Hey ihr,
Ich musste mir jetzt erstmal vorhin angucken, worum es bei diesem Fall überhaupt geht. Das ist komplett an mir vorbei gegangen. Ich habe es mir einen Artikel durchgelesen und ich muss sagen, es löst bei mir eigentlich gar keine Gefühle aus. Denn solche Geschichten und traurige einzelschicksale hat es immer wieder gegeben. Was ist genau an diesem Fall so besonders, dass es bei euch so viele negative Gefühle macht?
Ich will damit nicht eure Angst klein machen oder euch nicht ernst nehmen. Denn wenn ich genauer darüber nachdenke, kann ich verstehen, was vielleicht dahinter steckt. Es hat mit Sicherheit viel mit der Angst zu tun. Vor Kontrollverlust und natürlich die immer wieder Präsente Angst davor ganz tief abzustürzen. Das ist wiederum etwas, was ich natürlich auch kenne.
Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Kinder schon größer sind. Vielleicht wäre es etwas anders, wenn ich kleine Kinder hätte. Bei dir Sara ist es ja noch nicht lange her, dass du ein zweites Kind bekommen hast. Und findest dich unter Umständen ein wenig in dieser Situation wieder, wie sie die Medien aktuell beschreiben. Da du nach der ersten Entbindung ja auch in einem ganz tiefen Loch gewesen bist. Das verknüpft, dein Gehirn mit dem aktuellen Fall und es werden altbewährte nervenbahnen angeknipst.
Damit meine ich das dein Gehirn daraus gleich so ein Automatismus entwickelt. Es liest in den Medien psychisch kranke Frau kleine Kinder und ausweglose Situation. Das sind drei Punkte, die dein Gehirn von früher her kennt und dann eine Verbindung herstellt. Ich hatte das in anderen Situationen auch. Wenn ich darüber logisch nachgedacht habe, machte es gar keinen Sinn, aber es wurde in meinem Körper gleich ein Automatismus ausgelöst und dadurch dann die Angst. Und dann natürlich die ganzen klassischen Symptome. Wie Unruhe , morgen tief , durchfälle kenne ich genauso und auch schlechte Stimmung.
Wichtig war für mich, dass erstmal zu erkennen. Damit konnte ich es zwar nicht wegbekommen, aber ich habe dann immer meine sicherheitsroutinen im Alltag verstärkt eingebaut, was dann im nachgang meinen nervensystem wieder beruhigt hat.
Und noch mal zu dem Fall. So wie ich das verstanden habe, hatte die Frau eine Psychose was wirklich selten vorkommt.
Tatsächlich kenne ich eine Mutter, die auch nach zwei Kindern eine Psychose entwickelt hat. Und da war es so, dass deswegen eine Beratung zu Hause gewesen ist, um zu schauen, wie sicher das Umfeld für die Kinder ist. Das ist ein ganz normaler Vorgang, so wurde mir es jedenfalls erklärt. Das ist also ein ganz anderes krankheitsbild als z.b eine Depression oder zwangsgedanken oder eine Angst Erkrankung.
Den Kontakt zum Therapeuten herzustellen, ist mit Sicherheit sehr hilfreich, um das genauer einzuordnen. Ich mache mir aber tatsächlich bei euch beiden sarahs


gar keine sorgen, dass es was ernstes zu bedeuten hat, sondern ich sehe es als Trigger der euch ein wenig angepikst hat. Und noch mal richtig Schön in die angstspirale geschubst hat. Wenn ich hier anders Forum denke, habe ich es immer wieder erlebt, dass Frauen, wenn sie lange stabil waren und wieder Kontakt mit einem ganz speziellen Thema hatten das dann tatsächlich die ganz typischen Symptome einer psychischen Erkrankung für einen kurzen Moment auftreten können, weil das Gehirn wirklich da genau bekannte Muster abspult. In der Regel war es dann so, das nach ganz kurzer Zeit alles wieder normal war und die Stabilität weiterhin vorhanden gewesen ist.