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Wichtige Entscheidungen
Verfasst: 25:01:2008 19:23
von Mimi
Sagt mal hier sind ja einige dabei die die schlimme Phase schon hinter sich haben. Ich hab gelesen das man in einer Depression keine weitgreifenden Entscheidungen treffen soll. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ist es wirklich so das das Urteilvermögen so sehr beeinträchtigt ist durch die Krankheit ? Ich stehe nämlich vor einer Entscheidung die recht wichtig wäre.
Liebe Grüße Moni
ich persönlich habe das so gemacht...
Verfasst: 25:01:2008 19:35
von sonrisa2
Hallo Moni,
es gibt entscheidungen, die sich nicht aufschieben lassen.
ich habe vermieden, wichtige entscheidungen zu treffen, als ich sehr schlecht beinander war. und ich werde es auch in zukunft tun - weil ich selbst das gefühl habe, dass ich dann nicht zurechnungsfähig bin, und auch die entscheidung womöglich anders treffen würde, wenn ich "normal" drauf wäre...
wichtige entscheidungen traf ich dann in absprache mit meinem mann. :) was ich sonst ja auch tue, aber so hatte er eben den hauptanteil und beinahe die alleinige "last" damit...
alles liebe,
s.
Verfasst: 25:01:2008 20:39
von Anke
Hallo Moni,
generell bin ich auch dafür, in der akuten Krankheitsphase keine wichtigen Entscheidungen treffen, die das spätere Leben beeinflussen können.
Dabei meine ich z. B. auch das Trennen vom Partner (das wurde hier auch schon öfter angesprochen/erwähnt). Es könnte durchaus sehr wahrscheinlich sein, dass man es später, wenn man wieder ganz gesund ist, bereuen würde!
Bei mir war es damals so, dass ich mich während meiner schlimmen Zeit von meinem ehemaligen Mann trennen "wollte". Aber das wurde mir regelrecht "ausgeredet" und nicht empfohlen, da die Gedanken/Gefühle während der PPD tatsächlich anders sind/sein können. Nach meinem Klinikaufenthalt merkte ich jedoch relativ schnell, dass es zwischen uns nicht mehr klappen würde und ich habe mich getrennt. In meinem Fall musste das so sein, damit ich wieder ganz gesund werde.
Wichtig ist auch, eine entsprechende Entscheidung nicht ganz alleine zu treffen!
Um welche Entscheidung geht es bei Dir?
Verfasst: 25:01:2008 22:26
von Mimi
Hallo ihr zwei Danke für die Antworten.
@ Anke
es geht mir um eben genau diese Entscheidung. Ich habe langsam das Gefühl das es mir erst wieder besser gehen wird wenn ich mich von meinem Partner getrennt habe. Seit wir zusammen sind ( zwei Jahre ) hatten wir viele Krisen. Er hat mich als sehr starke Frau kennengelernt und er selbst ist ein ziehmlicher Hallodri. Am besten nicht arbeiten und nicht wirklich viel ANspruch ans Leben und an sich selbst. Er ist suchtgefährdet und ich hab ihn auch schon massiv süchtig erlebt. Aufgehört hat er nur weil ich mich räumlich getrennt habe und ihm gesagt hab das es nur wieder besser werden kann wenn ich nicht immer als die höhere Instanz von ihm eingesetzt werde die ihm Dinge untersagt. Sprich für ihn die Verantwortung übernehme.
Als ich dann schnell von ihm schwanger wurde und ins Krankenhaus mußte war er nicht in der Lage stark zu sein für mich. Alles blieb liegen Rechnungen und er ließ sich gehen. Er sagte mir dann immer zu den Besuchen das ich schnell gesund werden muß da sich zu Hause um ihn niemand kümmert. Ich durfte mich nicht zurücklehnen und einfach schwanger sein. Er fühlte sich immer schon schnell ungerecht behandelt und benachteiligt. Kritik durfte ich auch nicht äußern. Als ich dann wieder ins KH mußte für einen Monat und mal weinte sagte er zu mir: " ich weiß garnicht was Du hast ich beneide dich richtig um deine Lage alle besuchen Dich und alles dreht sich um Dich alle haben Mitleid mit Dir und um mich kümmert sich niemand". Ich bekam dann unser Kind und Entbindungsschmerz und Stillen waren wieder keine Rechtfertigung dafür das ich weniger machen konnte im Haushalt als er. Er verlor sich dann in seiner Sucht. Wir stritten immer schlimmer. Bis er mal völlig austickte und ich den Kleinen schnappte und ging. Ich bin dann auch nicht zurück gegangen. Ich lebe nun in einer Wg mit dem Kleinen.
Unsere Beziehung wurde besser und bevor meine Depression richtig ausbrach ging es uns eigentlich ganz gut zusammen. Nun wo er wieder mehr machen muss als ich ( inzwischen sind es drei Wochen in denen ich mich eher schlecht als recht um unsern Kleinen kümmern kann ) geht alles von vorn los. Er kann sich nicht zurücknehmen er fühlt sich ungerecht behandelt weil er gerade nur zurückstecken muss.
Ich mußte immer für alles die Verantwortung übernehmen alles organisieren trotz schwerer Schwangerschaft und Kind. Nun wo er meine Aufgaben übernehmen muss wird er überheblich und macht kesse Sprüche von wegen: "ja ja da siehst dus Kinder sind anstrengend " ALs hätte ich nicht bis vor drei Wochen alles getan.
Ich denke manchmal das er mich unglücklich macht aussaugt wenn er nictmal jetzt mich einfach karnk sein lässt. Mir den Rücken freihält damit ich gesund werden kann. Ich will ihn nicht mehr brauchen.
Dieses Lied wollte er mir unbedingt vorspielen. Ich habe es bei Youtube gefunden. Bitte nicht so sehr auf die Bilder achten. Aber so kann ich euch das Lied mal zeigen. Eigentlich ein sehr schönes Lied hab mich berührt gefühlt. Also hat er wohl das Gefühl der Hilflosigkeit ???
http://www.youtube.com/watch?v=yMXcm7LTY6o
Sorry lang
Verfasst: 26:01:2008 7:42
von Engel79
Liebe Mimi,
ich habe eben Deinen Text gelesen und mich ein stückweit wiedergefunden ... Es tut mir leid, daß es mit Deinem Freund nicht gut läuft. Das Gefühl, daß man allein dasteht - obwohl man nicht allein ist - kann einen zermürben. Für alles muß man den Kopf hinhalten, um alles muß man sich allein kümmern. Und immer wieder kommen Versprechungen, daß man(n) sich ändert. Täglich neue Hoffnung, daß es besser wird .... die dann wieder zerstört wird. Ich kenne es so gut ...
Darf ich fragen von welcher Sucht Du bei Deinem Freund sprichst? Weiß er, daß er süchtig ist bzw. sieht er es ein?
Liebe Grüße, Ina
Verfasst: 26:01:2008 11:32
von Mimi
Er hat aufehört mit dem "Rauchen" und mit Tabbackköpfen als ich auszog. Also er hat viel getan. Ich habe aber immer die Angst das es wieder los e
geht wenn er unter Druck steht.
Verfasst: 26:01:2008 12:10
von Anke
Hallo Moni,
diese Situation klingt in der Tat nicht gut und hilfreich für Dich.
Hast Du denn konkret zur Zeit jemand anderen, der für Dich da ist (seien es Dinge, die zu erledigen sind oder aber auch emotionale Unterstützung)?
Eltern, Geschwister, Freundin, Nachbarin?
Durch den Auszug mit Deinem Kind von Deinem Freund in eine separate Wohnung hast Du schon etwas Abstand gewonnen. Was vielleicht auch hilfreich wäre, ist eine Paartherapie (was hält Dein Arzt davon?). Nur ist die Frage, ob die z. Z. nicht zu früh wäre. Denn auch oder gerade bei einer solchen Therapie sollte es Dir etwas besser gehen; sonst seid Ihr keine "gleichgewichtigen" Partner.
Laß Dir noch ein wenig Zeit, bis das Medikament richtig wirkt. Machst Du auch eine (Gesprächs-)Therapie? Dann kannst Du immer noch weitere Möglichkeiten in Betracht ziehen.
Versteh mich bitte nicht falsch; ich möchte Dich nicht weiter an Deinen Freund "binden", Dir aber auch MOMENTAN nicht den Rat zu einer endgültigen Trennung geben. Entscheiden kannst nur Du allein bzw. durch "Ratschläge" von guten Verwandten/Freunden.
Ganz wichtig ist auch, dass Du krank sein DARFST, denn Du bist es ja! Dein Freund sollte sich auch über das Krankheitsbild informieren (wenn nicht schon geschehen) oder mal mit Dir zum Arzt mitgehen. Oftmals ist es dann besser zu verstehen, als von Dir als Betroffene.
Ich kann eine gewisse Hilflosigkeit bei Angehörigen erst dann akzeptieren, wenn sie ausreichend Information über die Krankheit haben und wissen, was sie tun können oder was sie eher vermeiden sollten bzw. schädlich für die Betroffene ist (da spreche ich auch aus eigener Erfahrung).
Trennen kannst Du Dich auch noch - wenn dann nötig - in ein paar Wochen/Monaten.
Wenn Du magst, schick mir auch eine PN.
Verfasst: 26:01:2008 12:32
von Mimi
ja eine paatherapie war geplant aber dann kam meine krankheir dazwischen. Ich hab ihn ja lieb aber er reisst immer wieder diese tiefen Löcher bei mir. Inzwischen hat sich in weiteren Gesprächen rausgestellt das er einfach müde ist und das mit dem starksein noch üben muss. Nebenbei erwähnt ist er der tollste Papa den ich mir für Lewin vorstellen kann. Und der ist natürlich auch total vernarrt in ihn. ALso ich denke es ist ein guter Plan ein wenig zu kräften zu kommen und dann eine Paartherapie zu machen. Ich denke Lewin hat verdient das sich Mama und Papa anstrengen.
Danke Danke Danke für die geduldigen Antworten. Ich werde zunächst alle um mich herum genau informieren habe überlegt einen kleinen Flyer zu basteln mit Infos. Ich habe viele Seeeeehr gute Freunde die mir helfen und da die meisten aus dem sozialen bereich kommen wissen sie was meine Krankheit bedeutet. ABer meine Eltern zum beispiel die mir zwar viel den kleinen abnehmen sagen mir immer wieder ich soll mich zusammenreißen damit ich meinen job nicht verliere. Die haben anscheinend nicht begriffen was das heißt.
Liebe Grüße Mimi