bei der Pia anrufen, das muss man nicht erdulden. Nicht umsonst war ich so hoch eingestellt am Anfang ❤️
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Benutzeravatar
SKDM33
power user
Beiträge: 108
Registriert: 22:06:2025 19:07

Re: Brauche Tipps gegen negative Gedanken

Beitrag von SKDM33 »

Leider hat mich niemand zurückgerufen bei der PIA, ich rufe dort morgen aber nochmal an. Mir geht es heute so schlecht ich kann das alles einfach nicht mehr aushalten :( ich bin am Ende meiner Kräfte !
Antworten