Neue Situation im Land...

Austausch alltäglicher Sorgen oder Freuden

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Kikke
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von Kikke » 25:03:2020 9:00

Diesen Gedanken kenne ich nur zu gut: warum kann ich das jetzt nicht einfach schaffen, ohne mir Gedanken zu machen.
wir frühstücken morgens ausführlich. Mein Sohn ist meistens vor 6 Uhr wach, daher zieht sich der morgen ein bisschen für mich. Dann gehen wir in den Wald nebenan. Dann kochen wir zusammen Mittagessen und holen meinen Mann aus dem homeoffice dazu. zum Glück macht mein Sohn dann einen mittagsschlaf. Nachmittags gehen wir dann in den Garten oder basteln etwas. Mein Sohn findet die ganze Situation total super. Er genießt es total, dass er die ganze Zeit zu Hause ist und wir machen was er möchte. Gerade spielt er seit einer Stunde an der Spüle mit Wasser. das Positive ist, dass ich mich entspanne und mir denke, lass ihn ruhig, wenn wir eins haben, dann Zeit.
Mir geht aber der soziale Kontakt total ab. Ich habe mir schon gedacht, dass es mir schwer fällt. Jetzt merke ich aber erst, wie schwer es wirklich ist. Ich sehe ja nur mein Sohn und mein Mann Punkt hin aber auch nicht viel, weil er ja arbeiten muss. gestern habe ich beim spazierengehen zufällig eine Freundin getroffen. Die zehn Minuten habe ich schon total glücklich gemacht.
November 2017: Schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen

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Celeste
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von Celeste » 25:03:2020 9:18

Das klingt nach einer schönen, innigen Zeit mit deinem Sohn. An seiner Stelle würde ich diesen Zustand auch sehr lieben - mit Mama in den Wald, mit ihr basteln, mit Wasser in der Spüle spielen .. herrlich. Hast einen schönen Alltag im Ausnahmezustand geschaffen liebe Kikke! Finde ich sehr schön.
Das dir die sozialen Kontakte fehlen, glaube ich dir auf‘s Wort. Wäre , Briefe schreiben‘ an deine Freunde eine Möglichkeit? Ist zwar absolut nicht das Gleiche, aber vielleicht hilft es dir? Ich habe jetzt schöne Osterkarten bestellt, die ich an die Liebsten verschicke.

Mir fehlt es besonders in die Stadtbücherei zu gehen mit den Kids. Versuchen zwar bisschen Stadtbücherei - Feeling hier reinzubringen, aber das haut nicht wirklich hin 😂

Versuchen wir es zu sehen, wie du erwähnt hast: Man stellt fest, was einem wirklich wichtig ist und glücklich macht. Wenn die Krise vorbei ist, wird es uns mit dieser Erkenntnis noch viel viel besser gehen.

Fühl dich gedrückt.
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

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Kikke
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von Kikke » 25:03:2020 11:23

Mir helfen sprachnachrichten und Skype Konto lassen. Das habe ich jetzt schon ein paar mal gemacht und es war wirklich nett, auch wenn es nicht dasselbe ist wie persönlicher Kontakt.
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katl0607
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von katl0607 » 26:03:2020 3:02

Hi an alle!

Diese neue Situation macht mir ebenfalls Angst. Die erste Zeit sah ich es ziemlich locker. Doch mittlerweile sehe ich es auch als sehr ernst an.

Da ich ja bald meine neue Stelle im Krankenhaus antreten werde, habe ich deswegen natürlich Bedenken.
In erster Linie habe ich Angst, als überträger zu fungieren. Sprich ich nehme den virus mit nach Hause und stecke meinen Mann damit an...
Horror!
Mein Mann hat nur einen lungenflügel und ist sehr infektanfällig. Er erholt sich langsamer von einem Infekt wie ein gesunder Mensch.
Und auch das Problem mit der kinderbetreuung ist im raum. Wenn mein Mann und ich arbeiten, dann wird unsere Tochter zu Oma und Opa gebracht. Dort sehe ich ein geringeres ansteckungsrisiko als sie in eine Kinder notbetreuung zu bringen.
Aber in den Medien wird ja immer prophezeit, dass die Enkelkinder nicht zu den grosseltern gebracht werden sollen.
Oma und Opa sind zwar noch nicht so alt. Erst Anfang/mitte 60.doch beide haben bluthochdruck, meine Mama hat diabetes und eine KHK. Sie hat 2 Stents im herzen.
Möchte auf keinen Fall schuld sein wenn sie krank werden 😩

Was würdet ihr tun? Einfach im Krankenhaus anfangen oder doch lieber später anfangen??

Danke und liebe Grüße
1. Kind geboren 7/14
Ab der Geburt schleichend Ängste und Panikattacken.
September 2015 psychosomatische Tagesklinik für 7 wochen
Diagnosen: Panikstörung, depressive Episode
sertralin 100 mg
Promethazin Trpf bei Bedarf

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Kikke
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von Kikke » 26:03:2020 7:05

Hallo,
Ja das würde mir auch Sorgen machen. Du hast ja mit deinem Mann und deiner Mutter zwei Personen der Risikogruppe zu Hause.

Mein Vater hat auch Herzprobleme. Wir meiden die Großeltern aktuell komplett. Ab 60 gehören sie zur Gruppe, die schneller einen schweren Verlauf der Krankheit haben können. Kinder haben nach allem was man weiß keinen schweren Verlauf, meistens gibt es kaum Symptome. Daher können sie gut als Überträger fungieren und sollen deshalb nicht zur alten oder hochaltrigen Menschen.

und daher würde ich aktuell für eine andere Kinderbetreuungssituation sorgen.
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Mel
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von Mel » 26:03:2020 9:25

Hallo ihr Lieben,
wie ergeht es euch so?
Ich habe einen ganz ähnlichen „Alltag“ wie ihr- ganz viel draußen sein- hoffentlich bleibt das Wetter so schön. Liebe Katl, ich sehe es genauso wie Kikke. Wenn es dir finanziell möglich ist, würde ich es verschieben.
Einfach, weil das Leben deiner Angehörigen wichtiger ist.
Und du hast ja mit drei Risikopatienten in der Familie einen sehr nachvollziehbaren Grund.
Ganz lieben Gruß
Mel
PPD seit Juli 2017, seitdem Mirtazapin 15mg
(Mit Unterbrechung), dann 30mg Mirtazapin und Opipramol 75mg,
Seit Sept. 2019 Setralin
mittlerweile 200mg und 15mg Mirtazapin.
Opipramol ausgeschlichen

November17
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von November17 » 26:03:2020 22:50

Hallo zusammen,

wenn es geht, würde auch ich eher versuchen zu schieben.
Auch wenn ich keine wirkliche Angst vor dem Virus habe, muss man es nicht riskieren vor allem bei Personen der Risikogruppe.

Ansonsten schafft mich die ganze Situation ganz schön. Heute war ein heftiger Tag: mein Mann und ich arbeiteten beide im Home Office. Der Kleine ist seit Tagen extrem schlimm, trotzig, aggro und man redet gefühlt gegen eine Wand. Er macht im Moment alles Kontra als was man ihm sagt. Wir befinden uns zudem seit 4 Tagen auf Entzug, der Schnuller ist weg.

Habe zudem meine Periode bekommen, dann Kind Haushalt und Arbeit unter einen Hut bringen. Meine Stimmung ist sehr gereizt, emotional...leider auch die ZG mehr.

VG

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Marika
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Re: Neue Situation im Land...

Beitrag von Marika » 27:03:2020 7:11

Hallo zusammen,

ich würde wenn möglich, den Arbeitsantritt auch verschieben - ginge das?

Ansonsten geht es mir gut - auch in der Arbeit. Wir haben zwar 2 Kolleginnen weniger (Drogeriemarkt - wir haben ja offen) - aber da müssen wir durch. Eine hat Pflegeurlaub wegen der Kinder, eine andere leider psychisch fertig mit extremer Angst vor Corona... Na ja - jetzt ist es halt so, wir tun was wir können. Ab heute wird wohl mit Mundschutz gearbeitet, Handschuhe haben wir eh auch schon an... :roll: :roll: :roll:
Liebe Grüße von
Marika

Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex

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