erfahrung mit manisch-depressive???

Austausch persönlicher Erfahrung mit der Depression/Psychose vor und nach der Geburt

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birgit1075
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erfahrung mit manisch-depressive???

Beitrag von birgit1075 »

Hallo,

die meisten von euch kennen mich nicht mehr da ich schon lange nicht mehr so aktiv im Forum bin!! Kurz zu meiner Person ich bin Birgit und leite die SHG-Augsburg. Ich litt auch an schweren Depressionen nach der Geburt meines Sohnes (jetzt 6 Jahre alt) und hatte auch einen schlimmen Rückfall mit Klinikaufenthalt. Mir geht es jetzt schon lange sehr gut und kann euch allen nur hoffnung machen das es wieder gut wird, vielleicht sogar noch besser.....!!

Ich habe gerade ein Problem. Und ich hoffe es kann mir jemand helfen!!

Wer hat erfahrung mit manisch-Depressiven? Bzw. wer war oder ist selber manisch Depressiv??
Gibt es spezielle Therapien? Was für Tipps kann ich solchen Menschen geben?

Freue mich über jede Antwort
Ganz liebe Grüße Birgit
Carolin

Beitrag von Carolin »

hallo birgit,

ich selber bin zum glück nicht manisch-depresiv, aber leider der bruder von meiner freundin. er war in der jugendzeit eigentlich immer nur depressiv und ängstlich.

vor ca. 3 monaten um ostern rum wurde er auf einmal manisch. er war über mehrere wochen auf nem bohrturm. dort war es tagsüber über 40grad heiß. also arbeiteten die leute dort nachts. er kam dann ziemlich erschöpft wieder. er hatte starke schwierigkeiten sich wieder daran zu gewöhnen nachts zu schlafen. dann kam ostern und jedes 2. jahr zu ostern bekommt unser sportverein engländer zu besuch. er hat auch welche aufgenommen. an den 3 tagen wurde viel getrunken, gefeiert und dementsprechend wenig geschlafen. dann bekam er eine heftige nasennebenhöhlenentzündung und musste auch noch ein antibiotika nehmen. darauf hat er dann auch noch getrunken.

dann auf einmal ging es los. er schlief nicht mehr, redete ohne unterbrechung, schwitzte übermäßig und er war garnicht mehr zu bremsen. er ist ein sehr sparsamer typ. an dem wochenende nach ostern ging er hier in die stadt in eine kneipe. dort wollte er ne lokalrunde schmeißen, sprach jeden an und sagte jedem seine meinung. er erzählte total wirre sachen vonwegen er wolle die welt verbessern. seinem obersten chef legte er einen 5 seiten brief mit veränderungsvorschlägen vor. er fuhr zu seiner freundin (mit der er grad 2 wochen zusammen war). dort ging er zu ihrer mutter und erzählte ihr das er für ihre tochter ein grundstück kaufen will. er möchte bauen (er ist grad 22) und endlich unabhängig sein. die mutter seiner freundin hatte selber schon mal einen manischen ehemann. sie rief sofort bei seinen eltern an und informierte diese über seinen überflieger. seine mutter rief sofort die hausärztin an und diese stellte sofort eine einweisung aus. er hat aber nicht eingesehen dahin zu müssen und wurde aggressiv. er schlug auf seinen vater ein und gab ihm die ganze schuld für seinen zustand. letztendlich durfte meine freundin ihn dann doch in die psychiatrie bringen. ich habe sie dort abgeholt weil sie echt fertig war. der arzt erklärte uns das das nicht zu bahndeln ist. die betroffenen müssen selber einen ausweg daraus finden. er hat tabletten zur beruhigung bekommen und zyprexa. ein neuroleptika. er ist eine woche in der psychiatrie geblieben. die ersten wochen waren hart für ihn und seine familie. ich sehe ihn sehr oft und neulig war er noch mit seiner schwester bei mir. ich kann ihm nichts mehr anmerken und er gefällt mir gut.
er sagt dieser manische zustand hätte ihm gezeigt das sich bei ihm was ändern muss. er hat sich vieles vorgenommen, hat alles erledigt und nun ist er ein ganz anderer mensch. viel mehr selbstbewusstsein. er war natürlich auch in psychologischer behandlung.

ich weiß nicht ob ich dir helfen konnte und ob du alles nachvollziehen konntest. was genau möchtest du denn darüber wissen?

also therapien gibt es schon, aber derjenige muss selber herausfinden warum es dazu gekommen ist. bei meinem bekannten war es wie gesagt eine bestehende depression die durch schlafmangel, alkohol usw in die manische richtung geschossen ist. ihm hat das jetzt gezeigt, dass er stressanfällig ist und seinen geregelten schlaf-wach-rhytmus braucht.

tipps? die person muss auf jeden fall bei nem schlimmen zustand ruhig gestellt werden. ansonsten kann es passieren das sachen gemacht werden, die nicht normal sind. sprich sich hoch verschulden usw. und dann muss an dder person gearbeitet werden.

mehr kann ich dir so leider auch nicht sagen. gib doch mal bei google manisch depressiv ein. dort gibt es jede menge nachzulesen.

wünsche ein schönes wochenende!!!

lieben gruß, carolin
birgit1075
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Beitrag von birgit1075 »

Liebe Carolin,

vielen Dank für deine schnelle und sehr ausführliche Antwort. Es hat mir sehr geholfen.

Es geht bei mir darum:

Ich habe gerade eine telefonberatung eine Frau war vor 10 Jahren Manisch - Depressiv und hat vor 9 Monaten ein Kind bekommen und ist am anfang für ca. 2 wochen in die Manie gefallen und sitzt jetzt seitem in der depression fest. War schon mehrmals in der Klinik weg und kann überhaupt keine beziehung zu Ihrem Kind aufbauen.
Ich wusste jetzt gar nicht wie ich mit IHR umgehen sollte und war unsicher. Ich werde mich am Montag mit Ihr zum 1. mal persönlich treffen und hoffe das ich Ihr irgendwie helfen kann.

Nochmals vielen Dank
eine schöne Zeit
Liebe Grüße
Birgit
Mimi

Beitrag von Mimi »

wie war denn das treffen? Ich bin Heilerziehungspflegerin und habe häufiger mit solchen Menschen zu tun.
Cara

Beitrag von Cara »

Hallo Birgit,

ich kann dir vielleicht auch helfen, arbeite in einer Psychiatrie..also frag nur.
birgit1075
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Beitrag von birgit1075 »

hallo,

ihr geht es seit ca. ende November wieder sehr gut!! Aber sie hatte eine lange durststrecke von 1 ganzem Jahr, mit ganz wenigen guten Tagen.
Aber wie schon gesagt, es geht ihr sehr gut, und ist wie sie sagt fast die alte!!!

LG

Birgit Mayr
Birgit mit Jonas 09/2001 & Luis 03/2009

PPD 2001, SS-Depri 08/09, Depri-Phasen
Schilddrüssenunterfunktion festgestellt Juli/2009

Medikation:
Trevilor
Fluanxol 0,5 mg
Lamotrigin
Schilddrüsenhormone
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