Vierte Therapiesitzung

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Celeste
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Vierte Therapiesitzung

Beitrag von Celeste » 20:03:2020 16:36

Heute war meine 4. Therapiesitzung.
Bin mit gemischten Gefühlen da raus. Einerseits war es gut, da er mir erklärt hat, wie unsere Psyche funktioniert oder besser gesagt, wie sie arbeitet und wie sie überhaupt entsteht. Sprich, was sie beeinflusst. Er sagte, dass psychische Gesundheit eine ,gesunde‘ Kindheit erfordert. Dort sitzt der Kern. Auch wenn wir uns an viele Dinge gar nicht erinnern können. Er hat dazu eine Zeichnung gemacht mit dem Titel: Gefühle sind Handlungsaufforderungen. Die Zeichnung beinhaltete ein Baby und die Eltern. Erfährt das Baby Schutz und Befriedigung der Bedürfnisse, lernt es in diesem Zug Selbstwert, Vertrauen und Schutz. Kommt hier ein enormes Ungleichgewicht rein, bilden sich mit der Zeit immer negativere Gedanken- und Verhaltensmuster. Er erklärte mir, dass wir quasi aus 2 ,Ebenen‘ bestehen. Dem ICH und dem SELBST. Das ,Ich‘ können wir mit unseren Gedanken steuern. Das ,Selbst‘ sind die Gefühle/Intuitionen.
Gerät also etwas aus dem Gleichgewicht, kann das ICH nicht mehr mit dem SELBST kommunizieren und wird blockiert. Irgendwann kommt es zum inneren Konflikt und die Aufforderung von unserem ,Selbst‘ zu handeln. Es entstehen Depressionen, Angst- und/oder Zwangserkrankungen.
Ich fand das wirklich sehr interessant, auch wenn ich da immer noch nicht den Zusammenhang der PPD sehe.

Dann sprachen wir über die Medikation. Er sagte, er hätte mir niemals das NL verschrieben.
Mit dem Citalopram will er es so handhaben, das noch während der Therapie ausgeschlichen wird. Etwa ab 20. Therapiestunde. Er ist der Meinung, dass AD‘s unser Erleben quasi fälschen und verglich es mit einem Schmerzmittel. Ein Schmerzmittel betäubt den Schmerz, aber der Schmerz sei ja eigentlich noch da. So wäre das mit einem AD.
Als ich antwortete, dass ein AD doch ‚nur‘ die Botenstoffe reguliert, stimmte er zu und ergänzte, dass sie aber nicht durch das eigene Empfinden und Denken reguliert werden, was ja das Ziel einer Therapie sein soll, sondern künstlich obwohl noch keine Änderung des Denk-und Verhaltensmuster stattgefunden hat. Also quasi das Glück gefaked.

Das muss ich nun auf mich wirken lassen. Was meint ihr?

Die letzten Tage waren echt ok. Fast so wie früher.
Leider aber heute morgen wieder ein ziemliches Morgentief mit Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Immer aus dem Nichts. Ist mir ein Rätsel.

Ich hoffe euch allen geht es gut.

Eure Celest
1. Kind ( 2008 ) ohne PPD
2. Kind ( 2011 ) ohne PPD
3. Kind ( 2019 ) schwere PPD mit Angsterkrankung

Momentan Citalopram 40mg, bei Bedarf Promethazin, Agnuscaston

März 20: Olanzapin abgesetzt

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