Hallo ich bin neu hier

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Anouk
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Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Anouk » 16:02:2019 13:18

Hallo,ich bin 30 Jahre alt und habe vor einem Jahr eine Tochter zur Welt gebracht.

Während der Schwangerschaft bin ich zu meinem Freund und seinem Sohn gezogen, 200 km weit von zuhause weg. Schon der Rest der Schwangerschaft lief nicht so ab wie gewünscht und erhofft.
 Der Sohn meines Freundes ist auffällig geworden nach der Einschulung und war zu diesem Zeitpunkt für 4 Monate in einer geschlossen Anstalt für Kinder und Jugendliche.  Mein Freund hatte nicht wirklich Zeit für mich und meine Probleme wie Heimweh oder halt in meinen Augen zu wenig Zeit.  Ich hatte eigentlich die komplette Schwangerschaft über das Gefühl ich bin nicht so wichtig andere Dinge sind wichtiger. Meine Tochter ist zum Ende der Schwangerschaft nicht mehr gewachsen und so wurde beschlossen 3 Wochen vor ET einzuleiten.

  Die Geburt verlief recht schnell ich hatte es mir auch schlimmer vorgestellt. Nach 2 Stunden war sie da und ich empfand nichts. Sie lag da und ich dachte aha und das soll jetzt das schönste aufder Welt sein.  Sie wurde sofort ohne das ich sie im Arm hatte von den Ärzten mitgenommen. Mein Freund ging mit, dann kam die nachgeburt und danach lag ich da allein fast 30 Minuten.
  Ich hab mich gefragt warum jetzt niemand da ist und nach mir schaut, ich hab ja schließlich grad ein Kind bekommen. Dann kamen die Ärzte mit meiner Tochter in so einem Brutkasten und sagten sie müsste mit auf die Kinderklinik. Also war ich wieder allein ohne Kind. Meine Tochter erholte sich schnell ich durfte mit ihr nach 5 Tagen nach Hause. Mein Freund war während der Einleitung für mich da, aber nach der Geburt waren andere Dinge wieder wichtiger.  

Zuhause freute ich mich auf die Zeit mit Kind aber so toll wars dann doch nicht. Ich wollte mir nicht helfen lassen von der Schwiegermutter. Niemand konnte es mir recht machen. Alle wurden blöd angemacht.  Meine Hebamme hab ich erst kurz vor der Geburt kennen gelernt. Die war mir nicht sympathisch und auch nicht oft da weil ich das nicht wollte.  Nach 2 Monaten war ich dann allein mit Lilly und erst da merkte ich wie langweilig das Leben als Mutter ist. Mir wurde gesagt ich soll raus um neue Leute kennen zu lernen. Wollte ich nicht, ich wollte auch in keine Krabbelgruppe oder sonst was. Ich hab mich isoliert keine Freude an den Dingen gesehen. 
Die Wochenenden waren schlimm, mein Freund wollte immer Ausflüge machen ich wollte meine Ruhe schlafen und am liebsten den ganzen Tag ins Bett liegen.
  In diesem Jahr habe ich viel viel geweint. Meist kannte ich noch nicht mal den Grund. Mein Freund versteht mich nicht mehr, die Frau die er mal kennen gelernt hat gibt es nicht mehr.  Ich bin jetzt eine Frau die viel und oft meckert. 
Niemand macht was richtig,  ich gebe mir ständig die schuld an allem. Ich mag mich so selbst nicht mehr.  Das mit mir etwas nicht stimmt habe ich gemerkt als ich einen Bericht in der Eltern Zeitschrift über Baby blues bzw. die Stufen danach gelesen hab. Ich erhoffe mir Hilfe und Ratschläge was ich machen soll das es nicht noch schlimmer wird, da ich erneut schwanger bin LG Anouk

Astrid
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Astrid » 16:02:2019 19:56

Hallo Anouk,

schön, dass du zu uns gefunden hast. Es ist bei dir echt viel schief gelaufen, was den Start mit deiner Lilly erschwert hat. Der Umzug, die Krise in die dein Freund kam, weil sein Sohn auffällig wurde, deine Einsamkeit in der Schwangerschaft und das Gefühl alleine gelassen zu werden mit allen Ängsten und Freuden, die einen in dieser Situation einholen. Dann die Geburt, die Trennung vom Baby, auch dort das "Alleinegelassen" werden... . Dasss du im Anschluss dann nicht mehr funktioniert hast, ich kann es wirklich nachfühlen. Ich hätte vermutlich auch keine Hilfe mehr gewollt, und mich verkriehen wollen... . Darf ich dich fragen, ob du jetzt, wo du weisst, dass vermutlich eine Depression dich erwischt hat, du dir Hilfe gesucht hast? Hast Du mit deinem Hausarzt gesprochen? Oder eventuell mit einem Therapeuten, oder deinem Frauenarzt? Konntest du irgedwann eine Beziehung zu Lilly entwickeln? Ich freue mich für dich, dass du wieder schwanger bist, und teile deine vermutlichen Ängste. Aber du kannst ganz viel tun, damit du nicht wieder alleine gelassen wirst. Sprich mit allen Beteiligten!! Mit deinem Partner zuerst, mit deinen Ärzten, mit deiner Hebamme (suche dir eine, die du magst, und die sich auskennt, am besten eine Familienhebamme), weihe deine Familie ein und nimm jede Hilfe an, die du bekommen kannst. Fühlst du dichzur Zeit stabil? Oder hast du große Angst und Mühe über den Tag zu kommen? Wie hast du dein Kind betreut? Und ist die Situation mit dem Sohn deines Freundes geklärt? Manche Dinge kann man nicht ändern, oder Einfluss darauf nehmen, aber du bist nicht hilflos, und kannst viele Dinge steuern. Wir werden hier versuchen dich ganz viel zu unterstützen. Du bist nicht mehr alleine.

Alles Liebe Astrid
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Anouk
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Anouk » 16:02:2019 20:48

Hallo Astrid,

vielen Dank für die lieben Worte. Ich habe eine Hebamme mit ihr habe ich darüber auch geredet. Sie ist echt nett und bei ihr fühle ich mich auch sehr wohl. Aber sie kann mir nicht helfen bzw.hat mir eine andere Stelle in der Stadt verwiesen. Frauenarzt brauch ich nicht einweihen das ist der Mann der Hebamme und er würde mir das selbe sagen. Sie meinte ich soll aber erst abklären lassen ob es überhaupt Depressionen sind oder nur die Geburt noch verarbeitet werden muss.

Hausarzt hab ich hier noch keinen, aber ich habe Angst das ich da auch mit meinen Problemen nicht ernst genommen werde.

Auf dieser Seite gibt es ja eine Liste mit Personen die in deiner Stadt für Frauen wie mich zuständig sind. Mit ihr habe ich telefoniert, hat mir geraten mich an den Frauenarzt und Hebamme zu wenden. Aber wie oben schon geschrieben leider ohne Erfolg .

Der Sohn von meinem Freund geht mittlerweile auf eine geeignete Schule und es wurde eine reaktive Bindungsschwäche festgestellt. ER wurde damals von heut auf morgen von der Mutter verlassen und sie möchte keinen Kontakt.

Mir geht es auch nicht jeden Tag schlecht und die Beziehung zu meiner Tochter ist super. Ich Liebe sie über alles. Aber ich weiß an manchen Tagen einfach nichts mit mir anzufangen. Mache dann meine Hausarbeit nicht würde am liebsten wieder ins Bett. Und bin unausstehlich zu meinem Freund und seinem Sohn wenn die nachmittags Heimgekommen. Und das grundlos bzw.wegen Kleinigkeiten fühle ich mich sofot angegriffen.

Sonst habe ich bis jetzt nichts gemacht weil ich nicht weiß an wen ich mich wenden soll.
Mein Freund steht auch hinter mir und würde mich unterstützen.
Ich weiß ja noch nicht mal ob ich überhaupt eine postmortale Depression habe.

LG Anouk

Anouk
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Anouk » 18:02:2019 12:26

Kann mir denn noch jemand helfen? An wen soll oder kann ich mich den wenden?

Ich hab mal geschaut ob es hier in der Stadt eine Gruppe oder etwas ähnliches gibt. Da habe ich aber nichts gefunden.

Hausarzt müsste ich mir erst jemanden suchen und irgendwie hab ich dann auch bedenken ob ich der Person dann gleich von meinen Problemen erzählen kann.

Hört sich das was ich geschrieben hab den überhaupt nach einer Depression an?

LG Anouk

Mat1977
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Mat1977 » 18:02:2019 13:58

Anouk, das hört sich schon nach einer depression an aber vielleicht ist es ja noch nicht so schlimm, deswegen ist es gut, dass du dir schnellstmöglich hilfe holst. Ich weiss nicht, wo du her kommst, deswegen kann ich dir keine konkrete kontaktperson geben aber ich an deiner stelle (war ich ja auch) wurde einen psychiater aufsuchen, ich habe meine in der kontaktenliste von schatten und licht gefunden, sie ist auf postpartale depression spezialisiert.

Da mann auch beim psychiater oft lange warten muss ist eine weitere option eine psychosomatische klinik für mutter und kind. Gibt es vollstationär oder teilstationär. Musst du googlen. Hab keine angst davor, das ist nicht so "klapse" wie man oft angst hat. Geht die kleine in die krippe? Dann kannst du in einer tagesklinik von z.B. 9h bis 14h gesprächstherapie, sport, yoga, pilates, kunsttherapie, musiktherapie... vor allem bekommst du wieder eine struktur in den tag.

Astrid
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Astrid » 18:02:2019 17:51

Hallo Du,

das hört sich alles doch schon sehr gut an. Ich bin froh, dass du eine Beziehung zu deiner Tochter aufbauen konntest und sie liebhaben kannst. Das ist sehr schön. Auch dass du Unterstützung durch deinen Partner bekommst ist super. Ob du eine Postpartale Depression oder eine Depression durch das Trauma nach deiner ersten Geburt hast, ist doch peng... . Du brauchst auf jeden Fall jemanden, mit dem du reden kannst, und mit dem du die Geburt und die Hilflosigkeit und Einsamkeit dabei verarbeiten kannst. Der Tipp mit der Therapeuten Liste hier ist gut. Du hast mit einer Betroffenen Frau aus der Umgebung gesprochen, habe ich dich da richtig verstanden? Vielleicht hat sie ja auch einen Tipp, welcher Therapeut gut ist, oder an wen du dich wenden kannst. Die Stimmungsschwankungen und Antriebslosigkeit kann natürlich auch hormonelle Ursachen haben, sind deine Schilddrüsenwerte in Ordnung? Eisenmangel? Kannst du ein Muster erkennen, wann es dir schlecht geht? Hängt es vielleicht auch mit der hormonellen Umstellung der Schwangerschaft zusammen? Hattest du das in der ersten Schwagerschaft auch? Mache alles, was dir gut tut, Versuche die hellen Tage jetzt zu nutzen und lass dich unterstützen.

Ganz liebe Grüße Astrid
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Anouk
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Anouk » 18:02:2019 21:18

Vielen Dank für Eure Tipps. Mit den Therapeuten hier aus der Liste sieht es leider schlecht aus :( einmal Heilpraktiker und einmal nur Privat das kann ich mir nicht leisten.

Dann wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben und mir doch einen Hausarzt zu suchen und diesen dann bitten mir vielleicht jemanden zu empfehlen oder mich überweisen.

Die Dame aus diesem Forum hatte ich aus der Liste mit Personen die Selbsthilfegruppen oder anderst weiterhelfen können. Leider bietet sie diese Gruppen nicht mehr an. Von ihr hatte ich denn Tipp mich an meine neue Hebamme und Frauenarzt zu wenden :( beides war leider nicht so Erfolgsversprechend. Haben mich abgewimmelt und mit den Hormonen aus der neuen Schwangerschaft abgetan. Sonst hab ich noch von einer Kirchlichen Einrichtungen gelesen. Aber das ist auch immer wie es ist.

Viele Grüße Anouk

Astrid
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Astrid » 18:02:2019 21:44

Hallo Du,

wenn du schnell Hilfe benötigst, ist eine Psychologische Ambulanz eines Krankenhauses eine gute Alternative. Lieber wäre es mir, wenn du zu jemandem gehen würdest, der sich auskennt mit PPD. Ein Heilpraktiker ist auch nicht unbedingt schlecht. Meist sind es welche in Kombination mit Psychotherapie. Vielleicht nimmst du dort mal Kontakt auf. Sie bieten oft Infogespräche an. Hebammen und Frauenärzte sind ja auch nur da, um dich an die kompetente weitere Stelle weiterzuleiten. Leider sind sie auch oft nicht gut informiert, wer bei Depressionen helfen kann. Leider sind sie nicht so dicht gesät... . Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft kann schon Stimmungsschwankungen auslösen... . Hast du mal geschaut, ob bei dir in der Nähe eine Klinik ist? Nicht aufgeben... . Halte durch.

Liebe Grüße Astrid
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Marika
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Marika » 19:02:2019 9:07

Hallo Anouk,

also für mich wäre der Weg klar, denn ich persönlich gehen würde: Entweder suchst du dir einen Hausarzt - das wäre generell wichtig, denn irgendwann wirst du sicher einen brauchen - schildest ihm kurz dein Problem und bittest um eine Überweisung zu einer Fachperson. Dann bekommst du auch schneller einen Termin. Fachleute sind: Psychologen (machen verschiedene Therapieen, verschreiben aber keine Medikamente), Neurologen (machen keine Therapie, verschreiben aber Medikamente) und Psychiater (machen Therapie und dürfen Medikamente verschreiben). Oder du gehst zu deinem behandelnden Frauenarzt (auch wenn er dich wohl nicht so ernst genommen hat) und verlangst klar und deutlich eben so eine Überweisung. Er muss dir eine ausstellen. Wie wäre es, wenn du deinen Mann mitnimmst und dieser dich dabei unterstütz, also ebenfalls auf die Dringlichkeit hinweist und eine Überweisung fordert? Du schreibst er will dich unterstützen - hier könnte er schon mal anfangen!!! Ich habe es so gemacht und hatte dann sehr schnell einen Termin. Ich bin der Meinung, du brauchst eine Abklärung und dazu brauchst du eine Fachperson.

Was mir noch auffällt: Es wäre soooo wichtig, dass du raus gehst und wirklich Leute kennen lernst. Sonst versauerst du tatsächlich sprichwörtlich in den eigenen 4 Wänden. Nur Kind und Haushalt - da wundert mich nichts mehr. Ich bin auch von Anfang an raus gegangen, es war zwar schwer weil ich da schon eine PPD hatte, aber ich habe mein Baby eingepackt und bin raus. Zuerst war ich alleine, aber mit der Zeit habe ich plötzlich gesehen, wieviele Mamas mit Kinderwagen alleine unterwegs waren. Man kam ins Gespräch - und alle sagten das selbe: daheim fällt ihnen die Decke auf den Kopf, daher gehen sie jeden Tag raus, raus, raus... Und so lernte man sich kennen, hat Nachmittage miteinander verbracht, die Kinder konnten spielen! Für mich ist es ganz klar, dass du zu Hause eingehst wie eine Blume, die man nicht gießt! Du brauchst Leute um dich, ein soziales Umfeld - das ist sooo wichtig!

Eine Diagnose kann ich natürlich nicht stellen, aber ich finde du solltest unbedingt eine Abklärung ansteuern. Warum nicht gleich das Telefon zur Hand nehmen und bei einem Hausarzt anfangen um einen Termin zu fragen??? Nimm deinen Mann mit ins Boot! Oder die psych. Ambulanz, da wirst du auf jeden Fall sofort am selben Tag drankommen. Handle noch heute - auch wenn es sich unangenehm anfühlt und du lieber im geschützten Bereich zu Hause bleibst. Dieser Bereich ist wenig hilfreich im Moment, du musst dir Hilfe holen. Und in weiterer Folge schauen, dass du unter Leute kommst. Das ist für dich wichtig, aber auch für dein Kind!
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Diddi86
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Re: Hallo ich bin neu hier

Beitrag von Diddi86 » 26:02:2019 23:31

Liebe Anouk,

das was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor, ähnlich ging es mir auch nach der Geburt meines Sohnes im April letzten Jahres. Bei uns war der Start in der Klinik auch nicht so wie gedacht und ich denke auch, dass das viel zu meiner Situation beigetragen hat.
Das Wichtige ist aber, dass dir selbst auffällt, dass etwas nichts stimmt, das ist meiner Meinung nach schon ein ganz großer und sehr wichtiger Schritt. Das hat bei mir ein paar Wochen gedauert, dann vertraute ich mich Stück für Stück meiner Mutter und dann auch meinem Mann an; beide waren zwar auch "geschockt", haben mich aber sofort unterstützt und mich davon überzeugt, zu meinem Frauenarzt zu gehen. Dieser nahm mich zum Glück sofort ernst und überwies mich zu einer Psychaterin. Das war wirklich meine Rettung, ohne Medikamente und Gesprächstherapie hätte ich es bestimmt nicht alleine geschafft.

Ich kann Marika aus persönlicher Erfahrung daher nur absolut zustimmen - suche dir so schnell es geht Hilfe und wenn es sein muss mit Nachdruck! Wenn bei dir eine PPD diagnostiziert wird, ist eine Fachperson die meiner Meinung nach einzig richtige Adresse. Dort wird dir geholfen und du merkst tatsächlich, dass es irgendwann anfängt erträglich zu werden.
Auch ich habe geglaubt, dass ich nie wieder "die Alte" werde, dass ich für den Rest meines Lebens in diesem "Alptraum Mutter sein" gefangen sein werde und habe bedauert, mich dafür entschieden zu haben. Ich wollte meinen Sohn nicht haben, wollte mein altes Leben zurück oder noch besser einfach weglaufen und alles hinter mir lassen.

Heute, ein 3/4 Jahr nach Behandlungsbeginn, kann ich sagen: es wird wieder gut! Ich fühle mich heute wieder absolut "normal", auch wenn mich diese Erfahrung sicherlich auch geprägt hat. Und ich kann heute sagen, dass ich mein Kind über alles liebe und mein Leben für Nichts mehr umtauschen möchte. Diese Veränderungen sind langsam, ganz leise und schleichend gekommen aber ich garantiere dir, sie kommen! Man muss sich nur trauen, sich helfen zu lassen und ehrlich zu sich selbst und denjenigen sein, die einem helfen wollen/können.

Viele Grüße,
Friederike
Liebe Grüße Friederike

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