Wieder schlecht....

Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

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katl0607
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Wieder schlecht....

Beitrag von katl0607 » 25:07:2018 6:25

Hallo!
I'm moment geht es mir ziemlich mies.
Bin wieder kurz vor panikattacken, bin ständig nervös und könnte nur schlafen und freue mich auf nix.
Die letzten Tage waren etwas durcheinander für mich...
Mein Mann hatte frei um in unsrem Dorf auf ein Fest zu gehen. Leider hat er am ersten Abend etwas zu viel getrunken, so dass mir die ganze Freude, die ich hatte, zur Wut wurden. Es ärgert mich so sehr, da er ja von Hause aus nicht der gesündeste ist, dann sich auch noch selber krank macht.
Er trinkt sehr selten, vielleicht zweimal im Jahr.
Da mein Vater in meiner Kindheit oft zu viel trank und dann ausfallend und aufdringlich wurde, hasse ich diesen Zustand bei jedem.
Da kommen sofort diese Kindheitsgefühle wieder auf. Diese bestehen aus Scham, Ekel und Abscheu.
Mein Mann hat einen Geburtsfehler, der ihn zum lungenkranken macht. Er wird behandelt wie ein asthmakranker. Und er leidet ständig an Infekten, die bei ihm länger dauern als bei einem gesunden. Er kann schlecht abhusten und dadurch bekommt er die Infekte lange nicht weg. Da er aber deswegen im Moment auch psychisch angeschlagen ist, ist er ständig krank.
Leider vergeht kein Tag an dem er nicht irgendeine Beschwerde äußert...
Und ich merke, dass ich das langsam aber sicher nicht mehr hören kann...
Ich bin sehr geduldig und verständnisvoll.
Doch seit Monaten vergeht kein Tag der einfach mal so vergeht - ohne Jammern....
Das strengt mich sehr an.
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
Diagnosen: Panikstörung, depressive Episode
sertralin 100 mg
Quetiapin 75 mg
Promethazin Trpf

katl0607
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Re: Wieder schlecht....

Beitrag von katl0607 » 27:07:2018 18:39

Wie kann ich meinem Mann zur Seite stehen, ihn stärken und auch auffangen?
Ohne dass es mich w
Übersteigt?
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katl0607
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Re: Wieder schlecht....

Beitrag von katl0607 » 28:07:2018 19:07

Hallo an alle!

Schade, dass ich schon seit längerem zu meinen posts keine feedbacks mehr bekomme😢
Ich könnte eure Tipps und Ratschläge so gut gebrauchen.
Früher bekam ich so gut wie immer eine Rückmeldung.
Gerade ist mir echt zum heulen
1. Kind geboren 7/14
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Nelli
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Re: Wieder schlecht....

Beitrag von Nelli » 29:07:2018 14:51

Hallo!

Tut mir leid, ich glaube, auch hier im Forum ist das "Sommerloch" zugange.
Außerdem bewege ich mich hier auch "in Wellen", weil es mir nicht immer guttut, mich mit
all den THemen zu befassen. Bezüglich der Probleme mit Deinem Mann kann ich Dir auch schlecht
helfen, da ich in unserer Partnerschaft die bin, die krank ist und die Kraft und Geduld meines
Partners, der stabil ist, im letzten halben Jahr extrem ausgereizt habe.
Wie geht er denn mit Deiner psychischen/körperlichen Verfassung um?
Akzeptiert er diese, ist er in der Lage, Dich zu bestärken?
Oder liegt alle Kraftaufwendung allein bei Dir?
Ich kann Dir nur sagen, dass mein Partner mir unendlich viel geholfen hat, aber er immer mal wieder
auch Wut (=Hilflosigkeit) empfunden hat und mir eine "Szene" gemacht hat. Erstens war ihm das unbedingt
zuzugestehen (auch wenn ich es ihm vorgeworfen habe), andererseits hat es mir auch geholfen, wenn er wütend wurde,
weil ich mal wieder den ganzen Tag, bis das Kind von der Tagesmutter kam,
im Bett lag, was Gift für meinen Zustand war. Dass er mir punktuell, gepaart mit viel Empathie, Druck gemacht hat,
war letztenendes hilfreich. Bedingung hierfür ist allerdings, dass der Partner zugleich die Krankheit des Anderen akzeptiert
und nicht sagt: Reiß Dich zusammen, sondern: Glaube an Deine verschütteten Kräfte und tu etwas!
Du hast also auch unbedingt das Recht, Deinem Mann gegenüber auch mal die nerven zu verlieren,
zumal Du selbst ja wohl angeschlagen bist. Dabei ist es aber gut, wenn Du ihm kommunizierst, dass Du das nicht
aus Desinteresse oder so machst, sondern, weil es manchmal einfach Deine Kräfte übersteigt
und Du Dich hilflos fühlst.

Viele Grüße,

Nelli

katl0607
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Re: Wieder schlecht....

Beitrag von katl0607 » 11:08:2018 23:18

Hi nelli!

Danke für dein Gehör!

Mittlerweile geht es mir schon wieder besser.
In meinem Kopf kommen immer wieder komische Gedanken. Diese erschrecken mich aber nicht mehr so sehr.
Zum großen Glück geht es meinem Mann im Moment wieder gut.
Physisch und psychisch ist er ausgeglichen.
Wenn es ihm gut geht, geht es mir auch besser.
Er musste ja schon zwei krankheitsepisoden mit mir erleben. Vor 9 Jahren die erste Episode. Vor 3 Jahren die zweite. Dies kostete ihn natürlich sehrsehr viel Kraft. Besonders 2015. Da war unsre kleine etwa ein Jahr alt.
Und schon in der Schwangerschaft ging die Depressionen los. Sehr schwankend. Viele Monate ging es mir besch.... Leider konnte ich in dieser Zeit mein Kind oder besser gesagt Baby nicht genießen.
Das schlechte Gewissen plagt mich heute noch.
Mittlerweile habe ich die muttergefühle die ich total genieße.
Diese Schmetterlinge im Bauch wenn ich nur an unser Kind denke sind toll.
Leider kann ich aber auch oft nicht bedingungslos sein. Meine Gefühle sind oft einfach so.
Gerne bin ich mal für mich, mache Handarbeiten oder schlafe etwas. Meistens immer um die Mittagszeit bin ich so müde, dass ich schon fast im Sitzen einschlafe.
In dieser Zeit darf unser Kind Fernsehen oder Tablet spielen.
Deswegen habe ich dann auch ein schlechtes Gewissen.
Ich würde gerne eine agilere Mutter sein, mit vielen Ideen zum spielen oder basteln. Doch leider fehlt es mir oft am aufraffen.
Lieber lege ich mich hin als mit unsrem Kind etwas zu unternehmen.
Nachmittags fahre ich oftmals zum Einkaufen mit ihr.
... Auch immer das selbe...
Hab ein schlechtes Gefühl unsrem Kind zu wenig freizeitspass zu bieten...
Mein Mann ist meistens außen vor. Er arbeitet Schicht im 5 schichtsystem.
Das heißt, er is auch an den Wochenenden oder Abenden nicht da.
Oft sind unsre Tochter und ich alleine.
Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnen können.
Trotzdem fühle ich mich oft wie alleinerziehend.
Aber ich bin es nicht. (will keinem hier zu nahe treten)
1. Kind geboren 7/14
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Nelli
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Re: Wieder schlecht....

Beitrag von Nelli » 12:08:2018 1:23

Ich kenne Deine Gefühle dem Kind gegenüber.
Das schlechte Gewissen ist eine Variante unserer Sorge, denke ich.
Also erstens scheint mir Dein Kind etwas ganz Wichtiges zu haben, nämlich einen
gut geregelten Tagesablauf. Das ist ganz wichtig. Und zweitens hat es Deine Nähe,
mal aktiv, mal passiv. Ich versuche meinem KInd viel körperliche Nähe zu geben,
weil ich von mir weiß, wie wichtig mir das ist.
Du musst Deinem Kind keine Superausflüge oder so bieten, natürlich schon ein paar
Kontakte und mal ein Zoobesuch oder so.
Dass Dein Mann in diesem System arbeiten muss ist ja auch eine schwierige Sache.
Du bist ganz auf Dich gestellt im Alltag mit Kind.
Das ist sehr anstrengend! Darum ist es legitim und notwendig, dass Du Deine Ressourcen
schonst. Leg Dich ruhig hin!
Ich denke, wichtig ist, dass Dein Kind weiß: Du bist da.
Aber, wie gesagt: Das schlechte Gewissen treibt mich auch tagtäglich um, vielleicht ist es auch
eine Art Trauer, weil ich mein Kind nicht so annehmen konnte, wie ich dachte.

Astrid
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Re: Wieder schlecht....

Beitrag von Astrid » 12:08:2018 16:26

Hallo Ihr Beiden,

ich glaube, dieses schlechte Gewissen gegenüber unseren Kindern kennen wir hier alle. Ich habe selbst nach 11 Jahren immer noch solche Gedanken, obwohl ich mitlerweile weiss, ich konnte einfach nicht anders. Ich stimme Nelli völlig zu, du bist für dein Kind da, du gibst ihm ein Zuhause und du liebst es. Kinder brauchen gar nicht so viel Action, wie wir immer meinen. Sie lieben einen geregelten Tagesablauf und ihre Ruhezeiten. Unser Alltag scheint so schnell und kurzlebig, dass wir meinen, wir verpassen sooo viel, wenn wir nicht jeden Tag etwas supertolles machen. ich habe gemerkt, dass es eigentlich viel schöner ist, in den Tag hineinleben zu dürfen. Zeit für Kleinigkeiten zu haben. Kinder sind schon glücklich, wenn sie dabei sein können. Wenn man sie lässt, vergessen sie sich im Spiel. Draußen im Garten ein Loch buddeln, eine Grassuppe kochen... . Du kannst sie in den Alltag miteinbeziehen, zusammen kochen, backen, putzen, oder eben einkaufen. Es ist egal, ob es immer dasselbe ist, hauptsache ist doch sie ist dabei zufrieden. Alleine den Alltag zu wuppen und die Verantwortung zu tragen, und das mit unserer Erkrankung ist eine Höchstleistung, und da darfst du dir auch gerne Auszeiten gönnen. Es ist gut, dass Du auf dich aufpasst. Hast Du Oma/Opa in der Nähe? Geht Deine Tochter in den Kiga? Nutze die Zeiten für dich!! Mache was dir gut tut. Das es deinem Mann auch nicht gut geht, ist sicher ein weiterer Punkt, der dir Angst macht. Aber du bist weder sein Arzt, noch ist er dein Kind. Du bist nicht für ihn verantwortlich, er ist eine erwachsene Person. Ich glaube, du unterstützt ihn schon gut, indem du für euer Kind fast alleine sorgst und ihn machen lässt. Du machst dir Sorgen um ihn und möchtest, dass es ihm gut geht. Ich finde, dass es gut wäre, wenn du dir genausoviel Aufmerksamkeit geben könntest. Nicht dadurch, dass es ihm besser geht, sollte es dir besser gehen... . Das ist so unsicher. versuche dich selber lieb zu haben und vergib dir, dass du krank geworden bist. Du kannst nämlich nichts dafür. Ich finde du meisterst deine Lage so toll, und jemand sollte dir einen Orden verleihen! Hört sich übertrieben an? Ich finde es trotzdem!
Es drückt dich Astrid
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