Escitalopram jetzt ausschleichen?????

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Löwenmutter
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Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Löwenmutter » 15:04:2019 22:14

Hallo ihr lieben,
Ich melde mich nun noch einmal da ich in 2 Wochen anfangen soll mein escitalopram auszuschleichen. Zur Zeit nehme ich 15mg. Jetzt bin ich natürlich aufgeregt bis besorgt ob es gut ist bzw. der richtige Zeitpunkt. Es geht mir ja schon seit Monaten wieder gut aber ich bin nicht so ganz die Alte. Vor allem meiner Familie fällt das auf. Ich bin gefühlsmäßig in so einer Art Sicherheitsmodus. Keine krassen emotionen wie überschwängliche Freude, Albernheit, auch kein Weinen, keine Eifersucht u.s.w. Meine Psychiaterin meinte dass es sich dabei um eine Nebenwirkung der ssri handelt, sprich ssri induzierte Gleichgültigkeit. Kennt das eine von euch? Wie waren eure Gefühle bei der Einnahme von ssri? Was hat sich beim Absetzen verändert? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt.
Alles Liebe eure Nora
1. Kind 2013 gesund und glücklich
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Julia
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Julia » 16:04:2019 14:57

Liebe Nora,

ich drücke dir die Daumen, dass es klappt!!!

Mich würden eure Erfahrungen auch interessieren! Wie war es bei euch mit dem ausschleichen und wie habt ihr reagiert?

War vor 3 Wochen sehr euphorisch das Escitalopram auch auszuschleichen, nachdem es mir die letzten zwei Monate wirklich gut ging. Habe im Januar meinen Eisenspeicher und Vitamin D sowie meinen Hormonstatus prüfen lassen. Mein Eisenspeicher (Ferritin) und Vitamin D war total im Keller und auch ein Progesteronmangel wurde festgestellt. Eisenspeicher und Vitamin D sind wieder in Ordnung und damit ging es mir dann auch ganz gut und ich dachte ich könnte ausschleichen. War aber letztlich noch zu früh. Bin zwar vor 3 Wochen von 15 mg auf 10 mg Escitalopram runter gegangen aber weiter gehe ich erstmal nicht. Bin sogar am überlegen wieder auf 15mg zu erhöhen aber jetzt warte ich noch ein paar Wochen ab ob ich mich doch mit den 10 mg arrangieren kann. Hab nach der Reduktion wieder eine stärkere innere Unruhe und Träume ganz intensiv und komisch und fühl mich generell nicht mehr so gut wie mit den 15 mg. Aber vielleicht brauche ich auch einfach Zeit.

Nora wenn du beginnst zu reduzieren, lässt du uns wissen wie es dir damit geht? Ich wünsche dir, dass du problemlos ausschleichen kannst und es dir gut geht!!!!

Liebe Grüße
Julia
1. Kind 2015: Geburtstrauma nach sekundärer sectio
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03/2019 Reduktion von Escitalopram 10mg
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Kuni
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Kuni » 17:04:2019 17:42

Hallo Nora, hallo Julia, hallo an alle Leserinnen,
genau das Thema des Reduzierens steht bei mir zur Zeit an. Kurz zu mir: ich nehme das Escita seit meiner PPD im Dez 2012, hatte zwischendurch von 20 mg auf 10mg runter und später wieder auf 20mg rauf, später wieder auf 12,5mg runter. Alles in allen habe ich immer recht langsam abdosiert bis es letztes Jahr Sept mit 12,5mg wieder bergab ging und ich wieder auf 20 rauf bin.
Meine Ärzte (Hausarzt und Psychiater) sind beide der Meinung ich könne zum Sommer wieder etwas reduzieren, erstmal auf 15 mg, da ich mich ja schon auskennen würde diesbezüglich.
Leider bin ich total unsicher wie ich es schaffen soll auf Dauer meine Dosis im niedrigeren Bereich zu halten. Ich hatte mir letztes mal so viel Zeit gelassen. Hatte von 20 auf 17,5mg für 8 Wochen und dann auf 15mg für über ein JAhr. Doch dann nach 2,5 Monaten bei 12,5mg ging es wieder abwärts. Was mich total fertig macht, ist, dass man im Netz immer mehr darüber liest, dass der Körper doch irgendwie "abhängig" von dem AD wird. DA wird auf seriösen Seiten ganz klar gesagt, dass es auch nach anfänglichen Absetzsymtomen noch nach Monaten oder JAhren eine Absetzreaktion auftreten kann. Oft würde dies als Rückfall von den Ärzten interpretiert, was aber eiegntlich eine Reaktion des Körpers sei, der sich noch nicht wieder voll zurück reguliert hätte. Wenn dann die Dosis wieder eingenommen würde bzw. erhöht würde, legen sich die Beschwerden recht schnell, was somit gegen einen eigentlichen Rückfall in die Erkrankung sprechen würde laut der Fachmeinung.

Ich könnte echt heulen, wenn ich bedenke wie sehr mir das Med. geholfen hat und nun aber nicht wieder dauerhaft auf eine niedrigere Dosis komme. Meine Angst ist, dass sie Wirkung vielleicht irgendwann ganz nachlässt :( :( :(
Ich ertappe mich oft dabei, dass ich mich zwar normal und leistungsfähig fühle, aber unsicher bin, wenn mir mal die Nerven blank liegen z.B. während der Regel und ich dann an der Wirkung zweifle (was eigentlich Quatsch ist).
Freue mich von euch zu hören.
VG Kuni

PS. HAt jemand Erfahrung mit Escitalopram in Tropfenform, ist die Wirkung gleich, wie wird da dosiert?

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Kikke
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Kikke » 17:04:2019 20:06

Hallo ihr Lieben,
Ich habe leider keine Erfahrungen mit euren Medikamenten, aber vlt hilft mir merken Erfahrung.

Ich habe seit Januar 2018 60 MG cymbalta genommen und gleichzeitig eine sehr intensive Verhaltens- und Schmeatherapie gemacht.

Ich habe nie das Gefühl gehabt: jetzt wirkt da Medikament. Aber meine Tiefs wurde kürzer, weniger intensiv und hatten immer längere Abstände. Ob das am Medikament oder an der Therapie lag, wer weiß. Mein Gefühl sagt, die Therapie hat mich gerettet.

Ich habe Nebenwirkungen von dem Medikament bekommen. Mundtrockenheit und starkes Schwitzen, vorallem am Kopf. Das habe ich gerne in Kauf genommen, besser als die Hölle zuvor.

Das Medikament habe ich in der Psychiatrie bekommen. Ich habe den Ärzten da vertraut und auch ie gegoogelt. Er vor kurzem habe ich Mal nachgesehen, was ich da genommen habe. Das gab mir die Sicherheit, dass alle Empfindungen von mir kommen und nicht in meinen Kopf gesetzt wurden.

Im August 2018 hatte ich das Gefühl, ich will das Medikament nicht mehr. Die Nebenwirkungen haben mich genervt. Mir ging es gut. Also sollte Schluss ein. Das habe ich allen in meinem Umfeld mitgeteilt, weil ich sehr nervös war. Wir haben einen Notfallplan erstellt, der hab mir Sicherheit. Mit Absegnung meine Therapeutin und einer extra Sitzung, weil ich dann doch Angst bekam, habe ich dann auf 30 MG reduziert und es nach 2 Wochen komplett weggelassen. Ich hatte zwei Tage Kopfschmerzen und war in einem ganzen schwachen Tief. Aber ich wusste: es geht weg, nichts beliebt. Ich habe es ertragen. Dann war es vorbei.

Seitdem nehme ich nichts mehr. Keine einzige Tablette von irgendwas. ( Ich trage eine Kupferspirale, weil ich keine hormone mehr nehmen möchte). Und es geht!

Ich muss dazu sagen, dass ich bis zu dieser Zeit jede Woche in Therapie war, bis in den Herbst rein.
November 2017: Schwere PDD mit psychotischen Anteilen nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, allerdings nach 10 Tagen direkt ausgeschlichen, AD 60 mg Cymbalta). Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta, dann im September abgesetzt.
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
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Marika
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Marika » 18:04:2019 10:05

Hallo zusammen,

liebe Kuni, ich habe mir jetzt mal diesen Absatz von dir heraus gepickt:

"Was mich total fertig macht, ist, dass man im Netz immer mehr darüber liest, dass der Körper doch irgendwie "abhängig" von dem AD wird. DA wird auf seriösen Seiten ganz klar gesagt, dass es auch nach anfänglichen Absetzsymtomen noch nach Monaten oder JAhren eine Absetzreaktion auftreten kann. Oft würde dies als Rückfall von den Ärzten interpretiert, was aber eiegntlich eine Reaktion des Körpers sei, der sich noch nicht wieder voll zurück reguliert hätte. Wenn dann die Dosis wieder eingenommen würde bzw. erhöht würde, legen sich die Beschwerden recht schnell, was somit gegen einen eigentlichen Rückfall in die Erkrankung sprechen würde laut der Fachmeinung."

Ich kann dem absolut nicht zustimmen und mich würden diese "seriösen Seiten" interessieren, die sich anmaßen "Expreten" zu sein. Dass dich das verunsichert, verstehe ich. Aber wenn ich diesen Absatz lese, ist er für mich gar nicht logisch. Eine "Sucht" äußert sich so, dass man von einer Substanz immer mehr und mehr braucht, um "normal" zu sein. Das ist bei mir über 13 Jahre gesehen, genau NICHT der Fall. Ich konnte meine Medis um mehr als 2/3 reduzieren. Von ehemals 3 AD´s ist eines geblieben - Escitalopram 10 mg. Damit komme ich seit Jahren wunderbar klar, null Tiefs, keine Symptome, gar nichts - einfach nur gesund. Ich vertraue meinem Arzt der diesem Abschnitt ebenfalls wehement widerspricht. Schon sehr oft habe ich diese Thematik mit ihm besprochen. Für mich hat sich das immer so angefühlt: Mein Gehirnstoffwechsel wurde durch verschiedenste Faktoren (der entscheidende war sicher der Hormonumschwung nach der Geburt), derart in Mitleidenschaft gezogen, dass er sich leider dauerhaft ohne Stütze des AD´s nicht mehr selber regulieren kann. Setze ich das AD ab - klar kommen zuerst Absetzsymptome - die hatte ich auch, als ich das versucht habe. Sie vergingen recht schnell damals. Danach fühlte ich mich gut - 9 Monate lang. Dann setzen nach und nach und sehr langsam die bekannten Symptome der Erkrankung wieder ein und fühlten sich total anders an, als die Absetzsymptome zu Anfang. Die Krankheit flammte also wieder auf... Warum? Mein Arzt sagt dazu, dass ich ein sensibles Nervenkostüm habe, das nicht so "widerstandsfähig" ist wie von anderen Menschen. Er vergleicht das immer damit wenn jemand mit sehr heller Haut ganz einfach nur ganz kurz in der Sonne bleiben kann und sofort einen Sonnenbrand bekommt, hingegen ein anderer wiederum viel länger ohne Hautschaden davon kommt. Das z.B. ist genetisch bedingt - und das trifft auch auf unsere Psyche bzw. unsere Funktion im Gehirn zu. Der eine reagiert auf den Alltag und Stress viel schneller als ein anscheindend "robuster" Typ. Und mein System zeigt eben auch sehr schnell, dass es kurz vor dem "Kollabieren" ist. Haargenau so fühlt sich das für mich an und überhaupt nicht, dass nach Monaten oder gar Jahren eine "Sucht" auftritt. Schon gar nicht, wenn ich das AD wieder einnehme... das zeigt dann doch nur, dass das AD die Erkrankung - also den nicht funktionierenden Gehirnstoffwechsel wieder stützt und der dadurch wieder richtig funktiniert! Wo da der "Beweis" einer Sucht sein soll, ist mir schleierhaft.

Pass auf, was du im Netz so alles ließt, das ist "seriös" schon bald jeder zweite. Ich habe mir beim Absetzen (habe immer 5er Schritte gemacht) mind. 1/2 Jahr Zeit gelassen, manchmal sogar länger. Ich nahm eine sehr hohe Dosis Escitalopram - 30 mg - und bin heute auf 10 mg. Dafür habe ich mir 2 Jahre Zeit gelassen und das hat geklappt. Die 2 anderen AD hatte ich schon lange davor abgestzt - ohne Probleme. Die 10 mg allerdings lassen sich nicht mehr reduzieren, das habe ich 2 x versucht. 1 x war ich ganz auf 0 mg - 9 Monate lang, dann kamen die Symptome zurück - wie gesagt, die haben sich aber total anders angefühlt als die Absetzsymptome!!!! Dann habe ich wieder mit 10 mg angefangen und damit geht es mir nun schon wieder seit 8 Jahren hervorragend. Ich lasse jedes Jahr einen Check machen - das Medi hat null negative Auswirkungen auf meine Organze, vor allem der Leber. Ich kann damit also locker 120 Jahre alt werden, sagt mein Arzt... :D Klar - ich auch wäre lieber ohne AD, aber dann wäre ich einfach ständig im Tief... dafür ist mir mein Leben zu schade.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Kuni
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Kuni » 18:04:2019 16:31

Hallo Marika
danke für deine ausführliche Antwort. Hört sich alles sehr schlüssig an. Ich bin zur Zeit halt verunsichert, immer wenn es wieder ans reduzieren geht, hab ich Angst dass es wieder nicht dauerhaft klappt und lese im Netz. Und wie du schon schreibst, weiss man als Laie nicht ob die Autoren der Artikel sich auskennen oder nicht. Bzw. wer welche Studien bezahlt hat auf die sich dann bezogen wird (pro oder contra AD). Bei mir war es bisher auch so, dass das Reduzieren incl einiger Absetzsymtome ganz gut geklappt hat und die Verschlechterung erst Monate später auftrat.
Ich denke du hast recht , dass WIR einfach sensibler auf Stress reagieren nachdem wir einmal erkrankt sind und uns das AD hilft ein gutes und erfülltes Leben zu führen. Ich habe keinerlei Nebenwirkung vom AD , aber trotzdem ärgert es mich dass ich alle paar Jahre wieder hoch muss.
Vg Kuni

Löwenmutter
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Löwenmutter » 20:04:2019 23:42

Hallo ihr lieben,
danke für so viele Antworten und den Erfahrungsaustausch. Eure Berichte sind so viel wert und so unterschiedlich. Es ist natürlich frustrierend wenn man immer wieder versuche startet und nach kürzerer oder längerer Zeit immer wieder scheitert. Aber vielleicht war es dann nicht der richtige Zeitpunkt oder die innere Stimme hat einem Angst eingeflüstert....
Ich habe mit meiner psychotherapeutin gesprochen und beschlossen sofort zu reduzieren. Der Schritt von 15 mg auf 10mg ist mir aber viel zu krass. Deshalb reibe ich jetzt jeden morgen mit der Nagelfeile eine kleine ecke aus meiner Tablette raus. Das liest sich vielleicht albern, tut mir aber sehr gut. Ich habe das Gefühl so noch langsamer und sanfter auszuschleichen. Mit dieser Methode brauche ich zwar sehr lange bis ich ganz abgesetzt habe aber das macht mir nichts.
Schade, dass keine von euch über die Nebenwirkung der " Gleichgültigkeit " berichtet hat. Mein Gefühlsleben ist so flach mit dem Medikament. Ich weine nicht, ich bin kaum wütend aber auch nie zu Tränen gerührt oder ubermäßig aufgeregt. Kennt das keine von euch als Nebenwirkung???
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Kikke
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Kikke » 21:04:2019 5:52

Zur Gleichgültigkeit kann ich leider nichts Genaues sagen. Ich merke es quasi anders herum, dass ich sehr emotional bin und immer mit extremeren Gefühlen reagiere, im Positiven oder Negativem.

Vielleicht sind es Nachwirkungen der Krankheit, vielleicht liegt es daran, dass ich keine Hormone mehr nehme, vielleicht ist es das Muttersein. Ich weiß es nicht.
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Marika
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Marika » 22:04:2019 9:40

Ich kann zur Gefühlslosigkeit leider auch nichts schreiben, da ich das nie hatte. Nur gehört habe ich das auch schon...
Liebe Grüße von
Marika

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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Julia » 22:04:2019 13:04

Hallo Nora,

zur Gefühlslosigkeit kann ich leider auch nichts wirklich beitragen. Bei mir wars vor der Einnahme mit Escitalopram und auch zum Teil mit Escitalopram (vor allem am Anfang) so, dass ich vor Erschöpfung und Verzweiflung einfach nur da saß und geheult habe. Andere Gefühle wie Freude, Glück und auch Liebe waren nicht wirklich da, in der Hinsicht war ich auch eher gleichgültig selbst wenn ich insgeheim wusste das ich meine Jungs und meinen Mann liebe.
Die „gleichgültigen“ Gefühle sind zwar mittlerweile besser, aber trotzdem nach wie vor noch eher bedeckt und definitiv nicht so wie vor der PPD. Auf der anderen Seite ist das heulen vor Erschöpfung nicht mehr da, zumindest wars das nicht bei den 15mg.
Wars denn Dauerhaft bei dir so, dass du diese „Gleichgültigkeit“ als Nebenwirkung hattest?

Vielleicht findet sich ja noch jemand der das genauso kennt.

Liebe Grüße
Julia
1. Kind 2015: Geburtstrauma nach sekundärer sectio
2. Kind 2018: VBAC
Diagnose PPD 07/2018 seitdem Escitalopram 15mg
03/2019 Reduktion von Escitalopram 10mg
05/2019 wieder bei 15mg Escitalopram

Löwenmutter
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Löwenmutter » 22:04:2019 20:20

Hallo ihr lieben,
Ich hoffe ihr hattet alle schöne Ostertage und habt das tolle Wetter genießen können.
Meine Gleichgültigkeit habe ich seit ich das Medikament nehme. Anfangs habe ich es nur nicht so direkt gemerkt da mein gefühlsleben aufgrund der Depression stark eingeschränkt war. Seit ich wieder glücklich bin fällt es mir eben auf. Ich kann nicht weinen, bin wegen nichts aufgeregt, und bin so unheimlich gelassen....Ich erlaube meinem Sohn z.B. alleine mit dem Fahrrad zum Bäcker zu fahren. Mein Mann war ganz schockiert als ich ihm das erzählt hab. Mache mir halt keine sorgen. Das ganze hat natürlich auch Vorteile, dennoch wünsche ich mir mein intensives Gefühlsleben zurück.
Leider betrifft mich dieses abgeflachte Gefühlsleben auch körperlich. Es scheint eine häufige Nebenwirkung zu sein, dass Frau keinen orgasmus mehr bekommen kann. Meine Lust auf Sex habe ich zum Glück garnicht verloren. Es fehlen eben nur die Spitze, im guten wie auch im schlechten sinne.
Und wenn es keine von euch kennt, macht das auch nichts. Dann habt ihr glück gehabt und ich habe es eben für die stillen Mitleser hier mal ausgeführt und hoffe jemand erkennt sich wieder.
Alles Liebe eure Nora
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Löwenmutter » 12:05:2019 23:01

Hallo,
ein kleines update zum ausschleichen. Ich nehme nun seit einer Weile nur noch 10 mg anstelle von 15mg. Merke keine Veränderung außer, dass ich bereits 3 Tage nach der Reduktion wieder weinen konnte. Das finde ich wunderschön und suche mir derzeit regelrecht Anlässe zum weinen wie rührende Geschichten oder Filme. Oder ich weine einfach vor Freude über meine Kinder. Schon komisch wie sehr man das Weinen vermissen kann....
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Julia
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Re: Escitalopram jetzt ausschleichen?????

Beitrag von Julia » 14:05:2019 10:27

Hallo Nora,

es freut mich sehr für dich wenn es dir mit den 10mg gut geht :-) ! Ich bin gespannt wie es bei dir dann weiter geht!
Ich bin wieder zurück auf 15mg. Hab lange mit mir gehadert aber letztlich hat die Vernunft gesiegt und ich hab eingesehen, dass es für mich einfach noch viel zu früh war um zu reduzieren. Naja, jetzt bin ich schlauer.

Alles Gute weiterhin!

Viele Grüße
Julia
1. Kind 2015: Geburtstrauma nach sekundärer sectio
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