OP und Jobwechsel liegen vor mir

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katl0607
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OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von katl0607 » 27:01:2020 0:42

Hallo!

Vielleicht kann mir die ein oder andere einfach gut zureden, mich beruhigen,...

In ein paar Tagen habe ich OP Termin. Meine Nase muss operiert werden. Nachdem ich schon viele Jahre mit chronischer nebenhöhlenentz. Rum laufe, packe ich es endlich an.
Meine OP liegt direkt vor mir.
Ich habe schiss...

Und noch ein großes Ereignis hat sich ergeben.
Durch Zufall erfuhr ich von einer Freundin dass in ihrem Betrieb bald eine Stelle frei wird, die für mich was wäre.
Schon seid längerem bin ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber nicht mehr zufrieden.
Dort bin ich seit 20 Jahren angestellt.
Während meiner elternzeit hat sich das ganze team verändert. Es gingen Kolleginnen mit denen ich davor jahrelang zusammen arbeitete und es kamen neue.
Sogar einer meiner Chefs ging in dieser Zeit in Ruhestand.
Als ich wieder zurück kam, war nix mehr so wie es war.
Das neue team nimmt mich bis heute nicht gut an. Ich spüre das. Ich fühle mich nicht mehr wohl dort.
Auvh die neue Chefin ist arrogant wie noch mal was.
Hauptsache sie kann mit dem Porsche vorfahren.
Genauer will ich nicht darauf eingehen.

Wollte euch euch nur bitten, mir Mut für meine bevorstehende OP zu machen und mir ebenso Mut zum Jobwechsel zu machen.

Danke schon mal
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
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Celeste
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Celeste » 27:01:2020 8:54

Guten Morgen Katl,

hier bin ich, der größte Angsthase den es gibt bzgl. OP‘s. Denk einfach an den Moment wenn du aufwachst und alles vorbei ist. Belohne dich alà ,, wenn ich wieder zuhause bin, dann kaufe ich mir die Schuhe, die ich schon so lange haben möchte ( nur mal als Beispiel ). Einfach sich selbst mal auf die Schulter klopfen 😊

Bzgl. Job: Du fühlst dich, wie du sagst, nicht wohl momentan. Was hast du also zu verlieren? Schreibe dir Pro und Contra eines Jobwechsels auf und sicher wirst du rauslesen können, dass einem neuen Job nichts mehr im Wege steht.

Berichte doch mal, wie die OP verlaufen ist. Ich drück dir ganz fest die Daumen

Celeste
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
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Mel
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Mel » 27:01:2020 10:52

Liebe Katl,
ich meine hier schonmal gelesen zu haben, wie unzufrieden du mit deinem Job bist.... Also ich kann dir nur gut zureden, den Wechsel zu wagen. Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Dass der neue Job genauso schlimm ist? Dass du die Probezeit nicht überstehst? Du bist doch gut qualifiziert, oder? Also wirst du im schlimmsten Falle immer wieder Arbeit bekommen?
Angst vor Veränderungen gehören dazu, seit ich die PPD habe, ist das bei mir leider auch sehr sehr ausgeprägt. Aber wenn du es geschafft hast, im alten Job trotz Widrigkeiten weiter zu machen, schaffst du es erst recht, wenn der Job etwas Spaß macht!
Zu der OP: Meine Freundin hatte das selbe Problem und die OP ist komplikationslos gelaufen und sie hat seitdem viel weniger Probleme mit der Nase/ den Nebenhöhlen.... Du schaffst das!
Ganz lieben Gruß
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
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katl0607
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von katl0607 » 27:01:2020 23:45

Hi ihr lieben!

Danke für eure lieben Worte!

Da sich meine bevorstehende OP und das lukrative Jobangebot tatsächlich so gut wie überschneiden, kann ich nicht sagen wovor ich mehr schiss habe....

Und dennoch weiß ich genau, wenn ich beides hinter mir habe, bin ich megastolz auf mich.
Und beides wirkt sich auf meine Zukunft total positiv aus.
Durch meine OP werde ich nicht mehr so infektanfällig sein, uvm.
Durch den Jobwechsel werde ich bessere Arbeitszeiten haben und mehr Geld verdienen.

Und alles was in diesem Zusammenhang noch auftritt, kann nur Gutes sein.
So denk ich mir halt...

Das schlimmste für mich sind jetzt die Tage bis zur OP. Dieses Hinwarten kann ich sehr schlecht aushalten. Vielleicht auch deshalb, weil ich noch nie in meinem Leben eine Op hatte...
Selbst die Entbindung schaffte ich komikationslos- natürlich, ohne Medikamente...
Und meinen Arbeitgeber habe ich vor 20 Jahren z letzten Mal gewechselt....
Also ewig lang her...
Darum hab ich auch schiss mich in einer neuen Firma mit neuen Kollegen zurecht zu finden.

Doch genau das hat mich bewogen, mich um einen neuen Job zu bemühen.
Die neue chefin ist furchtbar arrogant und egoistisch.
Die neuen Kolleginnen sind falsch und sind Einzelkämpfer seines gleichen.


Damit tu ich mich sehr schwer. Ich bin eine ehrliche Kollegin. Wenn man gut mit mir umgeht
Total kollegial.
Naja, lange Rede kurzer Sinn -

Morgen habe ich mein Vorstellungsgespräch.
Ich bin bereit für was neues.
Der Abschied von der alten Firma wird bestimmt hart. Aber ich freue mich auf das neue das auf mich wartet..

Liebe Grüße

Ich berichte wieder
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Mel
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Mel » 28:01:2020 8:32

Viel viel Glück für das Vorstellungsgespräch!!
Mel
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katl0607
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von katl0607 » 30:01:2020 8:30

Guten Morgen alle zusammen!

Will euch ein kurzes Feedback geben, wie mein Vorstellungsgespräch verlief.
Ich habe sehr gute Chancen genommen zu werden. Meine Unterlagen haben die neuen chefs begeistert. Es wäre ein unbefristeter Vertrag...
Doch ich hänge wieder an dem, dass ich so viel Angst vor was neuem habe. Ich würde so gern meinen job wechseln, aber ich traue mich nicht.
Habe Angst, dass mir das neue nicht gefällt. Das ich mich dort nicht wohl fühle. Dass mir die neuen Kollegen, Räumlichkeiten und Aufgaben keine Erfüllung bringen....
Wie schon immer in meinem Leben habe ich Angst vor Veränderungen und etwas neues zu wagen...
In meiner jetzigen Firma gibt mir die Gewohnheit und die routine Sicherheit. Im team und mit der neuen Chefin fühle ich mich nicht wohl.
Aber ich denke dass es in der neuen Arbeit ganz sicher auch dinge gibt die mich stören. Nur da weiss ich noch nicht welche das sind.
Das macht mir Angst....
Habe angst vor dieser endgültigkeit.... Nicht mehr zurück zu kommen....
Sind das Verlustängste?!

So ein Mist.... Wenn ich nicht so ein schisser wäre, hätte ich schon längst meinen Arbeitsplatz gewechselt...
Aber ich hatte nie den mumm es durchzuziehen.
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Celeste
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Celeste » 30:01:2020 17:21

Hallo Katl,
ich weiss nicht, ob das Verlustsängste sind. Aber ich mag ungewohnte Situationen auch nicht. Schon als Kind nicht. Ich brauche immer eine Routine und ein gewohntes Umfeld.
Leider stehen wir uns da selbst im Weg. Ich habe aufgrund dieser Angst, einen sehr guten Job geschmissen. Ich denke, es kommt auch die Angst vor Überforderung hinzu, alà , was ist, wenn ich den Erwartungen nicht gewachsen bin‘. Mir hat immer die ,Notfall-Tür‘ geholfen. Habe mir immer wieder gesagt, dass ich nicht verpflichtet bin bis ans Lebensende nur das eine zu machen.

Wenn es dir im neuen Job so gar nicht gefällt, dann schaust du dich eben weiter um. Gib dir und dem Job eine Chance.

Alles liebe
Celeste
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Aias
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Aias » 14:02:2020 15:34

Hi katl,
Und wie ist es weitergegangen?
Wie war die OP? Und hat es mit dem neuen Job geklappt? wie hast Du Dich entschieden?

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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von katl0607 » 17:02:2020 2:03

Juhuu!

Danke der Nachfrage!
Die OP habe ich gut überstanden. Schmerzen habe ich zwar immer noch, doch dass soll bald kein Thema mehr sein.
Ich bin heilfroh und megastolz dass ich es durchgezogen habe.
Fazit: die Angst davor war schlimmer. Die OP und die Zeit da waren überhaupt nicht schlimm.

Zum job:
Leider hat sich die Firma dann doch für eine bereits vorhandene Mitarbeiterin entschieden, die mehr arbeiten will.
Somit werde ich dort im Moment nicht gebraucht.

In der Zeit bekam ich aber einen Anruf aus einer anderen Abteilung in der selben Firma.
Dort hat man mir schon konkrete ideen für meine einsatzbereiche genannt.
Freue mich darüber auch sehr!
Leider kam der anruf total überraschend.
Der neue chef fragte mich, wann und wie oft ich einsatzbereit bin. Er fragte mich, ob ich 5 Tage die Woche arbeiten kann. Und ob ich haltbags arbeiten kann.
Ich antworte mit JA
ich blöde Kuh. Da kam wieder meine naive Seite raus.
Ich habe klare Vorstellungen.
Ich möchte höchstens an 3 vormittagen arbeiten. Und weniger als halbtags beschäftigt sein.

Alles andere würde mir über kurz oder lang zuviel werden.

Aber das traute ich mich wieder nicht sagen.

So, und jetzt?
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Mel
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Mel » 17:02:2020 15:51

Liebe Katl,
erstmal ist es schön, dass du die OP so gut gemeistert hast. Und das mit dem Stellenwechsel ist doch toll!! Ich habe oft dasselbe Problem wie du- ich kann ganz schlecht nein sagen oder meinen Standpunkt klar äußern, wenn es um meine Wünsche im Job etc. geht.
Kannst du nicht einfach nachfragen, ob es vielleicht möglich wäre, nur drei Tage zu arbeiten? Wenn das nicht verhandelbar ist, kannst du ja immer noch überlegen, was du machst. Aber fragen kostet ja nix 😉 Versuch es doch einfach mal... und berichte uns gerne weiter.
Lieben Gruß
Mel
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Kikke
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Kikke » 17:02:2020 17:51

ich kenne es, wenn das Nachfragen eine große Hürde ist. Ich hatte tatsächlich auch so eine Situation, die ich mit meiner Therapeutin aufgearbeitet habe. Sie gab mir eine hausaufgabe, nämlich einen unangenehmen Anruf zu tätigen.
vielleicht kannst du es auch so sehen: es ist deine hausaufgabe, diesen Anruf zu machen und dir zu überlegen, was du genau möchtest. Es ist eine Herausforderung und nicht einfach, aber nachher wirst du stolz auf dich sein.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

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Marika
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Re: OP und Jobwechsel liegen vor mir

Beitrag von Marika » 18:02:2020 8:41

Hallo,

ich finde den Beitrag von Kikke Klasse. Genau so ist es und genau solche Dinge kenne ich auch von mir. In dem du aktiv so einen Anruf tätigst, übernimmst DU wieder die Kontrolle über die Situation. Das gibt dir wieder Sicherheit, du fühlst dich erleichtert und das wichtigste: du wirst stolz auf dich sein und dein Selbstvertrauen wird durch genau solche Aktionen gestärkt.

Auch ich musste als Hausaufgabe immer wieder solchen "unangenehmen Alltagssituationen" meistern. Es ist nicht angenehm, aber danach fühlst du dich wie eine Kaiserin! :D
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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