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So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 29:10:2013 10:30
von Aida
Ich wollte nur mal kurz darüber schreiben.
Gestern hatte ich Geburtstag und war auf Grund der PPD nicht in feierlaune.
Mein Partner hatte sich aber extra viel mühe gegeben mit einer Überraschung aber ich freute mich nicht so wie er sich das gewünscht hätte.
Seit der PPD haben wir starke Beziehungsprobleme, weil ich auch unter zwanghafter Eifersucht leide. Aber mein Partner sieht es nicht als Krankheit.
Gestern kam er dann gegen null Uhr nach Hause und teilte mir mit, dass er mich nicht mehr liebt und er die Trennung will.
Da bin ich total ausgerastet, wusste nicht vor und zurück, es war ganz schlimm. Ich wollte raus mich vor ein Auto werfen oder aus dem Fenster springen. Als ich dann auch noch anfing meinen Sohn, der aufgewacht war anzubrüllen und ich mich schon wie eine Tote fühlte, habe ich mir selbst den Retteungsdienst gerufen und die haben mich halb 3 nachts in die Psychiatrie gebracht.
Da bin ich nun und weiß nicht weiter.
Ich Liebe meinen Partner sehr und will weder ihn, noch meine Familie oder mein ganzes Leben verlieren.
Ich will nicht das unser Sohn ohne Eltern als solches aufwächst, ich hatte auch keine intakte Familie und habe mir für meinen Sohn immer eine gewünscht.
Mein Partner klang so entschlossen, er hat so oft gesagt, dass er mich nicht mehr liebt. Ich kann es nicht fassen.
Ich habe immer gedacht unsere Liebe ist so stark.
Ach ich weiß nicht was ich noch schreiben soll.
Ich möchte endlich aus diesem Albtraum erwachen und meine glückliche Familie zurück habeb
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 29:10:2013 11:40
von Kleineschwarze
Liebe Aida,
es tut mir sehr leid zu lesen, dass es dir so schlecht geht und ihr grosse Probleme in eurer Beziehung habt.
Ist dein Partner in deine Therapie mit eingebunden? Habt ihr gemeinsame Therapiestunden? Vielleicht ist das stationär machbar. Es wäre sicher mehr als sinnvoll.
Bei uns zu Hause kriselt es auch stark und mein Mann het gestern wieder gesagt er wünschte wir hätten kein Kind bekommen.
Für unsere Partner ist es eine grosse Belastung für uns, das Kind, sich selbst und ihre Arbeit zuständig zu sein. Etwas, was Männer häufig überfordert. Meist haben sie sich es noch weniger wie wir vorstellen können, was es heisst eine Familie zu haben und dann erst recht mit diesen Schwierigkeiten. Mein Mann hatte sich denke ich darauf verlassen, dass ich mich um alles kpmmer was mit dem Kind zu tun hat. Und jetzt muss er sich um mich und unsere Tochter kümmern, die ja leider auch noch sehr anspruchsvoll ist.
Ich wünsche dir und hoffe für dich, dass die Worte deines Partners nur aus seiner Überforderung heraus gekommen sind und ihr gemeinsam einen Weg wieder zusammen findet. Am besten mit therapeutischer Hilfe.
Denk an dich und drück dir die Daumen
Liebe Grüsse
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 29:10:2013 13:11
von engelchen2012
hallo aida!
es tut mir auch sehr leid, dass es dir so schlecht geht.
mein mann und ich hatten während meiner ganz schlechten zeit (immerhin fast 5 monate) auch ganz schöne probleme. ich dachte ständig, dass wir ganz sicher auf die scheidung zuschlittern. wir haben ständig gestritten, jeder streit war für mich wie der weltuntergang. erst vor kurzem hat mein mann gesagt, dass er sich so langsam von der zeit erholt. und ich bin seit 7 monaten wieder aus der klinik zu hause!!! ich glaube, wir können (gerade wenn es uns so schlecht geht) nicht ahnen, wie schwer das auch für unsere partner/familie ist, da hat kleinschwarze schon recht!
ich hoffe sehr, dass es dir in der klinik bald besser geht und ihr dann in ruhe nochmal über alles reden könnt! dein mann war bestimmt mit dieser ganzen situation überfordert und bereut evtl schon wieder, was er gesagt hat. gib dir und auch ihm einfach ein paar tage zeit, lasst das ganze sacken und konzentriert euch erst mal auf euch einzeln, dann könnt ihr auch wieder an eurer partnerschaft arbeiten!
ich drück dich, lg, engelchen
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 29:10:2013 17:40
von Aida
Hallo,
Ich danke euch für eure lieben Worte, das tat gut zulesen.
Ich bete dass mein Partner seine Meinung noch ändert.
Ich will das noch nicht akzeptieren.
Ich wurde Gott sei dank, von der Geschlossenen in die offene Station verlegt, die ist deutlich ruhiger und es laufen nicht so viele Leute rum die mir Angst machen.
Ich vermisse meinen Sohn furchtbar doll. Das habe ich nicht für möglich gehalten. Noch gestern Nacht sagte ich, dass mein Partner dann alleinerziehend wäre, ich könnte unseren Sohn höhstens in den Ferien besuchen, oder ähnliches. Das ich meinen kleinen schreihals aber schon nach ein paar Stunden vermisse, damit habe ich nicht gerechnet.
Und ich vermisse auch mein Partner, wenn ich sonst im Krankenhaus lag, war er immer für mich da, hat mir mit sms die Zeit versüßt, hat mich so viel wie es geht besucht.
Das ist diesmal nicht der Fall. Ich würde so gern von ihm in den Arm genommen werden.
Ich kann nicht fassen dass ich darauf jetzt für immer verzichten muss.
Meine Mutter ist jetzt bei meinem Partner und meinem Sohn und unterstützt sie.
Mein Partner wäre wohl auch sehr traurig und es tut ihm wahnsinnig leid, sagt meine Mutter, aber an seinem Entschluss hat er nix geändert.
Danke fürs lesen.
LG,Aida.
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 29:10:2013 19:42
von engelchen2012
hallo!
wie gesagt, gib ihm einfach noch zeit. er hat jetzt zeit, sich gedanken zu machen. und mit uns "kranken" ist es wirklich nicht leicht!
du musst erst mal zusehen, dass es dir besser geht. und dass du dein kind schon vermisst, ist doch ein sehr gutes zeichen! versuch, dir nicht zu viele gedanken zu machen, versuch, dich abzulenken und dir auch mal was gutes zu tun (soweit das in der klinik möglich ist; für mich war das z.b. dass ich wirklich viel zeit hatte, zu lesen und zu stricken, eine schwester hat mir auch mal ein lavendel-fußbad gemacht etc.). einfach dinge, die deiner seele gut tun!
ich wünsch dir eine gute nacht und einen hoffentlich erholsamen schlaf!
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 29:10:2013 20:00
von Aida
Ich danke dir.
Es tut so gut, sich mit euch auszutauschen, weil ihr genau wisst wie das in so ner Klinik ist. Ich fühl mich echt verstanden.
Und ich hab es tatsächlich geschafft, übern Tag etwas zu schlafen. Dann ging es mir gleich etwas...naja besser ist das falsche Wort...etwas weniger schlecht.
Ich habe auch geschafft mich etwas abzulenken.
Habe einen kleinen Fröbelstern gebastelt, was ohne Schere, die es hier ja nicht gibt, echt ewig gedauert hat.
Den kann meine Mutter dann eventuell mit zu meinem Sohn nehmen.
Danke an euch!
Euch allen eine ruhige Nacht.
Aida.
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 29:10:2013 21:24
von engelchen2012
melde dich einfach jederzeit, wenn du was loswerden willst.
mir hat das forum auch immer gut getan und tut es jetzt auch noch! es ist halt doch was anderes, sich mit betroffenen auszutauschen als "nur" mit dem arzt oder "nur" dem therapeuten oder der familie. außerdem siehst du an den vielen beispielen hier, dass dieses "alles wird wieder gut" nicht nur eine floskel ist, sondern dass es tatsächlich so ist!
mach's gut und bis bald
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 01:11:2013 15:27
von Aida
Hallo noch mal,
Heute hatte ich endlich mal ein Gespräch mit einem Arzt. Ich soll noch mindestens 3 Wochen in der Klinik bleiben. Meine Medikamente wurden noch mal erhöht und noch ein weiteres hinzufügt. Dann habe ich meinen Therapieplan bekommen, hier wird viel angeboten, mal sehen was das bringt. Wenn ich will, darf meine Mutter auch mal meinen Sohn mit zum Besuch mit bringen. Mein Partner soll auch mal mit in ein Gespräch eingebunden werden.
Die Frage, ob ich meinen Sohn sehen will, beschäftigt mich.
Einerseits vermisse ich ihn total. Andererseits habe ich Angst das ich noch zu labil bin für ein Besuch von ihm. Das ich es nicht verkrafte wenn er mit meiner Mutter wieder geht, dass mich das alles wieder aufwühlt.
Nach welcher Zeit habt ihr euer Kind/er das erste mal nach Einweisung in die Klinik wieder gesehen? Wie war das für euch?
Danke fürs Lesen.
LG, Aida.
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 01:11:2013 21:19
von engelchen2012
hallo!
ich bin an einem mittwoch in die klinik gekommen und durfte gleich samstag für eine nacht nach hause. und ich fand es furchtbar!! danach habe ich meine tochter eine woche lang nicht gesehen und auch das zweite we zu hause war nicht wirklich schön. ich war regelrecht froh, sonntag wieder "alleine" in der klinik zu sein. danach wurde es aber schnell immer besser und die kleine war auch mal unter der woche zu besuch.
einen richtigen rat kann ich dir auch nicht geben. einerseits tut dir die zeit alleine vielleicht wirklich erst mal gut, andererseits ist so eine trennung schon auch hart. ich hätte es jedoch nicht anders gekonnt!
welche medikamente nimmst du jetzt?
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 02:11:2013 11:06
von Aida
Hallo.
Also ich nehme weiterhin Morgens Trevilor jetzt allerdings erhöht auf 75mg.
Mirtazapin nehm ich auch weiterhin zur Nacht, dass wurde auf 30mg erhöht und zusätzlich bekomme ich jetzt noch morgens, mittags und abends Travor zu je 0,5mg.
Mal sehen ob das hilft. Gestern war ein ganz guter Tag, hatte einige Therapien und Termine hier, die mich ganz gut beschäftigt haben. Heute, am Samstag ist hier nix los und da versinke ich wieder in meinen Gedanken und bin nur am heulen. Appetit ist auch gleich null, Frühstück hab ich ausfallen lassen. Kann auch die Gesellschaft der Mitpatienten nicht ertragen.
Hoffentlich geht das Wochenende schnell um.
Ich konnte mich immer noch nicht dazu durchringen, meine Mutter zubitten meinen Sohn mit zubringen. Ich hab ihn jetzt 5 Tage nicht gesehen. So lange waren wir nich nie von einander getrennt. Ich hab ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Es tut mir so leid. Ich wollte nie so eine Mutter sein. Ich mach mir solche Vorwürfe!
Na gut. Ich musste das mal los werden.
Ich hoffe ihr könnt euer Wochenende genießen!
Aida
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 02:11:2013 12:50
von Sanna
Du bist keine schlechte Mutter! Du bist krank. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich war dreimal ohne meine Kinder stationär und habe mir immer gesagt: Jeder Aufenthalt ist endlich. Die Zeit geht vorbei und der Weg führt nach Hause zurück. Das wird auch bei dir so sein.
LG, Sanna
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 02:11:2013 13:48
von Kleineschwarze
Hallo Aida,
du bist keine schlechte Mutter!!!
Du bist eine gute Mutter, weil du dir helfen lässt, um dann wieder im Ganzen eine gute Mutter für deinen Sohn sein zu können!
Dein Sohn braucht eine gesunde Mutter und das ist jetzt das Ziel. Du wirst alles nachholen können, was du glaubst jetzt zu verpassen. Nur wenn du gesund bist, kannst du es auch richtig geniessen und wahrnehmen :)
Liebe Grüsse
Re: So verzweifelt, seit gestern in der geschlossenen
Verfasst: 02:11:2013 17:54
von engelchen2012
hallo aida!
ich kann sehr gut verstehen, dass du schuldgefühle hast. die hat glaub ich jeder in dieser zeit. aber die brauchst du nicht zu haben, weil du schließlich alles dafür tust, um gesund zu werden. ich glaube auch nicht, dass es deinem sohn schadet, wenn ihr jetzt längere zeit getrennt seid. ich hoffe auch, dass meine tochter das einfach alles nicht so sehr mitbekommen hat und ich versuche jetzt wirklich, alles nachzuholen und die mutter zu sein, die sie verdient hat!!
es braucht einfach einige zeit, bis die medikamente richtig wirken, dann wirst du auch spüren, wie es dir besser geht. mach möglichst viele der therapien mit, das lenkt ab und bringt dir erfolgserlebnisse.
alles gute weiterhin!