Mein Sohn hat Panikattacken

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Marika
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Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Marika » 22:06:2018 8:54

Hallo ihr Lieben,

nun ist es leider soweit - mein Sohn (13) leidet urplötzlich an morgendlichen Ängsten und sogar Panikattacken. :cry: Bis vor kurzem war ein selbstbewusster Junge, der viel unterwegs war, viele Freunde hat und ganz tolle Fortschritte in Sachen Selbständigkeit gemacht hat. Er war und ist zwar eher ein ruhiges Kind, hat aber gerade in letzter Zeit in dem Bereich soooo viel Selbstvertrauen getankt.

Und plötzlich - letzte Woche - Panikattacke vor der Schule, Angst vor der Sportwoche.

Ich habe jetzt folgende Schritte eingeleitet: Nächste Woche Termin beim Hausarzt, dann mit Überweisung zum AKS (ist in Österreich die Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit div. Problemen psychischer Natur) und schauen, was ihm helfen kann.

Oh Mann - ich bin schon traurig. Hätte ihm das gerne Erspart. Er leidet auch gerade enorm unter der Pubertät - ich glaube dass die Hormone da gehörig mitmischen... :roll:
Liebe Grüße von
Marika

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Graureiherin
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Graureiherin » 22:06:2018 15:05

Hallo Marika,

Du schreibst "jetzt ist es soweit". Für mich hört sich das an, wie wenn nun eine Befürchtung Deinerseits eingetreten ist, die Du schon länger in Dir trägst.

Als ich Deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich sofort: aha, die Pubertät. Ich dachte nicht "aha, eine Panikstörung etc.". Ich finde es gut, dass Du Hilfe holst, würde aber (trotz aller Angst, die man als Mutter immer in sich trägt) nichts überstürzen.

Ich kenne einige Erwachsene, die als pubertierende Probleme bekommen haben. Ängste wo vorher keine waren, Unsicherheiten in Situationen die vorher bereits problemlos gingen. Man weiß ja, dass in der Pubertät Gehirnstrukturen grundlegend umgebaut werden.

Und ganz wichtig: Dein Sohn ist nicht DU. Er hat sein Leben bisher prima hinbekommen und er wird es auch weiterhin prima meistern. Er wird nicht die Dinge erleben, die Du erleben musstest.

ich muss jetzt leider los, aber lass Dich drücken und schreibe wie es Dir geht!
die Graureiherin
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Astrid
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Astrid » 22:06:2018 15:06

Hallo Du Liebe,

unsere Kinder sind ja fast gleich alt, und auch ich habe immer ein Auge auf das Befinden meines Sohnes. Aber hast Du ausgeschlossen, dass in der Klasse etwas vorgefallen ist. Vielleicht wird er gemobbt, geärgert oder anders fertig gemacht? Hat er Probleme mit Freunden? Wir hatten das gerade in der Klasse meines Sohnes... :( , leider war mein Sohn einer von denen, die einen anderen Jungen geärgert haben. Dieser verlässt jetzt die Schule, weil er es nicht mehr aushält. Habe mich so geschämt und Kontakt mit den Eltern aufgenommen, und mein Sohn hat sich aufrichtig entschuldigt. Der Junge hat ein halbes Jahr lang nichts gesagt und gelitten. Hier war noch kein Online Mobbing mit im Spiel, aber auch das kann sein. Oder verändert sich der Körper deines Sohnes gerade so extrem, dass ihm Sport keinen Spass mehr macht. Das gemeinsame Umziehen und Duschen kann auch zum Problem werden, wenn man nur irgendwie anders ist und nicht extrem stark und selbstbewusst ist. Hoffe es ist harmlos. Hast Du Schüssler Salze probiert??

Liebe Grüße und eine Umarmung von Astrid
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Marika
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Marika » 22:06:2018 22:41

Hallo ihr Lieben,

ich danke euch sehr für eure Antworten und Anteilnahme. Seit heute Nachmittag schöpfe ich wieder Hoffnung - er ist rausgerückt, wo der Schuh drückt. Er hat schreckliche Angst vor der Sportwoche, weil der da auswärts übernachten soll. Und das macht ihm so Angst.... Es war für uns alle eine Befreiung, ich hoffe mal dass es "nur" das ist. Mobbing usw. haben wir null Hinweise, vor allem nicht, weil er viele Freunde hat und beliebt ist. Er sagt auch weiterhin, dass da null und nix ist.

Was auch ein Faktor ist: die Pubertät und die körperlichen Veränderungen setzen ihm schon zu und er sieht, dass er da noch nicht so weit ist, wie andere Jungs. Das verunsichert ihn - da reden wie viel drüber.

Er ist seit heute Nachmittag wie ausgewechselt, wir haben ihm gesagt, dass er nicht mit in die Sportwoche muss. Ich denke es macht ihm Moment keinen Sinn, werde aber auf jeden Fall noch mit unserem Hausarzt sprechen.

Was würdet ihr tun? Euer Kind "zwingen" mit zu gehen? Ich finde es falsch. Auch wenn er sich somit im Moment nicht seinen Ängsten stellt.

@Graureiherin: Ja - ich habe ich immer "beobachtet" und heute hatte ich so einen Tiefpunkt als er wieder hyperventilierte, dass ich mir dachte - jetzt ist er also genau wie ich geworden... Aber du hast natürlich recht - er ist nicht ich! :wink:
Liebe Grüße von
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Geli » 23:06:2018 12:05

Hallo ihr,

ach manno, wir sind doch auch die mit den Wechseljahren. :?

Liebe Marika, guck mal, dass ihr zu dieser Beratung geht, dass er zumindest eine Stelle hat, wo er reden kann. Dass ihr da für alle Fälle zumindest schon gewappnet seid.
Muss sich bei deinem Sohn ja nicht weiter verschlechtern. Und er ist nicht nur wie du! Er hat ja auch andere starke tolle Eigenschaften. Und dadurch, dass ihr so offen für ihn seid, ihn ernst nehmt, wird er da Halt finden. Aber eine professionelle Hilfe fände ich trotzdem ratsam. Es kann sich ja auch noch weiter hinziehen, und dann habt ihr schon jemand, der ihn kennt.
Weil Panikattacke ist doch eine Stufe mehr.

Wenn ok, erzähle ich kurz von meinem Sohn?

Bei ihm fing das leider auch mit 13 an. Da habe ich auch die ersten sichtbaren Zeichen der Pubertät bemerkt. :roll:

Er hat sich mir schon immer viel anvertraut, da war und bin ich echt froh. Es hat mit Gesprächen angefangen bei einer Therapeutin, ging dann wieder eine Weile gut. Dann mit 15 aber wieder schlechter, stationäre Aufnahme kam fast dazu. Er bekam da ein AD, und er war wie ausgewechselt - fröhlich und ungezwungen. Nach 1 Jahr hat er langsam reduziert. Aber leider 4 Monate nach Absetzen bekam er schlimme Zwangsgedanken. Er hat das AD wieder angefangen, diesmal die Höchstdosis. Hat wieder Gesprächstherapie. Soweit ist es wieder ok, man merkt so nichts. Es geht ihm auch wieder deutlich besser.

Ich habe auch zu der Zeit gemerkt, dass äußerlich wieder ein Pubertätsschub sichtbar war - das sagte er auch, dass aufeinmal sein Bart so doll wächst. Tja, die Hormone sind im Spiel - das sagt auch die Psychiaterin.
Ich bin froh, dass er sie und sie ihn schon so lange kennt. Er kann bei ihr bis zum 21. Lebensjahr bleiben.
Denke, er muss wohl mindestens so lange ein AD nehmen, bis die Hormone sich ausgetobt haben.

Es kamen einige Situationen und Begebenheiten dazu, die vielleicht als Mitauslösen in Frage kommen.
Auch dass es mir mal in der Zeit so schlecht ging, das hat er natürlich mitbekommen.
Es waren aber auch die normalen Ängste, die jeden Jugendlichen treffen. Oder auch Situationen in der Schule, Ängste wegen Schulabschluss, Ausbildung, Erwachsenwerden usw.

Ob er nun wie ich, oder dein Sohn wie du "genauso" wird, das bezweifele ich. Mach dir da auch nicht so sehr Gedanken drum, er hat ein anderes Umfeld und er ist er selbst. Das muss ich mir auch immer sagen.

Wünsche dir und ihm alles Liebe. Besprich dich mit seinem Arzt.
Lieben Gruß von mir

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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Marika » 23:06:2018 14:54

Liebe Geli,

ja - wir alten Hasen.... :wink:

Ach Mensch, da hat dein Sohn ein ordentliches Päckchen abbekommen. Darf ich dich fragen, ob es bei ihm auch so Überfallsartig kam, oder eher schleichend?
Liebe Grüße von
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Geli » 23:06:2018 20:06

Er hatte einige Zeit davor ab und an nachts Alpträume. Die waren echt schlimm, er hat dabei geschlafen und nichts davon gewusst. Danach war lange Ruhe.
Mit 11/12 hatte er wie hyperventiliert, war unruhig und konnte schlecht einschlafen. Das wurde untersucht, auch Schilddrüse war meine Bitte. Er hatte eine leicht verkleinerte Schilddrüse und Antikörper für diese Hashimoto zu hoch. Die Werte waren aber sonst i.O. Man sagte, das wäre in der Vorpubertät manchmal so, es solle regelmäßig untersucht werden.
(Das passiert Müttern übrigens ja nach der Geburt auch, so dass dies unter Kontrolle bleiben sollte.)
So hat er da noch nichts zum Einnehmen bekommen.
Nach einer Weile ging das auch wieder weg.

Dann kam die Fahrt zum Konficamp. Er wollte eigentlich nicht gerne mit, ist auch nicht sein Ding mit so vielen zusammen, die Unruhe, die lange Busfahrt. Er sagt dann immer, er fühlt sich nicht wohl. Das ging ihm auch bei der Klassenfahrt schon so. Aber da noch keine Panikattacken.
Die bekam er wie aus heiterem Himmel dann im Konficamp, so dass wir ihn auch am anderen Tag abgeholt haben.
Das war schlimm - auch für mich. Ich fühlte mich wie erschlagen, weil ich die ja auch kenne.

Danach ging es wieder gut, wir sind aber ab da zu einem Psychiater und er hat ab dem Zeitpunkt mit der Psychotherapie angefangen. Das hat ihm schon gutgetan.
Von der Schilddrüse her, hat er seitdem auch etwas Schilddrüsenhormon eingenommen.
Etwas später hatte er wieder eine Panikattacke. Diesmal aber auch mit so starken Ängsten, dass er nicht mehr zur Schule ist, seine Freunde nicht mehr besucht hat. Die Psychotherapeutin hat ihm da sehr geholfen. Ab da nahm er auch das AD.

Ach, manchmal weiß ich gar nicht mehr, was wann und wie war.
In Psychotherapie wegen der Zwangsgedanken, die nach dem Absetzten des ADs kamen, geht er zurzeit zu einem anderen Therapeuten. Mit ihm kommt er gut klar. Ob auch Klinik mal konkret in Frage kommt, müssen wir abwarten. Er kommt so echt gut klar, macht seine Ausbildung, Führerschein. Auch damals hat er zwischendurch Mofaführerschein gemacht, Angelschein, Schulabschluss. Er macht und tut, man sollte es nicht meinen .....

Toi toi, und erzähl ja?!
Lieben Gruß von mir

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Graureiherin
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Graureiherin » 23:06:2018 21:52

Hallo Marika,

ich würde ihn ebenfalls von der Sportwoche zu Hause lassen. Obwohl ich grundsätzlich der Meinung bin, sich seinen Ängsten zu stellen. Aber er ist nicht erwachsen, sondern ein Kind, auch noch mit 13 Jahren. In diesem Alter sind immer noch alle möglichen Situationen neu, werden zum ersten mal erlebt und sind somit eine Herausforderung und damit Übung. Eine Woche außerhaus zu übernachten finde ich eine ziemlich große Herausforderung und muss meiner Meinung nach nicht sein.

Ansonsten bin ich, wie schon geschrieben, Gelis Meinung, dass er nicht Du ist und er hat vollkommen andere Vorausssetzungen hat als Du.

Außerdem denke ich, jeder Mensch hat seine Aufgaben im Leben, die er zu meistern hat. Eine Bekannte von mir glaubt z. B. an Wiedergeburt und denkt, dass man auch aus früheren Leben noch Aufgaben lösen muss. Daran glaube ich nicht bzw. habe mich nicht tiefer damit auseinandergesetzt. Diese Sicht hat mir aber dahingehend trotzdem geholfen, mich selber als eigenständige Person wie auch meine Tochter als eigenständige Person zu betrachten. Meine Probleme und meine Biographie auf der einen Seite und Ihre Person mit ihren ganz eigenen Lebensaufgaben auf der anderen Seite. Klar, sind wir Mutter und Tochter, aber die eigenen Erlebnisse mit darauf resultierenden Ängsten nicht zu sehr auf das Kind zu übertragen ist wichtig. Wenn auch schwierig.

Berichte weiter!

alles liebe die Wechseljahresgraureiherin :wink:
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engelchen2012
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von engelchen2012 » 24:06:2018 11:05

hallo marika!

auch ich würde ihn von der sportwoche zu hause lassen.
es gibt viele situationen, die wichtiger sind und wo man sich seinen ängsten stellen MUSS. eine sportwoche ist meiner meinung nach nicht so wichtig und du siehst ja auch, wie erleichtert und ausgewechselt er nach dieser entscheidung ist.
meine große ist gerade 6, auch ein sehr sensibles kind, bei der ich auch immer etwas genauer hinsehe. manchmal traut sie sich plötzlich sachen, die ich von ihr nicht erwartet hätte und bin irre stolz. vorgestern war sommerfest, die vorschulkinder sollten etwas aufsagen, sie konnte ihren text auch super. bei den proben alles kein problem, als aber dann der garten voller menschen stand (kaum abstand zum mikrofon), bekam sie plötzlich total angst und hat geweint. sie musste dann nichts sagen, war auch sehr erleichtert und ganz ehrlich - es sind kinder!! ich kann sie sowieso voll verstehen, weil ich sowas auch nie leiden konnte und nie leiden werde. in der schule wird sie sicher öfters solche sachen machen müssen, aber eines nach dem anderen. man muss mit 6 nichts können, was man mit 10 macht und mit 13 nirgendwo hin, worauf man sich mit 16 richtig freuen würde. jeder entwickelt sich in seinem eigenen tempo!! es wird in der heutigen zeit so extrem viel verlangt, und gerade wir haben vielleicht eher das gespür, ob es wirklich sein muss, soll oder eben nicht.

ich drücke euch die daumen, dass wirklich nicht mehr dahinter steckt (was ich wirklich auch glaube),

lg, engelchen
seit 25.12.2013 kein mirtazapin mehr!!
seit 16.02.2014 nur noch 100mg sertralin
Und seit Mitte April 2014 nur noch 50mg sertralin
Seit 12.06. ohne AD!

aktuell wieder schwanger, ET 03.04.2015 ;o)
Beginn 50mg sertralin am 14.08.2014, aktuell 100mg

Geburt 2. tochter am 13.03.15, weiterhin 100mg sertralin
Seit 11.03.2016 75mg sertralin
Seit 15.07.2016 50mg sertralin
Seit 08.10.2017 25mg sertralin
Seit 05/2018 12,5mg sertralin
Ab 13.06.2018 ohne AD

Astrid
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Astrid » 24:06:2018 12:22

HalloIhr,

Marika, warum möchte er nicht mit zur Sportwoche. Ist das Übernachten ein Problem? Was macht ihm Angst? Ist es eventuell möglich, dass er tagsüber teilnehmen kann? Das ihr ihn fahrt? Bei uns war es möglich. Mein Sohn war zwar nicht betroffen, aber zwei seiner Freunde. Die haben dann quasi ohne Übernachtung teilgenommen. Das war mit dem Klassenlehrer abgestimmt und von den anderen Kindern auch akzeptiert. So ist er nicht ganz außen vor, und kann tagsüber dabei sein. Hast du mal mit dem Klassenlehrer gesprochen? Habe auch immer Angst, dass es meine Kinder auch treffen kann. Aber mein Mann hat ja seinen Teil auch dazu gegeben, und der ist wirklich ausgeglichen... . Denke aufmerksam zu sein und Hilfsmöglichkeiten für den Fall der Fälle zu kennen, ist schon beruhigend.


Liebe Grüße Astrid
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Marika
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Marika » 24:06:2018 14:17

Hallo zusammen,

ich danke euch sehr für eure Erfahrungen und Meinungen. Das hilft mir sehr.

@Astrid: Die Sportwoche findet in einem Ort statt, der 1 Stunde Fahrzeit weit weg ist - ein Weg. Daher ist ein hin und her fahren nicht möglich. Es ist definitiv das Auswärts schlafen, was ihm so Angst macht. Es geht ihm von Tag zu Tag besser, das freche Teenie - Mundwerk inklusive... :roll: :roll: :roll: Aber lieber so, als das vorher. :wink:

@Geli: vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung wie das bei deinem Sohn war. Ich finde es super, dass er trotz allem so ein tolles und erfolgreiches Leben führen kann. Das gibt mir Mut, alles was vielleicht noch kommt an zu nehmen.

@engelchen: Ich kann deine Kleine total verstehen und finde das auch sehr normal. Ich habe das auch nie gemocht, muss man auch als Erwachsener nicht auf Biegen und Brechen. Es gibt die Stillen und Lauten - beides ist gut so wie es - so ergänzt man sich.

@Graureiherin: Ich fand deine Ausführung von der "neuen Situation" sehr einleuchtend. Von daher darf das auch Angst machen. Also ein Teil der Reaktion ist normal. Ob sich dahinter mehr verbirgt oder nicht, wird die Zeit zeigen.

Das Gespräch mit Arzt war sehr positiv, der Termin konnte vorgezogen werden. Wir haben nun gemeinsam entschieden, vorerst die Sache auf sich beruhen zu lassen, da sich sein Zustand rapide verbessert. Er will sogar morgen in die Schule - in eine fremde Klasse!!!! Es bleibt noch ein Mädchen daheim wegen Regelbeschwerden. Diese "Daheim Gebliebenen" müssen daher in eine andere Klasse. Am Freitag noch dachte ich, das ist nicht möglich, er hatte sogar schon eine Krankschreibung vom Arzt der dieser auch meinte, er solle sich erst mal von diesem Stress und Gefühlswirrwarr erholen. Die Noten sind ohnehin fertig, in 2 Wochen gibts schon Zeugnis bei uns. Aber heute Morgen ist er aufgestanden und sagte, er fühle sich gut und wolle morgen in Schule. O.k., dann mal los, bin gespannt ob das klappt. :wink: Ich habe für den Fall der Fälle eine Überweisung hier, ich könnte also jerderzeit Handeln und mich beim AKS melden. Das gibt mir Sicherheit.
Liebe Grüße von
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Astrid » 24:06:2018 14:31

Hallo Marika,

dann hat sich ja erst einmal alles geklärt. Ich finde es zeugt auch von Stärke, dass man sagt, dass man zu Hause bleiben möchte. Mein Sohn hat heute schon Angst, weil im nächsten Jahr das ganze Gymnasium nach Rom fährt, und ihm beim Busfahren schlecht wird. Ich begreife auch nicht, warum man so eine Tour mit der ganzen Schule unternehmen muss. Aber auch ich bin gewillt ihn zu Hause zu lassen, falls es nicht gehen sollte.... Hoffe Dein Sohn hat eine gute Woche in der anderen Klasse. Erholt Euch von dem Schrecken und der Angst.

Ganz liebe Grüße von Astrid
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von engelchen2012 » 24:06:2018 17:43

noch was zu meiner Tochter:

in einigen Wochen gibt es zum Abschluss des Kindergartens einen Abend mit Übernachtung. An dem will sie absolut nicht teilnehmen, weil sie nachts noch eine Windel hat und sie nicht möchte, dass die anderen Kinder das mitbekommen. Mit den Erzieherinnen haben wir schon gesprochen, die würden ihr abends heimlich die Windel an- und morgens schnell wieder ausziehen. Bisher will sie das auch nicht. Ich fände es für sie schade, wenn sie diesen Abend, diese Nacht verpasst. Aber wenn sie absolut nicht will und sonst vorher schon tage- oder wochenlang Angst hat, dann darf sie natürlich zu Hause bleiben.
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Re: Mein Sohn hat Panikattacken

Beitrag von Geli » 24:06:2018 18:33

Hallo ihr,

das ist das Positive von uns PPD-Müttern, dass wir feinfühliger sind. Wir auchten auf unsere Kinder, hören hin und sind verständnisvoll. Andere würden ihrem Kind wahrscheinlich Druck machen, dass es sich anstellt und mitzufahren hat. Es ist doch gut, dass sie wissen, dass sie sich uns anvertrauen können - wir da sind, wenn sie uns brauchen.

Du Marika und ihr anderen macht das toll. Guck mal, wie es sich entwickelt.
Lieben Gruß von mir

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