Ich muss nochmals nerven...

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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seideneFaden
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Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von seideneFaden » 05:12:2018 13:07

...ja, ihr kennt sie wohl alle, diese Fragen. Und wenn ich das Internet zum x-ten Male durchwühle kommt immer das identische Ergebnis: man weiß es nicht. Aber wenn man "akut" ist, fragt man sich ja bald nichts anderes mehr.

Wie lange haben die akuten Phasen bei Euch angehalten?
Wie ich schon schrieb, ging es mir vor 3 Wochen schon wieder maßgeblich besser. Dann kam der Einbruch und ich kämpfe mich seit dieser Zeit durch. Besteht da evtl Hoffnung, dass es auch jetzt in dem damaligen Zeitrahmen (6 Wochen) wieder besser wird?

liebe Grüße aus der Verzweiflung

schattenblume
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von schattenblume » 05:12:2018 13:39

Es ist verständlich dass du unbedingt einen Zeitrahmen haben willst, Nein sogar brauchst. Aber leider ist es wirklich so das man es nicht weiß. Bei mir dauern die Akutphasen auch sehr unterschiedlich. Manchmal sind es 2 Tage manchmal aber auch 2 Wochen.
Ich weiß nur das sie definitiv wieder vorüber gehen. GOTT SEI DANK
Ich denke dass du noch ein wenig brauchst bis die Medikation ihre volle Wirkung entfalten kann.
Es wird aber vorübergehen... halte dir das immer vor Augen wenn du glaubst es nicht mehr auszuhalten.
Viel Kraft für die kommenden Tage
November 2010 Geburt meiner wundervollen Tochter
PPD mit Angststörung nach der Geburt
09/2012 Anfang von Zwangsgedanken
seit 12/2012 Cipralex 10mg

seideneFaden
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von seideneFaden » 11:12:2018 17:52

Heute sind es 3 Wochen und ich habe nicht das Gefühl, dass es besser wird. Meine Dosis habe ich erhöht, auch nehme ich ab heute wieder meine Schilddrüsenhormone in geringer Dosierung (TSH war heute bei 1,9, Haare begannen wieder auszufallen - daran habe ich früher immer gemerkt, dass ich in die Unterfunktion rutsche). Wie habt ihr das nur durchgestanden? Es ist so unerträglich. Letzte Woche konnte ich wenigstens noch darauf bauen, dass es ab 20 Uhr besser wurde. Gerade habe ich das Gefühl es ist einfach nur noch die Dauerhölle und das trotz AD. Ok, ich habe gerade meine Periode. Keine Ahnung, ob das damit zusammenhängt. Ich ertrage das nicht mehr :(( Tut mir leid, ich musste mal jammern weil ich gerade wieder ganz unten bin. Warum wird es nicht besser :((

November17
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von November17 » 11:12:2018 22:55

Vielleicht tröstet es dich ein wenig, aber auch ich hänge immer während der Periode durch.

Das ist mir die letzten Male extrem aufgefallen und dennoch reißt es mich ziemlich runter.

VG

Nelli
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von Nelli » 12:12:2018 1:18

Es ist sehr gut, dass Du erhöht hast, Wieviel nimmst Du jetzt?
Ich rate Dir dringend, einen Psychiater aufzusuchen. Du brauchst vielleicht eine
höhere/breitere Medikation!
Ganz toll übrigens, wie Du Dich um Dein Kind kümmerst, das hast Du in der Vor-
stellungsrunde ja beschrieben.

seideneFaden
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von seideneFaden » 12:12:2018 12:33

52,5 mg als retard und nochmals 15 als Tablette aktuell. Das Venlafaxin hat aber auch fiese Nebenwirkungen und ich kann da nicht so ohne weiteres schneller erhöhen ohne dass ich noch mehr das Gefühl habe "durchzuknallen" :(

LaLiLu
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von LaLiLu » 12:12:2018 21:06

Also ich habe selbst auch ein auf und ab mit Venlafaxim. Es ging mir einmal während der Periode so schlecht dass ich dachte die beiden wären ohne mich besser dran. Das hatte ich vorher noch nicht. Und dann ging es aber wieder besser. Aber ich hatte bei der nächsten Periode wieder Angst dass ich abrutsche..da kam zum Glück nichts. Die Dosierung die du brauchst zu finden ist super schwer. Was hast du denn für Nebenwirkungen?

seideneFaden
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von seideneFaden » 12:12:2018 22:10

Es ist ja immer schwer zu sagen, was die Depression/Angststörung ist und was Nebenwirkung. Also bei mir treten Kopfschmerzen auf, Zittern, Muskelzuckungen, Schwitzen, Frieren (im Wechsel), enormer Kopfdruck, Übelkeit, enorme Müdigkeit um Punkt 16 Uhr (nehme die Tabletten immer um 10 Uhr). Das war in den besagten "freien" Wochen aber auch alles weg. Jetzt ist es wieder da, nachdem ich die Dosis erhöht habe. Ich zweifle immer mehr daran, dass das AD die Lösung ist, aber mein Arzt meinte "doch, das ist das richtige Medikament" und wollte nicht wechseln oder noch etwas dazugeben. Ich vertraue dem Mann eigentlich....

Christina
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Re: Ich muss nochmals nerven...

Beitrag von Christina » 13:12:2018 0:17

Meine akute Phase ging von der Geburt bis ca. 11 Wochen danach, davon war ich die letzten drei Wochen stationär ohne Kind im Krankenhaus. Da ging es mir bereits wieder sehr gut. Aber dieses Auf und Ab ist leider normal, ich dachte auch gleich „Juhu, geheilt“ aber dann kam 2 Wochen nach Entlassung wieder ein Tief und das ist brutal, weil man sofort denkt, dass die Depression nie vorbei geht und man jetzt immer so bleibt.

Die Auf und Abs gingen noch ca. 5 Monate weiter, allerdings waren die Tiefs immer kürzer und auch nicht so extrem schlimm wie am Anfang.

Ich habe so ca. 7-10 Tage vor der Periodenblutung auch noch starke Probleme, da geht meine Stimmung runter und ich bin extrem gereizt usw. Dagegen nehme ich Progesteron (Utrogest). Ich hab mal meine Hormone checken lassen und mit Utrogest war mein Progesteronwert fast 2,5 mal so hoch wie die Norm. Die Ärztin meinte, dass ist bei PPD-Frauen oft so, dass sie viel mehr Progesteron benötigen um sich gut zu fühlen. Die Synapsen im Gehirn sind „abgestumpft“ und brauchen höhere Reize. Du kannst dazu ja mal deinen Frauenarzt fragen.
Seit Geburt meiner Tochter im Oktober 2017 an PPD erkrankt.
5 Wochen stationär ohne Kind
7 Wochen Mutter-Kind-Tagesklinik
Medis: Sertralin, Bupropion, Quetiapin, Progesteron in 2. Zyklushälfte
Psychotherapie

Juli 2018: Quetiapin wegen Restless Leg-Syndrom abgesetzt.

Aktuell: Leider wieder sehr wechselhaft.

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