Fängt es wieder von vorne an?
Moderator: Moderatoren
Fängt es wieder von vorne an?
Hallo Ihr Lieben!
nach dem langen stationären Aufenthalt bin ich nun seit 2,5 Wochen wieder zu Hause. Die ersten Tage waren ja ziemlich wackelig. Dann hat es sich eingependelt und es fühlte sich inzwischen so an, dass ich die Krankheit auch vergessen habe. Ich fühlte mich wieder wie ich selbst, wie vor der Krankheit. Ich konnte wieder meine Kinder zu ihren Terminen nach der Schule/Kindergarten bringen. Ich war wieder einkaufen, habe gekocht, habe Haushalt gemacht.
Und anscheinend nicht gemerkt, wie es zu viel wurde. Am Freitag kam wieder eine Panikattacke, die ich wegatmen konnte. Und heute bin ich wieder sehr angespannt und voller Ängste. Die Katastrophengedanken sind wieder da, dass es wieder von vorne beginnt.
Ich hasse diese Krankheit so sehr! Bitte sagt mir, dass es wieder besser wird. Es würde mir helfen, wenn ich weiß, dass ich nicht alleine damit bin.
Liebe Grüße!
nach dem langen stationären Aufenthalt bin ich nun seit 2,5 Wochen wieder zu Hause. Die ersten Tage waren ja ziemlich wackelig. Dann hat es sich eingependelt und es fühlte sich inzwischen so an, dass ich die Krankheit auch vergessen habe. Ich fühlte mich wieder wie ich selbst, wie vor der Krankheit. Ich konnte wieder meine Kinder zu ihren Terminen nach der Schule/Kindergarten bringen. Ich war wieder einkaufen, habe gekocht, habe Haushalt gemacht.
Und anscheinend nicht gemerkt, wie es zu viel wurde. Am Freitag kam wieder eine Panikattacke, die ich wegatmen konnte. Und heute bin ich wieder sehr angespannt und voller Ängste. Die Katastrophengedanken sind wieder da, dass es wieder von vorne beginnt.
Ich hasse diese Krankheit so sehr! Bitte sagt mir, dass es wieder besser wird. Es würde mir helfen, wenn ich weiß, dass ich nicht alleine damit bin.
Liebe Grüße!
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Hallo Mirabel,
das wird definitiv wieder besser. Du bist bestimmt aktuell in einem tief, was ein paar Tage anhält und dann sich wieder auflöst. Gerade wie du es geschrieben hast, dass du dich normal fühlst, nicht an deine Krankheit gedacht hast und den Alltag einfach machen konntest. Zeigt dir, dass du auf dem richtigen Weg bist. Es ist nur leider so, dass gerade dieser ganze alltagsstress mit seinen vielen Aufgaben und Ansprüchen, die es so gibt, schnell mal dazu führen, dass man wieder sich zu viel zumutet und dann in ein tief reinrutscht. Das kenne ich nur zu gut und jedes Mal hatte ich Angst, dass die Krankheit wieder ganz von vorne beginnt. Das ist aber nie eingetreten. Es gab hier und da ein tief und das war richtig doof und nervig. Aber es hat sich dann auch genauso wieder aufgelöst. Wichtig ist in solchen Situationen, dass du dir viel Gutes tust! Pausen einbaust auf die Bremse trittst und Aufgaben abgibst oder einfach Dinge nicht machst, die nicht gerade zwingend nötig sind.
Das ist ein langwieriger Lernprozess und gerade mit kleinen Kindern manchmal ganz schön schwierig Pausen einzuhalten. Auf die Dauer ist es sinnvoll zu schauen, wo du in deinem Alltag die Möglichkeit findest deinen Akku wieder zu laden. Gerade wenn man sich gut fühlt, neigt man dazu sich wieder mehr zuzumuten als vielleicht gut ist und dann kann es zu einem kleinen Rückschlag kommen.
Mach dir keine Sorgen, es wird wieder besser werden. Nur im Moment heißt es gut, auf dich zu achten und deine Bedürfnisse wahrzunehmen.
das wird definitiv wieder besser. Du bist bestimmt aktuell in einem tief, was ein paar Tage anhält und dann sich wieder auflöst. Gerade wie du es geschrieben hast, dass du dich normal fühlst, nicht an deine Krankheit gedacht hast und den Alltag einfach machen konntest. Zeigt dir, dass du auf dem richtigen Weg bist. Es ist nur leider so, dass gerade dieser ganze alltagsstress mit seinen vielen Aufgaben und Ansprüchen, die es so gibt, schnell mal dazu führen, dass man wieder sich zu viel zumutet und dann in ein tief reinrutscht. Das kenne ich nur zu gut und jedes Mal hatte ich Angst, dass die Krankheit wieder ganz von vorne beginnt. Das ist aber nie eingetreten. Es gab hier und da ein tief und das war richtig doof und nervig. Aber es hat sich dann auch genauso wieder aufgelöst. Wichtig ist in solchen Situationen, dass du dir viel Gutes tust! Pausen einbaust auf die Bremse trittst und Aufgaben abgibst oder einfach Dinge nicht machst, die nicht gerade zwingend nötig sind.
Das ist ein langwieriger Lernprozess und gerade mit kleinen Kindern manchmal ganz schön schwierig Pausen einzuhalten. Auf die Dauer ist es sinnvoll zu schauen, wo du in deinem Alltag die Möglichkeit findest deinen Akku wieder zu laden. Gerade wenn man sich gut fühlt, neigt man dazu sich wieder mehr zuzumuten als vielleicht gut ist und dann kann es zu einem kleinen Rückschlag kommen.
Mach dir keine Sorgen, es wird wieder besser werden. Nur im Moment heißt es gut, auf dich zu achten und deine Bedürfnisse wahrzunehmen.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Danke, liebe alibo! Wie oft habe ich in den letzten Wochen deine Nachrichten durchgelesen. Danke, dass du dir die Zeit für die unterstützenden Worte nimmst und auch deine Erfahrungen teilst.
Ich habe ständig den Druck, eine gute Mutter zu sein. Den Druck, den ich mir selbst mache. Den Druck, alles unter Kontrolle zu haben. Alle Probleme meiner Kinder zu lösen. Dafür zu sorgen, dass es ihnen stets gut geht. Ich verstehe, dass es unrealistisch ist. Dass Probleme zum Leben dazu gehören. Das ich bereits tue, was mir momentan möglich ist. Dass meine Kinder keine perfekte Mutter brauchen, keine Superheldin. Sondern eine Mama, die echt ist. Die auch ihre Gefühle hat und zu ihnen steht. Und das möchte ich zukünftig immer wieder liebevoll zu mir sagen. Und ch mache genug. Ich bin genug
Ich habe ständig den Druck, eine gute Mutter zu sein. Den Druck, den ich mir selbst mache. Den Druck, alles unter Kontrolle zu haben. Alle Probleme meiner Kinder zu lösen. Dafür zu sorgen, dass es ihnen stets gut geht. Ich verstehe, dass es unrealistisch ist. Dass Probleme zum Leben dazu gehören. Das ich bereits tue, was mir momentan möglich ist. Dass meine Kinder keine perfekte Mutter brauchen, keine Superheldin. Sondern eine Mama, die echt ist. Die auch ihre Gefühle hat und zu ihnen steht. Und das möchte ich zukünftig immer wieder liebevoll zu mir sagen. Und ch mache genug. Ich bin genug
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Guten Morgen zusammen,
ich habe sehr viele Beiträge hier im Forum gelesen. Wir haben sehr vieles gemeinsam.
Zum Beispiel: man hat eine gute Phase (Tage, Wochen oder gar Jahre). Und dann zeigen sich irgendwelche Symptome wieder. Und auf einmal kommt so eine Hoffnungslosigkeit, so eine große Angst, dass die Krankheit wieder von vorne beginnt. Ich fühle mich da wie in einer ausweglosen Situation. Und halte es für sehr sicher, dass die Krankheit wieder da ist.
Nicht ich schaue, wie es sich entwickelt, warte ab, schone mich die Tage. Sondern ich fühle mich so ausgeliefert und kann die Situation nicht beeinflussen.
Das ist sooo kräftezehrend
Liebe Grüße,
Mirabel
ich habe sehr viele Beiträge hier im Forum gelesen. Wir haben sehr vieles gemeinsam.
Zum Beispiel: man hat eine gute Phase (Tage, Wochen oder gar Jahre). Und dann zeigen sich irgendwelche Symptome wieder. Und auf einmal kommt so eine Hoffnungslosigkeit, so eine große Angst, dass die Krankheit wieder von vorne beginnt. Ich fühle mich da wie in einer ausweglosen Situation. Und halte es für sehr sicher, dass die Krankheit wieder da ist.
Nicht ich schaue, wie es sich entwickelt, warte ab, schone mich die Tage. Sondern ich fühle mich so ausgeliefert und kann die Situation nicht beeinflussen.
Das ist sooo kräftezehrend
Liebe Grüße,
Mirabel
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Du bringst es auf den Punkt das Gefühl des ausgeliefert Seins und keine Kontrolle zu haben. Ich kann nur für mich sagen, dass je länger ich mit dieser Krankheit lebe, vor allen Dingen nach der zweiten Episode über die Jahre mehr und mehr Sicherheit bekommen Habe , das auch nach schwierigen Phasen es sich immer und wirklich immer wieder stabilisiert hat. Die schwierigeren Phasen, Also Tiefs , fühlen sich definitiv doof an und ich möchte sie auch nicht haben. Aber sie sind wieder vorbeigegangen. Manchmal war ich in einem Punkt. Wo ich gedacht habe, bin ich jetzt soweit wieder meinen Psychiater notfallmäßig zu kontaktieren. Ich habe das bisher nicht gemacht und nach einer gewissen Zeit hat sich alles wieder eingependelt. Das Vertrauen in sich selbst wieder aufzubauen, ist wahnsinnig schwierig. Wenn man eine so kräftezehrende Erkrankung hinter sich hat und das Vertrauen ist tatsächlich bei mir mit der Zeit gekommen, indem ich immer wieder gemerkt habe. Es passiert eigentlich nichts schlimmes. Es kommt kein rückfall. Ich komme aus diesem Tiefs immer wieder raus. Und ich habe wirklich gemerkt, dass es mein Kopf ist, der diese Gedanken produziert, die nicht wahr sind. Ich habe mich oft dabei erwischt, dass ich, sobald so ein negativer grübelei Gedanke kommt ich die Augen verdrehe und sage du nervst. Geh weg. Also den Gedanken als unwahr und der Depression Entspringend erkenne und ihn als falsch entlarve. Das braucht glaube ich aber auch eine ganze Menge Übung und es gelingt mir auch nicht immer gleich gut.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Hallo Mirabel!
Wie geht es dir denn mittlerweile? Hat sich das Tief etwas gelegt?
Weißt du, ich denke es braucht einfach noch viel mehr Zeit, bis du wirklich anhaltend stabil bist. Du bist noch sehr kurz erst wieder daheim und wie du selber geschrieben hast, hast du dich vielleicht auch etwas überfordert. So quasi: aufholen was man vermeintlich versäumt hat. Da kommt es schnell mal zu einem Tief. Denn Stress ist einer der Hauptauslöser dafür. Auch der Zyklus spielt immer wieder mit rein.
Du wirst wieder gesund, aber du wirst auch noch Geduld haben müssen. Dass du bereits eine gute Phase hattest, in der du die Erkrankung vergessen hast zeigt, dass die Richtung stimmt. Versuch gut auf eine Work-Life-Balance zu achten, ist natürlich schwer als Mama, ich weiß. Aber du wirst das schaffen!
Wie geht es dir denn mittlerweile? Hat sich das Tief etwas gelegt?
Weißt du, ich denke es braucht einfach noch viel mehr Zeit, bis du wirklich anhaltend stabil bist. Du bist noch sehr kurz erst wieder daheim und wie du selber geschrieben hast, hast du dich vielleicht auch etwas überfordert. So quasi: aufholen was man vermeintlich versäumt hat. Da kommt es schnell mal zu einem Tief. Denn Stress ist einer der Hauptauslöser dafür. Auch der Zyklus spielt immer wieder mit rein.
Du wirst wieder gesund, aber du wirst auch noch Geduld haben müssen. Dass du bereits eine gute Phase hattest, in der du die Erkrankung vergessen hast zeigt, dass die Richtung stimmt. Versuch gut auf eine Work-Life-Balance zu achten, ist natürlich schwer als Mama, ich weiß. Aber du wirst das schaffen!
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
-
Zaubernuss
- Beiträge: 93
- Registriert: 24:02:2024 19:03
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Hallo liebe mirabel
Mir ging/ geht es genauso, dass ich mich so hilflos und ausgeliefert fühle, sobald sich irgendwelche symptome zeigen. Ich katastrophisiere alles und denke mir es ist auswegslos und mir ist nicht zu helfen. Im Nachhinein denke ich mir, vielleicht war es einfach nur ein blöder tag… aber dadurch dass man sich da reinsteigert(natürlich unkontrolliert) werden daraus ein paar tage oder wochen mehr… ich versuche mir oft ins Gedächtnis zu rufen, dass auch „gesunde“ menschen einfach mal nen schlechten tag haben und wir das öfter haben dürfen und man dann mit sich selbst sanfter umgehen sollte, so wie wir es bei unseren kindern machen :) ich finde mich in deinen zeilen zum teim wieder.. ich will auch immer als mama mein bestes für meine tochter geben, aber das setzt mich unter immensen druck, dabei ist perfektionismus nicht das was ein kind braucht. Das sagst du ja auch, aber sich das auch wirklich einzugestehen ist manchmal schwierig
Ich hoffe, dass dein tief ganz bald wieder weg ist!
Lg zaubernuss
Mir ging/ geht es genauso, dass ich mich so hilflos und ausgeliefert fühle, sobald sich irgendwelche symptome zeigen. Ich katastrophisiere alles und denke mir es ist auswegslos und mir ist nicht zu helfen. Im Nachhinein denke ich mir, vielleicht war es einfach nur ein blöder tag… aber dadurch dass man sich da reinsteigert(natürlich unkontrolliert) werden daraus ein paar tage oder wochen mehr… ich versuche mir oft ins Gedächtnis zu rufen, dass auch „gesunde“ menschen einfach mal nen schlechten tag haben und wir das öfter haben dürfen und man dann mit sich selbst sanfter umgehen sollte, so wie wir es bei unseren kindern machen :) ich finde mich in deinen zeilen zum teim wieder.. ich will auch immer als mama mein bestes für meine tochter geben, aber das setzt mich unter immensen druck, dabei ist perfektionismus nicht das was ein kind braucht. Das sagst du ja auch, aber sich das auch wirklich einzugestehen ist manchmal schwierig
Ich hoffe, dass dein tief ganz bald wieder weg ist!
Lg zaubernuss
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Hallo ihr Lieben,
gestern war ich bei meiner Psychotherapeutin. Wir haben psychoedukativ über die Depression gesprochen. Sie meinte, Depression sei im Grunde eine Überlastungsreaktion. Und zwar auf allen Ebenen- zu viel an Gefühlen (Traurigkeit, Angst), Zuviel an Gedanken (Katastrophen, schwarz-weiß etc) und Zuviel an Verhalten (andere zufrieden machen, dabei sich zuwenig beachten). Daran erkranken oft Menschen, die sich viel um die anderen kümmern. Die es allen recht machen wollen. Die ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Und dabei immer tiefer abrutschen. Und zum gesundwerden braucht es die Sicherheit. Und sie entsteht in der Entlastung. Dinge auch mal liegen lassen. Hilfe holen. An den hohen unrealistischen Ansprüchen arbeiten, von anderen, aber in der ersten Linie den eigenen.
Gestern Vormittag hatte ich z. B. etwas mehr Antrieb und etwas bessere Stimmung. Ne habe dann versucht alles zu erledigen, was die letzten Tage liegen geblieben ist. Mein Körper zeigte mir gleich deutlich durch Anspannung und Panik, dass es zu viel war. Mir fällt es tatsächlich schwer, abzuwarten. Denn das Ausruhen fühlt sich irgendwie falsch an. Da springen die alten Gedankenmuster an wie „wie lange willst du hier noch rumliegen“ oder „Du kannst dich nicht alles an dein Mann abtreten“.
Und dann versuche ich das zarte Pflänzchen der neuen Sichtweise wachsen zu lassen. Ich darf mir die Zeit für die Genesung nehmen. Ich tue das, was mir momentan möglich ist. Auch wenn ich mich gerade als schwach wahrnehme, bin ich wertvoll und liebenswert.
gestern war ich bei meiner Psychotherapeutin. Wir haben psychoedukativ über die Depression gesprochen. Sie meinte, Depression sei im Grunde eine Überlastungsreaktion. Und zwar auf allen Ebenen- zu viel an Gefühlen (Traurigkeit, Angst), Zuviel an Gedanken (Katastrophen, schwarz-weiß etc) und Zuviel an Verhalten (andere zufrieden machen, dabei sich zuwenig beachten). Daran erkranken oft Menschen, die sich viel um die anderen kümmern. Die es allen recht machen wollen. Die ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Und dabei immer tiefer abrutschen. Und zum gesundwerden braucht es die Sicherheit. Und sie entsteht in der Entlastung. Dinge auch mal liegen lassen. Hilfe holen. An den hohen unrealistischen Ansprüchen arbeiten, von anderen, aber in der ersten Linie den eigenen.
Gestern Vormittag hatte ich z. B. etwas mehr Antrieb und etwas bessere Stimmung. Ne habe dann versucht alles zu erledigen, was die letzten Tage liegen geblieben ist. Mein Körper zeigte mir gleich deutlich durch Anspannung und Panik, dass es zu viel war. Mir fällt es tatsächlich schwer, abzuwarten. Denn das Ausruhen fühlt sich irgendwie falsch an. Da springen die alten Gedankenmuster an wie „wie lange willst du hier noch rumliegen“ oder „Du kannst dich nicht alles an dein Mann abtreten“.
Und dann versuche ich das zarte Pflänzchen der neuen Sichtweise wachsen zu lassen. Ich darf mir die Zeit für die Genesung nehmen. Ich tue das, was mir momentan möglich ist. Auch wenn ich mich gerade als schwach wahrnehme, bin ich wertvoll und liebenswert.
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Hey,
Deine Ärztin hat wirklich recht. Genauso ist es ein zuviel an allem. Bei mir können auch schöne gute Dinge ein zu viel auslösen. Das müssen nicht unbedingt nur negative Sachen sein. In der Regel ist es bei mir so etwas wie Urlaub Mit wegfahren , neue Dinge erleben. Was im Anschluss ein zu viel auslöst und mich erschöpft fühlen lässt.
Ich habe das über die Jahre gelernt und das heißt nicht, dass ich keinen Urlaub mache oder mit den Kindern nicht wegfahre. Aber ich weiß, dass ich danach unter Umständen etwas mehr Pausen brauche in meinem Alltag und vor allen Dingen brauche ich dann auch meinen Alltag mit ganz klaren Strukturen, an denen ich mich wieder orientieren kann.
Natürlich fällt das schwer Dinge liegen zu lassen. Man fühlt sich nutzlos schwach und faul. Du musst dir aber immer vor Augen führen, dass du eine Krankheit hast und die no.ch ausheilen muss. Der Klassiker ist das gebrochene Bein. Da verlangst du ja auch nicht von dem Patienten nach vier Monaten wieder 10 km joggen zu gehen.
Was bei mir auch Symptome auslösen kann, sind z.b starke Veränderungen oder Veränderungen generell, die nicht in mein sicherheitsnetz passen. Das lässt mich dann unsicher fühlen und löst auch wieder ein zu viel aus. Mir hat dann wirklich geholfen Ein gutes sicherheitsnetz aufzubauen mit Personen, die mir Sicherheit geben, Alltag und Strukturen, die mir Sicherheit geben und generell mein Umfeld, in dem ich lebe, und arbeite. Z.b ist mein zuhause und unsere Bauernhof. Eine große Sicherheit für mich, da weiß ich genau wie die Abläufe sind, wo mein Platz ist und es gibt klare arbeitsstrukturen.
Ja, das zarte pflänzchen darf gepflegt werden und es braucht manchmal ganz viel Zeit um zu wachsen und zu gedeihen. Das musste ich auch über Jahre lernen und ich lerne es immer noch.
Deine Ärztin hat wirklich recht. Genauso ist es ein zuviel an allem. Bei mir können auch schöne gute Dinge ein zu viel auslösen. Das müssen nicht unbedingt nur negative Sachen sein. In der Regel ist es bei mir so etwas wie Urlaub Mit wegfahren , neue Dinge erleben. Was im Anschluss ein zu viel auslöst und mich erschöpft fühlen lässt.
Ich habe das über die Jahre gelernt und das heißt nicht, dass ich keinen Urlaub mache oder mit den Kindern nicht wegfahre. Aber ich weiß, dass ich danach unter Umständen etwas mehr Pausen brauche in meinem Alltag und vor allen Dingen brauche ich dann auch meinen Alltag mit ganz klaren Strukturen, an denen ich mich wieder orientieren kann.
Natürlich fällt das schwer Dinge liegen zu lassen. Man fühlt sich nutzlos schwach und faul. Du musst dir aber immer vor Augen führen, dass du eine Krankheit hast und die no.ch ausheilen muss. Der Klassiker ist das gebrochene Bein. Da verlangst du ja auch nicht von dem Patienten nach vier Monaten wieder 10 km joggen zu gehen.
Was bei mir auch Symptome auslösen kann, sind z.b starke Veränderungen oder Veränderungen generell, die nicht in mein sicherheitsnetz passen. Das lässt mich dann unsicher fühlen und löst auch wieder ein zu viel aus. Mir hat dann wirklich geholfen Ein gutes sicherheitsnetz aufzubauen mit Personen, die mir Sicherheit geben, Alltag und Strukturen, die mir Sicherheit geben und generell mein Umfeld, in dem ich lebe, und arbeite. Z.b ist mein zuhause und unsere Bauernhof. Eine große Sicherheit für mich, da weiß ich genau wie die Abläufe sind, wo mein Platz ist und es gibt klare arbeitsstrukturen.
Ja, das zarte pflänzchen darf gepflegt werden und es braucht manchmal ganz viel Zeit um zu wachsen und zu gedeihen. Das musste ich auch über Jahre lernen und ich lerne es immer noch.
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Ihr Lieben,
durch eure Nachrichten, eure Erfahrungen fühle ich mich gehalten. Das ist für mich auch ein Teil von meinem Sicherheitsnetz. Danke euch dafür von Herzen.
@Marika als ich zuerst gelesen habe, dass es noch eine Weile dauert, bis ich anhaltend stabil bin, hat es in mir zunächst Angst und Traurigkeit ausgelöst. Denn natürlich möchte ich das so nicht haben. Ich bin nun seit fünf Monaten krank. Davon 3,5 Monate in der Klinik gewesen. Und das Wissen, dass ich immer noch nicht stabil bin, ängstigt mich sehr. Und dennoch verstehe ich, dass ich nur in dem Tempo gehen kann, den mir meine aktuelle Befindlichkeit erlaubt. Sobald ich versuche schneller zu laufen, sind die Symptome wieder da.
Ich merke, was mir jetzt gut tut ist viel Ruhe und viel Zeit alleine. Aber warum fällt es mir dann so schwer, sie mir auch zu gönnen? Die Angst ist da, den Erwartungen von außen nicht stand halten zu können. Die Angst, die anderen (meinen Mann, meine Kinder) zu enttäuschen. Das wäre ja bei einem gebrochenen Bein definitiv nicht so!
Vielleicht weil Schuldgefühle ein Symptom der Erkrankung sind und einfach dazu gehören?
@alibo ja mit Veränderungen ist es bei mir auch nicht so einfach. Und nach den Urlauben brauche ich auch erstmal Zeit mit viel Ruhe für mich. Und aktuell steht beides an. Meine Tochter wechselt von einer kleinen behüteten Grundschule auf die weiterführende Schule. Und noch ist es nicht sicher, ob sie einen Platz auf einer von unseren beiden Wunschschulen bekommt. Es heißt jetzt einfach abwarten und hoffen, dass alles sich fügt. Und ein Skiurlaub in den Faschingsferien in zwei Wochen steht auch an. Meine Kinder und mein Mann freuen sich schon riesig darauf. Und ich habe Angst, ob und wie ich das schaffen soll. Ohne die anderen zu enttäuschen.
durch eure Nachrichten, eure Erfahrungen fühle ich mich gehalten. Das ist für mich auch ein Teil von meinem Sicherheitsnetz. Danke euch dafür von Herzen.
@Marika als ich zuerst gelesen habe, dass es noch eine Weile dauert, bis ich anhaltend stabil bin, hat es in mir zunächst Angst und Traurigkeit ausgelöst. Denn natürlich möchte ich das so nicht haben. Ich bin nun seit fünf Monaten krank. Davon 3,5 Monate in der Klinik gewesen. Und das Wissen, dass ich immer noch nicht stabil bin, ängstigt mich sehr. Und dennoch verstehe ich, dass ich nur in dem Tempo gehen kann, den mir meine aktuelle Befindlichkeit erlaubt. Sobald ich versuche schneller zu laufen, sind die Symptome wieder da.
Ich merke, was mir jetzt gut tut ist viel Ruhe und viel Zeit alleine. Aber warum fällt es mir dann so schwer, sie mir auch zu gönnen? Die Angst ist da, den Erwartungen von außen nicht stand halten zu können. Die Angst, die anderen (meinen Mann, meine Kinder) zu enttäuschen. Das wäre ja bei einem gebrochenen Bein definitiv nicht so!
Vielleicht weil Schuldgefühle ein Symptom der Erkrankung sind und einfach dazu gehören?
@alibo ja mit Veränderungen ist es bei mir auch nicht so einfach. Und nach den Urlauben brauche ich auch erstmal Zeit mit viel Ruhe für mich. Und aktuell steht beides an. Meine Tochter wechselt von einer kleinen behüteten Grundschule auf die weiterführende Schule. Und noch ist es nicht sicher, ob sie einen Platz auf einer von unseren beiden Wunschschulen bekommt. Es heißt jetzt einfach abwarten und hoffen, dass alles sich fügt. Und ein Skiurlaub in den Faschingsferien in zwei Wochen steht auch an. Meine Kinder und mein Mann freuen sich schon riesig darauf. Und ich habe Angst, ob und wie ich das schaffen soll. Ohne die anderen zu enttäuschen.
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Hey Mirabel!
Ich wollte dir keine Angst machen, ich finde es einfach nur sehr wichtig, dass man diese Erkrankung realistisch sieht. Sie geht nicht schnell vorbei, wie eine Grippe, eine PPD ist ein anders Kaliber. Besonders auch weil neben Therapie und Medikamenten viel an uns liegt. Es liegt an uns hinzuschauen was wir ändern können und müssen.
Sich ständig zu überfordern sogar während der Erkrankung hat meiner Meinung nach immer noch mit der Konditionierung und dem Frauenbild in unserer Gesellschaft zu tun. Und auch damit, dass psychische Erkrankungen immer noch oft ein Tabu sind und geglaubt wird, man müsse sich nur anstrengen, dann geht das schon. Beides habe ich für mich jedenfalls als Knackpunkte für mein Gesund werden entschlüsselt. Mütter werden sehr oft in ihrer Rolle nur als "Mama" gesehen... die immer alles macht, immer liebevoll, immer präsent und natürlich pädagogisch wertvoll, keine eigenen Bedürfnisse und Wünsche hat, die es allen recht macht und dabei eingeht wie eine Blume ohne Wasser. Ich war so, so wollte ich es machen. Aber das ist unmöglich, es ist unmenschlich. Unsere Erkrankung ist auch ein Frauen Thema bei dem es - immer noch - um Emanzipation, Gleichstellung und alte Rollenbilder geht. Und das Thema psychische Erkrankungen und das diese null und Nüsse mit Schwäche oder nicht wollen zu hat, erwacht auch erst langsam aus dem Dornröschenschlaf.
Für mich lang neben den Medikamenten der Schlüssel darin, mich zu emanzipieren, meine Wünsche und Bedürfnisse einzufordern... weil mir das zusteht... diese Rollenbild der Übermutter endlich abzuschütteln. Es hat mich sehr selbstbewusst gemacht, aber es hat auch gedauert. Daher geht diese Erkrankung eben nicht schnell vorbei, sie läutet quasi eine Zeitenwende ein. Das ist aber eben auch eine gute Nachricht: wir selber können ganz viel tun, damit wir schneller und besser zu einem gesünderen "Ich" kommen.
Ich wollte dir keine Angst machen, ich finde es einfach nur sehr wichtig, dass man diese Erkrankung realistisch sieht. Sie geht nicht schnell vorbei, wie eine Grippe, eine PPD ist ein anders Kaliber. Besonders auch weil neben Therapie und Medikamenten viel an uns liegt. Es liegt an uns hinzuschauen was wir ändern können und müssen.
Sich ständig zu überfordern sogar während der Erkrankung hat meiner Meinung nach immer noch mit der Konditionierung und dem Frauenbild in unserer Gesellschaft zu tun. Und auch damit, dass psychische Erkrankungen immer noch oft ein Tabu sind und geglaubt wird, man müsse sich nur anstrengen, dann geht das schon. Beides habe ich für mich jedenfalls als Knackpunkte für mein Gesund werden entschlüsselt. Mütter werden sehr oft in ihrer Rolle nur als "Mama" gesehen... die immer alles macht, immer liebevoll, immer präsent und natürlich pädagogisch wertvoll, keine eigenen Bedürfnisse und Wünsche hat, die es allen recht macht und dabei eingeht wie eine Blume ohne Wasser. Ich war so, so wollte ich es machen. Aber das ist unmöglich, es ist unmenschlich. Unsere Erkrankung ist auch ein Frauen Thema bei dem es - immer noch - um Emanzipation, Gleichstellung und alte Rollenbilder geht. Und das Thema psychische Erkrankungen und das diese null und Nüsse mit Schwäche oder nicht wollen zu hat, erwacht auch erst langsam aus dem Dornröschenschlaf.
Für mich lang neben den Medikamenten der Schlüssel darin, mich zu emanzipieren, meine Wünsche und Bedürfnisse einzufordern... weil mir das zusteht... diese Rollenbild der Übermutter endlich abzuschütteln. Es hat mich sehr selbstbewusst gemacht, aber es hat auch gedauert. Daher geht diese Erkrankung eben nicht schnell vorbei, sie läutet quasi eine Zeitenwende ein. Das ist aber eben auch eine gute Nachricht: wir selber können ganz viel tun, damit wir schneller und besser zu einem gesünderen "Ich" kommen.
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Liebe Marika,
ja! Bei der ganzen Schwere sehe ich in dieser Krise auch eine Chance auf ein gesünderes stärkeres Ich.
Auf sich selbst zu hören- was brauche ich gerade? Was würde mir gut tun? Was ist mein Bedürfnis? Und - es darf alles da sein. Ich darf mich hinlegen, wenn es sich für mich richtig anfühlt. Ja- mein Mann hätte es lieber, dass ich aufstehe und meine Tochter vom Chor abhole. Dann hätte er es einfacher. Denn er wollte mit den anderen zwei Kindern in der Zeit zum Sportgeschäft. Und ja- es darf auch sein, dass er genervt/enttäuscht ist. Es ist menschlich, Gefühle zu haben.
Und- ich verdiene es, dass auch auf meine Krankheit Rücksicht genommen wird. Dass auf mich Rücksicht genommen wird. Ich bin es wert! Das Bild von einer immer starken gut gelaunten Übermutter, die nicht krank werden darf, immer die Wünsche anderer erfüllt, Streit schlichtet, tröstet, immer emotional verfügbar ist, intuitiv die Bedürfnisse aller Familienmitglieder wahrnimmt und auf sie eingeht, mit Begeisterung mit den Kindern bastelt, kocht, putzt, aufräumt, vorliest, am besten sich noch im Elternbeirat engagiert, eine stets begehrte Liebhaberin für ihren Mann ist, beruflich erfolgreich ist - zum Teufel damit! Das ist eben das- unmenschlich! Auf keinen Fall möchte ich dieses Bild meinen Töchtern vorleben.
Das Ding ist ja- ich BIN bereits eine starke Frau! Ich muss nicht erst eine werden! Was ich schon alles im Leben erreicht habe! Mit Anfang 20 nach Deutschland gekommen, hier die Sprache gelernt, so dass ich sie auf einem hohen Niveau beherrsche, habe ein anspruchsvolles Studium abgeschlossen. Ich habe - trotz Krankheit- drei tolle Kinder. Ich habe inzwischen viele Fähigkeiten und Kompetenzen in meinem Beruf. Und das alles ist da! Auch wenn die Krankheit noch tobt und mich in die Knie zwingt. Das nehme ich zum Anlass, zur Ruhe zu komme und Kräfte zu sammeln. Und - wenn das wieder geht- mich in der neuen Stärke aufzurichten.
ja! Bei der ganzen Schwere sehe ich in dieser Krise auch eine Chance auf ein gesünderes stärkeres Ich.
Auf sich selbst zu hören- was brauche ich gerade? Was würde mir gut tun? Was ist mein Bedürfnis? Und - es darf alles da sein. Ich darf mich hinlegen, wenn es sich für mich richtig anfühlt. Ja- mein Mann hätte es lieber, dass ich aufstehe und meine Tochter vom Chor abhole. Dann hätte er es einfacher. Denn er wollte mit den anderen zwei Kindern in der Zeit zum Sportgeschäft. Und ja- es darf auch sein, dass er genervt/enttäuscht ist. Es ist menschlich, Gefühle zu haben.
Und- ich verdiene es, dass auch auf meine Krankheit Rücksicht genommen wird. Dass auf mich Rücksicht genommen wird. Ich bin es wert! Das Bild von einer immer starken gut gelaunten Übermutter, die nicht krank werden darf, immer die Wünsche anderer erfüllt, Streit schlichtet, tröstet, immer emotional verfügbar ist, intuitiv die Bedürfnisse aller Familienmitglieder wahrnimmt und auf sie eingeht, mit Begeisterung mit den Kindern bastelt, kocht, putzt, aufräumt, vorliest, am besten sich noch im Elternbeirat engagiert, eine stets begehrte Liebhaberin für ihren Mann ist, beruflich erfolgreich ist - zum Teufel damit! Das ist eben das- unmenschlich! Auf keinen Fall möchte ich dieses Bild meinen Töchtern vorleben.
Das Ding ist ja- ich BIN bereits eine starke Frau! Ich muss nicht erst eine werden! Was ich schon alles im Leben erreicht habe! Mit Anfang 20 nach Deutschland gekommen, hier die Sprache gelernt, so dass ich sie auf einem hohen Niveau beherrsche, habe ein anspruchsvolles Studium abgeschlossen. Ich habe - trotz Krankheit- drei tolle Kinder. Ich habe inzwischen viele Fähigkeiten und Kompetenzen in meinem Beruf. Und das alles ist da! Auch wenn die Krankheit noch tobt und mich in die Knie zwingt. Das nehme ich zum Anlass, zur Ruhe zu komme und Kräfte zu sammeln. Und - wenn das wieder geht- mich in der neuen Stärke aufzurichten.
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Dein letzter Absatz ist wunderbar, du BIST bereits eine starke Frau... wir alle hier sind es. Es ist dieses Bild der Mutter in der Gesellschaft, die auch starke Frauen ins Wanken bringen kann.
Du schaffst das, mach weiter so!
Du schaffst das, mach weiter so!
Liebe Grüße von
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Marika
Diagnose:
schwere PPD 2005
heute völlig beschwerdefrei mit 10 mg Cipralex
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Richtig toll gesagt. Gerade was wir alles als Mutter, Frau, Arbeitnehmer, etc machen sollen, sein sollten und dabei immer lächeln und adrett aussehen. Das war auch Thema in meiner Therapie, sich bewusst zu machen wieviel Rollen wir im Leben einnehmen und erfüllen sollen. An welchem Mann wird denn diese ganzen Ansprüche gestellt? Da wird nur gleich bewundert wenn sie sich innerhalb der Familie engagieren.
Und ja du bist eine starke Frau, du hast es richtig erkannt. Du darfst stolz auf dich sein du machst das alles richtig!!
Und ja du bist eine starke Frau, du hast es richtig erkannt. Du darfst stolz auf dich sein du machst das alles richtig!!
2014 schwere PPD mit Ängsten, 6 Monate Tagesklinik
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
2015- 2019 mirtazapin, erst 45mg ab 2017 langsam reduziert
Zwischendurch versuch mit citalopram, nach 2 Monaten abgesetzt, da starke Verschlimmerung der Depression
Anfang 2021 erneut schwere Depression wieder 45 mg mirtazapin zusätzlich noch quetiapin 150mg
Über Jahre zusätzlich noch psychotherapeutische Behandlung
Re: Fängt es wieder von vorne an?
Noch eine Sache möchte ich mir von der Seele schreiben. Eine Sache, die mich nun seit mehreren Monaten in dieser Episode begleitet. Die mich stark quält. Und für die ich mich insgeheim schäme.
Es ist so: ich bekomme Panik, wenn ich mit meinen Kindern alleine bin. Und zwar ist es egal, ob nur eins da ist, zwei oder alle drei. Es zeigt sich körperlich, indem ich merke, wie sich mein ganzer Körper unangenehm anspannt. Manchmal überkommt mich ein kalter Schauer. Und dann will ich nur noch weg. Wenn ich alleine bin, lassen die Symptome nach.
Ich verstehe es einfach nicht!!!! Ich liebe meine Kinder über alles! Und ich möchte für sie da sein. Mehr als alles andere. Warum reagiert mein Körper da wie auf eine Gefahr? Gerade ist es wieder so stark. Diese Woche werde ich das auch in der Psychotherapie besprechen. Aber vielleicht hat auch hier jemand eine Idee dazu? Oder hat es vielleicht selbst so erlebt?
Es ist so: ich bekomme Panik, wenn ich mit meinen Kindern alleine bin. Und zwar ist es egal, ob nur eins da ist, zwei oder alle drei. Es zeigt sich körperlich, indem ich merke, wie sich mein ganzer Körper unangenehm anspannt. Manchmal überkommt mich ein kalter Schauer. Und dann will ich nur noch weg. Wenn ich alleine bin, lassen die Symptome nach.
Ich verstehe es einfach nicht!!!! Ich liebe meine Kinder über alles! Und ich möchte für sie da sein. Mehr als alles andere. Warum reagiert mein Körper da wie auf eine Gefahr? Gerade ist es wieder so stark. Diese Woche werde ich das auch in der Psychotherapie besprechen. Aber vielleicht hat auch hier jemand eine Idee dazu? Oder hat es vielleicht selbst so erlebt?