Ich versuche stark zu bleiben

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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Nezrin
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Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 04:09:2019 13:25

Hallo :(

Ich habe heute gedacht heute lässt du alle Gedanken zu die so kommen und versuchst sie nicht weghaben zu wollen. Egal welche gedanken egsl wie häufig und egal wie sehr mich der inhalt stört. Es kamen dann so heftige Gedanken hintereinander und es hat gar nicht mehr aufgehört. Du wirst es nicht schaffen was bildest du dir ein ich werd immer da sein du hast es schon so lange versucht gib es wird wieder nix. Es kamen dann Gedanken zusammen. Alles was mir weh getan hat in der Vergangenheit wollte ich dann aufeinmal denken. Es ist zu schwer dies auszuhalten. Ich will auch nicht aufgeben. Ich habe versucht trotz diesen Horror in meinem Kopf aufzustehen und meinen Dingen nach zu gehen aber die Kraft verlässt einen dann recht schnell. Ich fühle mich wie gefangen in der Hölle und mir sind die Hände gebunden. Ich muss doch verrückt sein. Ivh habe so eine angst vor Gedanken emtwivkelt. Wie lange muss man sowas aushalten damit es weniger wird? Ich will nicht aufgeben trotzdem sehe ich kein Ende kein Licht ich weiss nicht wie ich es schaffen soll. Geht das überhaupt noch bei so heftigen Gedanken ???!!!!!!! Leute was soll ich nur tun ich will doch einfach nur Leben und das einigermaßen glücklich. Warum denke ich die ganze zeit nach. Ich werd noch verrückt :(

Nezrin
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 04:09:2019 14:24

Könnte ein Neuroleptikum helfen hat jemand erfahrungen? Ich werde das morgen auch ansprechen bei der Phsychiaterin :(

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Kikke
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Kikke » 04:09:2019 15:14

Bei Medikamenten kann ich dir leider nicht helfen. Aber das solltest du auf jeden Fall morgen ansprechen.

Hast du mal den Gedankenstopp versucht?
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

Jari
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Jari » 04:09:2019 23:00

Liebe Nezrin,

Ich hätte Dir Folgendes schon unter einem anderen Deiner Beiträge geschrieben:

Mir ging es ähnlich wie Dir in der Schwangerschaft. Habe Ende Juli mein 3.Kind bekommen, war nach Nummer 1 und Nummer 2 krank, depressiv, massive Ängste, Schlafstörungen, Panik, etc. So auch gleich zu Beginn mit der letzten SS.

Mir hat Quetiapin gut geholfen (und tut es noch). Nur abends eine geringe Dosis. Ging gut in SS und auch mit Stillen verträglich. Hilft beim Einschlafen und nimmt der Angst diese miese Bedrohlichkeit
...

Quetiapin ist ein Neuroleptikum, das auch bei Depressionen und Angsterkrankungen gut wirksam ist. Der Vorteil ist für mich , dass man nicht drauf warten muss, bis ein Spiegel aufgebaut ist wie bei einem AD, sondern es wirkt quasi sofort angstlösend und schlafanstoßend.
Für mich ist auch der große Vorteil, dass ich trotzdem voll Stillen kann und nicht so tief schlafe, dass ich mein Baby nicht versorgen kann. Ich wache verlässlich auf, wenn sich mein Kind meldet.

Du lebst in Berlin, oder? Dort gibt es doch auch stationäre Mutter-Kind-Einheiten. Könntest Du dort nicht irgendwo eine Zeitlang stationär hin, um wieder etwas Kraft zu tanken und medikamentös und psychotherapeutisch einen guten Weg einzuschlagen?

Wie geht es deinem Baby und deinem größeren Kind? Kannst Du die beiden noch selbst versorgen oder wer macht das bzw hilft Dir?

Liebe Grüße, Jari

Nezrin
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 05:09:2019 0:19

Danke für eure Antworten !
Jari ich werde dir eine PN schreiben.

Elisabeth
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Elisabeth » 06:09:2019 12:44

Hallo, auch ich hatte massive Ängste Z.T. wahnhaft und Panik in der SS. Konnte nicht mehr schlafen, nichts essen etc. Nach der Geburt wurde es noch schlimmer. Auch ich nehme nun eine geringe Dosis Quetiapin und es geht mir deutlich besser. Die Ängste sind noch da, jedoch nicht mehr so intensiv und die Gedanken stoppen schneller.

Nezrin
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 07:09:2019 9:00

Danke für deine Antwort Elisabeth :)

Ich werde es mal ansprechen....vielleicht krieg ich noch ein Medikament zur hilfe

katl0607
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von katl0607 » 08:09:2019 22:59

Hi nezrin!

Erstmal: du bist gut, sowie du bist!

Diese sch... Erkrankung macht in der akutem Phase diese schlechten und immer wiederkehrende Gedanken.
Leider ist das ein hauptsymptom.
Dieses gedankenkarrussel kann durchaus aufhören. Dazu musst du dir Hilfe holen von einem Arzt oder einem Therapeuten, oder am besten beides.
Quetiapin half mir ebenfalls sehr gut. Ich nahm es über 3 Jahre tgl. Es wirkt tatsächlich ab der ersten tbl und der Kopf wird wieder frei. Es dauert schon ein bisschen. Aber es wird stetig leichter.
Ich hatte lange Zeit 75 mg Quetiapin am Abend genommen. Es stoppt deine Gedanken und erleichtert das ein- und durchschlafen.
Sehr wichtig ist tatsächlich, dass du dich deiner Ärztin anvertraust. Bitte beschönige nix, bzw. Sag ihr all deine Gedanken und Gefühle. Schäme dich nicht.
Du bist im Moment akut erkrankt und deshalb ist sowas im Moment leider normal.
Es wird wieder besser!
Ganz viel Erfolg hatte ich mit Ablenkung. Z. B
mit unsrer kleinen Spielen, spazieren gehen und auch tatsächlich mich mit anderen Mamas treffen. Und für mich war es so befreiend über meine Ängste und meine Krankheit zu sprechen.
Tatsächlich haben sehr viele Frauen die selbe Erkrankung bzw haben in der Familie ebenfalls einen Fall.
Und für mich war es ebenso wichtig meinen Eltern ehrlich zu sagen, wie besch... Es mir geht.
Einfach mal offen zugeben dass ich Ängste und Sorgen habe, eben Depressionen. Und das schon seit Jahren. Meine Eltern Taten es immer als "sensibels Kind" ab.
Leider falsch.
Wahrscheinlich bin ich seit meiner frühen Kindheit depressiv. Phasenweise.
Immer schon war ich sehr ängstlich, hatte immer Bauchschmerzen und komplexe.
Heute Weiss ich, dass diese Symptome auch schon zu einer Depression gehörten.
Auch meine Eltern gingen phasenweise durch Depressionen.
Bei meiner Mutter zeigte es sich durch ständiges weinen und einen total geringen selbstwert. Mein Vater war meine ganze Kindheit sehr aggressiv und laut. Er trank auch regelmäßig zu viel Bier.
Ich habe es gehasst.

Lange Rede,....

Ich drücke dir für morgen meine Daumen.
Sag deiner Ärztin alles was du als krankhaft empfindest. Nimm dir kein Blatt vor den Mund.
Nur so kommt ihr auf den richtigen Weg.

Melde dich bitte wieder mal!

Alles Gute und bis bald
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
Diagnosen: Panikstörung, depressive Episode
sertralin 100 mg
Promethazin Trpf bei Bedarf

Nezrin
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Nezrin » 09:09:2019 12:24

Ich danke euch wirklich für eure Antworten!
Und es tut mir leid wenn ich nicht sofort reagiere. Mir geht es sehr sehr schlecht. Habe eben wieder so laut geweint vor verzweiflung.Anfangs dachte ich ja wenn ich wieder essen kann wird alles gut. Aber nein es ist nie alles gut. Ich habe schon auf 40 erhöht vor 3 tagen. Ich suche mir ständig neue dinge die mich quälen. Ich werd jetzt einfach schreiben was mich quält und mich nicht schämen. Ich würde es aber nie jemand anderem erzählen. Ich habe in diesem Forum über ZG gelesen und besonders in dem Sinn sind mir dann die sexuellen ZG geblieben weil es mich so getroffwn hat in dem Moment. Seit dem kann ich es einfach nicht vergessen. Es ist genau wie mit dem essen am anfamg. Nur denke ich immer an diese Gedanken und dann ging es so weit das ich ein kribbeln verspüre von morgens bis abends. Dieses Gefühl mit den Gedanken zusammen machen mir sooooooo zu schaffen. Warum ist es so ich hab doch nur darüber gelesen!!! Hätte ich es nicht gelesen hätte icj dieses Problem jetzt nicht. Ich hab keine Kraft zu meiner phsychiaterin zu gehen. Und ich würde nie und nimmer mit jemanden aus meiner Familie über diese gedanken reden! Ich weine täglich und habe wirklich keine Hoffnung. Ich habe ein schlechtes gewissen meinen Kindern gegenüber wenn ich mir wünsche zu sterben. Ich fühle mich gezwungen zu leben. Ich habe diese Kinder auf die Welt gesetzt und ich bin jetzt verantwortlich ich kann nicht einfach gehen ......... Ein ewiger schmerz

katl0607
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von katl0607 » 09:09:2019 18:28

Hi nezrin!

Dir geht es schlecht.
Ich bitte Dich, Dir ärztliche Hilfe zu holen.
Wenn Du keine Kraft hast, zu Deiner Ärztin zu gehen, dann rufe in ihrer Praxis an und schildere Deine Probleme. Sag ihr wie schlecht es dir geht und dass du keine Kraft hast zu ihr zu kommen.
Hast du zu Hause jemanden der bei dir ist?
Das hilft auch schon ungemein...
Bitte, suche dir Hilfe oder schicke eine person deines vertrauens los.
Überlege dir, ob du in eine Klinik gehen würdest.
Ich war damals 7 Wochen in der Klinik.
Dort habe ich wirklich viele Dinge für mein Leben gelernt und verinnerlicht.
Es hat mich sehr geholfen.

Ich drücke dir die Daumen und hoffe dass du bald Hilfe bekommst.

Denn alleine kämpfen wird schwierig und kostet so megaviel Kraft.
Du musst das nicht alleine stemmen.

Hast du einen artz dem du etwas vertraust. Egal ob dein Frauenarzt, Hausarzt oder....
Vertrau dich bitte einem Arzt an.
Oder du meldest dich von dir aus in der Klinik deiner Wahl. Auch dort wirst du Hilfe finden.

Melde dich bitte bei mir

Lg
1. Kind geboren 7/14
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Kikke
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Kikke » 09:09:2019 19:11

Ich kann mich nur anschließen! Du musst dich nicht schämen. Du bist krank. Und deine Gedanken sind ein Symptom deiner Krankheit. Ärzte verstehen das und können die helfen! Bitte glaube mir. Es ist sehr verbreitet, es spricht nur kaum jemand darüber. Daher kennen sich die Ärzte damit wirklich aus.
November 2017: Schwere depressive Episode nach Geburt meines Sohnes.
Januar 2018: Zweimonatiger Aufenthalt in Psychiatrie ohne meinen Sohn (Medikament: zu Beginn Tavor, AD 60 mg Cymbalta).
Im Anschluss Beginn einer Verhaltens- und Schematherapie.
August 2018: 30 mg Cymbalta
September 2018: Cymbalta abgesetzt
Februar 2019: Letzte Sitzung bei meiner Therapeutin.
Aktuell: Der normale Mutterwahnsinn.

Elisabeth
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Elisabeth » 09:09:2019 20:01

Ich kann mich nur anschliessen. Such dir Hilfe. Du musst dich nicht schämen. Du könntest zunächst auch bei der Telefonseelsorge oder dem Krisentelefon anrufen. Dort kannst du anonym deine Sorgen schildern.

Elisabeth
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Elisabeth » 09:09:2019 20:02

Ich kann mich nur anschliessen. Such dir Hilfe. Du musst dich nicht schämen. Du könntest zunächst auch bei der Telefonseelsorge oder dem Krisentelefon anrufen. Dort kannst du anonym deine Sorgen schildern.

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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von katl0607 » 09:09:2019 21:20

Ja genau, eine Telefonnummer für Seelsorge gibt es ja auch. Habe ich nicht mehr dran gedacht.

Hier bei schatten & Licht findest du alle Telefonnummern die dir helfen. Du musst sie nur anrufen.

Oder du bittest jemanden darum, dort anzurufen für dich.
1. Kind geboren 7/14
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Marika
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Re: Ich versuche stark zu bleiben

Beitrag von Marika » 11:09:2019 9:13

Kontaktiere bitte deinen Arzt. Ist die Erhöhung mit ihm abgesprochen? Hast du bereits Therapie? Eigentlich müsstest du engmaschig betreut werden im Moment.

Wenn es dir so schlecht geht und du deinen Arzt nicht erreichst, hat auch jedes KK eine psychiatrische Notfallambulanz, die dich immer dran nehmen müssen.

Du wirst das schaffen, deine Gedanken sind "nur" Symptome deiner Erkrankung. Du bist noch sehr am Anfang, bist erst wieder frisch Mama geworden, die Hormone tun da einfach auch ganz, ganz viel dazu im Moment.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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