Angst vor Umstellung

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Celeste
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Angst vor Umstellung

Beitrag von Celeste » 09:01:2020 10:22

Hallo ihr lieben Menschen da draußen. Gestern war ich wieder bei meiner Psychiaterin und sie hat eine Umstellung vorgeschlagen, denn Citalopram ( nehme ich seit 2.9 ), ist wohl nicht das, was mir hilft. Leider. Meine Ärztin wäre eigentlich für Venlafaxin, doch leider gibt es immer noch Lieferengpässe, sodass sie Duloxetin ( Cymbalta ) als Alternative in Erwägung gezogen hat, mit der Anmerkung, dass Duloxetin aber nicht so gut wirkt wie Venlafaxin. Das gibt mir nun aber zu denken - wenn es nicht so gut wirkt, ist die Umstellung dann überhaupt sinnvoll?
Ich soll heute schon nur 20mg Citalopram nehmen, statt 40mg. Morgen 10mg morgens und mittags gleich 30mg Duloxetin.

Hat noch jemand Erfahrung mit diesem Medikament gemacht und mag berichten?
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

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Kikke
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Re: Angst vor Umstellung

Beitrag von Kikke » 09:01:2020 11:31

Hey,
Ich habe cymbalta genommen. Eine Woche lang 30 mg und dann 60 mg. Ich habe beim Einschleichen parallel Tavor genommen. Ca 10 Tage lang.

Ich hatte kaum Nebenwirkungen. Ich hab nachts mehr geschwitzt. Absetzen hat auch gut geklappt. Erstverschlimmerung war vorhanden glaube ich. Allerdings ging es mir so schlecht zu der Zeit, dass ich nicht sagen kann, ob es m Medikament oder der Depression an sich lag.

Ich hatte eine schwere Depression mit Panikattacken. Mir hat das Medikament in Kombi mit Verhaltens-und Schematherapie gut geholfen.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Anteilen

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Celeste
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Re: Angst vor Umstellung

Beitrag von Celeste » 09:01:2020 11:58

Hallo Kikke, glaubst du, es kann wieder zur Erstverschlimmerung kommen auch wenn ich schon ein anderes AD nehme?
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Kikke
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Re: Angst vor Umstellung

Beitrag von Kikke » 09:01:2020 13:13

Da habe ich leider keine Ahnung. Ich habe nur das eine genommen. Aber hier gibt es ja einige mit Erfahrung. Vlt kommt noch Antwort.
Wann soll es denn losgehen?
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Julia
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Re: Angst vor Umstellung

Beitrag von Julia » 10:01:2020 22:12

Hallo Celeste,

halt mich doch auf dem laufenden wie es bei dir mit der Umstellung auf Duloxetin läuft.

Ich war heute bei meiner Ärztin. Sie möchte bei mir auch umstellen von Escitalopram auf Duloxetin. Ich soll ab morgen direkt 30mg nehmen und Escitalopram einfach weg lassen. Ab Mittwoch dann auf 60mg steigern. Mal sehen wie es geht.

Lg Julia
1. Kind 2015: Geburtstrauma nach sekundärer sectio
2. Kind 2018: VBAC
Diagnose PPD 07/2018

aktuell 15mg Escitalopram und 50 mg Opipramol

Celeste
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Re: Angst vor Umstellung

Beitrag von Celeste » 11:01:2020 10:23

Julia hat geschrieben:
10:01:2020 22:12
Hallo Celeste,

halt mich doch auf dem laufenden wie es bei dir mit der Umstellung auf Duloxetin läuft.

Ich war heute bei meiner Ärztin. Sie möchte bei mir auch umstellen von Escitalopram auf Duloxetin. Ich soll ab morgen direkt 30mg nehmen und Escitalopram einfach weg lassen. Ab Mittwoch dann auf 60mg steigern. Mal sehen wie es geht.

Lg Julia
Hallo Julia,
meine Psychiaterin hat bei mir angerufen und gesagt, dass ich mit der Umstellung noch warten soll. Sie hat mir nämlich einen Termin bei einer guten Gynäkologin besorgt, die sich gut mit Hormonen auskennt (bei mir ist es ja immer nur 1 Woche vor meiner Menstruation so schlimm). Wir warten ab, was die Ärztin sagt und dann schauen wir, ob wir trotzdem umstellen. Halte mich auf den Laufenden, wie es bei dir so klappt. Haben ja fast die gleichen Medis!

Liebe Grüße
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Marika
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Re: Angst vor Umstellung

Beitrag von Marika » 11:01:2020 11:30

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mich auch kurz melden. Bei mir war es ja auch so, dass es immer beim ES herum schlimm war - also auch ziemlich sicher Hormonell bedingt. Mein Psychiater hat mir dann 2 Möglichkeiten aufgezeigt: ich könnte die Hormone testen lassen, oder einfach das AD rund um den ES herum erhöhen. Das 2. wollte ich aber nicht, machte in meinen Augen auch keinen Sinn. Zum Hormone testen kam es dann auch nicht mehr, weil es dann recht plötzlich merklich besser wurde - ohne dass ich was versändert hätte. Das war so ca. 1 - 1,5 Jahre nach Ausbruch der PPD.

Man hat mir auch mal erklärt, dass alleine die Hormonschwankungen im weiblichen Zyklus ausreichen können, um ein Tief aus zu lösen, ohne dass die Hormonwerte abnormal wären. Alleine die Schwankung kann die Botenstoffe im Gehirn lange Zeit noch nach der Geburt massiv stören. Auch bei der Geburt selber tritt ein extremer Hormonsturz innerhalb kurzer Zeit ein, wenn die Plazenta abgestoßen wird. Dieser "Crash" kann das Botenstoffsystem im Gehirn derart massiv durcheinander bringen, dass es sich lange Zeit (manchmal nie mehr) erholt. Es wird dann in jedem Zyklus alleine durch die natürliche Schwankung sensibel reagieren und es kommt zu Tiefs.

Das ist natürlich nur eine weitere Möglichkeit von vielen, die bei mir der Fall ist. Meine Hormone sind alle im Gleichgewicht, trotzdem kann mein Botenstoffwechsel sich nicht ohne kleine AD Dosis regulieren.

Ich finde es sehr gut, dass ihr alle Möglichkeiten ausschöpft und alles testen lasst, um die bestmöglichste Behandlung zu bekommen.
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

Celeste
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Re: Angst vor Umstellung

Beitrag von Celeste » 11:01:2020 12:45

Marika hat geschrieben:
11:01:2020 11:30
Hallo ihr Lieben,

ich wollte mich auch kurz melden. Bei mir war es ja auch so, dass es immer beim ES herum schlimm war - also auch ziemlich sicher Hormonell bedingt. Mein Psychiater hat mir dann 2 Möglichkeiten aufgezeigt: ich könnte die Hormone testen lassen, oder einfach das AD rund um den ES herum erhöhen. Das 2. wollte ich aber nicht, machte in meinen Augen auch keinen Sinn. Zum Hormone testen kam es dann auch nicht mehr, weil es dann recht plötzlich merklich besser wurde - ohne dass ich was versändert hätte. Das war so ca. 1 - 1,5 Jahre nach Ausbruch der PPD.

Man hat mir auch mal erklärt, dass alleine die Hormonschwankungen im weiblichen Zyklus ausreichen können, um ein Tief aus zu lösen, ohne dass die Hormonwerte abnormal wären. Alleine die Schwankung kann die Botenstoffe im Gehirn lange Zeit noch nach der Geburt massiv stören. Auch bei der Geburt selber tritt ein extremer Hormonsturz innerhalb kurzer Zeit ein, wenn die Plazenta abgestoßen wird. Dieser "Crash" kann das Botenstoffsystem im Gehirn derart massiv durcheinander bringen, dass es sich lange Zeit (manchmal nie mehr) erholt. Es wird dann in jedem Zyklus alleine durch die natürliche Schwankung sensibel reagieren und es kommt zu Tiefs.

Das ist natürlich nur eine weitere Möglichkeit von vielen, die bei mir der Fall ist. Meine Hormone sind alle im Gleichgewicht, trotzdem kann mein Botenstoffwechsel sich nicht ohne kleine AD Dosis regulieren.

Ich finde es sehr gut, dass ihr alle Möglichkeiten ausschöpft und alles testen lasst, um die bestmöglichste Behandlung zu bekommen.
Liebe Marika,
danke dir für die Antwort. Bei mir beginnt es immer ca. 7-10 Tage vor meiner Periode. Dann aber so richtig schlimm. Mit eintreten der Periode wird es dann von Tag zu Tag besser. Blöd nur, dass es einige Tage braucht, um sich von dem schrecklichen Tief zu erholen. Denn nachdem es bisschen besser wird, rutscht man gleich wieder rein.

Meine Psychiaterin hat mir erklärt, dass eine sehr hohe Anzahl psychischer Erkrankungen hormonell bedingt sind - auch Psychosen. Nur kommt man nicht so wirklich auf eine Lösung. Man hat wohl versucht den Betroffenen hohe Dosis an Östrogen zu geben, doch leider blieb der Erfolg aus.

Hier gehört, meiner Meinung nach, viel mehr geforscht um endlich vielen Menschen Leid zu ersparen.
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