Wenn die Krankheit auf Unverständnis trifft...

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Kikke
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Wenn die Krankheit auf Unverständnis trifft...

Beitrag von Kikke » 12:04:2019 6:53

Guten Morgen,

Ich hatte gestern in der Krabbelgruppe wieder so eine Situation. Eine Mutter ließ den Satz los: ich kann so Mütter überhaupt nicht verstehen, die ihr Kind nicht wollen oder ihm etwas antun.

Ich reagiere bei sowas immer mit sehr schwarzem Humor und habe gesagt: Sei froh, ich habe meinen Sohn fast aus dem Fenster geworfen.

Danach kam es zu einem sehr guten Gespräche in der Gruppe zum Thema Wochenbettdepression. Nur diese Mutter hat geschwiegen. Dann tut mir meine direkte, vlt aggressiv wirkende Art manchmal leid.

Wie macht ihr es ? Wie geht ihr mit Unverständnis um?

Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende
Kikke
November 2017: Schwere PDD mit psychotischen Anteilen nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, allerdings nach 10 Tagen direkt ausgeschlichen, AD 60 mg Cymbalta). Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta, dann im September abgesetzt.
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

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Kikke
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Re: Wenn die Krankheit auf Unverständnis trifft...

Beitrag von Kikke » 12:04:2019 7:04

Ich muss noch dazu sagen, dass ich von Anfang an in der von meiner Krankheit erzählt haben. Entweder hat sie es nicht mitbekommen oder fast ein Jahr lang auf Durchzug gesellt.
November 2017: Schwere PDD mit psychotischen Anteilen nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, allerdings nach 10 Tagen direkt ausgeschlichen, AD 60 mg Cymbalta). Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta, dann im September abgesetzt.
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
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Marika
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Re: Wenn die Krankheit auf Unverständnis trifft...

Beitrag von Marika » 12:04:2019 8:00

Hallo du,

Kompliment - deine Offenheit finde ich toll und mutig! Auch ich bin immer sehr offen damit umgeganten, weil ich gemerkt habe, wie sehr mir das beim Gesund werden hilft. Und da war ich dann eigensinnig - da müssen die anderen einfach durch... :wink:

Eigentlich ist es normal, dass es immer wieder Menschen geben wird, die mit unserer Besonderheit nichts anfangen können - sie haben es nicht selber erlebt. Auch ich konnte früher mit "psych. Erkrankungen" null und nix anfangen, war sogar der Meinung man müsse sich nur zusammen reißen... Du wirst sicher verstehen, dass ich das heute "etwas" anders sehe... :wink: :wink: :wink:

Du hast mit deiner Offenheit für eine tolle Gelegenheit gesogrt, um ein wichtiges Thema in der Runde anzusprechen. Das ist mega, das ist wirklich das Optimale ... und das hast DU geschafft. Sieh nicht die eine Mama, sieh die anderen vielen, die du durch deine Geschichte erreicht hast und mit ins Boot geholt hast, um dieser Erkrankung wieder ein Stück mehr Raum und Akzeptanz zu geben. Genau das sehe ich auch heute noch als meine "Mission" - die Leute Aufklären, damit der Leidensweg der Frauen die erkranken, so kurz wie möglich ist.

Und: vielleicht hat diese eine Frau auch geschwiegen, weil ihr der Satz plötzlich peinlich war und sie erkannt hat, dass es etwas mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als sie in ihrem kleinen "Universum" bisher angenommen hatte...
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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