Hallo aus Bielefeld

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Gesa
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Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Gesa » 08:11:2018 7:53

Ich habe mich gestern dann doch entschieden in eine Klinik zu gehen. Einfach weil ich nicht mehr konnte mir irgendwelche Programmpunkte am Tag zu suchen und Menschen zu finden, die mich begleiten und mit meiner kleinen Tochter unterstützen..Weiterhin kam ein komisches Bild aus der Kindheit plötzlich hoch..Ich hab solche Angst von meinem Vater irgendwie körperlich misshandelt worden zu sein!! Ich weiß nur einfach nicht, ob das irgendwelche panischen Vorstellungen sind oder wirklich die Wahrheit..
Ich bin so am Ende, nehme nun seit vorgestern Setralin 50mg, nehme immer weiter ab und kann nachts nicht ohne Lorazepam schlafen..Ich vermisse meine kleine Tochter, ich möchte für sie als gesunde Mama da sein! Ich habe solche Angst dass das AD nicht wirkt..Wie habt ihr das nur geschafft?

Herzerl8418
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Herzerl8418 » 08:11:2018 10:33

Hallo Gesa, deine Geschichte erinnert mich sehr an das, was ich durchgemacht habe. Glaube mir, in die Klinik zu gehen war richtig, auch wenn es hart ist und du deine Kleine vermisst. Doch es ist wichtig, dass du erst mal auf dich selbst schauen kannst und dass die Medis richtig eingestellt werden können. Bei mir hat es lang gedauert, doch es musste sein. Ich wünsche dir alles Gute! Hoffe für dich, dass sie bald das richtige finden.

Gesa
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Gesa » 08:11:2018 11:08

Ich habe solche Angst davor die Erlebnisse aus der Kindheit zu verarbeiten!
Gleichzeitig kommt mein Mann heute mit meiner kleinen Tochter und ich habe so wenig Kraft für sie..Habe das Gefühl mich immer weiter von ihr zu entfernen.
Könnt ihr mir Mut machen? Wirkt das AD denn wirklich irgendwann? Hilft es auch vergangenes besser zu verarbeiten? Und kann man dann endlich wieder besser schlafen?

Astrid
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Astrid » 08:11:2018 15:02

Hallo Du Liebe,

ich finde auch, dass der Schritt in eine Klinik zu gehen richtig war. Leider gibt es nicht genug Mutter-Kind Stationen, wo du deine Kleine hättest mitnehmen können- Jetzt hast du die Chance gesund zu werden. Es wird wieder, auch wenn man das zu dem Zeitpunkt nicht glaubt. Du brauchst ganz viel Geduld. Und deine Tochter wird gut betreut. Dein Mann kümmert sich sicher liebevoll um sie. Und wenn es dir besser geht, hast du noch dein ganzes Leben Zeit, dich um deine Kleine zu kümmern. Du bist jetzt die wichtigste Person. Die Verarbeitung deiner Kindheitserlebnisse steht sicher irgendwann an, aber sie werden dich in der Klinik sicher erst einmal stabilisiern, bis sie daran anfangen zu arbeiten. Die Angst davor kann ich verstehen, aber du bekommst eine Chance auf eine angstfreie gesunde Zukunft. Du wirst das schaffen, so wie ganz viele hier. Es wird wieder gut!! Wirklich.

Sei umarmt von Astrid
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Christina
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Christina » 08:11:2018 16:17

Hallo Gesa,
Gute Entscheidung in eine Klinik zu gehen. Ich habe auch in der Klinik mit 50 mg Sertralin angefangen und habe die ersten 2 Woche Tavor dazu bekommen. Konnte auch nicht schlafen und haben nur geheult (was schon ein Fortschritt war, weinen ist ja oft in der akuten Phase gar nicht mehr möglich). War auch ohne meine Tochter dort, haben sie allerdings damals null vermisst und war froh endlich allein zu sein. Sertralin hat ca. nach 3 Wochen angeschlagen und wurde dann erhöht auf aktuell 125mg. Aber glaub mir, du wirst dich sicher auch nach ein paar Tagen allein durch die Ruhe und das Schlafen besser fühlen!

Die Aufarbeitung deiner Kindheit wird sicher erst später kommen. In der akuten Phase macht das glaub ich noch keinen Sinn. Ich wünsch dir viel Glück
Seit Geburt meiner Tochter im Oktober 2017 an PPD erkrankt.
5 Wochen stationär ohne Kind
7 Wochen Mutter-Kind-Tagesklinik
Medis: Sertralin, Bupropion, Quetiapin, Progesteron in 2. Zyklushälfte
Psychotherapie

Juli 2018: Quetiapin wegen Restless Leg-Syndrom abgesetzt.

Aktuell: Leider wieder sehr wechselhaft.

Gesa
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Gesa » 09:11:2018 8:03

Gestern wurde mir nun dieses einmalige Angebot gemacht zu hause an sieben Tagen die Woche für ca 2 Stunden betreut zu werden. Das ist ein ganz neues Programm, ich bin praktisch im Krankenhaus, aber eben einfach zu hause. Werde von ner ergotherapeutin, nem Arzt usw. Betreut. Die können das dann ganz individuell auf mich anpassen..Das hört sich zu schön um wahr zu sein an, aber ich weiß nicht ob das jetzt schon gut für mich ist. Ich werde dann sehr viel auch wieder mit meinem Mann und meiner Tochter alleine sein..gleochhzeitig ist die Einrichtung hier sooo schrecklich mit den komischen Mitpatienten und auch einfach nur hässlich..Ich bin so aufgewühlt, kobnte gestern wieder nicht schlafen, musste um halb 2 dann doch noch ne 0,25 tabor nehmen. Bitte helft mir!!

Astrid
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Astrid » 09:11:2018 15:37

Hallo Gesa,

wie schnell musst du dich denn entscheiden? Das Angebot hört sich gut an, aber 2 Stunden am Tag sind wenig, gerade in der ersten Zeit. Ich selbst würde mich vermutlich im Nachhinein dafür entscheiden erst richtig medikamentös eingestellt zu sein, dass heisst eine gewisse Stabilität zu haben und dann nach Hause zu gehen. Aber sicher kannst du auch ausprobieren, ob du mit den 2 Stunden Hilfe zu Hause auskommst, mit Aktivierung von familiärer Hilfe oder von Freunden, und wenn es nicht geht wieder in die Klinik zurückgehen. Was sagt dein Mann? Egal welche Entscheidung du triffst, du bist nicht alleine! Wir werden hier für dich da sein, und versuchen dich so gut esgeht zu unterstützen.

Liebe Grüße Astrid
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Gesa
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Gesa » 10:11:2018 6:47

Ich habe mich nun dazu entschieden bei dem Programm mitzumachen. Habe denen deutlich gesagt dass ich ne feste Struktur im Moment brauche und sie meinten dass 3 mal am Tag jemand vorbeikommt. Für meine Tochter kommt zunächst meine Schwiegermutter und dann eine Haushaltshilfe, hoffentlich ab übernächster Woche. Ich kann jederzeit ins Krankenhaus zurück.
Heute Nacht konnte ich trotz Schlaftablette in der Klinik schlecht schlafen. Denn ich soll übers Wochenende nun nach hause zum Belastungsversuch!! Habe solche Angst es nicht zu schaffen und dass es mir danach noch schlechter geht. Setralin soll heute auf 100 mg erhöht werden.
Habt ihr Ideen wie man diese Belastungsversuche gut übersteht? Es kommt heute auch jemand bereits von dem Programm für ne Stunde vorbei um zu gucken wie es geht..

Astrid
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Astrid » 10:11:2018 23:31

Hallo Du,

ich finde es so mutig, dass du dich entschieden hast, es zu wagen. Du kannst nichts verlieren. Wenn Du zurück in die Klinik gehst, ist es nur ein anderer Weg. Versuche den zu nehmen, der am wenigsten schwer für dich ist. Denk daran, du bist noch ganz am Anfang. Geduld ist alles und du brauchst keine Erwartungen zu erfüllen. Nicht die anderer und auch nicht deine eigenen. Die Krankheit verschwindet nicht durch einen Ortswechsel, man nimmt sie leider mit. Egal ob man in einer Klinik oder auf einer traumhaften Insel hockt. Mache alles was dir gut tut. Nimm keine Rücksicht und äußere deine Bedürfnisse, wenn es möglich ist. Alles wird wieder gut. Es dauert nur sehr sehr lange. Ich wünsche dir eine bessere Nacht zu hause und für dich und deine Lieben alles Gute. Halte uns auf dem laufenden.

Ganz liebe Grüße von Astrid
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Gesa
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Gesa » 12:11:2018 6:14

Hallo Astrid,

danke für deine Nachricht. Ich musste nun wieder zurück in die Klinik weil das Programm erst Mittwoch anfängt. Dieser Wechsel jetzt schon wieder zurück ist so anstrengend. Und Dienstag soll ich dann wieder nach Hause..zu hause war es ganz ok und die Nacht war zwar mit Schlafmittel total entspannt. Ich habe kaum Kraft noch. Und diese Klinik hier ist definitiv nicht die richtige, hier kann ich nicht gesund werden. Hier sind so viele Menschen, die mir einfach nur Angst machen. Ich weiß im Moment echt nicht woher ich die Kraft noch nehmen soll! Aber ich will so sehr, will meine Tochter laufen sehen.

Gesa
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Gesa » 12:11:2018 7:57

Ach mensch, aber zu hause mache ich mir so viel Druck weil ich es nicht ertragen kann meine Tochter und meinen Mann leiden zu sehen. Vielleicht muss ich doch hier bleiben, das fühlt sich so so schrecklich an. Dieses einmalige Angebot nicht wahrzunehmen..

Astrid
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Astrid » 12:11:2018 11:00

Hallo Gesa,

in der Umgebung von Bielefeld gibt es in Bad Münder eine Klinik mit Mutter/ Kind Einheit (Deister Weser KlinikenFachklinik für Verhaltensmedizin und Psychosomatik). Vielleicht wäre es eine Option dort nachzufragen? Dann könntest Du die Kleine mitnehmen, und dich um sie kümmern. Denke auch, dass sie dort vielleicht mehr Ahnung von PPD haben? Will dich aber nicht noch mehr verunsichern. Dein Mann und dein Kind werden das packen. Dein Mann kann hier im auch lesen und auch im Angehörigenforum Hilfe finden. Es gibt auch einen betroffenen Papa, der Telefonberatung macht, und Ängste nehmen kann. Mach dir deswegen nicht zu viele Gedanken. Holt möglichst viele Leute mit ins Boot. Freunde, Familie, Bekannte, externe Hilfe durch Familienhilfen etc. Ihr müsst das nicht alleine wuppen. Ihr seid nicht alleine!

Liebe Grüße Astrid
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Gesa
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Gesa » 13:11:2018 7:54

Hallo Astrid,

gestern war ein doofer Tag, dieses hin und her ist so anstrengend. Heute Nacht konnte ich (zwar mit 0,25 tavor) ganz gut schlafen. Jetzt bin ich schon wieder so so aufgeregt, weil ich heute nach Hause soll und morgen dieses Programm startet. Leider haben wir bis jetzt keine Haushaltshilfe und mein Mann muss sich krank schreiben..Das ist nicht gut, aber für mich ist es wichtig in der Nähe meiner Tochter zu sein und nicht zwischen all den merkwürdigen Menschen hier..

Astrid
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Re: Hallo aus Bielefeld

Beitrag von Astrid » 13:11:2018 12:49

Hallo Gesa,

Haushaltshilfen vermitteln oft die Caritas, DRK, Landfrauen, Jugendamt oder Familienservicebüros haben auch oft Adressen. Es ist wichtig, möglichst viele Menschen mit ins Boot zu holen, dass nimmt eine ganze Menge Druck und hilft die Last auf viele Schultern zu verteilen. Alles wird wieder gut! Die schlimme Zeit geht vorbei.

LG Astrid
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