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Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 16:06:2026 7:43
von Sternschnuppe2023
Es sind nämlich nicht so viele andere Yogalehrerinnen und wenn sie dann nur wegen mir jetzt Probleme mit ihrem Studio hat

Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 16:06:2026 9:14
von Marika
Guten Morgen!
Diese Schuldgefühle deiner Kollegin gegenüber kenne ich, ich ticke auch so. Aber du sagst es selber: hättest du eine andere "akzeptiertere" Erkrankung, müsste es auch gehen, nur hättest du wahrscheinlich diese Schuldgefühle nicht. Ich denke das hat damit zu tun, dass unterbewusst immer noch mitspielt, man müsse sich nur genug anstrengen, sich nicht so anstellen, sich zusammenreißen. Und vor allem glaube ich sitzt da tief ein "ich bin schuld an diesem Zustand" mit. Weil man lange geglaubt hat psychische Erkrankungen liegen am Patient selber und nicht an unbeeinflussbaren Prozessen im Körper. Du hast richtig gehandelt und abgesagt, es muss jetzt um DICH gehen, du musst erst wieder auf die Beine kommen.
Es freut mich dass du gestern einen besseren Tag hattest. Die 25 mg vertägst du bisher gut?

Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 16:06:2026 12:32
von Sternschnuppe2023
Ja, das denken man wäre selbst schuld dran, kommt wahrscheinlich auch daher, dass mein Therapeut mir mal folgendes erklärte: Das bei Dauerstress das System kippt.
Deshalb denke ich, hätte ich diesen Stress vermieden, wäre es soweit auch nicht wieder gekommen

.
Heute konnte ich tatsächlich auch bei der Arbeit mehrere Momente erleben, wo ich mich einfach mal wider entspannt gefühlt hab und glücklich. Das war die letzten zwei Wochen daheim sehr sehr selten.
Also bisher gott sei dank keine negativen Erscheinungen der 25mg

. Hoffe das bleibt so.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 16:06:2026 12:51
von Marika
Natürlich stimmt das mit dem Stress. Allerdings ist Stress für jeden anders, jeder hat ein ganz eigenes Nervensystem. Was dem einen gar nix macht, ist für den anderen Stress. Sehe ich bei mir immer wieder. Meinen Mann haut nix um, ich reagiere viel, viel sensibler. Mein Nervensystem ist hochsensibel hat mir mein Psychiater erklärt. Es reagiert viel schneller, das ist mir angeboren. Jetzt kann man da natürlich gegensteuern, keine Frage. Aber das hat einfach auch seine Grenzen.
Das zweite ist der biochemische Prozess im Gehirn. Dieser kann durch Stress, durch Hormone usw. extrem negativ beeinflusst werden. Es handelt sich hier - gerade nach einer Schwangerschaft und Geburt um ein hochkomplexes und sensibles Gefüge. Das kann so aus dem Lot geraten, dass man an einer Depression, Psychose erkrankt. Das ist auch "Stress", den man aber nicht beeinflussen kann. Und ein System kann so schwer erkranken, dass es Medikamente braucht, manchmal für lange, manchmal für immer wie ich. Und ich mache alles um eine gute Life-Work-Balance zu haben.
Der Vergleich meines Psychiater hat mir geholfen: es gibt Menschen mit dunklerer Haut, sie haben einen Eigenschutz in der Sonne von vielleicht 20 min. Dann gibt es Menschen mit sehr Heller Haut, sie bekommen sogar im Schatten Rötungen. Es ist von Geburt an so, das kann man nicht ändern. So ähnlich ist es auch mit dem Nervensystem.
Dein Arzt sieht das sehr einseitig finde ich. So einfach ist es nicht. Bitte lass dich nicht durch solche Aussagen verunsichern. DU BIST NICHT SCHULD! Es erschüttert mich schwer, das solche Aussagen so pauschal geäußert werden. Man weiß doch schon lage das psychische Erkrankungen nur zum Teil mit dem eigenen Verhalten zu tun haben. Diese Erkrankungen müssen endlich raus aus dem Eck "du musst dich nur mehr anstrengen" Du sagst ja auch, dass er den Stress als Mutter etwas abtut... also da gehen mir alle Hüte hoch... sorry ich möchte wirklich seine Arbeit nicht beurteilen, aber das geht für mich nicht. Da ist mir zuviel Psychosomatik dabei... ich kann ganz schlecht mit Männern umgehen, die mir als Frau die Welt erklären wollen...
Lass dich nicht verunsichern, geh deinen Weg und vor allem: vordere Unterstützung und Hilfe ein!
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 16:06:2026 17:14
von Sternschnuppe2023
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 17:06:2026 10:21
von alibo79
Liebe Sternschnuppe!
Ich möchte dir auch Antworten. Ich kann deine schuldgefühle total gut verstehen. Ich kenne dieses Gefühl auch bzw. Unterschwellig habe ich auch immer wieder Angst. Längerfristig bei der Arbeit auszufallen und damit meine Kunden hängen zu lassen und natürlich auch meine Kollegen. Ich finde das macht unterbewusst schon Druck. Und es ist wirklich so. Würdest du operiert werden und würdest deswegen eine Zeit ausfallen oder hättest bandscheibenvorfall und könntest deswegen nicht arbeiten. Wäre das für alle vom Gefühl her zwar sehr ärgerlich, aber trotzdem greifbarer und verständlicher als eine psychische Erkrankung. Meine Kollegin hat sich im Frühjahr das Knie so dermaßen verdreht dass sie bänderrisse hatte und auch erstmal ausgefallen ist und danach lange Zeit nur ganz gewisse arbeiten machen konnte, weil es mit dem kaputten Knie einfach nicht anders ging. Das war natürlich nervig, aber irgendwie haben wir uns alle damit arrangiert. Vielleicht ist es ja auch nur in unserem Kopf. Dieses Gefühl man kann den Ansprüchen nicht gerecht werden und wenn man das von außen betrachtet sehen, dass andere vielleicht gar nicht als großes Problem.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 17:06:2026 10:34
von alibo79
Zum Thema Medikamente. Ich bin gestern Abend bei Instagram hängen geblieben und hatte einen leicht esoterischen spirituellen Post gesehen. Da ging es auch um mentale Gesundheit, psychische Erkrankung und Medikamente. Ich musste mir es zu Ende angucken, habe danach aber gedacht. Das hätte ich mir auch sparen können. Letztendlich ging es darum, dass dort gesagt wurde, dass Antidepressiva etc. Natürlich völlig schädlich bzw. Überflüssig sind und man muss nur genug an seiner mentalen Gesundheit Arbeiten. An den Dingen arbeiten, die dir Stress bereiten, dann braucht man auch keine Medikamente. Tja, was soll ich dazu sagen. Klar könnte ich in einer einsamen Hütte in einem einsamen Wald leben mich durch selbst versorgung ernähren und den ganzen Tag das machen, wozu ich spaß habe. Vielleicht hätte ich dann keine Depression. Vielleicht hätte ich aber trotzdem welche. Es ist nun mal so, dass der großteil der Bevölkerung Geld verdienen muss, um davon zu leben. Man kann sich da immer fragen. Wie viel braucht man tatsächlich zum Leben, um glücklich zu sein? Wie viel braucht man, um ein Dach über den Kopf zu haben, Kleidung und genug zu essen? Die ehrliche Antwort ist dass man gar nicht so viel braucht wie man manchmal denkt, doch für mich persönlich ist es auch Luxus ein leckeres Essen zu essen, worüber ich mich freue, was ja dann auch wieder zum wohlbefinden beiträgt.
Ich will damit sagen in der Theorie ist das alles vielleicht möglich. In der Praxis sieht es dann doch bisschen anders aus. Und auch gerade als Mutter, wo man Kinder zu versorgen hat und auch dadurch viele Verantwortung trägt, ist es einfach manchmal sehr schwer möglich immer hundertprozentig auf sich zu achten.
Noch eine Anmerkung zu den Medikamenten, wenn das nach deinem Arzt so funktionieren würde, dass man sein Leben so gestaltet, dass es perfekt ist und man keine Medikamente braucht, möchte ich hier ein gegenbeispiel nennen. Ein bekannter von mir ist seit fast einem Jahr wegen Depressionen krankgeschrieben. Er musste seine Medikamente stark reduzieren. Aufgrund unklarer herzrhythmusstörung. Und es ging ihm schlecht. Es ging ihm die ganze Zeit recht schlecht. Es wurde dann ein klinikaufenthalt probiert, verschiedene Dinge wie eine kleine wiedereingliederung und nichts hat Verbesserung gebracht. Vor 4 bis 5 Wochen hatte er dann endlich die Ergebnisse seiner ganzen Untersuchungen vom Herzen wieder und es war alles in Ordnung Und es stand einer neuen medikamenteneinnahme nichts im Weg. Er hat direkt mit seinem Medikament gestartet. Es wurde jetzt nach und nach langsam hochdosiert und tatsächlich nach ca. 2 Wochen Einnahme konnte er das erste Mal wieder Freude und eine Verbesserung seine alltäglichen Situation feststellen. Die Umstände um ihn herum sind nicht anders geworden. Er hat ganz viel freie Zeit. Er kann ganz viel für sich machen. Er kann sich seine Zeit selber einteilen und sehr viele Pausen machen und trotzdem ist ein Zustand nicht besser geworden. Erst nachdem wieder die Medikamente gestartet wurden. Wenn ich dieses Beispiel mir durch den Kopf gehen lasse, dann denke ich, dass Medikamente definitiv ihre Berechtigung haben.
Ich habe viele Jahre Therapie gemacht. Viel an mir versucht zu arbeiten und einige Dinge deutlich verbessern können. Und trotzdem habe ich Depressionen und muss Medikamente nehmen und immer wieder aufpassen, dass ich mich nicht übernehme.
Du darfst dir die Unterstützung mit Medikamenten auf jeden Fall gönnen. Denn wie viel Therapie willst du machen? Was siehst du in deinem Alltag, was geändert werden muss, damit es dir schlagartig gut geht? Ich glaube, unser Leben ist zu kurz und wir haben nicht die Zeit dazu rund um die Uhr Therapie zu machen und auf uns zu achten, da du in Verantwortung, auch für dein Kind stehst. Und dann sind Medikamente in meinen Augen definitiv eine gute hilfestellung.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 17:06:2026 13:18
von Mayte
Meine damalige Therapeutin hielt auch nicht so viel von Medikamenten. Ich übrigens auch nicht, zumal ich deutlich das Gefühl hatte nicht depressiv zu sein. Aber sie hat den Moment erkannt wo wir mit der Therapie nicht weiterkamen und mein Leidensdruck zu hoch war. Dann hat sie mir geraten mich umzuschauen. So bin ich dann auch hier gelandet. Ich bin eine große Verfechterin therapeutischer Arbeit, aber ohne die medikamentöse Beruhigung hätte mein System auf diese Arbeit auch nicht mehr reagieren können. Da geht’s ja nicht - also nicht eigentlich, Real natürlich dauernd - um Ideologie und was man gerne hätte. Viele hätten gerne ne Geburt ohne Schmerzmittel, aber real passiert dann was anderes. Auch daran ist man nicht schuld. Die Aufgabe ist in Resonanz mit dem zu agieren, was passiert. Und darin den besten Weg zu finden.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 17:06:2026 17:12
von Sternschnuppe2023
Ja, das stimmt natürlich. Vielleicht ist es für die anderen erstmal zwar nervig, aber nicht weil sie einem da eine Schuld geben. Und vielleicht macht man sich da wieder viel zu viel Gedanken. Aber ich glaub, das kann ich auch nicht mehr wirklich abstellen in dem Leben

. Ich muss wohl lernen, es auszuhalten und lernen mich anderen auch mal "zumuten" zu dürfen.
Und die Geschichte von deinem Freund Alibo, zeigt es ja wirklich auch ganz klar. Dass es noch so gute Umstände sein können, aber manchmal einfach wirklich Medikamente notwendig sind.
Ich war schon immer eher ängstlich und häufiger so ein beklommenes Gefühl. Also ist es vlt auch nicht abwegig, dass ich da einfach etwas zur Unterstützung brauche.
Gerade mit Kind kann man noch so viel Ruhe und Entspannung einplanen, da kommt halt echt immer irgendwas ungeplantes, gerade, wenn sie noch so klein sind. Ich sollte vielleicht wirklich nicht die Schuld nur an meinem Verhalten suchen.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 17:06:2026 17:50
von Marika
Liebe Sternschnuppe!
Ich bin fest überzeugt davon, dass wir weder bei irgendwem, noch irgendwo die Schuld suchen sollten. Wohl aber die Auslöser, die Trigger. Eng daran knüpft dann die Haltung "Was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht"... das hat mir mein Psychiater mitgegeben und es hilft mir sogar noch heute oft in den verschiedensten Situationen, die mit meiner Erkrankung nichts zu tun haben. Denn so gehst du ins "Tun" über, wirst aktiv und kannst Lösungen finden. Schuld suchen hemmt, du richtest deinen Fokus rückwärts, aber die Vergangenheit kannst du nicht ändern. Wohl aber die Zukunft!
Mit fallen 3 Dinge noch ein zum Thema Medikamente.
Fall 1: Wenn man sich Diabetes anschaut: man kann mit ihm als Autoimmunerkrankung auf die Welt kommen und ein Leben lang auf Insulin angewiesen sein. Es hat nichts mit dem eigenen Verhalten zu tun. Und man kann ihn sich auch selber "antun" mit einer schlechten Lebensweise, den Typ 2 Diabetes. Diesen kann man sehr wohl mit dem eigenen Verhalten korrigieren. Beim Cholesterin dachte man lange es liegt nur am eigenen Verhalten, heute weiß man, dass ein hoher Cholesterin angeboren bzw. vererbt werden kann. Solche Menschen (mein Mann) können diesen durch einen gesunden Lebensstil aber nur bis max 15 % senken, das ist medizinisch aktueller Stand. Das hat er geschafft, mehr geht nicht. Der Cholesterin ist immer noch zu hoch, er braucht ein Medikament. Er war und ist schlank, raucht nicht, gesunde Ernährung, Bewegung.
Fall 2: Bluthochdruck: meine Mama hat ihn seit sie denken kann. War aber nie übergewichtig, hat nie geraucht, sie macht Bewegung und ernährt sich gesund. Das alles hat den Blutdruck positiv beeinflusst, aber er kam trotzdem nie in einen normalen Bereich. Sie braucht ein Medikament um ihn in einem gesunden Zustand zu halten.
Fall 3: die Schilddrüse, auch hier als Autoimunerkrankung möglich, oder durch Hormone (Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre) aus dem Lot. Ein gesunder Lebensstil wirkt sich positiv aus, aber oft nicht ausreichend, besonders nicht bei Autoimmun.
Ich glaube, man kann sich selber viel schaden, körperlich und psychisch. Es können auch andere dabei beteiligt sein. Da kann man dann selber gegensteuern. Aber genau so gibt es Erkrankungen die eben nicht, oder nur zu einem bestimmten Grad beeinflussbar sind. Depressionen, Angsterkrankungen, Zwänge sind biochemisch im Gehirn auch Stoffwechselerkrankungen, der Schweregrad kann aber sehr unterschiedlich sein. Und es gibt eine genetische Komponente. Früher gab es den Begriff "endogen" also "von innen kommend". Das bedeutet dass eine Stoffwechselstörung bei den Botenstoffen im Gehirn vorliegt. Man weiß heute, dass diese Anlage vererbt sein kann. Heute sagt man "Major Depression" dazu.
Übrigens weiß man seit neuestem, dass Menschen mit Migräne auf Chromosom 1 und 8 eine "Anomalie" haben, die es verhindert, dass der Körper die Schmerzimpulse in bestimmten Situationen richtig reguliert. Und früher wurde man ausgelacht und bekam zu hören: reiß dich mal zusammen. Da brauche ich dann z.b. mein Notfallmedikament, aber Entspannungsübung helfen die Anfälle zu reduzieren.
Ich glaube es gibt beides: psychische Erkrankungen die mehr von der Therapie profitieren und andere Formen, bei denen das Medikament der Gamechanger ist. Wahrscheinlich geht es darum, dass jede ihren Weg findet. Es geht um "sowohl - als auch" und weniger dass für alle das selbe Rezept passt weil alles sehr individuell ist. Deswegen muss und sollte sich niemand schuldig fühlen.

Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 17:06:2026 20:38
von alibo79
Sehr schön geschrieben. Ich möchte hier auch weder die Medikamente bewerben noch Therapie in Frage stellen. Beides hat auf jeden Fall ihre Berechtigung. Ich finde es nur sehr schade, dass die Medikamente so einen schlechten Ruf haben. Mein Psychiater sagte mir mal, dass die Medikamente keine Bonbons sind, die man einfach so bekommt, sondern schon mit bedacht und mit Sorgfalt. Übrigens mein bekannter hat den selben Psychiater wie ich. Und unser Arzt hätte ihm gerne schon eher die Medien verordnet, hat er aber nicht gemacht, da das nicht zu verantworten war bis sein Herz abgecheckt wurde. Also ich möchte damit sagen, dass in den meisten Fällen die Medikation schon sorgsam gemacht wird.
In meiner Familie hat jeder seine psychische Erkrankung, aktuell aber alle ziemlich Symptom frei. 50% von uns braucht dauerhaft Medikamente, der Rest nicht. Also ich würde sagen, dass da definitiv Genetik eine Rolle spielt.
Jeder Patient muss seinen Weg gehen und für sich finden was hilft, was gut tut und wieviel Selbsthilfe er anwenden kann. Es ist alles okay, wichtig ist doch, dass es uns gut geht


Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 17:06:2026 20:53
von Marika
Das sehe ich ganz genau so Alibo. Ich denke schon, dass es immer noch (leider) nötig ist, Antidepressiva in der Gesellschaft richtig darzustellen und ihnen die Berechtigung gegeben wird, die ihnen zusteht.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 18:06:2026 8:42
von Sternschnuppe2023
Danke, ihr Beiden

. Der Vergleich mit den anderen Erkrankungen und Medikamenten hat mir etwas geholfen

. Es ist echt irgendwie im Kopf einfach so verankert, diese Angst und Sorge vor den Medikamenten. Dachte eigentlich ich hätte das abgelegt, weil ich ja auch beim ersten Mal gemerkt hatte, wie sehr sie helfen und das die Panik und Sorgen davor unbegründet war. Aber jetzt hatte ich ja wieder so große Angst vor den Einschleichsymptomen, den Nebenwirkungen und den Sorgen, ob sie wirken.
Heute Nachmittag habe ich meinen Arzt Termin. Ich bin schon sehr gespannt und werde euch berichten.
Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 18:06:2026 10:28
von Marika
Hallo Sternschnuppe!
Ich glaube, dass hier alle froh und glücklich wären, keine Medikamente zu brauchen, denn wir alle wissen dass jedes Medikament im Körper verstoffwechselt wird und auch Stoffe dabei sind, die gerade die Leber belasten, sie filtern und stemmen muss. Da mir das sehr bewusst ist, tue ich meinem Körper daneben soviel Gutes wie möglich, damit er diese Belastung gut stemmen kann. Die Alternative ohne AD ein Leben lang Rückfälle zu haben oder neue Episoden, ist für mich völlig inakzeptabel. Sagen zu können "Juhu, ich nehme kein AD, dafür bin ich schwer krank" ist für mich keine Option.
Meine Mama und mein Mann sehen das genau so. Sie möchten nämlich mit ihren chronischen Leiden nicht frühzeitig an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt sterben. Meine Mama ist 76 und nimmt seit über 40 Jahren Blutdruck Medikamente. Sie ist gesund, hat beste Werte.
Es ist auch interessant, dass es immer noch diese Skepsis bei nötigen Medikamenten gibt und oft einfach nicht genommen werden, weil die ja "giftig" sind... aber Rauchen und Trinken ein hohes Maß an Akzeptanz in der Gesellschaft haben. Verkehrte Welt. Erkrankungen sind kein Wunschkonzert, sondern erfordern das Setzen der richtigen Schritte. Und einer dieser wichtigen Schritte sind oftmals der Einsatz von Medikamenten.
Deine Sorgen vor dem Wiederbeginn haben viele. Aber da kann man ja helfen. Du nimmst jetzt erstmal 25 mg und verträgst es gut. Solltest du weiter erhöhen und es wird holprig, gibt es Begleitmedikamente die über die ersten schwierigen Wochen sehr gut helfen. Die nimmt man nur an den Tagen wo es nötig ist, kann also selbst entscheiden. Ein verantwortungsvoller Arzt wird dich da immer kompetent beraten, ohne dir etwas aufzudrängen, aber dir auch nichts verweigern. Und dass das AD wieder wirkt ist zu einem sehr hohen Prozentsatz der Fall.
Berichte uns doch gerne von deinem Termin heute.

Re: Seit längerem Mal wieder ein Tief
Verfasst: 18:06:2026 16:53
von Sternschnuppe2023
Ihr Lieben,
So war eben bei meinem Arzt. Hab ihm das ganze Ausmaß der letzten zwei Wochen geschildert und er war sehr verständnisvoll. Also es war doch ziemlich positiv der Termin. Er meinte, dass es sich für ihn so anhört, als ob es wirklich daran liegt, dass ich das Sertralin nicht mehr genommen habe. Also das mir das Medikament hier eine Grundstabilität geschenkt hat, die dann weg war. Und ich noch nicht soweit genesen bin, dass es ganz ohne geht. Er meinte ich soll jetzt wieder hoch auf 50mg und das zwei Wochen nehmen und dann schauen, ob es schon wieder mehr Richtung Stabilität geht. Falls nicht, kann ich weiter auf 75mg hoch. So erstmal der Plan.