Verzweifelt trotz Sertralin – ich suche Hoffnung.
Verfasst: 07:08:2026 9:56
Hallo zusammen,
ich lese hier schon eine Weile mit und habe mich jetzt endlich getraut, selbst einen Beitrag zu schreiben, weil ich im Moment einfach nicht mehr weiterweiß.
Ich bin Mama einer fast 3 Monate alten Tochter. Eigentlich hatte ich mir die Zeit mit ihr so anders vorgestellt. Stattdessen kämpfe ich seit der Geburt mit einer schweren postnatalen Depression. Meine Psychiaterin hat zusätzlich eine rezidivierende Depression diagnostiziert weil ich vor 15 Jahren schon mal Depressionen hatte aber selbst rausgekommen bin.
Seit Anfang der Woche ist es so schlimm wie noch nie. Ich weine stundenlang, fühle mich unglaublich hoffnungslos und verzweifelt und habe das Gefühl, dass das nie wieder aufhören wird. Ich habe große Angst davor, alleine mit dem Baby zu sein. Mittlerweile haben meine Mama und mein Partner beschlossen, dass ich vorerst nicht mehr alleine bleiben soll.
Ich nehme seit drei einhalb Wochen Sertralin. Leider habe ich bisher eher das Gefühl, dass meine Angst schlimmer geworden ist. Die Dosis wurde jetzt auf 75 mg erhöht und soll nächste Woche auf 100 mg gesteigert werden. Zusätzlich habe ich Promethazin als Bedarfsmedikament bekommen. Trotzdem habe ich im Moment das Gefühl, dass ich immer tiefer falle, obwohl ich gehofft hatte, dass das Medikament langsam hilft.
Außerdem habe ich seit Beginn der Sertralin-Einnahme ständig ein Kloßgefühl im Hals. Ich weiß gar nicht, ob das vom Medikament, von der Angst oder von etwas anderem kommt. Kennt das jemand von euch?
Was mich zusätzlich verunsichert, ist, dass ich zwischendurch immer wieder gute Tage oder zumindest gute Momente habe. An diesen Tagen denke ich, dass ich es vielleicht doch schaffe. Doch dann kommt wieder ein ganz dunkler Tag und ich falle gefühlt noch tiefer. Dieses ständige Auf und Ab macht mich völlig fertig und ich frage mich, ob das jemand von euch auch kennt.
In meinen schlimmsten Tiefs kommen Gedanken wie: „Wenn das für immer so bleibt, wäre es vielleicht besser, nicht mehr da zu sein.“ Ich möchte mir nichts antun und habe das auch meiner Psychiaterin und meiner Familie erzählt. Aber diese Gedanken machen mir große Angst und zeigen mir, wie verzweifelt ich mich in diesen Momenten fühle.
Das Schlimmste ist, dass ich inzwischen manchmal das Gefühl habe, mich nicht mehr richtig um meine Tochter kümmern zu können. Ich habe Angst, dass meine Muttergefühle nachlassen, und das macht mich unendlich traurig und gibt mir das Gefühl, als Mutter zu versagen. Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als wieder Freude mit meiner kleinen Tochter zu empfinden.
Am Montag habe ich meinen ersten Termin bei einer Psychologin. Ehrlich gesagt bin ich im Moment sogar skeptisch, was eine Therapie überhaupt bringen soll. Es fühlt sich für mich so an, als könnte ein bisschen Reden diese unfassbar starke Traurigkeit, Angst und Verzweiflung doch gar nicht wegnehmen. Gleichzeitig wünsche ich mir natürlich von Herzen, dass ich mich irre und dass mir die Therapie helfen kann.
Ich lese hier im Forum auch ganz viel auf der Positivseite. Diese Berichte geben mir tatsächlich ein kleines bisschen Hoffnung. Gleichzeitig merke ich aber auch, wie sehr mich manche anderen Beiträge verunsichern. Wenn ich lese, dass jemand nach dem Absetzen der Tabletten einen Rückschlag hatte oder dass es sechs Monate oder sogar ein Jahr gedauert hat, bis es besser wurde, bekomme ich richtig Angst. Im Moment wünsche ich mir einfach so sehr, dass es nicht so lange dauert. Ich weiß, dass jeder Mensch anders ist, aber mein Kopf malt sich dann sofort das Schlimmste aus.
Meine Psychiaterin hat mir außerdem eine Tagesklinik empfohlen möchte mein Baby aber nicht den ganzen Tag abgeben. Ich nehme Hilfe an und meine Familie unterstützt mich sehr. Trotzdem gibt es diese dunklen Momente, in denen ich einfach keine Hoffnung mehr habe, dass ich jemals wieder gesund werde.
Deshalb wollte ich euch fragen:
* Hat jemand von euch eine ähnliche Erfahrung gemacht?
* Hattet ihr auch das Gefühl, dass Sertralin in den ersten Wochen alles noch schlimmer gemacht hat?
* Wann habt ihr eine Besserung bemerkt?
* Ist das Kloßgefühl im Hals bei euch wieder verschwunden?
* Sind eure Gefühle für euer Baby wieder zurückgekommen, als es euch besser ging?
* Kennt ihr dieses ständige Wechseln zwischen guten und ganz schlechten Tagen?
* Hat euch eine Therapie wirklich geholfen, obwohl ihr am Anfang gedacht habt, dass Reden bei so starken Gefühlen doch gar nichts bringen kann?
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen. Im Moment brauche ich einfach ein bisschen Hoffnung von Menschen, die das selbst durchlebt haben.
Vielen Dank fürs Lesen.
Aylo
ich lese hier schon eine Weile mit und habe mich jetzt endlich getraut, selbst einen Beitrag zu schreiben, weil ich im Moment einfach nicht mehr weiterweiß.
Ich bin Mama einer fast 3 Monate alten Tochter. Eigentlich hatte ich mir die Zeit mit ihr so anders vorgestellt. Stattdessen kämpfe ich seit der Geburt mit einer schweren postnatalen Depression. Meine Psychiaterin hat zusätzlich eine rezidivierende Depression diagnostiziert weil ich vor 15 Jahren schon mal Depressionen hatte aber selbst rausgekommen bin.
Seit Anfang der Woche ist es so schlimm wie noch nie. Ich weine stundenlang, fühle mich unglaublich hoffnungslos und verzweifelt und habe das Gefühl, dass das nie wieder aufhören wird. Ich habe große Angst davor, alleine mit dem Baby zu sein. Mittlerweile haben meine Mama und mein Partner beschlossen, dass ich vorerst nicht mehr alleine bleiben soll.
Ich nehme seit drei einhalb Wochen Sertralin. Leider habe ich bisher eher das Gefühl, dass meine Angst schlimmer geworden ist. Die Dosis wurde jetzt auf 75 mg erhöht und soll nächste Woche auf 100 mg gesteigert werden. Zusätzlich habe ich Promethazin als Bedarfsmedikament bekommen. Trotzdem habe ich im Moment das Gefühl, dass ich immer tiefer falle, obwohl ich gehofft hatte, dass das Medikament langsam hilft.
Außerdem habe ich seit Beginn der Sertralin-Einnahme ständig ein Kloßgefühl im Hals. Ich weiß gar nicht, ob das vom Medikament, von der Angst oder von etwas anderem kommt. Kennt das jemand von euch?
Was mich zusätzlich verunsichert, ist, dass ich zwischendurch immer wieder gute Tage oder zumindest gute Momente habe. An diesen Tagen denke ich, dass ich es vielleicht doch schaffe. Doch dann kommt wieder ein ganz dunkler Tag und ich falle gefühlt noch tiefer. Dieses ständige Auf und Ab macht mich völlig fertig und ich frage mich, ob das jemand von euch auch kennt.
In meinen schlimmsten Tiefs kommen Gedanken wie: „Wenn das für immer so bleibt, wäre es vielleicht besser, nicht mehr da zu sein.“ Ich möchte mir nichts antun und habe das auch meiner Psychiaterin und meiner Familie erzählt. Aber diese Gedanken machen mir große Angst und zeigen mir, wie verzweifelt ich mich in diesen Momenten fühle.
Das Schlimmste ist, dass ich inzwischen manchmal das Gefühl habe, mich nicht mehr richtig um meine Tochter kümmern zu können. Ich habe Angst, dass meine Muttergefühle nachlassen, und das macht mich unendlich traurig und gibt mir das Gefühl, als Mutter zu versagen. Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als wieder Freude mit meiner kleinen Tochter zu empfinden.
Am Montag habe ich meinen ersten Termin bei einer Psychologin. Ehrlich gesagt bin ich im Moment sogar skeptisch, was eine Therapie überhaupt bringen soll. Es fühlt sich für mich so an, als könnte ein bisschen Reden diese unfassbar starke Traurigkeit, Angst und Verzweiflung doch gar nicht wegnehmen. Gleichzeitig wünsche ich mir natürlich von Herzen, dass ich mich irre und dass mir die Therapie helfen kann.
Ich lese hier im Forum auch ganz viel auf der Positivseite. Diese Berichte geben mir tatsächlich ein kleines bisschen Hoffnung. Gleichzeitig merke ich aber auch, wie sehr mich manche anderen Beiträge verunsichern. Wenn ich lese, dass jemand nach dem Absetzen der Tabletten einen Rückschlag hatte oder dass es sechs Monate oder sogar ein Jahr gedauert hat, bis es besser wurde, bekomme ich richtig Angst. Im Moment wünsche ich mir einfach so sehr, dass es nicht so lange dauert. Ich weiß, dass jeder Mensch anders ist, aber mein Kopf malt sich dann sofort das Schlimmste aus.
Meine Psychiaterin hat mir außerdem eine Tagesklinik empfohlen möchte mein Baby aber nicht den ganzen Tag abgeben. Ich nehme Hilfe an und meine Familie unterstützt mich sehr. Trotzdem gibt es diese dunklen Momente, in denen ich einfach keine Hoffnung mehr habe, dass ich jemals wieder gesund werde.
Deshalb wollte ich euch fragen:
* Hat jemand von euch eine ähnliche Erfahrung gemacht?
* Hattet ihr auch das Gefühl, dass Sertralin in den ersten Wochen alles noch schlimmer gemacht hat?
* Wann habt ihr eine Besserung bemerkt?
* Ist das Kloßgefühl im Hals bei euch wieder verschwunden?
* Sind eure Gefühle für euer Baby wieder zurückgekommen, als es euch besser ging?
* Kennt ihr dieses ständige Wechseln zwischen guten und ganz schlechten Tagen?
* Hat euch eine Therapie wirklich geholfen, obwohl ihr am Anfang gedacht habt, dass Reden bei so starken Gefühlen doch gar nichts bringen kann?
Ich würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen. Im Moment brauche ich einfach ein bisschen Hoffnung von Menschen, die das selbst durchlebt haben.
Vielen Dank fürs Lesen.
Aylo