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Fee1103
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Hallo

Beitrag von Fee1103 » 13:04:2019 11:22

Hallo,

ich bin neu hier und würde Euch mal gerne um Rat fragen.

Ich leide schon seit ca 4 Jahren an Kontrollzwängen und Panikattaken. Die Panikattaken habe ich seit ca 16 Moanten sehr gut im Griff. Die Kontrolltwänge sind noch da aber nicht mehr so schlimm. Nun habe ich vor ein paar Wochen meinen zweiten Sohn geboren und bekam auf einmal Angst Zwangsgedanken zu entwickeln, weil ich das bei meiner Schwester nach der Geburt ihres Sohnes miterlebt habe. Sie hat sehr darunter gelitten.

Immer wenn ich fortan Messer sah, fragte ich mich ob ich jetzt auch Zwangsgedanken habe. Durch die Angst davor haben sich nun tatsächlich Zwangsgedanken eingeschlichen. Manchmal machen sie mir kaum Angst weil ich weiss, was für ein liebevoller und fürsorglicher Mensch ich bin. Ich habe mir schon immer wegen jeder Kleinigkeit Sorgen gemacht. Vorallem um meine Familie. Dann wiedrrrum lassen mich die Gedanken richtig erstarren und ich habe Angst wirklich was zu tun und grüble den ganzen Tag drüber nach. Ich fühle mich dann richtig kraftlos.

Medikamente nehme ich zurzeit keine da es mir vor bzw. In der Schwangerschaft relativ gut ging. Eine Therapie wegen der Kontrollzwänge und der Paninattaken habe ich gemacht.

Könnt ihr mir Tips geben, was ich gegen diese blöden Zwangsgedanken machen kann. Soll ich sie weiter denken oder soll ich sie unterdrücken? Eine meiner grössten Angst ist, dass ich bald nicht mehr für meine Famiie da sein kann weil ich in eine Klinik muss. Das wäre für mich sehr schlimm.

Es gab jetzt wie gesagt schon Tage wo es mir gut ging aber das ändert sich immer so plötzlich. Die Zwangsgedanken habe ich jetzt seit ca 10 Tagen. Noch nicht lange aber ich möchte da schnell wieder raus kommen.

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Kikke
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Re: Hallo

Beitrag von Kikke » 13:04:2019 11:33

Hallo,

Ich finde es super, wie schnell du es erkannt hast du handelst! Toll.

Ich habe meine Zwangsgedanken nicht unterdrückt, sondern mich in der Therapie mit ihnen auseinander gesetzt. Der Gedankenstopp ist allerdings akut sehr hilfreich, um aus den wirren Gedanken ersteinmal herauszukommen und die Lage wieder im Griff zu haben.

Angst vor der Klinik kann ich verstehen. Aber es hört sich nicht danach an, dass es nötig ist. Wenn du es bei deiner Schwester so nah miterlebt hast, ist es total verständlich,dass du dir Sorgen machst.

Hast du schonmal überlegt, die Therapie wieder aufzunehmen und über diese neuen Gedanken zu sprechen?

Alles Liebe
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

Fee1103
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Re: Hallo

Beitrag von Fee1103 » 13:04:2019 11:56

Vielen Dank für deine Antwort. Kannst du mir erklären wie du dich mit den Gedanken auseinandergesetzt hast . Vielleicht anhand eines Beispiels.

Ich habe tatsächlich noch Therapiestunden offen die ich mir für nach der Geburt aufheben wollte. Diese werde ich wohl bald nehmen. Mit so einem kleinen Baby zur Zeit nicht einfach weil ich dann ca 3 Stunden weg wäre wegen der langen Fahrt.

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Kikke
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Re: Hallo

Beitrag von Kikke » 13:04:2019 12:12

Mein schlimmster Gedanke war, dass ich meinen Sohn in der Badewanne ertränken wollte, als wir gemeinsam drin saßen.
In der Therapie sind wir in die Situation gegangen und haben die Gefühle herausgearbeitet. Dann sollte ich mit diesen Gefühl in eine frühere Situation gehen. Dort haben wir die Gefühle verändert, indem ich von außen mir selber geholfen habe. Dann sind wir mit dem neuen Gefühl wieder in die Badewannensituation gegangen.

Das ganze hat sich einen Namen. Wenn er mir einfällt, schreibe ich ihn dir (wahrscheinlich heute Abend unter der Dusche ;) ).

Das ganze haben wir Recht oft gemacht. Es hängt ja alles zusammen: Unruhe, frühere Erlebnisse, Gedanken.

Du merkst, es ist sehr kompliziert. Heute schaffe ich es, die selben Gedanken und Gefühle direkt einzuordnen und nicht mehr in den depressiven Strudel zu geraten. ich habe es aber nur durch die Hilfe der Therapeutin geschafft.

Liebe Grüße
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Re: Hallo

Beitrag von Fee1103 » 13:04:2019 12:27

Das hört sich tatsächlich schwer an...

Hat dir der Klinikaufenthalt geholfen??

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Kikke
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Re: Hallo

Beitrag von Kikke » 13:04:2019 12:40

Ja sehr.
Ich war so tief in der Depression, dass ich nach dem Vorstellungstermin direkt dort bleiben konnte. Ich würde zunächst sediert und habe ein Antidepressivum bekommen. Nach einer Woche begann die Therapie.
Nach der Geburt hatte ich das Gefühl, ich stehe in einem Raum voller Menschen und bitte um Hilfe, doch hat es getan oder wusste, was zu tun ist. In der Klinik war ich das erste Mal erleichtert, dass mir geholfen wird.
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Re: Hallo

Beitrag von Fee1103 » 13:04:2019 17:02

Wie merke ich eine Depression....ich fühle mich zurzeit einfach so überfordert und unter Dauerstrom. Und dann noch diese ganzen Gedanken im Kopf ich kann gar nicht entspannen.

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Kikke
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Re: Hallo

Beitrag von Kikke » 13:04:2019 19:49

Es gibt viele Symptome. Schaue doch am besten auf der Startseite um. Da ist viel beschrieben.

Meine waren: Appetitlosigkeit bis hin zu nichts essen und massiver Gewichtsverlust
Schlaflosigkeit (und damit meine ich nicht das nächtliche alle zwei Stunden babyaufstehen, sondern wirklich nicht schlafen, auch wenn ich es gekonnt hätte und total müde war)
Gedankenspiralen Tag und Nacht
Massive körperliche Unruhe
Weinattacken wie bei einem kleinen Kind
Bis hin zur Lebensunlust. Es hat sich angefühlt, als würde es für immer so bleiben.

Vlt hilft dir das ein wenig.
Es gibt auf der Licht und Schatten Seite eine gute. Selbsttest.

Alles Liebe
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