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mein zwischenstand

Verfasst: 04:01:2013 11:04
von engelchen2012
hallo ihr lieben!

ich wollte mich nur mal melden und euch mitteilen, wie es mir inzwischen so geht.
ich nehme seit 4 wochen valdoxan 25mg. ich merkte relativ schnell eine leichte verbesserung, nach 2 wochen ging es mir 2 tage ziemlich gut, dann wieder 2 tage nur ok, dann kam ein furchtbarer tag... ich bin zwar nicht ganz so tief gefallen wie vorher, aber es war schlimm. ich dachte, ok, einen solchen tag hält man schon aus, der nächste tag war wieder ziemlich gut, dann wieder ein paar tage, die schon irgendwie gingen. seit montag geht's aber wieder stark bergab. die letzten tage waren die hölle. morgens komme ich aus dem tief einfach nicht mehr raus, ich heule fast rund um die uhr und möchte gar nichts mehr machen. ich würde sagen, es ist fast so schlimm wie in der zeit, bevor ich in ärztlicher behandlung war. ich hatte mich eigentlich inzwischen schon so gut wie damit abgefunden, dass es ohne klinikaufenthalt nicht geht. gestern war ich dann bei meinem psychiater. er hat erst mal die dosis auf 50mg erhöht und mir auch dazu geraten, dass ich meine "notfalltabletten" (lorazepam) ruhig ab und zu nehmen kann, wenn es ganz schlecht ist und nicht erst, wenn ich kurz vorm durchdrehen bin. ich dachte halt immer, solange ich nicht alleine bin, ist es kein notfall. wir haben auch über einen klinikaufenthalt gesprochen. er wäre nicht dagegen, meint aber auch, ich kann es mit meinem umfeld (ich bzw. vorallem meine tochter werden quasi tag und nacht durch meine eltern und meinen mann abwechselnd betreut) auch ambulant schaffen, vorallem, weil ich nächste woche schon mit einer psychotherapie anfangen kann.
ich denke nur manchmal (oder eigentlich sehr oft), ich bin zu schwach, ich schaff das doch nicht. heute morgen war es wieder so furchtbar, dass ich tatsächlich eine halbe tablette lorazepam genommen habe und zack, es geht mir deutlich besser! ich habe nur wirklich angst, diese tablette dann zu oft zu nehmen und zum einen abhängig davon zu werden und zum andren dann nicht mehr zu erkennen, ob die erhöhung meines ADs überhaupt etwas bringt. aber ich bin froh, zu wissen, dass ich im notfall wirklich auch durch diese halbe tablette den tag geregelt bekomme, sollte mal wirklich keine hilfe da sein.
natürlich zweifle ich auch immer wieder, ob valdoxan überhaupt das richtige medikament ist, weil ich eigentlich etwas bräuchte, das mich in der früh bissl aufputscht! aber ich will auch nicht ständig wechseln und außerdem möchte ich meinem arzt schon auch soweit vertrauen. er kennt sich damit ja wohl am besten aus! er meinte auch, man kann evtl noch etwas anderes dazu nehmen... jetzt fange ich erst mal mit der therapie am mittwoch an, in 2 wochen bin ich wieder bei meinem arzt und dann sehen wir weiter.
ich weiß eigentlich auch gar nicht genau, was ich von euch hören möchte. aber vielleicht teilt die eine oder andere doch ihre gedanken mit mir ;o)

alles liebe und ein schönes wochenende

Verfasst: 04:01:2013 14:49
von Bommelchen
Hallo Engelchen,

genau, vertrau' Deinem Arzt! Was Du über ihn schreibst, klingt alles sehr vernünftig, so dass ich den Eindruck habe, dass Du dort in guten Händen bist. Depressionen verschwinden leider nicht innerhalb weniger Tage, auch nicht mit AD. Manchmal ist ein Wechsel des ADs tatsächlich notwendig oder die Einnahme eines weiteren Präparats. Ich habe auch zwei ADs nehmen müssen. Darüber hinaus war ich in einer Klinik. Mir hat der Aufenthalt sehr gut getan, aber da Du zuhause so wunderbar betreut wirst, würde ich an Deiner Stelle davon absehen. So bleibst Du in Deiner vertrauten Umgebung.

Mach' Dir keinen Kopf, wenn Du in Notfallsituationen zu Deinem Bedarfsmedikament greifst. Der Arzt hat Dir dazu geraten, und Du machst nicht den Eindruck, als ob Du leichtfertig damit umgehst. Und wenn es Dir richtig schlecht geht, ist es durchaus legitim, Dir Linderung zu verschaffen.

Auch wenn Du noch ganz schön zu kämpfen hast, stellt sich mir Deine Situation doch ganz positiv und hoffnungsvoll dar. Du brauchst jetzt nur noch ein wenig Geduld :-).

LG Bommelchen

Verfasst: 04:01:2013 15:26
von Sonnenschein84
Hallo Engelchen,

von dem was du schreibst, habe ich auch den Eindruck, dass du einen guten Arzt hast, dem du vertrauen kannst, der dich ernst nimmt und deine Situation auch gut einschätzen kann.

Ich kann deine Vorbehalte bezüglich deines Notfallmedikaments total gut nachvollziehen. Aber es ist ja wirklich ein Notfallmedikament, das du nur bei Bedarf nehmen kannst. Und da hast du ja zum Glück gemerkt, wie gut es dir geholfen hat. Du nimmst das ja überhaupt nicht leichtfertig und du hast nur eine halbe Tablette genommen. Außerdem bist du dir ja bewusst darüber, dass du das nicht regelmäßig über einen langen Zeitraum nimmst und du beginnst eine Therapie. Das sind alles Punkte, die sehr dafür sprechen, dass du dir keine Sorgen über eine Abhängigkeit machen musst.

Ich musste auch Lorazepam nehmen, am Anfang bestimmt 3 oder 4 mal täglich. Ich weiß gar nicht wie hoch die Tagesdosis war, aber ich bin sicher, dass sie nicht niedrig gewesen ist. Ich wollte ganz schnell, dass das Medikament abgesetzt wird, weil ich eben auch Angst hatte, davon abhängig zu werden. Es wurde dann langsam reduziert, aber es hat schon ein paar Wochen gedauert, bis ich es ganz los war. Wie gesagt, ich hatte eine sehr hohe Anfangsdosis und deswegen wollte der Arzt das auch langsam reduzieren, damit es keine "Entzugserscheinungen" gibt.
Obwohl ich ingesamt 6 Wochen Lorazepam genommen habe, gab es auch keinerlei Abhängigkeit und ich hatte wie gesagt eine sehr Hohe Dosis anfangs. Man hat auch trotzdem gemerkt, ob die Medikamente wirken oder nicht.
Deswegen mach dir nicht zu viele Sorgen mal auf das Notfallmedikament zurück zu greifen. Dafür ist es ja da.
So bewusst, wie du mit den Medikamenten umgehst, nimmst du das ganz sicher nicht zu leichtfertig.

Liebe Grüße und gute Besserung!

Verfasst: 04:01:2013 16:03
von engelchen2012
danke euch beiden schon mal für eure antworten. die haben mich grad enorm aufgebaut und auch darin bestärkt, dass ich doch nicht ganz auf dem holzweg bin...

mein arzt meinte über den stationären aufenthalt, dass es wohl in meiner situation schon auch notwendig sein kann, vorallem weil man dort die tabletteneinstellung und überwachung der nebenwirkungen einfach schneller hinbekommen kann. aber er gibt schon auch zu bedenken, dass ich dann von meinem wirklich sehr tollen umfeld weg bin und mir höchstens wieder selbstvorwüfe mache, dass ich mein kind im stich lasse und dass ich trotzdem dauernd überlege, ob daheim alles glatt läuft.
ich bin im normalfall auch der festen überzeugung, dass wir alle zusammen das auch ambulant hinbekommen! geduld hab ich zwar immer noch keine, aber ich weiß zumindest, dass es noch ganz schön dauern kann
nur in so ganz schlechten momenten seh ich einfach keinen andren weg mehr als in eine klinik zu gehen. aber sowas kennt ihr ja wahrscheinlich alle. ich warte dann einfach mal auf die therapie nächste woche, da weiß ich ja auch noch gar nicht, was auf mich zukommt... und dann wird sich irgendwann auch zeigen, ob die erhöhung der dosis was bringt. ich wusste nur nicht, dass man auch mehrere ADs kombinieren kann. aber ich weiß vermutlich so vieles noch nicht!

aber ihr macht mir mut, danke sehr!! :D