Seite 1 von 1

Kraftlos

Verfasst: 04:09:2026 12:52
von Dinchen88
Hallo zusammen,

Heute ist mal wieder so ein Tag wo ich denke ich schaffe das alles nicht mehr(meine Tochter groß zu ziehen usw). Ich könnte nur schlafen. Wann wird das endlich besser und ich habe wieder mehr Kraft und Lebensenergie. Ich war schon stationär in einer mutter kind behandlung und habe dort dann angefangen Sertralin 100mg zu nehmen und bin jetzt seit Mai wieder zu Hause. Die ambulante Psychotherapie läuft erst jetzt so richtig an da ich lange nicht den richtigen Therapeuten für mich gefunden habe und als ich dann bei einer Therapeutin ein gutes Gefühl hatte hieß es lange Warteliste🙈
Diese blöde Erkrankung nimmt einem so viel😪 und ich habe Angst dass es chronisch ist da ich ein Jahr mit PPD rumgelaufen bin ohne Medikamente zu nehmen.

Re: Kraftlos

Verfasst: 04:09:2026 14:46
von alibo79
Hey, du brauchst keine Angst haben, dass bei dir ein chronischer Verlauf eintritt. Auch nach einem Jahr ist es durchaus normal Phasen zu haben, in denen man sich wieder schlecht fühlt, Angst da ist, Müdigkeit, Erschöpfung oder auch Traurigkeit. Du sorgst für ein kleines Kind und das ist ein ganz großer kraftakt. Wenn man da über seine Grenzen geht, kann es zu einem tief kommen. Das bleibt aber nicht so. Diese Tiefs vergehen immer wieder.
Ein paar Punkte die mir einfallen wären, nach Hilfe zu fragen was z.b kinderbetreuung angeht. Hast du einen Partner, der dich unterstützen kann? Sind großeltern in der Nähe oder Freunde, Verwandte, die dein Kind mal für einen Nachmittag betreuen können, so dass du Pause machen kannst. Du kannst auch schauen, ob du dein Kind schon in eine betreuungseinrichtung geben möchtest. Ich habe das tatsächlich im Anschluss meiner PPD gemacht. Da ich auch lange Zeit mit viel Erschöpfung zu tun hatte, ist meine Tochter dann in die Krippe gegangen, so dass ich da etwas Luft und freiraum bekommen habe.
Ein weiterer Punkt ist noch mal abzuklären, ob irgendwelche Defizite im blutbild vorhanden sind. Da gibt es ja ganz viele Sachen, Die Müdigkeit hervorrufen können.
Auch in der Therapie werden auf verhaltensmuster geschaut, Überhöhte Ansprüche aufgedeckt , nur dauert es bis eine Therapie wirklich nachhaltig in dir wirkt.
Was auch noch eine Idee wäre mit deinem Arzt zu sprechen, ob die 100 mg ausreichend sind oder dort auch noch ein bisschen auf dosiert werden sollte.
Und immer wieder im Alltag Pausen einbauen, in denen dein Akku aufladen kann. Das ist so hilfreich. Ich habe das auch gemacht bzw. Mir angewöhnt. für den Moment bringt das vielleicht nur eine kleine Erleichterung. Ich habe mir aber immer gesagt und wenn es nur 0,1% Verbesserung bringt. Wenn ich jeden Tag 0,1 % Verbesserung erreiche, habe ich nach zehn Tagen ein Prozent Verbesserung erzielt.
Du schaffst das es werden auch Phasen kommen in denen die Kraft wieder zurückkommt und du auch über längeren Zeitraum genügend Energie hast und deinen Alltag zu bewältigen.