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Wie viel Unterstützung bekommt ihr im Alltag von eurer Familie? Was ist für euch normal? ❤️

Verfasst: 21:10:2026 14:01
von Ramona_Maria89
Ich würde gerne mal etwas in die Runde fragen, weil mich das Thema gerade sehr beschäftigt und ich gerne wissen würde, wie das bei anderen Familien aussieht.

Mich interessiert, wie viel Unterstützung ihr im Alltag von euren Eltern, Geschwistern oder anderen Familienangehörigen bekommt. Sowohl in ganz normalen, stabilen Lebensphasen als auch dann, wenn es euch vielleicht einmal nicht so gut geht oder ihr besonders viel um die Ohren habt.

Kommt eure Mutter beispielsweise auch mal vorbei und macht eine Ladung Wäsche, saugt durch, räumt etwas auf oder bringt Essen mit? Oder besteht die Unterstützung eher darin, dass sie die Kinder mal nimmt, damit ihr Zeit für euch habt oder Dinge erledigen könnt? Vielleicht ist es bei euch auch ganz anders.

Ich frage mich auch, wie das bei euch ist, wenn ihr psychisch oder körperlich gerade nicht so belastbar seid. Könnt ihr dann selbstverständlich mehr Hilfe in Anspruch nehmen, oder versucht ihr trotzdem, Haushalt und Kinderbetreuung weitgehend allein zu stemmen?

Ich bin selbst Mutter von zwei kleinen Kindern und alleinerziehend. Aktuell geht es mir aufgrund der postpartalen Depression psychisch nicht so gut, weshalb ich momentan deutlich mehr Unterstützung bekomme als sonst. Meine Mutter hilft mir häufiger, und ich habe eine Haushaltshilfe, die mir viel im Haushalt abnimmt.

Einerseits bin ich unglaublich dankbar für diese Entlastung. Andererseits merke ich, dass ich mich immer wieder frage, ob es normal ist, so viel Hilfe zu brauchen, und ob ich irgendwann wieder alles allein schaffen werde.

Ich reflektiere momentan sehr viel, vielleicht manchmal sogar zu viel, und merke dabei, dass ich vermutlich schon früh gelernt habe, Hilfe zu brauchen oder anzunehmen mit Schwäche und Versagen zu verbinden. Vielleicht habe ich irgendwann verinnerlicht, dass man etwas nicht richtig auf die Reihe bekommt, wenn man es nicht allein schafft.

Das Interessante ist, dass ich diesen Maßstab überhaupt nicht an andere Menschen anlege. Wenn eine andere Mutter erzählt, dass ihre Familie sie unterstützt oder dass sie eine Haushaltshilfe hat, würde ich niemals denken, dass sie deshalb versagt hat. Im Gegenteil, ich würde mich für sie freuen, dass sie Entlastung bekommt.

Nur bei mir selbst fällt mir das unfassbar schwer. Ich kann rational verstehen, dass Unterstützung etwas Normales ist und dass man nicht alles allein schaffen muss. Emotional fühlt es sich für mich aber oft so an, als würde ich damit beweisen, dass ich es nicht hinbekomme. Ich fühle mich, als hätte ich versagt und hab starke Schuldgefühle und Ängste, es NIEMALS WIEDER ZU SCHAFFEN.... dann stellt sich mir auf die Frage kriegen manche vielleicht sogar auch Unterstützung auch wenn sie stabil sind, ist das nur mein Gedanke mein Glaubenssatz?

Deshalb würde ich gerne einmal von euren Erfahrungen hören, um meinen eigenen Blick darauf vielleicht ein bisschen zu erweitern.

- Wie viel Unterstützung bekommt ihr im Alltag, wenn es euch gut geht und ihr psychisch stabil seid?
- Wie verändert sich das, wenn ihr krank seid, erschöpft seid oder eine schwierige Phase durchmacht?
- Ist es für euch selbstverständlich, dass eure Eltern auch mal im Haushalt mithelfen, Wäsche machen oder Essen vorbeibringen? Oder besteht die Unterstützung eher in der Kinderbetreuung?
- Wie ist es bei euch, wenn ihr alleinerziehend seid oder keinen Partner habt, mit dem ihr euch die alltäglichen Aufgaben teilen könnt?
- Und wie fühlt es sich für euch an, Hilfe anzunehmen? Könnt ihr das selbstverständlich tun, oder müsst ihr euch manchmal auch erst überwinden?

Mir geht es ausdrücklich nicht darum, zu bewerten, welches Familienmodell besser ist oder wie viel Hilfe jemand bekommen sollte. Ich weiß auch, dass jede Familie anders ist und unterschiedliche Möglichkeiten hat.

Ich würde einfach gerne verstehen, was in anderen Familien gelebt wird, und mir selbst erlauben lernen, Unterstützung nicht automatisch als persönliches Versagen zu betrachten.

Ich freue mich über ehrliche Erfahrungen, ganz egal, wie es bei euch aussieht. ❤️

Re: Wie viel Unterstützung bekommt ihr im Alltag von eurer Familie? Was ist für euch normal? ❤️

Verfasst: 22:10:2026 13:29
von Marika
Halli Hallo!

Ich kann dir gerne von mir berichten. Meine PPD ist zwar schon 21 Jahre her und so alt ist auch mein "Baby"... aber trotzdem ist mir diese Zeit noch gut in Erinnerung. Tatsächlich habe ich unglaublich viel Hilfe von meiner Familie erhalten. Meine Eltern, meine Tante, meine Cousinen, mein Mann, mein Hausarzt, mein Psychiater.

Es viel mir damals zuerst "leicht" Hilfe anzunehmen, weil absolut gar nichts mehr ging. Ich war völlig erstarrt innerlich, unfähig auch nur alleine zu duschen usw. Allen voran war es meine Mama, die jeden Tag bei mir war. Sie hat mich gestützt, sich aber auch um den Kleinen gekümmert, den Haushalt gemacht. Mein Papa war der Bote - Ämter, Einkäufe, Medikamente holen usw. Meine Tante und Cousinen kamen oft um den Kleinen zu nehmen, aber auch um den Haushalt zu machen. Mein Mann musste arbeiten (er war und ist noch immer selbständig), war dann aber immer die wichtigste Schulter zum ausweinen für mich. Er hat mir unglaublich viel emotionale Unterstützung und Kraft gegeben. Im Haushalt hat er auch viel mitgemacht. Mein Hausarzt hat mehrere außertourliche Hausbesuche gemacht und mir die Termine beim Psychiater telefonisch vereinbart. Und mein Psychiater hat 2x wöchentlich Termine für mich freigeschaufelt. Ich war also die ersten 3 Monate in einer absoluten geschützten Atmosphäre. Aber auch danach war immer jemand da, wenn es nötig war.

Rückblicken war das ein erstes stabiles Fundament dass ich so nötig gebraucht habe um Schritt für Schritt gesund zu werden und bin auch heute noch unendlich dankbar so einen Rückhalt gehabt zu haben. Auch später als ich wieder Arbeiten ging waren es meine Eltern und auch Tante und Onkel die meinen Süßen immer gut betreut haben. Wenn ich von der Arbeit heim kam, war zusätzlich auch noch gekocht und aufgeräumt... Danke Mama! :P

Beachtlicher Weise kam dieses "alles alleine schaffen zu müssen und zu wollen" erst viel später, als ich wieder gesund war. Da bin ich in diese Falle getappt, die wir Frauen wohl fast alle kennen. Dadurch musste ich oft feststellen, dass meine Grenzen schneller erreicht sind, als vielleicht bei anderen und das ich sehr gut auf mich aufpassen muss - mein Leben lang. Und auch heute noch kann es passieren, dass ich meine Grenzen zu spät erkenne und drüber gehe... was mir mein Körper dann recht schnell zeigt. Aber ich bin schon viel besser darin geworden. :wink:

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen bei deinen Fragen helfen!