Kontakt/Beziehung zu sich selbst und dem Kind

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Elke2018
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Kontakt/Beziehung zu sich selbst und dem Kind

Beitrag von Elke2018 » 27:06:2019 23:54

Hallo Zusammen,

Ich bin neu hier und liege gerade wach, weil ich wieder grübel. Meine Kleine (11 Monate) liegt neben mir, zuckersüß.
Und nun denke ich darüber nach, was das ist wieso ich immer wieder denke, dass irgendwas zwischen uns nicht stimmt.
Ich liebe sie sehr und trotzdem ist da irgendwas. .. ich finde kein Wort. Irgendwas ist jedenfalls kaputt und nicht geheilt bisher.

Es fühlt sich an, als dürfte ich gar nicht von ihr weg, weil unser Kontakt dann abbricht. Meine Sorgen und Ängst durch die Geburtserfahrung und auch die Träume sind schlimmer, wenn sie weit weg ist.
Ich habe das Gefühl, dass unsere Bindung unfassbar eng ist, und unfassbar zerbrechlich. Sie ist alles für mich und trotzdem ist sie mir fremd.
Wenn ich mir das bildlich vorstelle ist es, als müsste ich die Beziehung so eng halten, weil sie jederzeit raus fallen könnte. Und dann (so fühlt es sich an) wäre sie weg und ich könnte das nicht ertragen. Als wäre es so, dass wenn ich Distanz zu lasse, diese Distanz unkontrolliert immer größer wird, bis ich sie (meine Tochter) gar nicht mehr wieder finde. Bis sie eine Fremde ist.

Ein bisschen so war es ja auch bei der Gebulrt. Die absolute Symbiose in der Schwangerschaft, dann ein Alptraum und dann hat mir jemand ein mir völlig fremdes Baby gegeben. .. mit dem gefühlten Unterton: ' jetzt hab Muttergefühle und brich vor Glück zusammen'
Es bleibt immer das Gefühl, hätte ich das besser gemacht, wäre alles anders gelaufen. Gleichzeitig habe ich aber mein Bestes gegeben...

Ich habe das Gefühl ich gebe als Mutter mein Bestes und ich habe das Gefühl, dass sie jederzeit trotzdem plötzlich weg sein könnte.

Hm ich verstehe, wenn das nicht nachvollziehbar ist. Aber mir tut es gut, dass zu schreiben.

Viele Grüße an alle

Astrid
power user
Beiträge: 231
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Re: Kontakt/Beziehung zu sich selbst und dem Kind

Beitrag von Astrid » 01:07:2019 14:41

Hallo Du,

ich habe deine Geschichte in der Vorstellungsrunde gelesen. Ich kann sehr gut verstehen, dass du Probleme hast das Kind in deinem Bauch mit dem Kind das jetzt bei dir ist in Einklang zu bringen. Ich glaube, ich hätte das ganz genauso. Ich konnte nicht mal begreifen, dass das Kind, was ich aus mir herausgedrückt hatte meines sein sollte. Es roch falsch und es hatte mir solche Erschöpfung und Schmerzen bereitet... . Ich hatte keine direkte Beziehung zu meinem Sohn, und er wurde noch nicht einmal von mir getrennt. Die Ängste, die du entwickelst, dass du sie "verlieren" könntest, wenn du dich von ihr entfernst, kann ich bei deiner Geschichte total verstehen. Du warst so unglaublich hilflos. Du hattest keine Chance dein Baby behutsam kennenzulernen, stattdessen haben sie das Kind in Hektik weggenommen und dich in Panik zurückgelassen. ich denke auch nicht, dass man dich dort gut aufgefangen hat. War dein Mann in der Zeit bei dir? Oder ist er mit deiner Tochter mit? Hat man dir ermöglicht die Kleine zeitnah zu sehen? In der akuten Notsituation ist natürlich verständlich, dass das Leben des Babys an erster Stelle steht, aber die Mama ist eben auch noch da. Manchmal begreife ich nciht, warum sich so wenig zeit genommen wird. Es würde soviel Leid ersparen. Ich glaube auch, dass du dieses schreckliche Geburtserlebnis aufarbeiten solltest. Damit du dir verzeihen kannst (obwohl du nichts falsch gemacht hast), und damit du dein Kind fühlen kannst, als das Kind, welches du geboren hast. Ich finde es tröstlich, dass du deine Kleine lieb hast. Aber dein Gehirn zeigt dir, dass du mit dieser Geschichte noch nicht fertig bist. Es ist eben nicht alles wieder gut. Ja die Umstände jetzt, und auch die Beziehung zu deinem Kind, aber deine Seele eben nicht. Sie hat immer noch diese Angst in sich, das Kind wieder zu verlieren, dass etwas passiert, das man nicht beeinflussen kann. Ich glaube jede Mutter hat diese Panik, dass dem Kind etwas zustoßen könnte, nur sind wir eben durch besondere Ereignisse, oder durch hormonelle Disfunktionen sehr sensibel, und dann nehmen diese negativen Gefühle in unserem Leben einen zu großen Raum ein. Ich hoffe du findest bald die richtige Therapie, den richtigen Arzt für dich.
Du bist hier übrigens sehr gut aufgehoben, auch wenn unsere Geschichten alle etwas anders sind.
Eine liebe Umarmung von Astrid
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