Was mach ich mit meinem Baby?

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wolki
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Was mach ich mit meinem Baby?

Beitrag von wolki » 26:07:2018 10:55

Mein kleiner Sohn ist jetzt 9 Wochen alt und ich habe das Gefühl zu wenig mit ihm zu machen. Irgendwie habe ich auch Angst vor dem Umgang.

Ich rede total wenig mit ihm. Wenn ich nich daran erinnere, dass ich doch mal reden muss, so fange ich an und irgendwann vergesse ich einfach weiter zu sprechen. Mir fällt es total schwer mit diesem kleinen Menschen umzugehen, dessen Reaktionen ich lesen muss.
Bei mir ist grundsätzlich alles negativ. Er lacht bei mir nicht, er schaut mich nicht an.
Eigentlich bin ich überzeugt, dass er mich nicht mag.

Von mir geht so wenig natürliche Herzlichkeit aus :cry:

Ich weiß nicht was ich machen soll. Wenn ich mit dem Baby allein bin, habe ich oft furchtbare Angst. Ich muss oft weinen weil ich nicjt gut genug bin.

Christina
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Re: Was mach ich mit meinem Baby?

Beitrag von Christina » 30:07:2018 12:14

Hallo Wolki,
mir ging es genauso wie dir. Wenn meine Tochter geschlafen hat, bin ich immer um sie gekreist, weil ich nicht wußte was ich tun soll. Wenn sie wach war, wußte ich nicht was ich tun soll, hatte immer das Gefühl ich muss sie doch unterhalten und was mit ihr machen. Ich könnte sie nicht einfach wach liegen sehen und nix tun.

Im Nachhinein denk ich mir ich wollte Ihr irgendwie was gutes tun, weil ich immer Angst hatte sie merkt, dass ich nicht vor Liebe zu ihr zerfließe. Die mangelnden Gefühle kompensieren sozusagen und zeigen, dass ich auch ne super Mutti bin. Ständige Unruhe, sich hinsetzten können und die Ruhe genießen war leider nicht möglich.

Aber du machst nichts falsch, du hast keine Schuld daran, dass du so fühlst und das es dir so geht. Das ist leider die Depression. Bist du schon beim Arzt gewesen oder quälst du dich noch allein?
Seit Geburt meiner Tochter im Oktober 2017 an PPD erkrankt.
5 Wochen stationär ohne Kind
7 Wochen Mutter-Kind-Tagesklinik
Medis: Sertralin, Bupropion, Quetiapin, Progesteron in 2. Zyklushälfte
Psychotherapie

Juli 2018: Quetiapin wegen Restless Leg-Syndrom abgesetzt.

Aktuell: Leider wieder sehr wechselhaft.

Astrid
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Re: Was mach ich mit meinem Baby?

Beitrag von Astrid » 31:07:2018 15:09

Hallo Wolki,

mir ging es ganz genauso. Es ist wohl ein Teil unserer Erkrankung. Im Nachhinein denke ich, dass Babys gar nicht dauerhaft zugetextet werden wollen. Und da es dir schwer fällt, lass es einfach. Lass das Baby dabeisein, wenn du dich anderweitig unterhälst, oder telefonierst. So hört es deine Stimme und ist dabei. Wenn du meinst es braucht mehr direkte Ansprache, es ist ja noch sehr klein, dann singe ihm doch etwas vor. Dann hat man eine konkrete Vorgabe und kann sich daran entlanghangeln. Hört sich bekloppt an, ich weiss, aber so kommt man wenigstens über den Tag. Wenn das Baby unkompliziert ist, kannst du auch mit ihm rausgehen, Pekip, Babyschwimmen, Babymassage, Kinderwagentreffs, etc. Das hat den Vorteil, dass Du andere Mamas triffst und kennenlernst. Ansonsten kannst du dem Baby erzählen, was du machst, wenn du es wickelst oder fütterst. Es dabei zu berühren tut ihm gut. Z.B. jetzt ziehe ich dich aus,wasche dir deinen Popo etc. Ich weiss, das fällt schwer, und man bekommt am Anfang nicht viel zurück, aber bald wird er das erste mal lächeln und reagieren. Gib nicht auf!!!

Liebe Grüße Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis
beginnende Wechseljahresbeschwerden

Nelli
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Re: Was mach ich mit meinem Baby?

Beitrag von Nelli » 31:07:2018 16:04

Hallo Wolki,

hast Du meine Antwort in Deiner Vorstellungsrunde gelesen?
Astrid hat vollkommen recht, Du mußt Dein Kind nicht bespaßen!
Und dass es noch nicht lächelt, ist, soviel ich weiß, ganz normal,
das kommt erst. Versuche, ihm Körperkontakt zu geben und mit ihm
zu sprechen, egal was, es versteht den Inhalt ja noch nicht.
Mir ging es genauso! Ich hatte halt den Vorteil, dass eine sehr liebe Tagesmutter mein Kind tagsüber
hatte (finanziert von meiner Krankenversicherung), die ihr viel geben konnte.
Das wäre eine Möglichkeit auch für Dich, mein Kind hat erheblich davon profitiert (Du brauchst
ein ärztliches Attest).
Natürlich hatte ich Angst, dass dann die Bindung verloren geht, aber das war überhaupt nicht
der Fall. Klar, es geht mir jetzt gut und ich kann ihr alles geben und sie will am liebsten immer
bei mir sein - aber monatelang ging es mir wie Dir!

LG

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