Kind trotz Depression - medikamente

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Stern
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Kind trotz Depression - medikamente

Beitrag von Stern » 07:12:2018 18:23

Hallo,

zunächst bitte ich um Entschuldigung, falls viele Tippfehler enthalten sind. Schreibe vom tablet und die autokorrektur ist sehr übergriffig.

Ich gehöre nicht ganz zur Zielgruppe. Bin nicht schwanger gewesen und habe ppd. Ich habe eine Depression und Angststörung schon viele Jahre.

Ohne medis geht es leider nicht. Allerdings bin ich sehr verunsichert, was medis und ss angeht. Ich bin beim googlen auf eine Forum gestoßen, das antidepressiva ziemlich ablehnend gegenüber steht und letztlich dass ss und antidepressiva garnicht gehen würden. Ärzte würden antidepressiva verharmlosen und diese seien in der ss schädlich.

Momentan bin ich leider auf 20 mg cymbalta und 11,5 mg mirtazapin. Umstellen soll ich auf Sertralin (+ dann Mirtazapin).


Was erhoffe ich Mir hier. Schön wäre es, wenn sich Frauen melden würden, die selbst Erfahrungen mit Psychopharmaka in ihrer ss gemacht haben...
Inzwischen traue ich den Aussagen der Ärzte nicht mehr u bin total verunsichert.

Ich hoffe, mein Post war nicht zu wirr.

Liebe grüße
Stern

Nelli
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Registriert: 20:06:2018 1:55

Re: Kind trotz Depression - medikamente

Beitrag von Nelli » 08:12:2018 2:19

Liebe stern,

zunächst einmal: Du nimmst ja recht niedrig dosierte AD, das ist schonmal gut!
Beide habe ich auch schon genommen, es sind gute AD. Sertralin ist halt eines der
AD der Wahl bei SS.
Ich habe meine AD während der SS fast ganz abgesetzt, gegen Ende aber nochmal
aufdosiert. Mein Kind ist total gesund und tiefenentspannt.
Allerdings habe ich mich gegen das Stillen entschieden, obwohl es mit jenen AD
gegangen wäre, aber wozu sie unnötig damit weiter konfrontieren.
Es ist meines Erachtens eher so, dass Ärzte überstürzt ihren schwangeren Patientinnen
raten, ihre AD abzusetzen, obwohl das sowohl für Mutter als auch Kind schlecht ausgehen kann
(Mutter depressiv, Kind gestresst). Natürlich gibt es (noch) keine Langzeitstudien,
aber sehr wohl Studien über Neugeborene, deren Mütter AD genommen haben.
Es kann schlimmstenfalls nach der Geburt zu Anpassungsstörungen kommen,
außerdem kommen nur bestimmte AD in Frage. Niemand nimmt leichtfertig AD während der
SS, aber unter guter Beobachtung und Beratung ist das sehr wohl gut möglich!
Unbedingt ratsam ist die Einnahme von hochdosierter Folsäure, schon vor der SS, um das Kind
vor Fehlbildungen zu schützen - das sollten aber auch Mütter tun, die keine Medikamente nehmen.
Außerdem könntest Du Dich, wie ich, gegen das Stillen entscheiden. Es war zunächst traurig,
aber eine sehr gute Entscheidung. Auch Flaschenkinder sind gesund und haben gute Bindung!
Zu jenem Forum: Gerade im Bereich Schwangerschaft, Mutterschaft, Erziehung geht es im
Internet hoch her. Es gibt Frauen, die Dich schon ächten, weil man nicht stillt, völlig irre!
Deshalb ist dieses Forum so wertvoll: Wir kommunizieren respektvoll und sachlich.
Ich werde, sollte ich nochmal ein Kind bekommen wollen, dieses auch unter AD bekommen müssen.
Klar wird mir das schwer fallen, aber mittlerweile weiß ich, dass die meisten Ängste ins Leere laufen.
Ich tendiere dazu, Dich in Deinem Babywunsch zu bestärken. Ich empfehle Dir aber dringend,
Dir vorab ein gutes Betreuungsnetz, sowohl medizinisch als auch familiär und institutionell, zu spannen,
um Deine Kräfte zu schonen. Es gibt viele Möglichkeiten, Dich als Mutter zu entlasten.
Ich finde es super, dass Du uns hier fragst.

Nelli

Astrid
power user
Beiträge: 200
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Re: Kind trotz Depression - medikamente

Beitrag von Astrid » 08:12:2018 19:14

Hallo Stern,

ich finde es gut, dass Du dich schon im Vorfeld schlau machst!! Das ist die beste Voraussetzung, um gut gerüstet zu sein. Da du dich schon vor deiner Schwangerschaft und eventuellen Stillzeit mit Depressionen und Angststörungen auskennst, kannst du zumindestens nicht mehr überrascht werden davon, es sei denn im positiven Sinne ;). Es gibt ein gutes Institut, um sich beraten zu lassen: Du kannst über Embryotox.de, bzw. Reprotox.de fundierte Informationen zu deinen Medis und Verträglichkeit in der Schwangerschaft bekommen. Sie sprechen auch Empfehlungen zu Alternativen aus. Du kannst auch gemeinsam mit deinem Arzt, Therapeuten dort anfragen. Sie sind dort sehr sehr nett und kompetent. Ich glaube, dass hier im Forum einige Frauen unter Medis wieder schwanger geworden sind. Es kommen sicher noch einige Antworten. Ich habe nach meiner zweiten Entbindung direkt wieder mit meinen Ads begonnen, und mich gegen das Stillen entschieden, weil ich aber auch "freier" sein wollte und nachts schlafen musste, um zu funktionieren. Ich wünsche dir viel Erfolg, und freue mich darüber, dass du dich so gut fühlst, dass du ein Baby möchtest.

Alles Liebe von Astrid
schwere PPD nach der Geburt des ersten Kindes 2006
2011 zweites Kind ohne PPD
heute gesund ohne Medis
beginnende Wechseljahresbeschwerden

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