Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

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Kris2008
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Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Kris2008 » 01:11:2018 14:17

Hallo ihr Lieben,
ich bin seit langem eine stille Mitleserinn und heute möchte ich euch meine Geschichte erzählen und dies als Gelegenheit nutzen, euch Allen Danke ! zu sagen .

Ich bin Kristina Anfang 30 und seit 2 Jahren Mutter eines wunderbaren Sohnes. Ja und auch ich bin, wie so viele von, euch einmal durch die Hölle gegangen. Alles begann ca. 4 Monate nach der Geburt , anfangs war alles super die Endorphine haben mich überwältigt und ich konnte mir nichts schöneres vorstellen als Mutter zu sein. Doch schon bald begann unser Kleiner unentwegt zu schreien, wir haben keine Nacht mehr richtig geschlafen , zudem hatte ich ständig mit Brustentzündungen zu kämpfen. Da ich von Natur aus ein sehr perfektionistischer Mensch bin und gerne alles unter Kontrolle habe , habe ich mich selbst sehr unter Druck gesetzt, denn wie jeder von euch weiß, sind das Eigenschaften, die man mit einem Neugeborenen niemals unter einen Hut bekommt 😊 . Dummerweise habe ich dazu noch meine Schilddrüsentabletten einfach abgesetzt, da ich dachte ich brauchte sie nur während der Schwangerschaft ( hatte vorher keine Probleme ) .
Dadurch kam es dann nach 4 Monaten völliger Erschöpfung, zu dem Tag, der alles veränderte.
Ich kann mich noch heute genau daran erinnern, wie ich mit dem Kleinen im Bett lag und noch dachte ,, es gibt nichts Schöneres als mit ihm zu kuscheln und von einem auf den anderen Moment dann das Bild in mir auftauchte , ihm ein Kissen ins Gesicht zu drücken. Das hat mich so sehr erschrocken , dass Panik in mir hochstieg , ich dann aber dachte ,, komm das ist Quatsch‘‘ . Doch es ließ mich nicht mehr los und plötzlich sah ich in jedem Gegenstand eine potenzielle Gefahr. Von da an konnte ich an nichts Anderes mehr denken ,war gefangen in der Gedankenspirale, die so viele von euch kennen. Ich hatte wirklich das Gefühl ich werde verrückt und tue es gleich. Heute weiß ich, dass dieser ,, gefühlte Drang‘‘ einfach die enorme Angst ist, die dahinter steckt. Und wir diese Gedanken NIEMALS wirklich ausführen.
Da mein Mann ein sehr feinfühliger Mensch ist , hat er natürlich sofort gemerkt , dass etwas nicht stimmt und ich habe mich ihm sofort geöffnet und alles erzählt, was ich fühle und denke. Er hat direkt gesagt , dass er mir das niemals zutraut , der Person , die jede Spinne und sonstiges Getier lebendig aus dem Haus in den Garten trägt und sich sowieso ständig um Alles und Jeden Gedanken macht. Wie wir alle wissen trifft es häufig uns feinfühligen, sensiblen Menschen ( irgendwie ja auch ein Kompliment an uns 😉 ) .
Dank meiner tollen Familie habe ich die erste, schrecklichste Zeit einigermaßen gut überstanden.
Ich konnte mich damals leider nicht überwinden professionelle Hilfe zu suchen , was meine Leidenszeit sicher verkürzt hätte.
Was mir aber unheimlich geholfen hat : einfach drüber reden mit einer Person der ihr vertraut , sprecht die Gedanken aus auch wenn es schwer fällt, es nimmt für den ersten Moment den enormen Druck. Ich habe anfangs sehr viel geweint , hatte ein unendlich schlechtes Gewissen dem Kleinen gegenüber und ständig meine Gefühle ihm gegenüber hinterfragt. Hat er sich z.B. gestoßen und geweint habe ich sofort kontrolliert wie ich nun darüber fühle etc. Ich hatte oft Angst nie wieder unbeschwert zu sein. Ich glaube in der heutigen Zeit üben die sozialen Medien einen großen Druck auf uns Mütter aus, die uns ständig und überall die vermeintlich immer glücklichen, perfekten Eltern zeigen. (Hinter den Kulissen sieht es natürlich ganz anders aus)
An einem Tag großer Zweifel stellte ich mir die Frage warum mir das passieren musste bzw. warum werde ich damit bestraft. Mein Mann sagte zu mir ich solle es nicht als Bestrafung sehen , sondern als Chance zu wachsen. Er glaubt daran, dass hinter Allem ein Sinn besteht . Ich konnte mir natürlich beim besten Willen nicht vorstellen, was das für einen Sinn haben sollte, geschweige denn, wie ich daran wachsen soll. Trotzdem nahm ich mir seinen Ratschlag zu Herzen und versuchte das ganze so positiv ,wie mir möglich war , anzugehen.
Ich fing an, mich erstmal ausführlich mit dem Thema Zwangsgedanken auseinanderzusetzen mit Büchern und vor allem auch hier im Forum. An dieser Stelle eine Dankeschön an euch Alle , die gerade Neulinge sehr unterstützen. Die Beiträge von dir Marika haben mich sehr gut verstehen lassen , was da eigentlich in unseren Köpfen vorgeht. Das hat mir enorm geholfen.
Dadurch ging es mir etwas besser und ich habe begonnen mich erstmals in meinem Leben mit mir selbst auseinander zu setzten, denn ich habe bemerkt, dass ich auch schon vor der Geburt ein übertrieben vorsichtiger Mensch war, dem es sehr an Selbstvertrauen fehlt.

Ich bin dabei auf Meditation und Achtsamkeit gestoßen. Es ist vielleicht nicht für jeden das Richtige aber was man dabei lernt ist zu verstehen , dass wir nicht unsere Gedanken sind, sondern das Bewusstsein, das unsere Gedanken beobachten kann. Man kann es sich wie den Himmel vorstellen. Unser Bewusstsein ist dabei der endlose, klare Horizont der immer bleibt und die Gedanken und Gefühle die Wolken, die vorbeikommen aber auch wieder gehen. So wie wir die Wolken beobachten können, können wir auch lernen unsere Gedanken zu beobachten und dann wieder gehen zu lassen . Wichtig ist dabei , die Gedanken einfach nur wahrzunehmen aber nicht zu bewerten, denn es ist die übertriebene Bewertung unserer Gedanken, die unsere Angst auslöst. Letztendlich hat jeder Mensch diese Gedanken nur unsere Bewertung, oder wie Marika immer sagt, unsere Alarmanlage reagiert über. Das Ganze zu verstehen und zu lernen , mit diesen Gedanken umzugehen dauert seine Zeit aber ihr alle schafft das und ich kann euch nur raten holt euch Unterstützung , wie auch immer sie sich für euch richtig anfühlt. Hier im Forum werden euch so viele Adressen und Empfehlungen gegeben, nutzt sie. Heute weiß ich, wie wichtig es auch für mich gewesen wäre , dass ganze professionell begleiten zu lassen .
Mit dem Rückhalt meiner Familie habe ich für mich entschieden, immer nur den aktuellen Tag zu sehen und nicht das große Ganze auf einmal, was ich zu bewältigen hatte. In kleinen Schritten ging es bergauf, mal gab es gute, mal schlechte Tage doch je mehr ich darüber lernte und eure Tipps im Umgang mit den Zwangsgedanken beherzigte, desto mehr gute Tage wurden es.
Heute geht es mir wieder gut und ich kann das Muttersein und das Leben wieder richtig genießen 😊 An manch stressigen Tagen kommen auch bei mir die Zweifel und Ängste wieder hoch , es könne doch irgendwann etwas passieren oder das ganze könnte nochmal wieder kommen aber ich weiss nun wie ich damit umgehen muss und an solchen Tagen hilft mir auch unser Forum hier , deswegen freue ich mich auf einen Austausch mit euch Allen.
Und nochmal an euch Alle , die vielleicht gerade in Zwangsgedanken stecken :
Erinnert euch immer dran, wer ihr wirklich seid. Man wird nicht plötzlich über Nacht zu einem ,, anderen ‚‘‘ Menschen . Diese Gedanken, das seid nicht ihr. Ihr seid nach wie vor diese feinfühligen , herzlichen Menschen es ist nur gerade alles ein wenig durcheinander geraten aber es wird alles gut werden .
Ihr könnt euch sicher sein , dass hinter dem Sturm wieder die Sonne auf euch wartet . Ich hätte mir damals auch niemals vorstellen können , dass es mir je wieder gut gehen kann . Ich habe aber daraus unendlich viel über mich und auch über das Leben lernen können und führe heute ein viel bewussteres Leben und werde daran noch weiter arbeiten. Ich bin also letztendlich doch daran gewachsen 😉 und das schafft jeder Einzelne von euch auch!
Ich hoffe ich konnte euch ein wenig Mut machen , denn auch wenn ihr es aktuell nicht glauben könnt, es wird alles wieder gut!
Ich danke euch Allen für eure Unterstützung hier und sende euch ganz viel Kraft und eine dicke Umarmung 😊
Alles Liebe , Kristina

November17
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von November17 » 03:11:2018 9:38

Liebe Kristina,

danke für den tollen Beitrag, der Mut macht und mich ein wenig an mich bzw meine Person erinnert. Nur stecke ich noch in den Zweifeln und Gedanken fest. :(

Ich wollte dich fragen, wann es bei dir Klick gemacht hat und welche professionelle Unterstützung du dir geholt hast. Gab es einen ausschlaggebenden Moment, der dich auf den Boden der Tatsachen geholt hat, dass du realisiert hast, dass es kein Drang sondern Angst davor ist.

Hast du neben der Meditation weitere Übungen gemacht?

Ich versuche oft darüber nachzudenken, wie ich früher war und in der Therapie wurde mir letztens gesagt, ich müsse meinen eigenen Wert wieder finden und mein Selbst und nicht auf andere schauen und es jedem Recht machen.
Und wie das Übel es so will, grübelt man vor sich hin, ob vielleicht damals schon etwas Schlechtes in mir schlummerte und ich dies aufgrund der anderen unterdrückte. :(

Viele Grüße November

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Marika
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Marika » 03:11:2018 10:05

Hallo du Liebe!

Auch von mir vielen, vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Ich kann alles was du schreibst zu 100 % unterstützen. Gerade auch die Achtsamkeit und Meditation sind seit ein paar Jahren wunderbare Begleiter in meinem Leben. Und auch ich konnte den Sinn hinter dem Leid entdecken.

Ich freue mich sehr, dass es dir heute wieder so gut geht. Darf ich fragen, ob du auch eine Therapie und/oder Medikamente genommen hast?
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Kris2008
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Kris2008 » 03:11:2018 14:34

Hallo ihr Lieben,
danke für euer Feedback :)
Nein ich habe keine Therapie gemacht ( hatte ja beschrieben , dass mir der Mut fehlte ) . Aber heute weiß ich , dass es mir sicher geholfen hätte den Leidensdruck zu verkürzen. Meine Schwägerin hatte allerdings gerade ihr Psychologiestudium beendet und konnte mir erklären , was das Ganze ist und hat mir ein paar Tipps im Umgang damit gegeben. Medikamente habe ich dementsprechend nicht genommen .
Wann es genau ,, Klick `` gemacht hat, kann ich garnicht wirklich sagen, es war eher ein Prozess.
Da mein Mann beruflich sehr viel auf Reisen ist, wurde ich von Anfang an damit konfrontiert über mehrere Wochen allein mit dem Kleinen zu sein. Anfangs war es natürlich schrecklich und ich hatte Gott sei Dank meine Familie zur Unterstützung. Aber ich lernte dadurch , dass trotz dieses Gefühles nichts passiert und somit verstand ich nach und nach , dass es lediglich die Angst ist , die dieses Gefühl verursacht . Ich lernte mir wieder vertrauen zu können.
Auch bei mir gibt es noch Tage an denen dieses übermächtige Angstgefühl plötzlich wieder hoch kommt. Ich lasse es dann einfach zu und unterdrücke es nicht . Ich werde mir bewusst , dass es gerade so ist aber auch wieder vorbeigeht.
Zum Thema seinen eigenen Wert wieder entdecken: Ich bin durch Zufall damals auf den Podcast von Laura Malina Seiler getroffen. Sie beschäftigt sich mit genau diesen Themen ( Achtsamkeit, zu sich selbst finden , seine Werte finden etc.) Falls es euch interessiert guckt auf ihrer Seite : lauraseiler.com da gibt es alle Podcasts kostenlos zu hören :)
Alles Liebe Kristina

November17
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von November17 » 03:11:2018 23:25

Liebe Kristina,

danke für den Link. Ich schaue auf jeden Fall rein.

Es freut mich wirklich, dass du den Weg aus der Krise geschafft hast und heute ein normales Leben führen kannst. Das wünscht sich wohl jede von uns.

Würdest du uns einige Tips verraten, die dir deine Schwägerin nahegelegt hat zum Umgang mit den Gedanken? Dafür wäre ich dir sehr dankbar!

VG
November

Kris2008
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Kris2008 » 04:11:2018 12:18

Hallo liebe November, ich schreibe gerne morgen nochmal ausführlich, wir sind heute den ganzen tag unterwegs 😊Vielleicht schaust du dir diesen Thread aus der Vergangenheit nochmal an , dort wird schon viel von l unseren erfahrenen Mitgliedern erklärt 😊 Fühl dich umarmt, Kristina 💕. viewtopic.php?f=6&t=13923

Kris2008
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Kris2008 » 05:11:2018 15:00

Liebe November,
also letztendlich waren ihre Tipps die, die auch hier schon oft erklärt wurden.
Am Anfang ist es einfach wichtig die Zwangsgedanken zu erkennen und auch zu benennen. Wenn also bei mir wieder eine Gedanke in Form von ich könne dem Kleinen etwas antun ( wie auch immer) kam , habe ich mir gesagt: ;;Hallo Zwangsgedanke ich habe dich erkannt'' Dann habe ich versucht mich von diesem Gedanken zu distanzieren in Form von : Ich habe bemerkt ,dass ich den den Gedanken habe, es handelt sich aber lediglich um einen Zwangsgedanken, von dem keinerlei Gefahr ausgeht.
Wichtig ist einfach , nicht zu versuchen die Gedanken zu unterdrücken, denn das bewirkt nur das sie noch aufdringlicher werden.
Der nächste Schritt war dann zu lernen diese Gedanken ,, ziehen zu lassen ohne sie zu bewerten '' praktisch zu lernen , bei diesen Gedanken nicht mehr zu erschrecken, denn es sind letztendlich nur Gedanken die jeder hat. Dies habe ich mit Hilfe von Meditation geübt.

Das Schlüsselwort in diesem Prozess ist meines Erachtens einfach :Zeit. Man wünscht sich natürlich , dass alles so schnell wie möglich vorbei geht aber es braucht seine Zeit und man muss Geduld haben. Du hast schon einen so wichtigen Schritt getan und dir professionelle Unterstützung gesucht ! Ich bin mir sicher das du mit Hilfe deiner Therapie schnell erste Erfolge erzielst ! Was mir auf meinem Weg sehr geholfen hat , war die Entscheidung mich davon nicht hängen zu lassen, ich wollte einfach mein Leben so weiter gestalten ,wie es mir immer Freude bereitet hat. Sprich ich habe mich nach wie vor viel mit Freunden getroffen , bin zum Sport gegangen was unheimlich gut getan hat, einfach das , was mir sonst auch Spaß gemacht hat.
Man muss das ganze Schritt für Schritt in seinem eigenen Tempo angehen. Ich dachte damals auch, wie soll ich das noch länger aushalten aber es funktioniert und wurde von Tag zu Tag besser.
Ich hoffe ich konnte dir noch ein wenig weiterhelfen, ansonsten hat Marika vielleicht noch ein paar gute Tipps für dich, sie ist auf dem Gebiet echt eine Fachfrau und ihre Beiträge ( natürlich auch die von vielen Anderen lieben Mitgliedern) haben mir immer sehr weitergeholfen. Ich wollte einfach mit meiner Geschichte nochmal Mut machen, dass alles wieder gut wird, auch wenn man es sich aktuell nicht vorstellen kann .
Jetzt möchten wir uns unseren Herzenswunsch nach einem weiteren Kind erfüllen ( damals undenkbar) aber es war immer mein Herzenswunsch mehrere Kinder zu haben . Natürlich habe ich großen Respekt davor aber ich vertraue nun einfach auf mich und weiß heute , wo ich mir im Fall der Fälle Hilfe holen kann.
Ich wünsche euch Allen alles Gute , ihr seid so tolle, liebenswerte und starke Frauen , vergesst das nie !
Alles liebe Kristina

November17
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von November17 » 09:11:2018 16:38

Liebe Kristina,

danke dir noch einmal für deinen Beitrag. Es macht wirklich Mut so etwas zu lesen.

Du hast Recht, Marikas Beiträge rufe ich ganz oft auf.

Ich glaube Zeit und die Selbstfürsorge heilt viele Wunden. Und diesen Prozess muss man Schritt für Schritt verinnerlichen und den Weg beschreiten.

Leider bin ich auch sehr ungeduldig und setze mich dadurch unbewusst zusätzlich unter Druck.

Es braucht wohl alles seine Zeit.

LG
November

Norle
Beiträge: 2
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Norle » 09:11:2018 23:26

Ich bin so froh das du diesen Beitrag geschrieben hast, denn du bist die erste mit dem selben Problem, was ich auch habe.Es ist das kontrollieren was ich fühle.Aber bei mir in fast jeder Situation
aber nur bei meinem Sohn und das ist so schrecklich.Darf ich wissen wie du das ablegen konntest oder ist es einfach wieder verschwunden?Unser Sohn ist ein Wunschkind=)

Kris2008
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Kris2008 » 10:11:2018 15:58

Hallo Norle,
das Kontrollieren war auch bei mir sehr ausgeprägt . Ich habe eine Zeitlang wirklich alles hinterfragt. Hat er sich z.B gestoßen habe ich gleich kontrolliert ob nun Gefühle wie Mitleid, Mitgefühl da sind. Das Gleiche , wenn er z.B Fieber hatte etc. Auch in Glücksmomenten, wie das erste Wort , die ersten Schritte bin ich sofort in die Kontrolle gegangen von wegen , freue ich mich nun? warum kommen keine Tränen, ? Ich habe ständig gedacht ich fühle einfach nicht wie die ganzen anderen Mütter und war ehrlich gesagt immer ein wenig neidisch, obwohl ich ja nicht mal wusste wie es eigentlich wirklich bei ihnen Allen im Inneren aussah .
Dann kam die Spielgruppe oder erste Übernachtungen bei Oma und zack gleich kontrolliert ob ich ihn nun vermisse ?, hat es mir was ausgemacht , dass er bei der Verabschiedung geweint hat ? Das hat mich immer sehr runter gezogen und traurig gemacht. Eines Tages bin ich mit dem Kleinen zum Babyschwimmen gegangen und der Kleine Rowdy war im Drehkreuz schneller als erwartet und hat sich den Arm im Gitter eingeklemmt. Sofort stieg Panik in mir hoch und ich machte mir wahnsinnige Sorgen weil der Arm komplett feststeckte. Es ist Gott sei Dank nichts passiert aber da ist mir klar geworden , dass diese Gefühle da sind. In diesem Moment war einfach keine Zeit darüber nachzudenken so konnten diese ganz normalen, spontanen Gefühle auch kommen. Es ist ja irgendwie logisch, dass keine echten Gefühle durchkommen , wenn man permanent versucht zu kontrollieren und gleich anfängt zu hinterfragen. So habe ich versucht einfach wieder loszulassen von der Kontrolle, ich hatte ja schon geschrieben , dass mir Meditation und Achtsamkeit dabei geholfen haben , ebenso einfach Zeit und Geduld. Ich habe mit der Zeit immer mehr spontane Glücksgefühle bemerkt und mir diese ab und an auch einfach aufgeschrieben.
Ich ertappe mich heute auch noch immer mal wieder, dass ich gewisse Situationen hinterfrage aber es stimmt mich nicht mehr traurig....
Alles Liebe , Kristina

November17
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von November17 » 11:11:2018 14:24

Liebe Kristina,

eine kurze Frage hätte ich noch zu deiner Aussage "Der nächste Schritt war dann zu lernen diese Gedanken ,, ziehen zu lassen ohne sie zu bewerten '' praktisch zu lernen , bei diesen Gedanken nicht mehr zu erschrecken":

Ich habe in letzter Zeit solche Momente gehabt, dass ich keine Angst hatte in Situationen, die mich zuvor noch geängstigt haben. Dann verfällt man ab und zu wieder in die Grübelfalle, weil man komischerweise keine Angst hat. Als würde man sie vermissen, wenn du verstehst was ich meine?!

Kommt dir dies bekannt vor in deinem Genesungsprozess?

Viele Grüße
November

Kris2008
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Kris2008 » 11:11:2018 14:39

Ja auch das kenne ich . Ich habe mir teilweise extra gewisse Gedanken,, zurück ‚‘‘ geholt, nur um zu überprüfen ob sie mir noch angst machen. Das ist wahrscheinlich eine Art Schutzmechanismus. Aber auch das hat sich mittlerweile gelegt 😉

November17
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von November17 » 11:11:2018 15:10

Und wenn sie dir keine Angst gemacht haben, ließen die Zweifel an einem selber dennoch nach irgendwann?

Vg

Norle
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Re: Hallo und danke an euch Alle : Meine Geschichte mit ZG

Beitrag von Norle » 11:11:2018 19:42

wow das hört sich exakt wie bei mir an, genau in den gleichen Situationen.Aber es wird auch bei mir schon besser damit, nur manchmal kommen Situationen da kontrolliert es sich wie von alleine, aber ich denke das braucht noch etwas bis es ganz weg ist.Wie lange hat diese Problematik bei dir angehalten ey du sagen konntest jetzt ist es fast weg/selten geworden?
Das heißt in solchen Situationen hast du dann Achtsamkeitsübungen oder Meditation durchgeführt?
Nochmal ganz lieben Dank an dich für die ausführliche Antwort und du glaubst gar nicht wie froh ich bin endlich nicht mehr die einzigste mit diesem Problem zu sein😘

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